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Work-Life-Balance: Wie wichtig ist es den verschiedenen Generationen?

Work-Life-Balance: Wie wichtig ist es den verschiedenen Generationen?
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Anastasia Johlen am 22.11.2021 | 0 Kommentare
Inhalt:
  1. Generationen im Überblick: Wer ist Generation X, Y, Z?
    1. Generation Babyboomer
    2. Generation X
    3. Generation Y
    4. Generation Z
  2. Was ist Work-Life-Balance?
  3. Work-Life-Balance: Im Vergleich durchschnittlich weniger Überstunden pro Woche
  4. Jüngere Generationen bewirken Wertewandel in der Arbeitswelt
  5. Überblick: Die Generationen in der Arbeitswelt
    1. Generation Babyboomer
    2. Generation X in der Arbeitswelt
    3. Generation Y in der Arbeitswelt
    4. Generation Z in der Arbeitswelt
  6. Herausforderung der verschiedenen Generationen in der Arbeitswelt
  7. Welche Veränderung bringt die Generation Y in die Arbeitswelt?
  8. Weshalb unterscheidet sich die Millennials zu ihren Vorgängern?
  9. Was erwartet der Arbeitsmarkt in Zukunft?

Jede Generation ist von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ereignissen geprägt, dadurch entstehen unterschiedliche Werte und auch andere Ansprüche an das Arbeitsleben. Bei den jüngeren Generationen wird die Forderung nach einem Ausgleich zwischen Berufs-und Privatleben immer lauter. Waren Überstunden für die ältere Generation normaler Arbeitsalltag, ist es in den Augen der jüngeren Generationen nicht selbstverständlich. Wie stehen die verschiedenen Generationen zur Work-Life-Balance? Was für Ansprüche stellen die jungen Menschen und zukünftigen Arbeitnehmer an die Arbeitswelt?

Generationen im Überblick: Wer ist Generation X, Y, Z?

Der Begriff Generationen kann leicht in die Verwirrung führen, weshalb eine Definition der verschiedenen Jahrgänge sinnvoll ist. Mit jeder Generation ist eine bestimmte Gruppe von Menschen gemeint, relevant für die Einordung sind die Geburtsjahrgänge. Eine klare Definition der Generationen ist oftmals schwierig und nicht eindeutig, je nach Quelle können sich die Grenzen unterscheiden.

Generation Babyboomer

Bezeichnet die Menschen, welche zwischen 1955 und 1969 geboren wurden. Es handelt sich um die geburtsstärksten Jahrgänge nach Ende des zweiten Weltkrieges. Sie stehen für Idealismus, Erfolg und Liberalismus, geprägt durch den Wirtschaftsaufschwung in Deutschland. Arbeit steht im Mittelpunkt und Ziel ist es eine persönliche Karriere zu machen, weshalb der Begriff „Workaholic“ von diese Generation stark geprägt wurde.

Generation X

Als Generation X werden die Menschen bezeichnet, welche zwischen 1965 und 1980 zur Welt gekommen sind. Es gibt keine klare Grenze zwischen der Generation Babyboomer und Generation X, deshalb kommt es zur Überlappung einiger Geburtsjahre. Diese Generation sind vor allem Senior- und C-Level Fachkräfte.

Die Generation X wächst mit der Wirtschaftskrise auf und gilt als besonders ehrgeizig und ambitioniert. Das hängt wohl damit zusammen, dass ein guter Job aufgrund der vorherigen geburtsstarken Jahrgänge eher Mangelware ist. Einen guten Arbeitsplatz zu finden, war nicht einfach.

Im Gegensatz zu den Babyboomern gilt Arbeit eher als Mittel zum Zweck, oberes Ziel der Generation X ist ein materiell abgesichertes Leben zu erarbeiten. Persönliche Karriere und Wertschätzung sind eher weniger relevant.

Generation Y

Mit der Generation Y gewinnt die Bezeichnung „Work-Life-Balance“ immer mehr an Bedeutung. Als Generation Y werden die Jahrgänge von 1980 bis 2000 bezeichnet.  Die Generation Y wird auch als Generation Why (deutsch: Generation Warum?) bezeichnet, da diese Generation Verhältnisse und Vorstellungen, welche bisher als selbstverständlich galten, in Frage stellt.

Internet, Technikboom und die Globalisierung prägen diese Generation und sorgen für weltweite Veränderungen. Die Generation Y wird auch als Millennials oder ab 1995 Digital Natives bezeichnet.

Bei keinen vorherigen Generationen war das Bildungsniveau so hoch, wie bei Generation Y. In Bezug auf das Arbeitsleben stehen bei dieser Generation Freude und persönliche Interessen im Vordergrund. Die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit verwischen immer mehr.

Die Altersabgrenzung zwischen Generation Y und Z ist stark umstritten. Viele Quellen sehen ein Ende der Generation Y mit dem Jahr 1994, andere bei 1999.

Generation Z

Diese Generation ist die Zukunft des Arbeitsmarktes und befindet sich noch in der Ausbildung oder beruflichen Anfängen. Trotzdem nimmt diese Generation durch ihre Erwartungen an die Arbeitswelt Einfluss auf die Entwicklungen im Berufsleben.

Generation Z ist auch bekannt als „Generation YouTube“, da die Jahrgänge zwischen 1995 und 2015 mit der Digitalisierung und ihren Vorzügen aufwachsen. Für diese Generation ist fast alles möglich, die Welt steht ihnen offen, das Reisen nach dem Abitur und Work-and-Travel sind sehr beliebt. Auch bei Generation Z ist nicht ganz schlüssig, wo die Grenze liegt, also wann diese endet und eine neue Generation beginnt.

Anders als die vorherige Generation wünscht sich Generation Z wieder eine strikte Trennung von Arbeits- und Privatleben. Work-Life-Balance hat eine sehr große Bedeutung, Wochenendarbeit und Überstunden sind ein No-Go für Generation YouTube. Selbstfindung und verschiedene Jobs sind keine Seltenheit, ausprobieren und schauen, wohin der Weg geht, typisch für Generation Z.

Für die jüngeren Generationen gilt, dass die Abgrenzung der Jahrgänge oftmals nicht eindeutig zugeordnet werden kann und können je nach Quelle unterschiedlich ausgelegt werden. Einige Forscher sprechen bereits von der Generation α, welche die Jahre 2010-2024 umfasst.

Was ist Work-Life-Balance?

Im Allgemeinen geht es um die Balance zwischen Arbeit und Privatleben. Für viele Arbeitnehmer ist es nicht einfach, Beruf und Privatleben zu trennen- das führt zu Stress, Krankheit und Vernachlässigung von einem der Bereiche. Immer mehr Unternehmen erkennen das Problem und versuchen mit einer gesunden Work-Life-Balance entgegenzuwirken.

Work-Life-Balance bezeichnet also die Lösungen am Arbeitsplatz, um Beruf und Familie miteinander vereinbaren zu können. Die Realisierung dieser Balance stellt sich in der Praxis im Berufsalltag oft als schwierig heraus, unter anderem durch die unterschiedlichen persönlichen Ansprüche und Erwartungen der Mitarbeiter. Weiterhin muss der Arbeitgeber prüfen, inwiefern er Work-Life-Balance realisieren kann, denn je nach Branche und Arbeitszeitenmodell gestaltet sich die Umsetzung unterschiedlich.

Der Begriff Work-Life-Balance steht immer wieder in der Kritik, da die Bezeichnung oftmals für Verwirrungen und Missverständnisse sorgt: Das Arbeiten stellt einen Teil des Lebens dar und es handelt sich nicht, wie mit dem Begriff impliziert, um einem dem Leben gegenüberstehenden Bereich.

Work-Life-Balance: Im Vergleich durchschnittlich weniger Überstunden pro Woche

Fachkräfte kommen in ihrer gesamten Berufslaufbahn auf 9655 Überstunden, bei Führungskräften sind es sogar 15.390 Stunden.  Viele Arbeitnehmer können ihre Überstunden nicht ausgleichen und arbeiten somit 13 Monate ihrer Karriere umsonst. Jedoch nimmt die Zahl der Überstunden ab: Durchschnittlich verrichten Frauen 2,2 Überstunden und Männer 3,7 Überstunden pro Woche. Vor etwa zehn Jahren lag dieser Durchschnitt noch bei 6,5 Stunden pro Woche. Diese Entwicklung ist auch dem Wunsch nach mehr Work-Life-Balance zuzuschreiben.

Jüngere Generationen bewirken Wertewandel in der Arbeitswelt

Ein Wandel der Arbeitswelt kann nicht verleugnet werden, immerhin treffen verschiedene Generationen und unterschiedlichen Ansichten aufeinander. Die Generation X sowie die Babyboomer legen ihren Fokus auf materielle Sicherheit, hingegen konzentrieren sich die anderen Generationen eher auf Erlebnisse, das Erleben in Form von Reisen und Entdecken anderer Länder.

Ganz nach dem Motto „Arbeitszeit ist Lebenszeit“ – Arbeit soll erfüllend sein und die persönlichen Interessen abdecken sowie bei der persönlichen Weiterentwicklung unterstützen. Nicht der Job mit dem meisten Geld ist relevant, sondern der Job, der am besten zu der Person passt.

Studien zeigen, dass sich die Arbeitswelt aufgrund der Generation Z und darauf folgenden Generationen noch stärker verändern wird.

Überblick: Die Generationen in der Arbeitswelt

Da jede Generation von anderen Ereignissen geprägt ist, haben sie auch verschiedene Ansichten und Ansprüche an die Arbeitswelt. Wie bereits erwähnt, prägen insbesondere die jungen Generationen den Arbeitsmarkt und verändern diesen- auch in Zukunft wird es wohl noch stärkerer Einschnitte geben. Wie sich die Arbeitswelt bereits gewandelt hat, lässt sich anhand der Generationen in der Arbeitswelt sehr gut erkennen. Im Folgenden finden Sie die vier Generationen und ihre Bedeutung und Charakteristika für die Arbeitswelt.

Generation Babyboomer

  • älteste Generation in der Arbeitswelt
  • vorsichtig im Umgang mit Geld
  • starke Geburtsjahre: größere Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt
  • starke Durchsetzungsfähigkeit
  • Wunsch nach Beständigkeit, erkennbar durch starke Leistungsorientierung
  • Wohlstandssituation
  • Geprägt vom deutschen Wirtschaftswunder
  • Optimismus in der Gesellschaft

Generation X in der Arbeitswelt

  • werden als „beste Arbeitskräfte“ oder „Umsatzgarant“ bezeichnet
  • zielstrebig
  • ergebnisorientiert
  • materielle Sicherheit steht im Fokus
  • Arbeit als Mittel zum Zweck
  • geprägt von beruflicher und gesellschaftlicher Unzufriedenheit
  • geringes Jobangebot als Auswirkung der Wirtschaftskrise
  • Arbeitsumfeld wird wichtiger
  • leichtes Streben nach beruflicher Erfüllung

Generation Y in der Arbeitswelt

  • sogenannte „Arbeitsplatz Spezialisten“
  • unabhängige Arbeiter
  • geprägt von Globalisierung und Digitalisierung
  • Wunsch nach Vernetzung und Partizipation durch Internet und soziale Medien
  • Wissen genau was sie wollen
  • Streben nach Unabhängigkeit und Selbstbestimmung
  • Wandel: stärkere Bedeutung von persönlichem Erfolg und Karriere
  • legen viel Wert auf Freizeit, scheuen sich aber auch nicht vor Arbeit
  • sehr ehrgeizig und wissbegierig, wenn Arbeit Spaß macht
  • Arbeitsweise ist selbstständig und flexibel
  • Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verwischen

Generation Z in der Arbeitswelt

  • wird auch als Digital Natives bezeichnet
  • Besonders technisch versiert
  • Gründung, Selbstständigkeit
  • motiviert und neugierig
  • offene Arbeitsweise
  • kreative Problemlösung
  • wünscht sich eine strikte Grenze zwischen Arbeit & Privatleben

Diese Kategorisierung sind lediglich Orientierungshilfen, um das Verhalten einer Person auf Grundlage ihrer Generation zu verstehen und nachzuvollziehen. Natürlich müssen nicht alle Merkmale auf eine Person dieser Generation zutreffen oder auch gar keine – hierbei geht es um die Kategorisierung der Altersgruppen und die Bildung von Stereotypen.

Herausforderung der verschiedenen Generationen in der Arbeitswelt

Es ist unverkennbar, dass die Generationen verschiedene Ansprüche und Einstellungen haben. Deshalb gestaltet sich das Unterbringen dieser verschiedenen Bedürfnisse im Joballtag oft als schwierig und ist eine Herausforderung für die Unternehmen. Es prallen verschiedene Ängste, Erwartungen und Arbeitsweisen aufeinander – der Arbeitgeber muss für diesen Generationen-Mix eine entsprechende Lösung finden.

Schwierigkeiten können hierbei auftreten, da insbesondere ältere Generationen in Führungspositionen tätig sind und die Wünsche und Erwartungen der jüngeren Generationen nicht nachvollziehen. Deshalb ist es für Unternehmen sehr wichtig, sich speziell auf die jüngeren Generationen auszurichten, dabei können Fortbildungen und Weiterbildung hilfreich sein. Als Arbeitgeber müssen Sie sich auf Bedürfnisveränderungen einstellen, auch wenn es Ihnen als Vertreter einer anderen Generation schwierig fällt.

Welche Veränderung bringt die Generation Y in die Arbeitswelt?

Für die Zufriedenheit der Generation Y sind etwa Vergütung, kollegiales Arbeitsumfeld, Standort, Karrieremöglichkeit und Work-Life-Balance sowie berufliche Weiterbildung relevant.

Die jungen Menschen der Generation Y haben viel Potenzial, aufgrund ihres hohen Bildungsniveaus und Wissen in Sachen Internet, neuer Technologien und Medien. Sie zählen zu beliebten Bewerbern und können oftmals aus verschiedenen Job-Angeboten wählen, da die Millennials kaum Mitbewerber haben und dies zu Fachkraftmangel führt. Durch diesen Wettbewerb hat die Generation Y mehr Forderungen an ihren potenziellen Arbeitgeber zu stellen, weshalb sich immer mehr Unternehmen an die Ansprüche und Bedürfnisse dieser Generation anpassen.

Bei dem War for Talents müssen sich Unternehmen einfach anpassen und zum Beispiel für lockere Hierarchien und ein positives Arbeitsklima sorgen. Ebenfalls sind individuelle Arbeitsmodelle und flexible Arbeitszeiten ein Muss für die Millennials.

Weshalb unterscheidet sich die Millennials zu ihren Vorgängern?

Fakt ist, dass die Millennials und Digital Natives in einer ganz anderen Welt aufgewachsen sind, als die vorherigen Generationen. Eine Welt geprägt vom demographischen Wandel, Digitalisierung und Gleichberechtigung. Die Rolle der Frauen in der Gesellschaft und die Stellung des Kindes innerhalb der Familie haben sich im Vergleich zu früheren Generationen sehr stark verändert. Die Generation Y ist anders aufgewachsen und wurde als Kind vielmehr in das Leben einbezogen und lernte eigene Entscheidungen zu treffen. Deshalb möchte die Generation Y auch bei ihrem Job und dessen Arbeitsbedingungen mitreden.

Was erwartet der Arbeitsmarkt in Zukunft?

Viele Unternehmen haben sich bereits an die Anforderungen der Generation Y angepasst, aber in Zukunft werden auch bald die jüngeren Generationen den Arbeitsmarkt betreten. Deshalb steht Arbeitgebern eine erneute Umstrukturierung bevor, denn die Generation Z ist mittlerweile in dem Alter, in denen Studium oder eine Berufsausbildung abgeschlossen sind. Wie sich die Arbeitswelt weiterhin verändert, wird sich in den nächsten Jahren zeigen.

Generation Y ist eine junge Generation, die eine Kindheit noch ohne Smartphone erlebte und sich aktuell in der Phase großer Veränderungen befindet: Berufseinstieg, Karriereplanung, Familiengründung, Eigenheim und die Frage nach dem sesshaft werden.

Bild: Anastasia Johlen
Anastasia Johlen (69 Artikel)

Anastasia Johlen hat Germanistische Sprachwissenschaften und Literaturwissenschaften in Paderborn studiert. Während ihres Studiums hat sie bereits in journalistischen Redaktionen als freie Mitarbeiterin gearbeitet. Moderationen, Nachrichten und Artikel: alles kein Problem. Texten war schon immer ihre Leidenschaft. Auf karrieretipps.de ist sie für den Bereich rund um Berufseinstieg, Büroalltag und Work-Life-Balance zuständig.

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