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Sachzuwendung für Mitarbeiter: So bleiben Aufmerksamkeiten steuerfrei!

Sachzuwendung für Mitarbeiter: So bleiben Aufmerksamkeiten steuerfrei!
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Anastasia Johlen am 05.04.2022 | 0 Kommentare
Inhalt:
  1. Was sind Sachzuwendungen?
    1. Beispiel für Sachzuwendungen
    2. Steuer- und sozialversicherungsfreie Sachzuwendungen
  2. Monatliche Freigrenze für Sachbezüge
  3. Geschenke, Gutscheine und Genussmittel als steuerfreier Sachbezug
    1. Vorsicht bei Gutscheinen: Vorgaben beachten
    2. Kriterien des ZAG beachten
  4. Welche steuerfreien Zuwendungen für Angestellte sind möglich?
    1. Jobticket als Sachbezug
    2. Dienstfahrrad als Sachzuwendung
    3. Werbegeschenke an Mitarbeiter
    4. Sport- und Gesundheitsangebote als Sachzuwendung
    5. Handy oder Laptop vom Arbeitgeber
    6. Zuschüsse für Kinderbetreuung
  5. Win-win-Charakter: Was bringen Sachzuwendungen?
    1. Vorteile von Sachzuwendungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Mit kleinen Gesten und Geschenken können Sie Ihre Mitarbeiter motivieren und besondere Leistungen wertschätzen. Welcher Angestellte freut sich nicht über eine kleine Aufmerksamkeit oder einen Gutschein aus der Chefabteilung. Wie Sie die steuerfreie Sachzuwendung für Ihre Mitarbeiter nutzen können und welche Bedingungen dafür erfüllt sein müssen, lesen Sie in diesem Artikel.

Was sind Sachzuwendungen?

Sachbezüge erhalten Arbeitnehmer nicht in Form eines Geldbetrages, sondern als geldwerter Vorteil. Typische Beispiele für Sachbezüge sind Essens- oder Tankgutscheine.

Diese Sachbezüge kann der Arbeitnehmer in verschiedenen Formen erhalten:

  • als Natural- oder Sachleistung
  • als Zusatzleistung

Als Sachbezüge oder Sachzuwendungen zählen Leistungen an den Arbeitnehmer, die dieser zusätzlich zum monatlichen Lohn oder Gehalt bekommt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten Sachzuwendungen zukommen zu lassen, dabei darf es sich weder um Bargeld noch um Gutscheine, die in bar ausgezahlt werden können, handeln. Es muss sich bei Sachzuwendungen immer um eine Sache handeln bzw. sichergestellt werden, dass nur Waren- und Dienstleistungen damit erworben werden können. Die Sachzuwendungen müssen ohne direkten betrieblichen Nutzen, aber aus betrieblicher Veranlassung, erfolgen.

Beispiel für Sachzuwendungen

  • unentgeltlich überlassene Arbeitsmittel zur beruflichen Nutzung
  • eine Sehhilfe, für die Bildschirmarbeit
  • Sachbezüge für Unterkunft und Verpflegung in Höhe der aktuell gültigen Sachbezugswerte

Steuer- und sozialversicherungsfreie Sachzuwendungen

  • Sachbezüge, die innerhalb der monatlichen 50-Euro-Freigrenze liegen.
  • anlassbezogene und persönliche Aufmerksamkeiten mit einer Freigrenze von bis zu 60 Euro pro Anlass.
  • Feierlichkeiten des Unternehmens bis zu einem Freibetrag von 11 Euro pro Mitarbeiter bis zu zweimal jährlich.
  • pro Kalenderjahr bis zu 600 Euro für die Unterstützung zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands und der betrieblichen Gesundheitsförderung durch Kurse förderungswürdiger Anbieter.
  • Beratung und Vermittlung zur Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen und Kindern, in zwingenden beruflichen Gründen auch die kurzfristige Übernahme der Betreuung in Höhe von bis zu 600 Euro.
  • Seit dem 01.01.2022 beläuft sich der monatliche Sachbezugswert für die Verpflegung auf 270 Euro und für Unterkunft auf 241 Euro

Monatliche Freigrenze für Sachbezüge

Durch das geschickte Nutzen der Sachbezugsfreigrenze von 50 Euro im Monat, können Sie jedem Mitarbeiter zusätzlich 600 Euro im Jahr ohne steuerliche Belastung zukommen lassen. Weder Sie als Arbeitgeber noch der Arbeitnehmer müssen auf diesen Betrag, Steuern oder Sozialabgaben leisten.

Seit dem 01.01.2022 wurde die Freigrenze für Sachzuwendungen auf 50 Euro im Monat pro Mitarbeiter erhöht, bis 2021 lag diese bei 44 Euro. Diese Sachzuwendungen an Mitarbeiter sind jedoch nicht übertragbar, nutzen Sie die Freigrenze nicht, dürfen Sie diese im nächsten Monat nicht einfach addieren.

Beachten Sie, dass die Freigrenze von 50 Euro im Monat auf keinen Fall überschritten werden darf. Bereits ein Cent über dieser Freigrenze macht die gesamte Zugabe abgabepflichtig. Beachten Sie die Freigrenze, können Sie für jeden Mitarbeiter jährlich bis zu 780 Euro netto steuerfrei und 11.016 Euro pauschalversteuert gewähren.

Geschenke, Gutscheine und Genussmittel als steuerfreier Sachbezug

Bei der Wahl der Aufmerksamkeit für Ihre Mitarbeiter haben Sie eigentlich sehr großen Spielraum, insofern Sie die Freigrenze von bis zu 50 Euro pro Monat nicht überschreiten. Bleiben Sie mit Ihren Sachbezügen in diesem Rahmen, bleiben Gutscheine, Genussmittel und Co. steuerfrei.

Vorsicht bei Gutscheinen: Vorgaben beachten

Doch aufgepasst: Sie können nicht jede Art von Geldkarte oder Gutschein als steuerfreien Sachbezug geltend machen. Gutscheine im Wert von bis zu 50 Euro im Monat sind seit 2020 nur steuerfrei, wenn diese Sachbezüge zusätzlich zum Arbeitslohn gewährleistet werden. Diese Aufmerksamkeiten dürfen nicht vom Lohn abgezogen oder eine Lohnerhöhung ersetzen!

Ab 2022 gelten etwa Gutscheine als zu versteuernder Barlohn, wenn dieser überall und uneingeschränkt eingesetzt werden kann. Deshalb ist es wichtig, dass die ausgegebenen Gutscheine ausschließlich dazu dienen, bestimmte Dienstleistungen oder Waren zu beziehen.

Kriterien des ZAG beachten

Deshalb müssen Sie bei der Gutscheinwahl die Kriterien des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetztes (ZAG) beachten, welche in drei Gruppen definiert werden:

  1. Gutscheine und Geldkarte für limitierte Netze, etwa von Einzelhandelsketten oder Geschäften.
  2. Gutscheine und Geldkarten für limitierte Produktpaletten, z. B. für Kino, Buchhandlung oder Tankstelle.
  3. Gutscheine und Geldkarten für Instrumente zu steuerlichen und sozialen Zwecken, wie z. B. für Restaurants oder Zuschüsse zu Mahlzeiten.

Welche steuerfreien Zuwendungen für Angestellte sind möglich?

Wie bereits erwähnt, gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie Sie die steuerfreie Zuwendung Ihren Mitarbeitern zukommen lassen können. Vom Werbegeschenk bis hin zum Jobticket oder Dienstfahrrad.

Jobticket als Sachbezug

Gewähren Sie Ihren Mitarbeitern zusätzlich zum Gehalt ein Jobticket, ist dies steuer- und sozialversicherungsfrei. Eine Gehaltsumwandlung ist aus diesem Grund nicht erlaubt. Hierbei ist zu beachten, dass die Entfernungspauschale durch diese Variante des Zuschusses gemindert wird. Alternativ können Sie als Arbeitgeber die Jobticket-Kosten auch vollständig übernehmen und pauschal versteuern. Dadurch kann Ihr Mitarbeiter weiterhin die Entfernungspauschale bei seiner Steuererklärung geltend machen.

Dienstfahrrad als Sachzuwendung

Seit 2019 können Arbeitgeber ihren Angestellten ein betriebliches Fahrrad steuer- und sozialversicherungsfrei überlassen. Erhalten die Mitarbeiter zusätzlich zum Gehalt ein Dienstfahrrad und zählt dieses nicht zur Gehaltsumwandlung, bleibt es steuerfrei.

Werbegeschenke an Mitarbeiter

Grundsätzlich können Sie Ihren Mitarbeitern mehrere Geschenke im Monat machen, doch am Ende werden alle zusammengezählt. Bis zu einer Summe von 50 Euro sind die Geschenke dann steuer- und sozialversicherungsfrei.

Sport- und Gesundheitsangebote als Sachzuwendung

Immer wichtiger im Bereich der Extras im Job sind Gesundheitskurse und Maßnahmen für die betriebliche Gesundheitsförderung. Diese Maßnahmen sollen den allgemeinen Gesundheitszustand Ihrer Belegschaft verbessern. Deshalb gibt es für spezielle Kurse und Angebote auch Förderungen vom Staat. Diese Kurse werden grundsätzlich in Form von Präventionskursen erbracht und sollen den Einzelnen motivieren, die Möglichkeiten einer gesunden Lebensweise auszuschöpfen.

Bis zu einem Wert von 600 Euro pro Jahr können Sie Leistungen oder Kurse steuer- und sozialversicherungsfrei anbieten, insofern Sie diese zusätzlich zum Gehalt hinzukommen.

Beispiele der Leistungen für die Gesundheit:

  • Rückentraining
  • Rauchentwöhnungskurse
  • Ernährungsseminare
  • Yoga- und Sportkurse bei zertifizierten Kursgebern
  • Mitgliedschaft in einem Fitness-Studio
  • Seminare zur Stressbewältigung

Handy oder Laptop vom Arbeitgeber

Stellen Sie Mitarbeitern ein Handy oder Laptop zur Verfügung und erlauben auch die private Nutzung, fallen keine Steuern oder Sozialversicherungsbeiträge an. Unabhängig von dem Wert des Gerätes.

Stellen Sie einem Mitarbeiter ein Gerät kostenlos oder vergünstigt zur rein privaten Nutzung zur Verfügung, müssen Sie als Arbeitgeber pauschal 25 Prozent Lohnsteuer abführen.
Snacks und Getränke im geringen Umfang

Bieten Sie Ihren Angestellten während der Arbeitszeit kostenfrei Getränke und kleine Snacks an, wie etwa Mineralwasser, Kaffee oder Obst, können Sie diese Leistungen steuer- und sozialversicherungsfrei angeben. Erhalten Arbeitnehmer hingegen eine kostenfreie Mahlzeit, sind Steuern und Sozialabgaben fällig.

Zuschüsse für Kinderbetreuung

Unterstützen Sie berufstätige Eltern mit Zuschüssen von Kita, Kindergarten oder Tagesmüttern, sind diese in unbegrenzter Höhe steuerfrei. Sozialabgaben sind ebenfalls nicht notwendig. Voraussetzung dafür ist, dass es sich um keine Gehaltsumwandlung handelt. Diese Zuschüsse erhalten Eltern zusätzlich zum Gehalt.

Win-win-Charakter: Was bringen Sachzuwendungen?

Eine Wertschätzung in Form von kleineren Aufmerksamkeiten ist eine Win-win-Situation, immerhin würdigen Sie dadurch nicht nur die erbrachte Leistung des Mitarbeiters, sondern Sie geben Ihren Angestellten ein Geschenk, das im direkten Zusammenhang steht. Das steigert die Motivation der Mitarbeiter, insbesondere, wenn diese Sachzuwendung einen direkten und nachvollziehbaren Nutzen hat.

Häufig freuen sich Angestellte mehr über eine Sachzuwendung in Form eines Gutscheines, als über jährliche Prämien. Für Sie als Arbeitgeber ist es ebenfalls lohnenswert, wenn Sie Sachleistungen in Höhe von 50 Euro direkt an die Mitarbeiter weitergeben.

Würden Sie 96 Euro als Lohnnebenkosten auszahlen, blieben nach den Abgaben und Steuern rund 50 Euro für den Mitarbeiter über. Für Sie geht auf diese Weise aus wirtschaftlicher Sicht mehr Geld verloren und der Mitarbeiter hat genauso viel davon.

Vorteile von Sachzuwendungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

  • hervorragend für Mitarbeitermotivation
  • extra zum Gehalt
  • Sachzuwendungen sind für beide Parteien steuer- und sozialversicherungsfrei
  • steigert Arbeitgeberattraktivität
  • Wertschätzung wird ausgedrückt
  • wirkt sich positiv auf Mitarbeiterbindung und Mitarbeiterführung aus
  • jeder Arbeitnehmer kann profitieren, egal ob Azubi, Minijobber oder Aushilfsjob

Als Arbeitgeber gibt es viele Möglichkeiten, wie Sie steuerfrei Ihren Mitarbeiten Wertschätzung zeigen können. Außerdem steigert etwa ein monatlicher Tankgutschein die Arbeitsmoral und Motivation der Mitarbeiter. Nähere Informationen zur Umsetzung erhalten Sie bestimmt bei Ihrem Steuerberater.

Bild: Anastasia Johlen
Anastasia Johlen (80 Artikel)

Anastasia Johlen hat Germanistische Sprachwissenschaften und Literaturwissenschaften in Paderborn studiert. Während ihres Studiums hat sie bereits in journalistischen Redaktionen als freie Mitarbeiterin gearbeitet. Moderationen, Nachrichten und Artikel: alles kein Problem. Texten war schon immer ihre Leidenschaft. Auf karrieretipps.de ist sie für den Bereich rund um Berufseinstieg, Büroalltag und Work-Life-Balance zuständig.

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