- Platz 1: Niederlande
- Platz 2: Dänemark
- Platz 3: Frankreich
- Platz 4: Belgien
- Platz 5: Norwegen
- Platz 6: Schweden
- Platz 7: Österreich
- Platz 8: Deutschland
- Platz 9: Neuseeland
- Platz 10: Malta
Die Work-Life-Balance zählt mittlerweile zu einem wesentlichen Bestandteil des Berufsleben. Nicht nur in Deutschland ist der Ausgleich zwischen Berufs- und Privatleben ein zunehmend wichtiges Thema, sondern weltweit. Bei Work-Life-Balance handelt es sich um eine faire Aufteilung zwischen Beruf und Freizeit. Das Privatleben kann mit Familienzeit und Freundschaften gefüllt werden, ebenso steht Ihre Persönlichkeit und Ihr Wohlbefinden im Vordergrund. Die Bedeutung einer guten Work-Life-Balance liegt in der Notwendigkeit zu erkennen, dass Arbeitnehmer mehr sind, als nur Geldverdiener. Für eine entsprechende Work-Life-Balance können Arbeitgeber sorgen, indem sie ausreichend bezahlten Urlaub gewähren, ihren Mitarbeitern flexible Arbeitszeiten anbieten und Familienveranstaltungen und -aktivitäten organisieren. Eine gesunde Work-Life-Balance ist für die Gesundheit der Mitarbeiter unerlässlich. Aber in welchem Land sind Privatleben und Berufsleben am einfachsten miteinander zu verbinden? In wie Fern erhalten Arbeitnehmer Unterstützung durch Arbeitgeber oder dem Land? In welchen Ländern existiert eine durchschnittlich niedrige Wochenarbeitszeit?
Top 10 der Länder mit einer guten Work-Life-Balance
Platz 1: Niederlande
Vielleicht ist es der großartige Zustand der Wirtschaft, der es Arbeitnehmern erlaubt, 2,3 Stunden weniger pro Woche zu arbeiten als der globale Durchschnitt der Vollzeitstellen (42 Stunden vs. 44,3 Stunden). Zusätzlich kommen 20 Urlaubstage pro Arbeitsjahr hinzu und extrem großzügige Elternurlaubsrichtlinien. Tatsächlich sind rund drei Viertel mit ihrer Work-Life-Balance und ihren Arbeitszeiten in den Niederlanden zufrieden. Die Holländer verbringen im Schnitt 16 Stunden ihrer Woche mit Essen, Hobbys und Freizeit. Es ist auch in den Niederlanden typisch einen Doppelverdiener-Haushalt zu führen, jedoch ist es typisch, dass beide Geschlechter in Teilzeit arbeiten. In Deutschland ist das eher eine Seltenheit.
Platz 2: Dänemark
Dänemark gleicht das Gehalt mit den Lebenshaltungskosten gut ab, und die durchschnittliche tägliche Arbeitszeit (6,6 Stunden pro Tag) ist weitaus weniger als die Freizeitstunden (8,8 pro Tag). Laut einigen Ergebnissen soll es auch das beste Land der Welt sein, um Kinder großzuziehen. Sowohl Mütter als auch Väter haben Anspruch auf 23 Wochen Elternurlaub, und Mütter erhalten vier Wochen mehr Urlaub vor dem erwarteten Geburtsdatum.
Mit nur 39,7 Stunden pro Woche (gegenüber 44,3 Stunden weltweit) haben Arbeitnehmer, die in Dänemark Vollzeit arbeiten, die kürzeste Arbeitswoche unter den Top 10 Ländern mit einer guten Work-Life-Balance. Tatsächlich bewerten mehr als drei Viertel der in Dänemark arbeitenden Expats ihre Work-Life-Balance positiv (76%), verglichen mit drei von fünf weltweit (60%). Dennoch liegt ihre allgemeine Arbeitszufriedenheit (62%) knapp unter dem globalen Durchschnitt (64%).
Platz 3: Frankreich
Das Land von Croissants & Baguette schätzt nicht nur gutes Gebäck, sondern auch eine gute Work-Life-Balance. Mit 8,9 Stunden Freizeit liegt es knapp hinter Dänemark. Im Jahr 2017 führte Frankreich auch ein Gesetz ein, das den Arbeitnehmern das "Recht einräumt, sich von E-Mails außerhalb der Geschäftszeiten zu trennen".
Platz 4: Belgien
Haben Sie das Gefühl, dass Ihre Arbeit viel zu sehr in Ihr Privatleben eindringt? In Belgien ist das anders: Die Arbeitnehmer genießen hier durchschnittlich 8,6 Stunden Freizeit pro Tag - was ihre 7,4-Stunden-Arbeitstage übertrifft. Die Einheimischen legen großen Wert auf eine qualitativ hochwertige Familienzeit, indem sie jeden Abend pünktlich zum Abendessen nach Hause kommen und einen ganzen Monat Urlaub im Sommer nehmen, der mit den Schulferien zusammenfällt.
Platz 5: Norwegen
Drei Viertel der Einwanderer in Norwegen sind sehr zufrieden mit ihrer Work-Life-Balance und ihren Arbeitszeiten. Tatsächlich verbringen sie nur durchschnittlich 42,9 Stunden pro Woche bei der Arbeit, was 1,4 Stunden weniger ist als Berufstätige in Vollzeitarbeitsplätzen weltweit (44,3 Stunden). Daher ist es nicht verwunderlich, dassmehr als die Hälfte der Auswanderer glauben, dass sie in Norwegen mehr verdienen als in einem ähnlichen Job in ihrem Heimatland. Dies liegt nicht nur weit über dem globalen Durchschnitt (51%), sondern auch über dem höchsten Anteil unter den Top 10 Ländern mit einer guten Work-Life-Balance.
Doch es scheint immer noch nicht genug zu sein: 71 Prozent der Expats bewerten die Lebenshaltungskosten in Norwegen negativ (gegenüber 35% weltweit), so dass deutlich wird, warum 21 Prozent angeben, dass ihr verfügbares Haushaltseinkommen nicht alles abdeckt, was sie im täglichen Leben brauchen.
Platz 6: Schweden
Die Schweden sind zu beneiden, ihr Arbeitsleben ist einer der Hauptgründe. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Gleichstellung von Frauen und Männern: Das sind weitere Punkte wieso die skandinavischen Länder und besonders Schweden Vorreiter in Sachen Beruf & Familie sowie Gleichberechtigung sind. Auch in Schweden ist eine längere Elternzeit, als in Deutschland, üblich. Auswanderer in Schweden scheinen ein gutes Arbeitsleben zu genießen, da sie überdurchschnittliche Zufriedenheit mit mehreren Faktoren berichten: Fast sieben von zehn (69%) sind mit ihrer Work-Life-Balance zufrieden, und mehr als drei Viertel (77%) sind mit ihren Arbeitszeiten zufrieden.
Und das Arbeitsleben in Schweden gestaltet sich ebenfalls „benutzerfreundlich“: Zuerst gibt es Fika, einen Kaffee am späten Vormittag gepaart mit Gebäck, das genießen die Arbeitnehmer jeden Tag gegen 11 Uhr. Diese Tradition, gepaart mit 16 Monaten bezahltem Familienurlaub und satten 14 Feiertagen pro Jahr, machen das Land für Arbeitgeber und Familien sicherlich attraktiv. Jedoch sind die Lebensunterhaltungskosten und Steuern in Schweden höher, als in Deutschland.
Platz 7: Österreich
Viele Büros in Österreich haben einen 8-5 Stunden-Arbeitstag - mit Ausnahme von Freitagen, an denen die Mitarbeiter ermutigt werden, um 15.00 Uhr nach Hause zu gehen. Abgesehen von den "Sommerfreitagen" ist das Land auch für Menschen, die umziehen wollen, eines der besten der Welt; einer aktuellen Studie zufolge gaben 80 Prozent der Auswanderer in Österreich an, dass sich ihre Work-Life-Balance seit ihrem Umzug verbessert hat (verglichen mit dem globalen Durchschnitt von 53 Prozent). Vielleicht spielt auch der epischen Alpenblicke eine entscheidende Rolle bei der positiven Wahrnehmung von Work-Life-Balance.
Platz 8: Deutschland
Die Bundesregierung hat mehrere Vorschriften erlassen, um sicherzustellen, dass sich die Bürger nicht selbst überlasten. Das deutsche Ladenschlussgesetz regelt streng, wann Geschäfte jeden Tag öffnen und schließen, wobei die meisten Orte gegen 18 Uhr schließen und sonntags überhaupt nicht öffnen. Und nach dem Arbeitszeitgesetz dürfen Sie nicht mehr als 48 Stunden pro Woche einplanen - auch nicht an Sonn- und Feiertagen. In Deutschland verbringen die Arbeitnehmer durchschnittlich 15,6 Stunden pro Tag mit Freizeit; das heißt Schlafen, Essen und Aktivitäten. Jedoch arbeiten hierzulande auch 4,6 Prozent der Arbeitnehmer mehr als 50 Stunden pro Woche, das sind etwa sechs Stunden mehr als der globale Schnitt.
Platz 9: Neuseeland
Die meisten Auswanderer zieht es auf Grund einer besseren Lebensqualität und nur sechs Prozent aus beruflichen Gründen nach Neuseeland, damit ist klar, dass die Arbeit dort nicht erste Priorität ist: Nur 73 Prozent der Einwanderer im Land arbeiten Vollzeit, was der geringste Anteil unter den Top-10 und zehn Prozentpunkte weniger als im globalen Durchschnitt (83%) ist.
Darüber hinaus verbringen diejenigen, die Vollzeit arbeiten, genau zwei Stunden weniger im Büro als im globalen Durchschnitt (42,3 Stunden vs. 44,3 Stunden). Vielleicht ist das einer der Gründe, warum genau drei Viertel der in Neuseeland arbeitenden Einwanderer generell mit ihrer Work-Life-Balance und ihren Arbeitszeiten zufrieden sind. Obwohl die Arbeitnehmer in Neuseeland nicht überlastet sind und ein gefülltes Arbeits-Stundenkonto haben, bekommen sie mit einem Bruttojahreseinkommen von mehr als 150.000 USD pro Jahr, das höchste unter den Top 10 der vorgestellten Länder. Dies könnte dazu beitragen, dass 89 Prozent mit ihrem Leben im Ausland, in Neuseeland, zufrieden sind, was sie vielleicht sogar zu den glücklichsten Auswanderern weltweit macht.
Platz 10: Malta
Ähnlich wie in Neuseeland ist der am häufigsten genannte Grund für die Übersiedlung nach Malta eine bessere Lebensqualität, während nur 15 Prozent arbeitsbedingte Gründe nennen. Darüber hinaus sind rund drei Viertel der Einwanderer in Malta vollzeitbeschäftigt, der zweitkleinste Anteil von den zehn hier vorgestellten Ländern nach Neuseeland. Im Gegensatz zu Neuseeland verbringen die Vollzeitbeschäftigten jedoch 43,9 Stunden pro Woche bei der Arbeit, was nur leicht unter dem globalen Durchschnitt liegt. Dennoch berichten Arbeitnehmer in Malta über eine überdurchschnittliche Zufriedenheit mit der Arbeitszeit und der Work-Life-Balance. Das verfügbare Haushaltseinkommen ist mehr als ausreichend, um alles zu decken, was für das tägliche Leben benötigt wird. Drei Viertel der Arbeiter in Malta sind mit ihrem Job zufrieden - dies ist der höchste Anteil unter den vorgestellten Ländern, zusammen mit Neuseeland.
Die Nachbarländer von Deutschland zeigen der Welt, wie Arbeit und Freizeit miteinander vereinbar sind und welche Aspekt für eine gute Work-Life-Balance sorgen können. Das Ranking basiert unter anderem auf einer Studie (von OECD) und orientiert sich zusätzlich am Arbeitsaufwand, das heißt der Arbeitszeit pro Tag oder Woche und der Zeit für private Beschäftigungen. Aber nicht nur die Arbeitszeit spiel in diesem Ranking eine Rolle, sondern auch die gesamte Verbindung von Beruf & Privatleben sowie die Regelung des Arbeitgebers und vom Land. So zum Beispiel bieten die skandinavischen Länder eine gute Vereinbarkeit vom Elterndasein und dem Berufsleben, etwa durch längere Elternzeit für Mütter und Väter. Es ist sicherlich schwierig ein verallgemeinertes Ranking für die Länder mit der besten Work-Life-Balance zu bestimmten, da jeder individuelle Ansprüche und Vorstellungen von einer ausgewogenen Work-Life-Balance hat, abhängig von Alter und den Lebensumständen.