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Unternehmen gründen: Diese Schritte garantieren eine erfolgreiche Gründung

Unternehmen gründen: Diese Schritte garantieren eine erfolgreiche Gründung
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Anastasia Klingsiek am 03.07.2018 | 0 Kommentare
Inhalt:
  1. Schritt für Schritt zum eigenem Unternehmen: Die Anleitung für Neulinge
    1. 1. Die Geschäftsidee wachsen lassen: Ein Geschäftsmodell entwickeln
      1. Diese Fragen helfen Ihnen bei der Entwicklung des Geschäftsmodells
      2. Muster Geschäftsmodell: Zwei bekannte Beispiele
    2. 2. Vom Geschäftsmodell zum Businessplan: Durchführung, Kosten & Gewinn
      1. Vorteile eines Businessplans:
    3. 3. Beratung statt Ratlosigkeit: Welche Experten bei Fragen helfen
      1. Gründungsberater
      2. Steuerberater
    4. 4. GmbH, OHG & Co: Unternehmens- und Rechtsform festlegen
      1. Die unterschiedlichen Unternehmensformen
    5. 5. Endspurt kurz vorm Ziel: Der Gang zu den nötigen Behörden
    6. 6. Das Ziel in greifbarer Nähe: Vorbereitung, Standort und Marketing

Eine Geschäftsidee ist der erste Schritt in die Selbständigkeit und der Grundstein für ein eigenes Unternehmen. Eine Idee ist geboren, jetzt fehlt nur noch die Umsetzung. Aber ganz so einfach ist das nicht; denn der Weg zum Ziel liegt voller Fragen, Aufgaben und Entscheidungen. Verfügen Sie über ausreichend wirtschaftliches und kaufmännisches Wissen, können Sie den Weg selbst wagen. Jedoch ist für die Mehrheit der zukünftigen Startup-Gründer die Welt der Finanzen, Pläne und Modelle absolutes Neuland. Fragen und Unsicherheit sind da oft normal, aber wie gehen Sie am besten vor, wenn Sie vom Unternehmerleben noch keine Ahnung haben?

Schritt für Schritt zum eigenem Unternehmen: Die Anleitung für Neulinge

Trauen Sie sich die Gründung der eigenen Firma selbst zu, dann können Sie die folgenden Schritte als Orientierung nutzen. Für Neulinge im Gebiet von Wirtschaft, Fakten und Planung gibt es eine nützliche Übersicht. Damit Sie nichts falsch machen und keinen wichtigen Schritt vergessen, liefern wir Ihnen den Wegweiser durch das Vorbereitungs-Getümmel:

1. Die Geschäftsidee wachsen lassen: Ein Geschäftsmodell entwickeln

Grundvoraussetzung für eine Gründung ist eine Idee, was vermutlich für die Mehrheit selbstverständlich ist. Aber diese Idee sollten Sie nicht nur in Ihrem Kopf haben, sondern auch umsetzen können. Deshalb sollten Sie ein Geschäftsmodell erstellen. Am besten beginnen Sie erste Entwürfe mit einem Stück Papier und einem Stift zu zeichnen und erstellen sich eine Mind-Map oder Liste mit Inhalten, Vorstellungen und Umsetzung. Das fertige Modell soll Ihre Unternehmensidee repräsentieren und logische Zusammenhänge darstellen. Kurz: Beschreiben Sie Ihr Unternehmen.

Diese Fragen helfen Ihnen bei der Entwicklung des Geschäftsmodells

  • Welchen Nutzen bringt das Unternehmen seinen Kunden und möglichen Kooperationspartnern? (value Proposition)

  • Wie erbringt die Firma diesen Nutzen? (Architektur der Wertschöpfung)

  • Wie und wo verdient das Unternehmen Geld? (Ertragsmodell)

Muster Geschäftsmodell: Zwei bekannte Beispiele

Prinzipiell ist es nicht notwendig und vermutlich auch nicht möglich, ein komplett neues Geschäftsmodell zu erfinden. Bisher hat sich auch noch kein Geschäftsmodell als DAS System herausgestellt. Deshalb können Sie sich für Ihren Businessplan an bestehenden Geschäftsmodellen orientieren:

  • Long-tail business model (Nischenprodukt-orientiertes Geschäftsmodell): Durch eine durchdachte Logistik eines Unternehmens, können normalerweise nicht Gewinneinbringende Nischenprodukte angeboten werden (z.B. amazon.com, Ebay.com)
  • Freemium business model (Freemium-Geschäftsmodell): eine Standard-Dienstleistung wird ohne Zahlungspflicht angeboten, wenn die Funktionen erweitert werden sollen, muss ein kostenpflichtiges Abonnements eingegangen werden. Oft wird diese Erweiterung dann mit Premium bezeichnet. (Bsp. Online Community, Apps)

2. Vom Geschäftsmodell zum Businessplan: Durchführung, Kosten & Gewinn

Nachdem fest steht, welche Art von Unternehmen Sie gründen möchten, ist es zu empfehlen, dass Sie ein Konzept auf die Beine stellen. In diesem Businessplan sollten Sie wichtige Abläufe und Vorgehensweisen festhalten und definieren. Fragen zu den Themen Logistik, Marketing, Ware und Produkt, Infrastruktur, Konkurrenz, Vertrieb und Kosten sollten in jedem Fall geklärt werden.

Diese Planung verschafft Ihnen selbst einen Überblick über Ihr Vorhaben und zeigt, an welchen Stellen Sie noch Änderungen vornehmen müssen. Der Businessplan ist Ihre Fahrkarte in die Selbstständigkeit, denn er erklärt Ihr Unternehmen und sichert Ihr Vorhaben im besten Fall ab. Je nachdem, wie gut Ihr Businessplan ist, kann dieser darüber entscheiden, ob Banken oder Sponsoren Sie unterstützen. Deshalb ist ein Geschäftsplan nicht nur für die Entwicklung Ihres Unternehmens wichtig, sondern er dient als Grundlage für weitere strategische Veränderungen in der Zukunft.

Vorteile eines Businessplans:

•    Sie erhalten Orientierung und Struktur über Ihre Geschäftsidee und können erkennen ob das Konzept rentabel ist
•    eine Übersicht über Kosten und finanziellen Schritten ist gegeben
•    andere können durch den Businessplan überzeugt werden (z.B. wirtschaftliche Investoren), wenn er alle wichtigen Fakten und Ziele enthält
•    Risiken können besser abgeschätzt werden
•    Abhängigkeiten werden deutlich, z.B. zur Logistik
•    Erfolgsaussichten erhöhen sich: Ein ausgearbeiteter Geschäftsplan macht die Umsetzung oft einfacher

3. Beratung statt Ratlosigkeit: Welche Experten bei Fragen helfen

Für die Mehrheit ist der Schritt in die Selbstständigkeit erstmalig und eine große Sache, gerade deshalb möchten Sie als Neu-Unternehmer keinen Fehler machen. Sie brauchen Unterstützung bei Ihrem Konzept und möchten lieber von einem Kenner und Könner beraten werden? Kein Problem, denn mittlerweile gibt es Hilfe von Profis.

Gründungsberater

Durch die Zunahme an Start-up-Unternehmen und unzähligen Gründungen von Firmen ist die Nachfrage nach Experten gestiegen. Diese Spezialisten sind Unternehmensberater, die sich auf die Gründung von Firmen konzentrieren und Sie als Neuling in diesem Gebiet unterstützen.

Mögliche Aufgaben eines Gründungsberaters:

•    Prüfung der Qualifikation des Gründers
•    Aufstellung eines Businessplans
•    Analyse der Umsetzung
•    Beratung in Fragen der Rechtsform/ des Standorts
•    Prüfung der Geschäftsidee
•    Unterstützung bei der Anmeldung bei Behörden
•    Aufstellung eines Marketingplans
•    Planung der Eröffnung

Steuerberater

Aber auch Steuerberater können Ihnen bei der Existenzgründung mit Rat und Tat zur Seite stehen. Oft beraten Steuerberater kleinere Unternehmen in wirtschaftlichen Fragen, weshalb viele Erfahrungen im Bereich der Existenzgründung gesammelt haben. Da Sie nach der Gründung immer wieder auf einen Steuerberater angewiesen sind, kann eine frühe Bindung vorteilhaft sein.

Mögliche Aufgaben eines Steuerberaters

Während der Gründung:

  • Überwiegend die gleichen Inhalte, wie bei einem Gründungsberater, steuerliche Optimierungen steht evtl. im Vordergrund

Nach der Gründung im normalen Geschäftsverlauf:

  • unterstützend in allen Steuerangelegenheiten, ob die Umsatzsteuervoranmeldungen, die Lohnsteuerzahlung oder Steuererklärung
  • Beantwortung von wirtschaftlichen Fragen
  • Aufgaben der Buchhaltung
  • Schreiben von Gehaltsabrechnungen für eventuelle Mitarbeiter des Unternehmens

Weitere Anlaufstellen für Hilfe und Fragen können die Handwerkskammern, die Industrie- und Handelskammern, Unternehmensverbände und Gründungszentren in Ihrer Umgebung sein.

4. GmbH, OHG & Co: Unternehmens- und Rechtsform festlegen

Das Grundgerüst für Ihr Unternehmen steht, aber die wichtigen Schritte dürfen Sie auf keinen Fall vergessen. Sie müssen Ihr Unternehmen anmelden und genehmigen lassen. Hierbei stellt sich die Frage, welche Bedingungen dafür gegeben sein müssen. Möchten Sie Freiberufler oder Gewerbetreibender sein? Welche Unternehmensformen gibt es?

In Deutschland können Sie zwischen unterschiedlichen Formen von Unternehmen wählen. Unterschieden wird zwischen Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften.

Die unterschiedlichen Unternehmensformen


Personengesellschaften:

•    Einzelunternehmen
•    Stille Gesellschaft
•    OHG (Offene Handelsgesellschaft)
•    KG (Kommanditgesellschaft)
•    GbR (Gesellschaft des bürgerlichen Rechts)


Kapitalgesellschaften:


•    GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung)
•    GmbH & Co.KG
•    Aktiengesellschaft
•    KGaA (Kommanditgesellschaft auf Aktien)
•    eG (eingetragene Genossenschaft)


Der Unterschied dieser Formen liegt in der Haftung, dem Eintrag ins Handelsregister und im Jahresabschluss. Bei Personengesellschaften und Einzelunternehmen haftet der Gründer (bzw. die Gründer) persönlich, hingegen haftet bei Kapitalgesellschaften nur das Stammkapital. Für Personengesellschaften & Kapitalgesellschaften ist es verpflichtend sich in das Handelsregister einzutragen, jedoch müssen Einzelunternehmen das nicht, können aber. Einzelunternehmer, die nicht im Handelsregister eingetragen sind, können zum Jahresende die einfache Einnahmeüberschussrechung erstellen und diese mit der Steuererklärung einreichen. Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften, die im Handelsregister eingetragen sind und verpflichtet sind Bücher zu führen, müssen eine Bilanz erstellen und diese auch veröffentlichen.

Am besten lassen Sie sich von Ihrem Experten beraten, welche Unternehmensform für Ihre Unternehmensprofil passend ist.

5. Endspurt kurz vorm Ziel: Der Gang zu den nötigen Behörden

Je nach Unternehmenskonzept müssen Sie Ihr Unternehmen bei bestimmten Behörden registrieren und genehmigen lassen. Für alle Selbstständigen ist der Kontakt zum Finanzamt Pflicht, denn Sie benötigen, ob als Freiberufler oder Gewerbebetreibender, eine Steuernummer. Betreiben Sie in Zukunft ein Gewerbe kommen Sie um den Gang zum Gewerbeamt ebenfalls nicht herum. Kommt die Gründung einer Kapitalgesellschaft hinzu, sollten Sie auch zu einem Notar und Amtsgericht gehen, damit Sie in eine Kapitalgesellschaft eingetragen werden.

Sind Sie sich nicht sicher, zu welchen einzelnen Ämtern Sie gehen müssen, scheuen Sie sich nicht davor entsprechend Hilfe einzuholen. Erkundigen Sie sich eventuell vorher telefonisch bei dem jeweiligen Amt, ob ein persönlicher Besuch notwendig ist und welche Dokumente Sie mitbringen oder welche Formulare Sie ausfüllen müssen.

6. Das Ziel in greifbarer Nähe: Vorbereitung, Standort und Marketing

Die großen Hürden haben Sie gemeistert und Sie stehen quasi in den Startlöchern. Das Große und Ganze haben Sie abgeklärt und eigentlich kann es doch losgehen, oder? Vergessen Sie bitte nicht, dass es auch noch Kleinigkeiten zu erledigen gibt. Dazu zählt vor allem die Vorbereitung für die praktische Durchführung Ihres Konzepts. Gemeint sind damit z.B. die Eröffnung eines Geschäftskontos, die Suche nach Büroräumen, Gestaltung einer Webseite, und das Werben für Ihr Unternehmen durch Online- und Offline-Marketing sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Haben Sie diese Schritte ebenfalls erledigt, können Sie Ihren Traum vom eigenen Unternehmen verwirklichen.

Mit diesen Schritten und Infos befinden Sie sich bei der Gründung des eigenen Unternehmens auf der sicheren Seite. Es liegt in Ihrer Hand, ob Sie die Schritte in die Selbstständigkeit eigenständig angehen oder sich Hilfe von Experten, Freunden oder Bekannten holen. Nehmen Sie ruhig Unterstützung an, denn die erste Zeit kann anstrengend und schwierig werden. Viel Erfolg mit Ihrem Unternehmen und einen guten Start!

 

Bild: Anastasia Klingsiek
Anastasia Klingsiek (11 Artikel)

Anastasia Klingsiek hat Germanistische Sprachwissenschaften und Literaturwissenschaften in Paderborn studiert. Während ihres Studiums hat sie bereits in journalistischen Redaktionen als freie Mitarbeiterin gearbeitet. Moderationen, Nachrichten und Artikel: alles kein Problem. Texten war schon immer ihre Leidenschaft. Auf karrieretipps.de ist sie für den Bereich rund um Berufseinstieg, Büroalltag und Work-Life-Balance zuständig.

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