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Servant Leadership: Was steckt hinter diesem Führungsstil im Beruf?

Servant Leadership: Was steckt hinter diesem Führungsstil im Beruf?
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Anastasia Klingsiek am 09.10.2018 | 0 Kommentare
Inhalt:
  1. Was bedeutete Servant Leader?
  2. Wo liegt der Ursprung der Servant Leadership?
    1. Unterschied zur klassischen Führungskultur
  3. Diese Kompetenzen benötigen Sie für eine Servant Leadership
    1. Kompetenzen und Charaktereigenschaften eines Servant Leaders
  4. Was sind die Aufgaben des Servant Leaders und der Mitarbeiter?
    1. Beispiel für den Ablauf in einem Unternehmen mit einer dienenden Führung: 
  5. Was kann durch die dienende Führung erreicht werden?

Der moderne Führungsansatz „Servant Leadership“ stammt aus den USA und sorgt auch in Deutschland für Anhänger. Besonders junge Arbeitnehmer setzen auf eine agile Führung, suchen flache Hierarchien und wünschen Arbeit auf Augenhöhe: Und dafür steht Servant Leader. Als Führungskraft sollten Sie veraltete Führungskulturen und Vorgehensweisen über Bord werfen, denn immer mehr Arbeitnehmer suchen nach modernen Führungsansätzen. Die altbekannten Werte werden durch Servant Leadership ersetzt und gehen weit über die klassischen Pflichten einer Führungskraft hinaus. Was steckt hinter dieser Führungsweise? Wie können Sie als Vorgesetzter ein Servant Leader werden und passt dieser Führungsstil zu Ihnen?

Was bedeutete Servant Leader?

Den Ursprung hat die Servant Leadership durch den Trend zur Agilität. Agilität steht für nicht kontrollierende Vorgesetzte, die Verantwortung übertragen und handeln, ohne Druck auszuüben. Besonders die sogenannte Generation Y ist bekannt für einen Wandel in der Arbeitswelt, sie fordern Sabbaticals, Flexibilität und „sinnstiftenden“ Tätigkeit, weshalb diese Führungsweisen in Zukunft wohl immer mehr zunehmen werden.

Durch den Trend hat auch der neue Begriff „Servant Leader“ Einzug in viele deutsche Unternehmen erhalten. Frei übersetzt ins Deutsche bedeutet Servant „dienend“ und Leader steht für „Führer". Es handelt sich somit um einen dienenden Vorgesetzten, was soll das bitte bedeuten? 

Dabei geht es weder um eine Position, noch um eine Karrierechance, die Sie erhalten können, vielmehr handelt es sich um spezielle Fähigkeiten. Anhand Ihrer Persönlichkeit können Sie ausmachen, ob Sie die Fähigkeit zur dienenden Führungskraft besitzen. Das bedeutet nicht, dass Sie an Anerkennung verlieren oder Ihren Status im Unternehmen gefährden, ganz im Gegenteil. Es bedeutet, dass im Unternehmen eine Leitung und Führung existiert, um zu führen und die Richtung zu geben, jedoch sind die Mitarbeiter befugt, selbstständig Entscheidungen zu treffen. Der Vorgesetzte sucht nach Möglichkeiten, anderen zu helfen, anstatt dass andere ihm helfen. Durch diese Unternehmensführung kann eine großartige Führungskultur und Unternehmenskultur entstehen.

Wo liegt der Ursprung der Servant Leadership?

Ursprünglich stammt diese Form der Führungsphilosophie von Robert K. Greenleaf im Jahre 1970. Er ist der Gründer dieser modernen Servant Leadership Bewegung und hat die Theorie aufgestellt, dass die Hierarchie-Pyramide umgedreht werden müsste. Die Ideen hinter der dienenden Führung sind uralt, aber Greenleaf ist die Person, die sie zuerst für unsere Zeit formuliert hat. In seinem letzten veröffentlichten Schreiben sagte Greenleaf, dass sein Vater sein ursprüngliches Vorbild für einen Diener-Führer sei.

Unterschied zur klassischen Führungskultur

Viele Unternehmen orientieren sich vermutlich an der Top-Down-Führung, also alle Entscheidungen stammen quasi aus dem Eckbüro, festgelegt durch den Vorgesetzten, den Kopf der klassischen Positions-Pyramide im Beruf. Diese Führungskultur bindet die Mitarbeiter nicht ein, obwohl der Vorgesetzte oft „nur“ Entscheidungen fällt, aber nicht derjenige ist der sich etwa persönlich mit den Kunden trifft oder die Kampagnen und Projekte entwirft, hat er das Sagen. Die Servant Leadership Bewegung steht für das Gegenteil; Mitarbeiter sollen ihre Ideen teilen, Ihre Arbeit mit Hilfe des Vorgesetzten durchführen.

Die dienende Führung des Vorgesetzten orientiert sich am Menschen, an dem Mitarbeiter selbst, sodass das Unternehmen mithilfe zufrierender Arbeitnehmer Erfolg hat. 

Diese Kompetenzen benötigen Sie für eine Servant Leadership

Sicherlich muss Ihnen bewusst sein, dass es sich um eine gravierende Veränderung in Ihrem Unternehmen handelt. Sie wenden sich von der klassischen und gewohnten Führungskultur ab, da stoßen Sie bestimmt auch auf Gegenwind, sei es von Kooperationspartnern, Business-Kollegen oder den eigenen Mitarbeitern. Veränderung braucht Mut. Es muss Ihnen ebenfalls bewusst sein, dass Sie nicht mehr führen, sondern helfen und unterstützen. Es hängt von Ihrer Persönlichkeit und Einstellung ab, ob dieser Führungsphilosophie umsetzbar ist oder nicht. 

Kompetenzen und Charaktereigenschaften eines Servant Leaders

  • Zuhören: Sie müssen als Servant Leader aktiv zuhören und vorurteilsfrei verstehen. Hierbei sollten Sie die Bedürfnisse und Probleme Ihrer Mitarbeiter erkennen und verstehen.
  • Einfühlungsvermögen/Empathie: Als dienender Vorgesetzter agieren und führen Sie mit Weitsicht und Intuition, Sie gehen auf die Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter richtig ein.
  • Eigenverantwortung und Gemeinschaft fördern: Sie müssen als Servant Leader in der Lage sein Probleme und Aufgaben abzugeben, Sie müssen Ihren Mitarbeiter die Chance geben, Probleme selber zu lösen. Ebenfalls sollten Sie als Person des Vertrauens für Rat und Tat zur Seite stehen. Sie dienen dem Allgemeinwohl des Unternehmens und der Mitarbeiter.
  • Individualität stärken und unterstützen: Sie sorgen dafür, dass Mitarbeiter an ihren Aufgaben und Tätigkeiten wachsen, so lernen Ihre Mitarbeiter ständig dazu.
  • Gemeinschaft aufbauen: Sie bauen sich ein solides Netzwerk auf,  knüpfen Kontakte sei es insbesondere im Unternehmen aber auch außerhalb.
  • Was sind die Aufgaben des Servant Leaders und der Mitarbeiter?

Wenn die Mitarbeiter die Entscheidungen treffen und die Arbeit verrichten, sitzt der Chef dann einfach hinten bei einem kühlen Getränk? Nein, auch wenn sich das vielleicht einiger Vorgesetzte wünschen würden. Das ist nicht Sinn und Zweck der Servant Leadership. So wie ein Diener im königlichen Haushalt immer beschäftigt ist, ist auch der Dienerführer, also der Vorgesetzte, beschäftigt.

Um Führung zu übernehmen, müssen Sie als Chef oder Vorgesetzter wissen, was in Ihrem Unternehmen vor sich geht. Sie müssen mit Ihren Mitarbeitern in Kontakt bleiben, sich über Abläufe, Projekte und Kosten informieren, generell auf dem Laufenden bleiben, damit das Unternehmen wettbewerbsfähig bleibt.

Wenn ein Mitarbeiter Hilfe benötigt, kann ihm ein langjähriger Manager oder Vorgesetzter mit mehr Erfahrung und einer breiteren Perspektive auf die Branche und das Unternehmen helfen. Es handelt sich sozusagen um nützliche Tipps und Hinweise von einem alten Hasen in der Branche. 

Beispiel für den Ablauf in einem Unternehmen mit einer dienenden Führung: 

Ein Marketingleiter konzentriert sich auf das Marketing, während der Produktionsleiter sich auf die Herstellung eines Produkts konzentriert. Eine dienende Führungskraft muss über diese beiden Funktionen Bescheid wissen, damit sie beiden zum Erfolg verhelfen kann. Und manchmal füllt sie diese Lücke zwischen den beiden Funktionen, um Zusammenhalt und Zusammenarbeit zu schaffen.

Sicherlich wird Ihnen bewusst, dass die dienende Führung etwas schwieriger als die klassische Variante der Top-Down-Führung ist, aber es wird sich auf Dauer positiv auf Ihr Unternehmen und besonders auf das Mitarbeiterklima auswirken. In einer Top-Down-Managementorganisation sagt der Leiter einfach, tun Sie dies und die Aufgabe ist erledigt. Aber dienende Führung erfordert Nachdenklichkeit, Sorgfalt und proaktive Planung. Ein dienender Leiter benötigt Fachkenntnisse bei der Einstellung seines Teams, damit er Leute einstellt, die in der Lage sind, ihre Aufgaben zu erfüllen. Servant Leader coachen und trainieren, Sie geben Feedback.

Sie als Servant Leader benötigen Demut, um zu akzeptieren, dass Sie nicht immer eine Antwort haben. Manchmal müssen Sie als Vorgesetzter auch selber mit anfassen und die Grundarbeit verrichten, damit die Arbeit erledigt wird oder in Schwung kommt. 

Was kann durch die dienende Führung erreicht werden?

Das Prinzip der dienenden Führung kann Ihr Unternehmen stärken. Es zeigt sich, dass die 100 bestgeführten Unternehmen im jährlichen Ranking vom Fortune Magazin die Führungsphilosophie nach Robert K. Greenleaf vertreten. Somit spricht die Server Leadership für wirtschaftlichen Erfolg, aber auch für interne Zufriedenheit der Mitarbeiter. 

Durch diesen Führungsstil können Sie sicherlich auch junge Arbeitnehmer ansprechen und für sich gewinnen, denn wie bereits erwähnt, hat die Generation Y hohe Ansprüche an die moderne Arbeitswelt und ist bekannt für Freiheiten, Eigeninitiative und Work-Life-Balance. Durch die dienende Führung könnten Sie dieser Altersgruppe definitiv erreichen und zusätzlich im Sinne einer transformationalen Führung handeln. Bei der transformationalen Führung steht das Wie und Was im Mittelpunkt, als welche Themen in welcher Form bearbeitet werden. Durch diesen Führungsstil sind Sie Vorbild und vermitteln Begeisterung, Sie grenzen Ihre Erwartungen klar ein und vermitteln den Sinn, Sie bieten interessante und fordernde Aufgaben und Sie gehen individuell auf den Einzelnen ein. 

Bild: Anastasia Klingsiek
Anastasia Klingsiek (28 Artikel)

Anastasia Klingsiek hat Germanistische Sprachwissenschaften und Literaturwissenschaften in Paderborn studiert. Während ihres Studiums hat sie bereits in journalistischen Redaktionen als freie Mitarbeiterin gearbeitet. Moderationen, Nachrichten und Artikel: alles kein Problem. Texten war schon immer ihre Leidenschaft. Auf karrieretipps.de ist sie für den Bereich rund um Berufseinstieg, Büroalltag und Work-Life-Balance zuständig.

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