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Virtuelle Assessment-Center: So gelingt der Remote-Auswahlprozess

Virtuelle Assessment-Center: So gelingt der Remote-Auswahlprozess
© Syda Productions | shutterstock.com
Christiane Peters am 19.07.2021 | 0 Kommentare
Inhalt:
  1. Assessment Center – physisch oder virtuell?
  2. So funktioniert ein virtuelles Assessment-Center
  3. Personal-Recruiting mit moderner Technologie im virtuellen Assessment-Center
    1. Punkt 1: Offene Kommunikation
    2. Punkt 2: Seriöse Vergleichbarkeit
    3. Punkt 3: Menschliche Nähe
  4. Das sind die Vorteile eines virtuellen Assessment-Centers
    1. Vorteil 1: Vollkommen ortsunabhängig
    2. Vorteil 2: Hohe Zeitersparnis
    3. Vorteil 3: Niedrige Kosten
    4. Vorteil 4: Hohe Effizienz
    5. Vorteil 5: Weniger Stress
    6. Vorteil 6: Mehr Objektivität
    7. Vorteil 7: Gleiche Behandlung
    8. Vorteil 8: Weniger Bürokratie
  5. Das sind die Nachteile eines virtuellen Assessment-Centers
    1. Nachteil 1: Beschränkter Blickwinkel
    2. Nachteil 2: Reduzierte Aussagekraft
    3. Nachteil 3: Weniger Empathie
    4. Nachteil 4: Geringere Akzeptanz

Um den richtigen Bewerber für eine ausgeschriebene Stelle aus einer Vielzahl an Kandidaten auszuwählen, setzen Unternehmen Assessment-Center ein. Neben dem klassischen Auswahlverfahren, das vor Ort im Unternehmen stattfindet, gewinnt das virtuelle Assessment-Center immer mehr Bedeutung. Was sind die Vorteile dieses digitalen Formats? Kann diese Remote-Auswahl persönliche Treffen komplett überflüssig machen?

Assessment Center – physisch oder virtuell?

Assessment-Center sind nicht neu. Um sich über die Fähigkeiten und Verhaltensweisen der Kandidaten für eine vakante Stelle einen Überblick zu verschaffen, kommen in vielen Unternehmen Assessment-Center zur Anwendung. Ziel ist es, in einer realen Arbeitsplatzsituation eine möglichst objektive Entscheidungsfindung hinsichtlich des neuen Mitarbeiters zu gewährleisten. Im Gegensatz zu Interviews, wo beispielsweise subjektive Eindrücke und andere Fehlerquellen die Entscheidung beeinflussen können, sind Assessment Center fairer und objektiver. Dennoch ist die Durchführung zeit- und kostenintensiv und bindet viele Ressourcen.

Der Einzug digitaler Strukturen in den Unternehmensalltag hat auch Auswirkungen auf die Verfahren der Personalrekrutierung und -auswahl. Und so kommen virtuelle Assessment-Center immer häufiger zur Anwendung.  

So funktioniert ein virtuelles Assessment-Center

Ein virtuelles Assessment-Center, auch als E-Assessment- oder Online-Assessment-Center bekannt, ist das Online-Format des klassischen Assessment-Centers. Der potenzielle Bewerber nimmt auch hier, ohne direkt vor Ort zu sein, an Rollenspielen und Interviews teils. Ebenso stehen Präsentationen, situative Urteilstests und die Bewältigung von spezifischen Alltagssituationen auf der Tagesordnung. Ziel ist es, auf diese Weise die geeigneten Talente für das Unternehmen zu entdecken.
Virtuelle Assessment-Center finden auch Anwendung für interne Bewerber oder Potenzialträger, die sich auf vakante Stellen innerhalb ihres Unternehmens bewerben und sich mit ihren Fähigkeiten unter Beweis stellen möchten.

Personal-Recruiting mit moderner Technologie im virtuellen Assessment-Center

Im Gegensatz zum physischen Assessment-Center ist das digitale Pendant schnell und unkompliziert umzusetzen. Außerdem ist es effizient und angesichts der zunehmenden Digitalisierung der Arbeitswelt eine logische Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit. Im virtuellen Assessment-Center kommen moderne und leistungsstarke Technologien zur Anwendung. Ein gut organisiertes und mit entsprechenden Tools geplantes Assessment punktet nicht nur aufgrund von Zeit- und Kostenersparnis, sondern steht auch für eine positive Candidate Experience. Dafür sind jedoch im Vorfeld einige Punkte zu beachten.

So wird das Online-Assessment ein Erfolg:    

Punkt 1: Offene Kommunikation

Die offene Kommunikation mit dem Kandidaten ist eine wichtige Basis für den gesamten Auswahlprozess. Schlechte Erfahrungen werden früher oder später bestraft: Kandidaten berichten im Freundes- und Familienkreis darüber. Auch auf Bewertungsportalen teilen sie ihre Enttäuschung oder ihre negativen Erfahrungen mit. Deshalb sollten Sie bei ihren potenziellen Bewerbern alles für eine positive Candidate Experience tun. Dazu gehören auf Wunsch die Auskunftserteilung und Beantwortung von Fragen im Hinblick auf den Auswahlprozess.

Punkt 2: Seriöse Vergleichbarkeit

Ein Auswahlverfahren sollte von Objektivität und Fairness geprägt sein. Sie sind die Basis für eine seriöse Vergleichbarkeit der Ergebnisse und der verschiedenen Bewerber.  

Punkt 3: Menschliche Nähe

Obwohl ein Online-Assessment virtuell abläuft, gilt es den Kontakt zum Bewerber zu halten und „menschliche“ Nähe zu praktizieren.

Das sind die Vorteile eines virtuellen Assessment-Centers

Unternehmen, die ein Assessment-Center durchführen, müssen verschiedene Herausforderungen meistern. Viele von ihnen spielen beim virtuellen Auswahlverfahren eher keine Rolle. Online Assessment-Center sind eine gute Alternative zur physischen Variante. Das sind die wesentlichen Vorzüge eines virtuellen Assessment-Centers:

Vorteil 1: Vollkommen ortsunabhängig

Während traditionelle Assessment-Center im Hinblick auf die Anzahl der Teilnehmer als auch der Beurteiler begrenzt sind, eröffnet die digitale Variante ganz neue Möglichkeiten. Die Zahl der Teilnehmenden ist nahezu unbegrenzt. Sie können die Aufgaben digital und ohne Reiseaufwand erledigen.

Vorteil 2: Hohe Zeitersparnis

Bevor ein physisch durchzuführendes Assessment-Center stattfinden kann, sind im Vorfeld viele Schritte zu bedenken. Planung, Durchführung der Beurteilung, Analyse der Ergebnisse, Rückmeldung und endgültige Entscheidung kosten eine Menge Zeit. Ein Zeitraum von mehreren Wochen ist keine Seltenheit. Online-Assessments lassen sich durch den Einsatz technischer Möglichkeiten viel schneller durchführen. Positiv ist zudem, dass die Ergebnisse sofort vorliegen.      

Vorteil 3: Niedrige Kosten

Ein traditionelles Assessment-Center bedarf realer Räumlichkeiten. Die Koordinierung des Auswahlverfahrens, die Organisation der Reisen und Unterbringung der Kandidaten – all das ist ein immenser Aufwand, der auch mit Kosten verbunden ist. Dagegen punktet eine virtuelle Durchführung mit weniger finanziellen Investitionen bei gleichem Ergebnis.

Vorteil 4: Hohe Effizienz

Für die Bewerber selbst stellt die virtuelle Teilnahme eine angenehme Alternative dar. Sie müssen nicht reisen und können so auch vermeiden, wertvolle Arbeitszeit für das Auswahlverfahren einzusetzen.

Vorteil 5: Weniger Stress

Für Kandidaten, die nicht bereit sind, zu reisen, weil das für sie mit Stress und Unannehmlichkeiten verbunden ist, stellt das virtuelle Assessment-Center eine interessante Variante dar. Eine Erleichterung ist für manche auch, dass sie allein und ohne physische Präsenz des Beurteilers ihre Aufgaben erledigen können.

Vorteil 6: Mehr Objektivität

Menschen, die sich gegenübersitzen, gehen oftmals anders miteinander um, als wenn sie physisch voneinander getrennt sind. Die Enge des Raums kann sich auf das Verhalten des Kandidaten auswirken. Durch die räumliche Distanz fühlt er sich entspannter und sicherer. Auch der Beurteiler bekommt einen anderen Blick auf den Bewerber, eine eventuelle Voreingenommenheit und Ressentiments machen Platz für mehr Objektivität.

Vorteil 7: Gleiche Behandlung

Während traditionelle Assessment-Center ein einheitliches Konzept für das Auswahlverfahren anwenden, wobei introvertierte Menschen im Nachteil sein können, haben virtuelle Formate die Möglichkeit, mit einem modifizierten Konzept zu arbeiten. Das hat den Vorteil, dass alle Teilnehmer die gleichen Wettbewerbsbedingungen haben.

Vorteil 8: Weniger Bürokratie

Bei der Beurteilung der Kandidaten fallen in der Regel Mengen von Papier an. Die Ergebnisse müssen zusammengestellt und ausgewertet werden, Beim Online-Auswahlprozess fallen so gut wie keine manuellen Tätigkeiten an. Alle Ergebnisse und Daten stehen sofort online zur Verfügung, Beurteilungen werden standardisiert.    

Das sind die Nachteile eines virtuellen Assessment-Centers

Ein online durchgeführtes Assessment-Center läuft nicht nur anders ab, es bietet aufgrund der physischen Distanz auch andere Beobachtungsmöglichkeiten. Der Beurteiler bekommt also nur einen eingeschränkten Blick auf den Kandidaten. Diesen und weitere Nachteile sollten Sie beachten:

Nachteil 1: Beschränkter Blickwinkel

Persönliche Faktoren wie zum Beispiel die Frage, ob die Chemie zwischen zwei Personen stimmt, lassen sich remote eher schlechter feststellen. Deshalb kann ein virtuelles Assessment-Center den persönlichen Kontakt niemals ersetzen.
Eingeschränkt ist auch der Blick auf die Körpersprache. Die Entscheider können sich in der Regel aus der Distanz keinen Gesamteindruck verschaffen, wie sich jemand präsentiert, wenn er im Raum vor mehreren Personen steht, wie seine Ausstrahlung ist und wie er mit der Nervosität umgeht.

Nachteil 2: Reduzierte Aussagekraft

Die verschiedenen Aufgaben, die die Kandidaten erledigen müssen, eignen sich nicht gleich gut für eine virtuelle Durchführung. Es ist schwierig, längere Dokumente oder Fallstudien am Bildschirm zu lesen und zu bearbeiten. Sinnvoll ist es, die Aufgaben auf das Remoteformat anzupassen. Anders als in der Präsenzveranstaltung bekommen Sie hier jedoch nur von einem Teil der Kompetenzen einen Eindruck.     
Besser durchführbar sind allerdings Rollenspiele und Präsentationen, die die Kandidaten vorher erarbeiten. Als Beobachter können Sie hier die strategischen Kompetenzen der Bewerber sehr gut erfassen.

Nachteil 3: Weniger Empathie

Die zwischenmenschliche Ebene kommt beim Remote-Verfahren zu kurz.
Im direkten physischen Gespräch können Sie die Reaktion des Kandidaten auf bestimmte Fragen besser beurteilen. Das funktioniert online nur eingeschränkt. Sinnvoll kann es sein, wenn Sie im Nachgang bestimmte Themen noch einmal ansprechen, um herauszufinden, wie Bewerber spezifische Problemstellungen interpretieren und Situationen einschätzen.  

Nachteil 4: Geringere Akzeptanz

Remote-Verfahren treffen bei Bewerbern und Beurteilern nicht unbedingt auf positive Resonanz. So bemängeln Entscheider die geringe Aussagekraft der generierten Informationen.
Kandidaten befürchten, dass sie in der virtuellen Umgebung ihre Fähigkeiten nicht so präsentieren können wie bei einer persönlichen Begegnung.  

Klassisches oder virtuelles Assessment-Verfahren? Beide Auswahlverfahren haben ihre Daseinsberechtigung. Obwohl die technischen Voraussetzungen für Remote-Verfahren ausgereift sind, wird es immer Gründe geben, die für ein persönliches Treffen sprechen. Dennoch bietet die digitale Variante viele Vorzüge für Bewerber und Entscheider. Insbesondere für Unternehmen, die ein hohes Einstellungsvolumen zu bewältigen haben, sind virtuelle Assessment-Center eine sinnvolle und effiziente Alternative. Sie sind um einiges komfortabler. Ganz zu schweigen von den geringeren Kosten und dem Zeitgewinn für beide Seiten.

Bild: Christiane Peters
Christiane Peters (15 Artikel)

Christiane Peters hat Germanistik, Literaturwissenschaft und Geschichte studiert. Aktuell arbeitet sie als Journalistin für ein Wirtschaftsmagazin. Schwerpunkte ihrer redaktionellen Tätigkeit sind Themen aus den Bereichen New Work, Personalmanagement, Führung und Karriere. Auf karrieretipps.de kann sie ihre langjährigen Erfahrungen und ihren Blick für aktuelle Themen und Trends in der Personal- und Karriereentwicklung zur Anwendung bringen.

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