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Zoom Fatigue: So wirken Sie der Müdigkeit bei Videokonferenzen entgegen

Zoom Fatigue: So wirken Sie der Müdigkeit bei Videokonferenzen entgegen
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Lillia Seifert am 14.10.2020 | 0 Kommentare
Inhalt:
  1. Was bedeutet Zoom Fatigue?
  2. Der virtuelle Austausch boomt
  3. Videokonferenzen als Quelle der Ermüdung
  4. 4 Gründe für Belastungen durch digitale Meetings
    1. 1. Technische Unzulänglichkeiten bereiten Stress
    2. 2. Verändertes Kommunikationsverhalten macht unsicher
    3. 3. Privates Umfeld belastet die Kommunikation  
    4. 4. Körperliche und emotionale Beeinträchtigungen führen zu Demotivation
  5. Häufige digitale Meetings machen müde
  6. Was Sie gegen Zoom Fatigue tun können - 10 Tipps für weniger Belastung beim Online-Meeting
    1. 1. Tipp: Legen Sie eine Tagesordnung fest
    2. 2. Tipp: Begrenzen Sie die Dauer des Meetings
    3. 3. Tipp: Halten Sie Pausen bei längeren Konferenzen ein
    4. 4. Tipp: Nutzen Sie die Möglichkeit, das Video optional auszuschalten
    5. 5. Tipp: Blenden Sie Ihr eigenes Video aus
    6. 6. Tipp: Wechseln Sie die Bildschirmansicht
    7. 7. Tipp: Stellen Sie sicher, dass die technische Ausstattung funktioniert
    8. 8. Tipp: Erstellen Sie schriftliche Aufzeichnungen
    9. 9. Tipp: Prüfen Sie, ob ein digitaler Austausch notwendig ist
    10. 10. Tipp: Planen Sie zwischen mehreren Meetings Pausen ein   

Ein neues Wort geistert durch die Welt, durch unsere Büros und durchs Homeoffice. Haben Sie schon einmal von Zoom Fatigue gehört? Auch wenn Sie diese Wortschöpfung vielleicht nicht kennen, den Zustand, den sie beschreibt, erleben viele Berufstätige mittlerweile seit einigen Monaten am eigenen Leib. Sie sind erschöpft und müde. Da physische Kontakte aufgrund der Corona-Pandemie nicht mehr stattfinden, sitzen unzählige Menschen tagtäglich in digitalen Meetings und Videokonferenzen.

Woran liegt es, das uns die häufige Teilnahme an virtuellen Konferenzen belastet und demotiviert? Was kann man gegen Zoom Fatigue tun? 

Was bedeutet Zoom Fatigue?

Zoom Fatigue setzt sich aus dem Wort Zoom, ein digitales Tool zur Durchführung von Videokonferenzen, und dem französischen Wort „Fatigue“, zu deutsch „Müdigkeit“, zusammen. Diese Wortschöpfung ist neu und der aktuellen Corona-Krise geschuldet. Sie bedeutet so viel wie Konzentrationsschwäche oder Müdigkeit, die durch die häufige Teilnahme an Videokonferenzen und virtuellen Meetings ausgelöst wird.

Der virtuelle Austausch boomt

Corona und die Verbannung vieler Mitarbeiter ins Homeoffice haben dazu geführt, dass Videokonferenzen, Online-Meetings, Video-Chats und Webinare  einen enormen Auftrieb erfahren haben. Sie sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Als virtuelle Alternative zu physischen Präsenz-Meetings gelten sie als gute Möglichkeit, um Besprechungen durchzuführen. So läuft in vielen Unternehmen der allmorgendliche Austausch mit den Kollegen nur noch virtuell ab. Und auch für Kunden- und Lieferantengespräche setzt man sich vor den Bildschirm.
Die gute Absicht, auf diese Weise Nähe und Kontakt wenigstens über den Bildschirm aufrechtzuerhalten, hat mittlerweile jedoch einen negativen Effekt ausgelöst: Immer mehr Menschen zeigen physische und psychische Belastungssymptome.

Videokonferenzen als Quelle der Ermüdung

Fakt ist, dass regelmäßig durchgeführte virtuelle Konferenzen für viele  Teilnehmende belastend sind. Das haben wissenschaftliche Untersuchungen bereits festgestellt. Neben Konzentrationsmangel werden Gereiztheit und Ungeduld als typische negative Begleiterscheinungen von Online-Konferenzen genannt. Als physische Symptome treten vermehrt Kopf- und Rückenschmerzen auf.  

4 Gründe für Belastungen durch digitale Meetings

1. Technische Unzulänglichkeiten bereiten Stress

Wenn Sie häufig an Online-Meetings teilnehmen, werden Sie festgestellt haben, dass die Ton- und Bildqualität nicht immer zum Besten bestellt sind. Unterbrochene Verbindungen, verzerrte Stimmen, gepixelte Fotos, ein Mikrofon, das zwischendurch „streikt“: Das sind keine guten Voraussetzungen für ein entspanntes Gespräch. Im Gegenteil- Sie werden eher widerwillig und gereizt vor Ihrem Bildschirm sitzen und hoffen, dass das Gespräch bald ein Ende hat.

2. Verändertes Kommunikationsverhalten macht unsicher

Eine Videokonferenz ist mit einer realen Begegnung nicht zu vergleichen. Gestik und Mimik, die im persönlichen Kontakt eine wichtige Rolle spielen und auch ohne Worte Botschaften vermitteln, verlieren hier komplett an Bedeutung. Die Körpersprache ist im digitalen Meeting so gut wie gar nicht mehr zu erkennen. Das kann zu Irritationen und Belastungen führen.

3. Privates Umfeld belastet die Kommunikation  

Das Arbeiten im häuslichen Wohnzimmer verschafft den anderen Teilnehmern einen Einblick in Ihre Privatsphäre. Zusätzlich kann durch andere in der Wohnung lebende Personen Unruhe entstehen, was sich negativ auf Ihre Konzentration auswirkt und zur Ablenkung führt.      

4. Körperliche und emotionale Beeinträchtigungen führen zu Demotivation

Menschen, die monatelang in ihrem Homeoffice ihrer Arbeit nachgehen, verbringen die meiste Zeit vor dem Bildschirm, im besten Fall in ihrem Arbeitszimmer. Viele nutzen jedoch andere Räume der Wohnung mit nicht immer ergonomischen Möbeln. Da ist es nur eine Frage der Zeit,  bis sich körperliche Beschwerden einstellen und die Motivation sinkt.

Der begrenzte Raum der Wohnung und das Wissen, dass die Pandemie noch lange das berufliche und private Leben bestimmen wird, bereiten Ängste, Stress und eine allgemeine Müdigkeit. Diese emotionale Belastung kann sich auf die Arbeit auswirken.  

Häufige digitale Meetings machen müde

Selbstverständlich gab es auch schon vor der Corona-Pandemie virtuelle Konferenzen für Teambesprechungen und Einzelgespräche. Der rasante Anstieg ist jedoch für viele mittlerweile ein Problem geworden. Sie vermissen den direkten Kontakt und den kurzen Plausch mit den Kollegen.

Was Sie gegen Zoom Fatigue tun können - 10 Tipps für weniger Belastung beim Online-Meeting

1. Tipp: Legen Sie eine Tagesordnung fest

Je länger eine Konferenz durchgeführt wird, desto mehr Konzentration wird von den Teilnehmern gefordert. Eine Tagesordnung für alle legt fest, was von jedem erwartet wird, welche Themen die Sitzung beinhaltet und wie lange sie dauert. Achten Sie auf die strikte Einhaltung, beginnen Sie pünktlich und enden Sie nach Plan.   

2. Tipp: Begrenzen Sie die Dauer des Meetings

Wenn möglich, planen Sie für das Meeting einen Zeitraum von maximal 45 Minuten ein.

3. Tipp: Halten Sie Pausen bei längeren Konferenzen ein

Virtuelle Meetings, die über mehrere Stunden gehen, sind besonders belastend. Um die Aufmerksamkeit der Teilnehmer möglichst lange hochzuhalten, führen Sie kürzere Pausen von etwa 10 bis 15 Minuten durch.

4. Tipp: Nutzen Sie die Möglichkeit, das Video optional auszuschalten

Es ist nicht immer erforderlich, dass ein Video die ganze Zeit läuft. Bei Besprechungen mit festen Teilnehmern kann das notwendig und sinnvoll sein. Schulungssitzungen, bei denen oft passiv zugeschaut wird und weniger Aktivität stattfindet, sollten die Möglichkeit bieten, das Video auszuschalten. Kritiker werden vielleicht einwenden, dass damit die Aufmerksamkeit schwindet und jeder sich nebenher mit anderen Dingen beschäftigt. Es ist jedoch ein Trugschluss zu glauben, dass die permanente Präsenz aller auch das Engagement jedes Einzelnen erhöht.   

5. Tipp: Blenden Sie Ihr eigenes Video aus

Permanent sich selbst auf dem Bildschirm zu sehen, kann für den ein oder anderen zu Unkonzentriertheit führen. Wer die Möglichkeit hat, auf den eigenen Gesichtsausdruck, seine Kleidung und sein Aussehen zu achten, wird vielleicht abgelenkt. Was sich negativ auf die Qualität des Gesprächs auswirken kann. Bei analogen Gesprächen sehen Sie schließlich auch nicht sich selbst, sondern nur den anderen Gesprächspartner.

Dieses Problem lässt sich leicht lösen. Sie wählen die  Funktion „mich verbergen“ bei Ihrem Videotool und schon sehen Sie sich nicht mehr selbst. Ihr Gesprächspartner sieht Sie allerdings sehr wohl.

6. Tipp: Wechseln Sie die Bildschirmansicht

Während einer Konferenz permanent auf einen Bildschirm mit vielen Gesichtern zu schauen, kann ebenfalls ein Störfaktor sein. Angenehmer ist es, nur eine Person im Blick zu haben. So fällt es Ihnen leichter, sich zu konzentrieren. 

7. Tipp: Stellen Sie sicher, dass die technische Ausstattung funktioniert

Sorgen Sie dafür, dass Ihre Soft- und Hardware für das digitale Meeting geeignet ist. Erst wenn Kommunikationstool, Webcam und Headset kompatibel sind, ist ein reibungsloser Austausch möglich.

8. Tipp: Erstellen Sie schriftliche Aufzeichnungen

Sie können Ihre Konzentration und Aufmerksamkeit fördern, wenn Sie während des Gesprächs Notizen machen. Außerdem behalten Sie so das Gesagte besser in Erinnerung.   

9. Tipp: Prüfen Sie, ob ein digitaler Austausch notwendig ist

Nicht alle Besprechungen erfordern ein persönliches Gespräch. Manchmal reicht auch ein Anruf aus. Dieser kann im Übrigen auch von jedem Ort angenommen werden und erhöht damit die Flexibilität. Ein Telefongespräch bietet noch einen weiteren Pluspunkt: Man muss sich nicht besonders kleiden oder schminken. 

10. Tipp: Planen Sie zwischen mehreren Meetings Pausen ein   

Wenn ein Online-Meeting nach dem anderen im Terminkalender steht, erhöht das den zeitlichen Druck. Sinnvoll ist es, wenn Sie zwischen zwei Konferenzen eine mindestens 10-minütige Pause einplanen. So können Sie mit dem gerade geführten Gespräch abschließen und mit neuer Energie in das nächste einsteigen.  

Die Corona-Pandemie hat als Nebeneffekt dazu geführt, dass immer mehr Menschen wegen der Zunahme digitaler Konferenzen unter einem Phänomen leiden, für dass es mittlerweile eine eigene Wortschöpfung gibt. Mit den oben beschriebenen Folgen. Es gibt jedoch eine Vielzahl an geeigneten Maßnahmen, sich vor Zoom Fatigue zu schützen und die Belastungen digitaler Konferenzen wenigstens ein wenig zu reduzieren.

Bild: Lillia Seifert
Lillia Seifert (21 Artikel)

Lillia Seifert hat Anglistik und Soziologie studiert und befindet sich derzeit im Masterstudium der Interdisziplinären Medienwissenschaft an der Universität Bielefeld. Sie veröffentlichte bereits eigene Texte und arbeitete als Social Media Managerin. Mit ihren Kenntnissen aus den verschiedenen Bereichen gelingt ihr das multiperspektivische Arbeiten mit Themen besonders gut. Auf karrieretipps.de kann sie ihre Kompetenzen im kreativen Umgang mit informativen Texten ideal einsetzen.

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