- Eine Karriere in der Kampfmittelbeseitigung
- Voraussetzungen für eine Ausbildung in der Kampfmittelbeseitigung
- Eine Ausbildung in der Kampfmittelbeseitigung: So werden Sie Bombenentschärfer
- 1. Qualifikationsstufe:
- 2. Qualifikationsstufe:
Der Joballtag: So wird eine Bombe entschärftBesondere Anforderungen in diesem JobSie arbeiten überall dort, wo es für jeden anderen zu gefährlich wird. Nachdem Anwohner ihre Wohnungen und Häuser verlassen haben, begeben sich Kampfmittelräumer freiwillig in die Gefahrenzone, um Blindgänger zu entschärfen. Damit machen Sie unser Land Tag für Tag ein Stückchen sicherer. Schätzungen zufolge liegen noch etwa 100.000 unentdeckte Kampfmittel in ganz Deutschland verstreut – alles noch Überbleibsel des zweiten Weltkrieges. Sie interessieren sich für so eine hochexplosive Karriere in der Kampfmittelbeseitigung? Hier erfahren Sie, was Sie tun müssen, um sich zukünftig als „Bombenentschärfer“ bezeichnen zu können!
Eine Karriere in der Kampfmittelbeseitigung
In Deutschland verfügt jedes Bundesland über einen eigenen Kampfmittelräumdienst. Zusätzlich gibt es gewerblich tätige Kampfmittelbeseitigungsfirmen. Mit den Berufsaussichten steht es gar nicht so schlecht, den Fachkräfte werden überall gesucht. Jobangebote für Sondierer oder Kampfmittelräumer findet man zwar auch im Internet, doch ist das Angebot an Stellenanzeigen nicht besonders groß. Bessere Chancen hat man, wenn man direkt bei den zuständigen Stellen anfragt.
Voraussetzungen für eine Ausbildung in der Kampfmittelbeseitigung
Bei der Aufsichtsbehörde für Arbeitsschutz in Ihrer Stadt müssen Sie eine Unbedenklichkeitsbescheinigung anfordern. Diese wird nach ca. sechs bis acht Wochen ausgestellt und berechtigt Sie dazu, als Bombenentschärfer beruflich tätig zu werden.
Eine zweijährige Berufserfahrung bei einem Unternehmen der Kampfmittelräumung ist vorgeschrieben. Dort steigt man als Hilfsarbeiter ein. Sobald man zwei Jahre lang hautnah die Arbeit der Sprengstoffexperten mitverfolgt hat, erhält man die Zulassung für eine achtwöchige Fortbildung an einer Sprengschule. Vorher kann man an keinem Lehrgang teilnehmen und somit auch keine Ausbildung in der Kampfmittelbeseitigung beginnen.
Eine Ausbildung in der Kampfmittelbeseitigung: So werden Sie Bombenentschärfer
Es gibt zwei Möglichkeiten, um diesen Karriereweg einzuschlagen: Die erste ist eine Ausbildung in der Kampfmittelbeseitigung beim Staat, also bei der Bundeswehr oder bei der Polizei. Die zweite findet in Form von berufsbegleitenden Lehrgängen statt.
Einen staatlich anerkannten Beruf mit dem Namen Bombenentschärfer oder Kampfmittelbeseitiger gibt es nicht. Um in diesem Job zu arbeiten, müssen neben Berufserfahrung auch bestimmte Weiterbildungen erfolgen, in denen man sich die nötigen Qualifikationen aneignet. Es werden zwei Qualifikationsstufen durchlaufen:
1. Qualifikationsstufe:
In der ersten Qualifikationsstufe besuchen Sie eine Art Einführungslehrgang. Es handelt sich dabei um einen Informationslehrgang für Munitionsräumer / Sondierer. In diesem zweiwöchigen Lehrgang erfahren die Anwärter auf diesen Job, wie man Bomben, Patronen, Minen und co. findet, freilegt, identifiziert und auch entschärft. Nach Abschluss dieses Lehrganges dürfen Sie nur unter Aufsicht und Anleitung von Aufsichtspersonen arbeiten. Mit Beendigung der ersten Qualifikationsstufe erhalten die „Auszubildenden“ eine Zulassungsbescheinigung für den folgenden Lehrgang.
2. Qualifikationsstufe:
In der zweiten Qualifikationsstufe besuchen die „Auszubildenden“ einen Grundlehrgang für fachtechnisches Aufsichtspersonal in der Kampfmittelbeseitigung. Dieser dauert neun Wochen und befugt dazu, die Arbeit auch ohne Aufsicht ausführen zu können, sprich eigenverantwortlich Kampfmittelbeseitigungen durchzuführen. Das Vernichten oder der Transport von Kampfmitteln ist aber immer noch streng untersagt, denn dafür muss erst eine Ergänzungsausbildung absolviert werden.
Nach einer schriftlichen, mündlichen, und einer praktischen Prüfung erhalten die „Auszubildenden“ ein staatlich anerkanntes Fachkundezeugnis, welches bundesweit gilt. Von nun an steht einer beruflichen Laufbahn bei der Kampfmittelbeseitigung nichts mehr im Weg!
Eine andere Möglichkeit ist ein Berufseinstieg über die Bundeswehr. Hier kann eine Ausbildung zum Feuerwerker gemacht werden, ein Beruf, der ebenfalls dazu berechtigt, Munition zu beseitigen. Hier finden Sie weitere Informationen zum Feuerwerker, oder auch Kampfmittelbeseitigungsfeldwebel bei der Bundeswehr!
Der Joballtag: So wird eine Bombe entschärft
Sobald es Anzeichen dafür gibt, dass irgendwo noch eine nicht explodierte Bombe liegen könnte, führt ein Team der Kampfmittelbeseitigung eine Probebohrung durch. Anhand einer Sonde wird gemessen, ob sich irgendwas verdächtiges im Boden befindet. Wenn ja, dann muss dieser Bereich freigelegt und Anlieger in Sicherheit gebracht werden. Alte Fotos und Dokumente aus dem Krieg können zusätzlich dabei helfen, den Sprengkörper genauer zu lokalisieren.
Nach der vorsichtigen Freilegung wird das Fundstück analysiert. Das Herkunftsland wird bestimmt, ebenso wie das Alter der Bombe. Nun kommt der wichtigste Part: Die Entfernung des Zünders. Erst wenn dieser von der Bombe getrennt ist, kann sie nicht mehr explodieren. Doch auch hier gibt es Besonderheiten: Manche Bomben werden speziell so gebaut, dass sie erst hoch gehen, sobald der Zünder entfernt wird. In solchen Fällen ist das Entschärfen unmöglich. Diese Bomben müssen von Sprengstoffexperten gesprengt werden.
Besondere Anforderungen in diesem Job
Bei dem Berufsbild Kampfmittelbeseitiger handelt es sich um ein ganz spezielles Aufgabengebiet, für das sich sicherlich nicht jeder eignet. Man muss spontan vor Ort entscheiden, wie man vorgeht und kann Einsätze nicht im Vorfeld planen. Dabei müssen Gefahren immer abgeschätzt werden und das Risiko so gut wie möglich kalkuliert werden. Somit ist der Beruf nichts für Leute mit schwachen Nerven. Auch Personen, die nicht gerne spontane Entscheidungen treffen, sind bei einer Bombenentschärfung Fehl am Platz. Auch Leichtfertigkeit ist ein absolutes No Go. Wer den Respekt vor dem verliert, was er tut, bringt sich und seine Kollegen in Gefahr.
Dafür sollten Kampfmittelbeseitiger jede Menge technisches Verständnis mitbringen, körperlich fit sein, und sich sehr gut Konzentrieren können. Doch das Wichtigste: Sie müssen immer einen kühlen Kopf bewahren, selbst in brenzligen Situationen! Wer mit dem nötigen Respekt an die Arbeit geht und stets jede Menge Fachwissen abrufen kann, ist hier genau richtig! Langweilig wird es in diesem Job garantiert nie!