karrieretipps.de Karriere Vorstellungsgespräch absagen: So formulieren Sie richtig!

Vorstellungsgespräch absagen: So formulieren Sie richtig!

Vorstellungsgespräch absagen: So formulieren Sie richtig!
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Lillia Seifert am 29.07.2020 | 0 Kommentare
Inhalt:
  1. Vorstellungsgespräch absagen – ist das unprofessionell?
  2. Wann ist von einer Absage des Vorstellungsgespräches abzuraten?
  3. Gründen für eine Absage des Vorstellungsgespräches
    1. Mögliche Konsequenzen der Absage eines Vorstellungsgespräches
  4. Absage eines Vorstellungsgespräches richtig formulieren!
  5. Drei Schritte zur Absage eines Vorstellungsgespräches
    1. 1.    Schritt: Rechtzeitig absagen!
    2. 2.    Schritt: Absage gut begründen!
    3. 3.    Schritt: Im Guten auseinandergehen!
  6. Vorstellungsgespräch per E-Mail absagen: Beispiel
  7. Termin zum Vorstellungsgespräch verschieben – so klappt's!

Sie haben sich auf einen neuen Job beworben und die Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten, können oder möchten jedoch absagen? Das ist erst einmal unangenehm, allerdings kommt es aus unterschiedlichen Gründen immer wieder vor. Eins ist klar: Sie sollten sich in Ihrer Entscheidung wirklich sicher sein, bevor Sie das Bewerbungsgespräch absagen. Wir haben die wichtigsten Informationen rund um das Thema zusammengestellt und geben Ihnen einige Tipps und Beispiele mit an die Hand, die Ihnen bei der Formulierung Ihrer Absage des Vorstellungsgespräches helfen.

Vorstellungsgespräch absagen – ist das unprofessionell?

Das Vorstellungsgespräch nach erfolgreicher Bewerbung auf einen Job abzusagen, wirkt selbstverständlich erst einmal nicht professionell. Wenn Sie allerdings überzeugt von Ihrer Entscheidung sind und gute Gründe vorbringen können, warum Sie sich gegen die freie Stelle entscheiden, haben die meisten Arbeitgeber dafür auch Verständnis – immerhin verschwenden Sie so nicht weiter die Zeit der Personaldienstleister und verschaffen anderen Bewerbern neue Chancen auf die zu besetzende Stelle.

Wann ist von einer Absage des Vorstellungsgespräches abzuraten?

Falls Sie den Job, auf den Sie sich beworben haben, eigentlich ausführen möchten oder sich noch unsicher sind, sollten Sie das Vorstellungsgespräch natürlich nicht absagen. Auch wenn die Chance besteht, dass Sie die Entscheidung einer Absage eines Tages bereuen werden, ist es nicht ratsam, das Angebot auszuschlagen. Wenn Sie den Termin lediglich verschieben möchten, dann ist das etwas ganz anderes und in den meisten Fällen auch problemlos möglich. 

Sie sollten das Vorstellungsgespräch auch dann nicht absagen, wenn Sie krank werden, sich in Ihrem aktuellen Job keinen Tag freinehmen können oder es einen Notfall in Ihrer Familie gibt. Gleiches gilt, falls Sie sich zum Termin verspäten, verschlafen haben, keinen Babysitter finden konnten oder etwas Vergleichbares Ihre Pläne durchkreuzt. Falls eines dieser Ereignisse auf Sie zutrifft, sollten Sie in erster Linie versuchen, das Gespräch mit Ihrem potenziellen neuen Arbeitgeber zu verschieben. Wie Sie das am besten machen, erklären wir Ihnen zum Ende unseres Artikels.

Gründen für eine Absage des Vorstellungsgespräches

Die Absage des Vorstellungsgespräches ist nur dann sinnvoll, wenn Sie sich sicher sind, dass der Job nichts für Sie ist und Sie Ihre berufliche Zukunft nicht in dieser Position oder in diesem Unternehmen sehen. Selbstverständlich gibt es einige weitere Ursachen, die dazu führen, dass Jobsuchende ein Vorstellungsgespräch absagen.

Hier sind die häufigsten Gründe für die Absage: 

  • Sie haben unerwarteterweise ein besseres Jobangebot erhalten und angenommen.
  • Sie haben etwas über das Unternehmen erfahren, das nicht Ihren Vorstellungen und Werten entspricht und mit dem Sie nicht in Verbindung gebracht werden möchten.
  • Sie haben sich dazu entschieden, diesen Karriereschritt nicht zu gehen – ganz gleich, ob aufgrund unstimmiger Konditionen oder einer plötzlichen Beförderung im aktuellen Job.
  • Sie richten Ihren Fokus lieber auf einen anderen Lebensbereich, wie etwa auf die eigene Familie.
  • Sie haben ganz einfach lediglich Ihre Meinung geändert.

Mögliche Konsequenzen der Absage eines Vorstellungsgespräches

Wie Sie sehen, gibt es eine Menge Gründe, aus denen es sinnvoll ist, ein Vorstellungsgespräch abzusagen und gleichermaßen einige Fälle, in denen von einer Absage abzuraten ist. Ganz gleich, aus welchem Grund Sie persönlich eine Bewerbung zurückziehen und den Termin zum Gespräch absagen, eine solche Entscheidung kann immer gewisse Folgen haben. Wir haben die drei wichtigsten einmal zusammengetragen, die Ihnen bewusst sein sollten, bevor Sie das Vorstellungsgespräch tatsächlich absagen:

  • Sie wirken unprofessionell, wenn Sie ein Vorstellungsgespräch für einen Job, den Sie eigentlich unbedingt haben wollten, aus unverständlichen und unzureichenden Gründen absagen.
  • Sie werden bei den Personalsuchenden des Unternehmens in gewisser Weise einen eher unzuverlässigen Eindruck hinterlassen.
  • Möglicherweise erhalten Sie keine zweite Chance für ein Vorstellungsgespräch für diese Position oder zukünftige andere Jobs im Unternehmen.

Absage eines Vorstellungsgespräches richtig formulieren!

Wenn Sie sich nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen haben, das Vorstellungsgespräch tatsächlich abzusagen, dann sollten Sie einige Dinge beachten, um nach Möglichkeit dennoch keinen schlechten Eindruck zu hinterlassen. Es ist natürlich völlig in Ordnung, eine Bewerbung zurückzuziehen, wenn Sie sich absolut sicher mit der Entscheidung fühlen.

Wichtig ist bei der Absage nur, den Personalverantwortlichen oder Recruiter höflich und frühzeitig darüber zu informieren, dass Sie sich für einen anderen Karriereschritt entschieden haben. Achten Sie darauf, sich herzlich für die Möglichkeit zu bedanken und eventuell darauf hinzuweisen, dass Sie gerne in Kontakt bleiben würden, um in der Zukunft über mögliche freie Positionen, für die Sie infrage kommen, informiert zu bleiben – damit bekunden Sie Ihr grundsätzliches Interesse am Unternehmen.

Drei Schritte zur Absage eines Vorstellungsgespräches

Wenn Sie sich nun für die Absage des Vorstellungsgespräches entschieden haben, dann möchten Sie sichergehen, möglichst professionell zu wirken. Folgen Sie diesen drei Schritten, um Ihre Bewerbung zurückzuziehen und den Termin zum Gespräch souverän abzusagen.

1.    Schritt: Rechtzeitig absagen!

Lassen Sie den Personaler so früh wie möglich wissen, dass Sie sich gegen den Job entschieden haben. Am besten sagen Sie das Vorstellungsgespräch persönlich am Telefon oder per E-Mail ab. Mit einer telefonischen Absage stellen Sie sicher, dass Ihre Nachricht wirklich ankommt, und Sie wirken zudem selbstsicher und aufrichtig.

2.    Schritt: Absage gut begründen!

Gehen Sie in Ihrer Begründung, warum Sie sich gegen die Stelle entschieden haben, nicht zu sehr ins Detail. Sie schulden niemandem eine Erklärung, allerdings ist es höflich und respektvoll, die Entscheidung kurz und gut zu begründen.

3.    Schritt: Im Guten auseinandergehen!

Behalten Sie im Hinterkopf, dass in Zukunft alles passieren kann. Sorgen Sie also dafür, mit den Verantwortlichen im Guten auseinanderzugehen, sodass gegebenenfalls noch einmal problemlos ein Kontakt hergestellt werden kann.

Vorstellungsgespräch per E-Mail absagen: Beispiel

Falls Sie sich dafür entscheiden, das Vorstellungsgespräch per E-Mail abzusagen, gibt es einige wichtige Punkte, die diese Mail beinhalten sollte. Die folgenden vier Aspekte sind essenziell, damit Sie bei den Personalverantwortlichen des Unternehmens auf Verständnis für Ihre Absage stoßen:

  1. Betreff (Nennen Sie hier sowohl den Termin als auch die Stelle)
  2. Absage (Im Idealfall begründen Sie Ihre Entscheidung kurz und souverän)
  3. Ersatztermin (Falls Sie den Termin lediglich verschieben möchten)
  4. Entschuldigung (Für eventuelle Unannehmlichkeiten)

Wenn Sie diese vier Punkte in Ihrer Absage-Mail beherzigen, ist der Grundstein für eine professionelle Kommunikation Ihres Anliegens gelegt. Eine E-Mail zur Absage des Vorstellungsgespräches könnte, wie folgt aussehen:


Betreff: Vorstellungsgespräch zur Stelle [Stellenbezeichnung] am [Datum], [Uhrzeit] Uhr.

Sehr geehrte/r Frau/Herr [Name des Personalers],

ich möchte mich noch einmal ganz herzlich für die Einladung zu einem persönlichen Gespräch bedanken. Leider muss ich den Termin zum Vorstellungsgespräch für die oben genannte Stelle jedoch absagen und ziehe meine Bewerbung damit zurück.

[Kurze Erklärung, warum Sie den Job nicht möchten bzw. das Vorstellungsgespräch absagen, wie zum Beispiel aufgrund einer anderen unerwarteten Jobzusage.]

Ich bitte um Verständnis und entschuldige mich für die Umstände.

Mit freundlichen Grüßen
[Ihr Name]


Termin zum Vorstellungsgespräch verschieben – so klappt's!

Natürlich kann es auch sein, dass Sie das Vorstellungsgespräch nicht absagen, sondern lediglich verschieben möchten. Auch das stößt bei Ihrem potenziellen neuen Arbeitgeber natürlich nicht auf Begeisterung, allerdings mit der richtigen Begründung und einer freundlichen Art ganz bestimmt auf Verständnis.

Sie sollten das Vorstellungsgespräch auf gar keinen Fall verschieben, wenn Sie lediglich einen Kater von der letzten Partynacht haben, Sie den Termin vergessen haben oder etwas anderes vorhaben. Falls Sie jedoch ernsthaft krank sind oder einen Notfall in Ihrem aktuellen Job oder der Familie haben, ist das Verschieben des Termins sinnvoll. Insofern Sie offen und professionell mit dem Sachverhalt umgehen, wird der Personaldienstleister dafür vollstes Verständnis haben.

Wenn Sie den Termin zum Vorstellungsgespräch verschieben möchten, sollten Sie die gleichen vier Punkte wie bei einer Absage beherzigen. Zudem ist es wichtig, dem Verantwortlichen freundlich, souverän und kooperativ zu begegnen, sodass einem neuen Termin und einer eventuellen Zusage für die benannte Stelle nichts im Weg steht.

Den Termin für ein Vorstellungsgespräch abzusagen oder zu verschieben ist grundsätzlich natürlich möglich, sollte jedoch professionell erfolgen und gut begründet werden. Wenn Sie unsere Tipps, wann es sinnvoll ist, eine Bewerbung zurückzuziehen, beherzigen, ist ein weiterer oder zukünftiger Kontakt mit den Personalverantwortlichen problemlos möglich. Zudem stellen Sie mit der richtigen Formulierung und der Beachtung einiger Aspekte sicher, dass Sie auf vollstes Verständnis stoßen und bei einer eventuellen zukünftigen Bewerbung erneut positive Resonanz erhalten.

Bild: Lillia Seifert
Lillia Seifert (21 Artikel)

Lillia Seifert hat Anglistik und Soziologie studiert und befindet sich derzeit im Masterstudium der Interdisziplinären Medienwissenschaft an der Universität Bielefeld. Sie veröffentlichte bereits eigene Texte und arbeitete als Social Media Managerin. Mit ihren Kenntnissen aus den verschiedenen Bereichen gelingt ihr das multiperspektivische Arbeiten mit Themen besonders gut. Auf karrieretipps.de kann sie ihre Kompetenzen im kreativen Umgang mit informativen Texten ideal einsetzen.

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