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Stellenanzeige formulieren: So funktioniert es mit der Angestelltensuche!

Stellenanzeige formulieren: So funktioniert es mit der Angestelltensuche!
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Anastasia Johlen am 03.02.2020 | 0 Kommentare
Inhalt:
  1. Diskriminierung in Jobanzeigen verhindern
    1. Muttersprache als Kriterium an die Bewerber?
    2. Darf ein Unternehmen explizit nach Berufseinsteigern suchen?
  2. Verstoß gegen AGG in Stellenanzeigen
    1. Beispiel für Diskriminierung in Stellenanzeigen
  3. No-Go in Stellenanzeigen: Das sollten Sie nicht machen!
    1. No-Go in Stellenanzeigen
  4. Stellenanzeigen richtig Formulieren: Die Grundlagen
  5. Stellenanzeige vorbereiten: So beantworten Sie die 5 Fragen richtig!
    1. Das Unternehmen vorstellen
    2. Anforderungen an den Bewerber
    3. Freie Stelle umschreiben
    4. Was können Sie dem Kandidaten bieten
    5. Wie soll sich der Kandidat bewerben?
  6. Stellenanzeige gestalten: Das Layout
    1. Eyecatcher in der Stellenanzeige
    2. Gliedern Sie Ihre Jobanzeige
    3. Schlüsselbegriffe für die passende Zielgruppe

Sie sind als Unternehmen auf der Suche nach einem neuen Mitarbeiter? Ja, dann nichts wie an das Schreiben einer Stellenanzeige. Aber halt, was genau kommt da eigentlich rein? Viele Stellenanzeigen sind schlichtweg schlecht umgesetzt, austauschbar und lustlos zusammengestellt. Das geht doch besser! Was müssen Sie beim Formulieren einer Stellenanzeige beachten, damit Sie den richtigen Kandidaten ansprechen und für sich gewinnen? Erfahren Sie hier, wie eine gelungeneStellenausschreibung aussieht.

Diskriminierung in Jobanzeigen verhindern

Vorsicht ist in Sachen Diskriminierung angesagt, eine falsche Formulierung und mit etwas Pech können Sie als Unternehmen eine Klage am Hals haben! In vielen Stellenanzeigen wird unbewusst gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verstoßen, auf welches sich abgelehnte Bewerber berufen können!

Deshalb sollten Sie in Stellenanzeigen in Bezug auf Auswahlkriterien oder Einstellungsbedingungen niemals folgende Kategorien benennen.

Diese Aspekte dürfen keine Rolle in Stellenanzeigen spielen:

  • Geschlecht
  • Religion oder ethnische Herkunft
  • Alter
  • sexuelle Identität
  • Behinderung
  • Religion und Weltanschauung

Es gilt also, dass Sie unter anderem weder nach einem bestimmten Alter oder einem Geschlecht suchen dürfen. Kein Bewerber darf sich durch Ihre Stellenformulierung angegriffen oder ausgegrenzt fühlen.

Muttersprache als Kriterium an die Bewerber?

Ebenfalls dürfen Sie in Ihrer Stellenausschreibung nicht explizit nach einem Bewerber suchen, dessen Muttersprache Deutsch ist. Denn dadurch schließen Sie andere Kandidaten aus und beziehen sich durch dieses Auswahlkriterium nicht auf die Sprachkenntnisse, sondern eher auf die Herkunft des Kandidaten.

Darf ein Unternehmen explizit nach Berufseinsteigern suchen?

Immer wieder sind diese Stellenausschreiben zu sehen, in denen eine explizite Bewerbergruppe angesprochen wird. Das Jobangebot zielt auf „Young Professionals“ oder „Berufseinsteiger“ und steht mit diesen Bezeichnungen doch deutlich im Konflikt zum AGG. Durch diese Formulierungen könne doch der Eindruck entstehen, es werden nur junge Bewerber gesucht, oder?

Laut Arbeitsgericht sind die Bezeichnungen „Berufseinsteiger“, „Junior Consultant“ und „Young Professional“ vollkommen altersneutral. Immerhin spielt das Alter keine Rolle, es wird die freie Stelle im Unternehmen beschrieben. Berufseinsteiger können Anfang zwanzig aber auch Anfang dreißig sein. Bei einem beruflichen Neustart gibt es auch Berufseinsteiger mit Anfang 40. Somit werden mit der Bezeichnung auch Quereinsteiger und Langzeitstudenten angesprochen.

Verstoß gegen AGG in Stellenanzeigen

Diskriminieren Sie in einer Stellenanzeige bestimmte Gruppen, müssen Sie im schlimmsten Fall mit einer Klage rechnen. Auch, wenn Sie mit Ihren Formulierungen oder Anforderung in der Jobausschreibung niemals eine bestimmte Gruppe ausgrenzen wollten, gelten die Tatsachen, die schwarz auf weiß in der Stellenanzeige zu sehen sind.

Beispiel für Diskriminierung in Stellenanzeigen

Ein Fachgeschäft für Damenbekleidung sucht per Jobanzeige ein/e Verkäufer/in mit langjähriger Erfahrung in der Branche. Eine 20-jährige Bewerberin wird abgelegt und verklagt das Unternehmen aufgrund von Diskriminierung. Das Unternehmen muss jetzt nachweisen können, dass die Bewerberin nicht aufgrund ihres Alters abgelehnt wurde.

Wie Sie sehen oftmals eine unbewusste Formulierung, mit der sich Menschen angegriffen oder ausgeschlossen fühlen oder dies auch tatsächlich sind. Für ein Unternehmen ist der Nachweis einer Ablehnung nicht gerade einfach: Es muss bewiesen werden, dass ein Bewerber oder eine Bewerberin nicht aufgrund des Geschlechts, des Alters oder ähnlichem abgelehnt wurde.

No-Go in Stellenanzeigen: Das sollten Sie nicht machen!

Viele Stellenanzeigen deutscher Unternehmen erhalten keine gute Note! Ganz im Gegenteil, es tummeln sich viel zu viele Jobanzeigen im Netz und in Zeitungen, die absolut unteres Niveau sind. Rechtschreibfehler sind dabei noch die geringste Peinlichkeit.

No-Go in Stellenanzeigen

  • Als Unternehmen nicht auf die konkreten Eigenschaften des Arbeitnehmers eingehen.
  • Austauschbare Zuschreibungen, wie „weltweit“, „international“ und „innovativ“ werden verwendet.
  • Es wird nicht deutlich, was das Unternehmen von anderen Firmen unterscheidet.
  • Keine differenzierenden Fähigkeiten des Bewerbers werden erwartet, sondern Standard-Eigenschaften, wie „Teamfähigkeit“, „Flexibilität“, „Aufgeschlossenheit“.
  • Aus handwerklicher Perspektive sind die Jobanzeigen unprofessionell verfasst; viele Füllwörter, Substantivierungen, lange Sätze.
  • Textbausteine und hohle Phrasen in Stellenanazeigen verhindern
  • Insbesondere die typischen Textbausteine und Hohlphrasen sind häufig in Stellenausschreiben zu finden, gelten laut Experten aber als absolutes No-Go.
  • Wenn möglich, sollten Sie Formulierungen wie „attraktive Vergütung“, „Spaß“, „Weiterbildung“, „Arbeitnehmerfreundlich“ weglassen, denn mit diesen Aussagen kann der Bewerber im Grunde wenig anfangen. Was bedeutet attraktive Vergütung oder ein arbeitnehmerfreundliches Unternehmen?

Stellenanzeigen richtig Formulieren: Die Grundlagen

Eine gut gelungene Stellenausschreibung bestimmt, wie viele Kandidaten sich auf Ihre Jobsuche melden. Weiterhin spielt eine gute Stellenannonce eine erhebliche Rolle, welche Menschen sich überhaupt angesprochen fühlen und daraufhin bei Ihnen im Unternehmen bewerben.

Deshalb sollten Sie eine Stellenanzeige gut überdenken und sich Zeit für die Formulierung nehmen. Es bringt nichts, wenn Sie in fünf Minuten einen Text basteln, der aus Worthülsen und Textbausteinen besteht.

Fünf Fragen, die eine gelungene Stellenanzeige beantworten muss:

  1. Was für ein Unternehmen sind Sie?
  2. Wen suchen Sie?
  3. Was erwarten Sie?
  4. Was können Sie bieten?
  5. Wie kann man sich bewerben?

Finden potenzielle Bewerber die Antworten auf diese Fragen, werden sie sich abgeholt fühlen und sich von Ihrer Anzeige angesprochen fühlen. Andernfalls bleiben zu viele Fragen offen und somit auch Ihre freie Stelle.

Stellenanzeige vorbereiten: So beantworten Sie die 5 Fragen richtig!

Überlegen Sie sich zunächst, wie die Stellenanzeige auf den Leser und mögliche Bewerber wirken soll. Welchen Eindruck möchten Sie unbedingt vermitteln, welche Aspekte sind wichtig in Ihrem Unternehmen, was für ein Jobprofil suchen Sie?
Bedenken Sie dabei, dass Sie bei Stellenanzeigen eine begrenzte Anzahl an Wörtern haben und alles kurz aber überzeugend auf den Punkt bringen müssen.

Das Unternehmen vorstellen

  • Beginnen Sie die Stellenanzeige mit einer kurzen Beschreibung des Unternehmens.
  • Stellen Sie Tätigkeitsfelder, Standorte, Mitarbeiterzahlen und Unternehmenswerte vor.
  • Versuchen Sie Emotionen zu wecken und aus der Sicht des Bewerbers zu denken.
  • Vermeiden Sie eine faktenorientierte Darstellung.

Anforderungen an den Bewerber

  • Schrecken Sie den Bewerber nicht ab.
  • Konzentrieren Sie sich auf die Qualifikationen des Bewerbers.
  • Vermeiden Sie Worthülsen wie flexibel und belastbar.

Freie Stelle umschreiben

  • Jobprofil und Tätigkeitsbeschreibung steht im Vordergrund.
  • Handelt es sich um eine Vollzeit- oder Teilzeitstelle?
  • Benennen Sie an welchem Standort der Bewerber eingesetzt wird.Beschreiben Sie die Stelle und mit wem der Bewerber zusammenarbeitet.

Was können Sie dem Kandidaten bieten

  • Zeigen Sie, wieso die Arbeit in Ihrem Unternehmen besonders ist.
  • Gehen Sie dabei auf evtl. Arbeitsumfeld, Angebote für Mitarbeiter und Vergütung ein.

Wie soll sich der Kandidat bewerben?

  • Auf welche Art und Weise soll die Bewerbung eingehen, per Mail oder schriftlich per Post?
  • Nennen Sie Ansprechpartner, Postanschrift und E-Mail.
  • Einsendeschluss der Bewerbung benennen.
  • Formale Vorgaben und Wünsche (Videobewerbung, klassische Bewerbung).

Stellenanzeige gestalten: Das Layout

Falls Sie die Möglichkeit haben, dass Layout frei zu gestalten, sollten Sie dies für sich nutzen. Egal ob online oder klassisch in der Zeitung, mit ein paar Punkten wird Ihre Stellenanzeige zum Hingucker.

Eyecatcher in der Stellenanzeige

Machen Sie Leser auf sich aufmerksam, indem Sie ein ansprechendes und interessantes Bild oder eine ausgefallene Überschrift wählen.

Gliedern Sie Ihre Jobanzeige

Gestalten Sie die Stellenausschreibung übersichtlich und leserfreundlich. Die wichtigen Informationen sollten auf den ersten Blick zu finden sein und sich von der restlichen Jobbeschreibung abheben.

  • Es gibt keine langen Textblöcke.
  • Es gibt nicht mehr als fünf Stichpunkte pro Abschnitt.
  • Wenn möglich arbeiten Sie mit Bildern.

Schlüsselbegriffe für die passende Zielgruppe

Mit entsprechenden Schlüsselbegriffen werden Sie insbesondere auf online Jobbörsen schneller gefunden. Benutzen Sie sogenannte Keywords wird Ihre Stellenanzeige entsprechend gefiltert und bei den Suchergebnissen passend angezeigt. Nur so kann Ihr Stellenangebot die passende Zielgruppe erreichen.

Wie Sie sehen, gibt es bei einer Jobanzeige einige Aspekte zu beachten. Gar nicht so leicht, eine gelungene Stellenanzeige zu formulieren, oder? Möchten Sie hier bei uns Ihre freie Stelle inserieren? Dann klicken Sie hier auf unseren Arbeitgeberbereich und stellen Sie mit wenigen Klicks Ihre Stelle online. Das Team von karrieretipps.de wünscht Ihnen viel Erfolg bei der Suche!

Bild: Anastasia Johlen
Anastasia Johlen (59 Artikel)

Anastasia Johlen hat Germanistische Sprachwissenschaften und Literaturwissenschaften in Paderborn studiert. Während ihres Studiums hat sie bereits in journalistischen Redaktionen als freie Mitarbeiterin gearbeitet. Moderationen, Nachrichten und Artikel: alles kein Problem. Texten war schon immer ihre Leidenschaft. Auf karrieretipps.de ist sie für den Bereich rund um Berufseinstieg, Büroalltag und Work-Life-Balance zuständig.

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