karrieretipps.de Karriere Quereinsteiger: Tipps für die fachfremde Bewerbung

Quereinsteiger: Tipps für die fachfremde Bewerbung

Quereinsteiger: Tipps für die fachfremde Bewerbung
© G-Stock Studio | shutterstock.com
Christiane Peters am 09.08.2021 | 0 Kommentare
Inhalt:
  1. Was ist ein Quereinsteiger?
  2. Warum Menschen Ihren Job aufgeben
  3. 9 Gründe für den Wechsel
  4. Der Bedarf an Quereinsteigern wächst
  5. Fachfremde entlasten den Arbeitsmarkt
  6. Ein Quereinstieg will gut überlegt sein - So gelingt er!
    1. Finden Sie die Branche für Ihre berufliche Zukunft
    2. Checken Sie Ihre Kompetenzen
    3. Kommunizieren Sie Ihre Soft Skills
    4. Initiativ bewerben
    5. Nutzen Sie Netzwerke und Kontakte
    6. Stellen Sie Ihre Motivation heraus
  7. So misslingt Ihr Quereinstieg  
    1. DON'T 1: am „alten“ Job hängen
    2. DON'T 2: wenig Lernbereitschaft
    3. DON'T 3: keine zielorientierte Bewerbung
    4. DON'T 4: keine Kommunikationsbereitschaft
  8. In diesen Berufen sind die meisten Quereinsteiger zu finden
  9. Kein Quereinstieg in geschützte Berufe

Haben Sie auch schon einmal mit dem Gedanken gespielt, Ihren durch Ausbildung oder Studium erlernten und vertrauten Beruf aufzugeben und in einer anderen, bisher fremden Branche tätig zu werden? Dann sind Sie nicht allein. Es gibt immer mehr  Menschen, die sich mit dieser Thematik beschäftigen. Stress und Unzufriedenheit, aber auch Perspektivlosigkeit und die Erkenntnis, keine „Lust“ mehr an der Tätigkeit zu haben, sind oftmals die Gründe für einen Ausstieg aus dem bisherigen Job und einen Quereinstieg in ein neues berufliches Umfeld. Wie plant man so einen entscheidenden Schritt? Und was gilt es zu bedenken, um kein Desaster im neuen Job zu erleiden?  

Was ist ein Quereinsteiger?

Berufliche Quereinsteiger sind Menschen, die bereits eine Berufsausbildung oder ein Studium abgeschlossen haben, jedoch nicht mehr in ihrem erlernten Beruf arbeiten. Diese auch als Seiteneinsteiger bezeichneten Personen verfügen in ihrem neuen Tätigkeitsfeld über keine klassische Ausbildung oder einen Studienabschluss.

Warum Menschen Ihren Job aufgeben

Ursachen für einen Wechsel im einmal erlernten Beruf gibt es viele. Sie basieren auf der individuellen Entscheidung jedes Einzelnen.

9 Gründe für den Wechsel

  • Grund 1: Unzufriedenheit mit der Tätigkeit
  • Grund 2: fachliche Qualifikation ist nicht mehr gefragt
  • Grund 3: betriebsbedingte Kündigung
  • Grund 4: Wunsch nach Veränderung
  • Grund 5: Motivation, etwas Neues auszuprobieren
  • Grund 6: höheres Gehalt
  • Grund 7: keine Chance auf Tätigkeit im erlernten Beruf  
  • Grund 8: keine Karrieremöglichkeiten
  • Grund 9: zu viel Stress

Der Bedarf an Quereinsteigern wächst

Quereinsteiger gewinnen auch in Deutschland immer mehr an Bedeutung. Das war lange Zeit anders. Weil viele Personaler der Auffassung waren, dass fachliche Qualifikationen, die durch eine Ausbildung oder Studium erworben werden, zur Ausübung eines Berufs unerlässlich sind. Im Ausland ist das bis heute anders. Hier zählen insbesondere Schlüsselqualifikationen, die sogenannten Soft Skills, und praktische Erfahrungen mehr als klassische Ausbildungs- und Studienabschlüsse.  

Fachfremde entlasten den Arbeitsmarkt

Mittlerweile ist jedoch auch bei uns mehr Bewegung in diesem Bereich festzustellen. Die Hemmschwelle der Unternehmen, Fachfremde einzustellen, sinkt. Angesichts des weiter anhaltenden Fachkräftemangels ist ein Umdenken dringend notwendig. Die Zeit ist reif, sich für diese neue Zielgruppe zu öffnen. Insbesondere in der Pflegebranche ist die Not groß, sodass hier fachfremde Kräfte gern gesehen sind. Auch in der IT und im Online und Social Media Marketing haben Quereinsteiger gute Chancen, einen Job zu finden.

Immer mehr Unternehmen bieten mittlerweile in ihren Stellenausschreibungen gezielt Stellen für Quereinsteiger an. Sie haben verstanden, dass ein Fachfremder mit seinem branchenübergreifenden Denken und seinen besonderen Stärken nicht nur den Fachkräftemangel entschärfen, sondern auch einen Mehrwert darstellen kann.  

Ein Quereinstieg will gut überlegt sein - So gelingt er!

Wenn Sie sich für einen Berufswechsel in eine andere Branche entscheiden, sollten Sie absolut sicher sein, dass Sie diesen Schritt gehen möchten. Die Entscheidung sollte gut überlegt sein und nicht aus einer spontanen Laune heraus erfolgen. Erst wenn Sie wirklich bereits sind für einen Jobwechsel mit all seinen Konsequenzen, sollten Sie handeln.  

Folgende Überlegungen sind im Vorfeld zu empfehlen:

Finden Sie die Branche für Ihre berufliche Zukunft

Informieren Sie sich über die Branche, in der Sie künftig arbeiten möchten. Klären Sie, wie offen diese für Quereinsteiger ist. Eine professionelle Beratung hilft Ihnen, mehr über Ihr künftiges Arbeitsfeld und über weitere Karrieremöglichkeiten zu erfahren. Außerdem bemerken Sie so auch rechtzeitig, wenn Sie mit Ihrer Vorstellung vom neuen Beruf falschliegen.   

Checken Sie Ihre Kompetenzen

Fragen Sie sich, ob die vorhandenen Fähigkeiten für den neuen Job ausreichen  
und welche zusätzlichen Qualifikationen notwendig sind. Wenn wichtige Kompetenzen fehlen, empfiehlt es sich, Fortbildungskurse zu belegen. Neben einer speziell ausgewählten Weiterbildung kann auch ein berufsbegleitendes Studium hilfreich sein.  

  • Viele Fortbildungsangebote können Sie berufsbegleitend und parallel zur Ausübung Ihres Jobs besuchen.
  • Sie beziehen weiterhin Ihr Gehalt und haben so keinen finanziellen Nachteil.  
  • Berufsbegleitende Qualifikationen müssen Sie meist selbst zahlen. Für einige gibt es jedoch staatliche Fördermöglichkeiten.
  • Einige Unternehmen haben spezielle Programme für Quereinsteiger entwickelt, um ihnen so gezielt Zugang zu fehlenden Kenntnissen zu vermitteln.  

Kommunizieren Sie Ihre Soft Skills

Als Quereinsteiger sollten Sie in Ihrer Bewerbung nicht die fachlichen Kompetenzen, sondern Ihre Soft Skills ins Spiel bringen. Diese sogenannten „weichen Fähigkeiten“ beschreiben Ihre Persönlichkeit und Ihre zwischenmenschlichen Fertigkeiten. Sie stehen auch für Team- und Kommunikationsfähigkeit, Kompromiss- und Leistungsbereitschaft. Und bescheinigen Ihnen damit Flexibilität, selbstständiges Handeln und Belastbarkeit.  

Initiativ bewerben

Um mehr Aufmerksamkeit bei Ihrem potenziellen Arbeitgeber zu erzielen, kann auch eine Initiativbewerbung sinnvoll sein. Sie stehen so nicht im Wettbewerb mit anderen Interessenten und deren fachlichen Fähigkeiten. Eine Option ist auch, selbst ein Stellengesuch aufzugeben.   

Nutzen Sie Netzwerke und Kontakte

Neben offiziellen Bewerbungen haben Sie auch die Möglichkeit, unkonventionelle Wege zu beschreiten: Nutzen Sie Kontakte und Netzwerke, recherchieren Sie über potenzielle Arbeitgeber und nutzen Sie Empfehlungen.

Stellen Sie Ihre Motivation heraus

In Ihrer Bewerbung sollten Sie besonders hervorheben, wie Sie sich in Ihrem neuen Tätigkeitsfeld einbringen möchten und welche Herausforderungen Sie besonders reizen. Mögliche negative Erfahrungen in Ihrer bisherigen Tätigkeit haben in der Bewerbung nichts zu suchen.

So misslingt Ihr Quereinstieg  

Ein Quereinstieg und die Aufgabe eines erlernten Berufs sind immer auch mit einem Risiko verbunden. Das lässt sich jedoch minimieren, wenn man bestimmte Dinge im Vorfeld berücksichtigt. Generell sollten Fachfremde aber mehr Zeit einplanen bis sie ihren Traumberuf gefunden haben.

Das sollten Sie in jedem Fall vermeiden:

DON'T 1: am „alten“ Job hängen

Trauern Sie nicht Ihrer bisherigen Tätigkeit und Ihre Stelle hinterher. Deshalb macht es auch keinen Sinn, wenn Sie in Ihrer Bewerbung Ihren bisherigen Job in den höchsten Tönen loben und zum Beispiel deren Verlust bedauern. Schließen Sie mit der Vergangenheit ab und schauen Sie in die Zukunft.  

DON'T 2: wenig Lernbereitschaft

Wenn Sie sich für einen Quereinstieg in ein neues Tätigkeitsumfeld interessieren, dann müssen Sie bereit sein, neue Kenntnisse zu erwerben. Bringen Sie diese Motivation nicht mit, dann sollten Sie über Ihre Entscheidung noch einmal ernsthaft nachdenken.

DON'T 3: keine zielorientierte Bewerbung

Eine Bewerbung auf Stellenausschreibungen, die konkrete fachliche Fähigkeiten verlangen und über die Sie nicht verfügen, ist ein Unterfangen, dass wenig Aussicht auf Erfolg hat. So werden Sie garantiert keine Stelle finden.

DON'T 4: keine Kommunikationsbereitschaft

Bei der Suche nach einem potenziellen Arbeitgeber müssen sie kreativ sein. Es ist wenig hilfreich, wenn Sie sich allein auf den Weg machen. Wenn Sie mit anderen kommunizieren und sich mitteilen, haben Sie bessere Chancen, Ihr Ziel zu erreichen.

In diesen Berufen sind die meisten Quereinsteiger zu finden

Es gibt einige Berufe, die sich gut für einen Quereinstieg eignen. In den letzten Jahren wurden diese besonders häufig von Fachfremden gewählt:  

  • Lehrer
  • Erzieher
  • Steuerberater
  • Patentanwälte
  • Unternehmensberater
  • Immobilienmakler
  • Content Manager
  • Vertriebler
  • Politiker
  • Gerichtsvollzieher

Kein Quereinstieg in geschützte Berufe

Nicht in jedem Beruf haben Quereinsteiger eine berufliche Zukunft. In den geschützten Berufen wie Ärzte, Juristen und Pharmazeuten haben Sie als Berufsfremder keine Chance. Das gilt auch für einige Ausbildungsberufe wie Fleischer oder Konditoren. Nur wer die komplette Ausbildung absolviert, darf die Berufsbezeichnung wählen.

Es gibt immer mehr Menschen, die ihren bisherigen Beruf aufgeben und ihr berufliches Glück in einer fremden Branche finden möchten. Wie oben beschrieben, müssen für diesen Schritt viele Dinge beachtet werden. Positiv ist, dass heute viele Berufsfelder Quereinsteigern offenstehen. Der Fachkräftemangel in einigen Bereichen hat die Möglichkeiten noch einmal erhöht. Allerdings sind für den Quereinstieg auch bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. Die Motivation, sich für die neue Tätigkeit zu qualifizieren und spezifisches Fachwissen zu erwerben, ist eine. Flexibilität und Engagement sind weitere Fähigkeiten, die Unternehmen sich von Fachfremden wünschen.

Bild: Christiane Peters
Christiane Peters (15 Artikel)

Christiane Peters hat Germanistik, Literaturwissenschaft und Geschichte studiert. Aktuell arbeitet sie als Journalistin für ein Wirtschaftsmagazin. Schwerpunkte ihrer redaktionellen Tätigkeit sind Themen aus den Bereichen New Work, Personalmanagement, Führung und Karriere. Auf karrieretipps.de kann sie ihre langjährigen Erfahrungen und ihren Blick für aktuelle Themen und Trends in der Personal- und Karriereentwicklung zur Anwendung bringen.

Letzte Artikel
Weitere Tipps für Ihre Karriere
Auto-Leasing: Firmenwagen als Unternehmen leasen
© lenapolll | shutterstock.com
Auto-Leasing: Firmenwagen als Unternehmen leasen

Das Leasing von Fahrzeugen ist eine gute Alternative zum Kauf eines Firmenwagens und gewinnt immer mehr an Beliebtheit. Leasen ist eine Mischform zwischen Kaufen und...

Unfall im Homeoffice:Wer zahlt und was ist versichert?
© MT-R | shutterstock.com
Unfall im Homeoffice:Wer zahlt und was ist versichert?

Zahlreiche Arbeitgeber ermöglichen ihren Angestellten Homeoffice, arbeiten vom Schreibtisch in den eigenen vier Wänden. In einigen Berufen bietet sich das...

Work-Life-Balance: Wie wichtig ist es den verschiedenen Generationen?
© stockfour | shutterstock.com
Work-Life-Balance: Wie wichtig ist es den verschiedenen...

Jede Generation ist von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ereignissen geprägt, dadurch entstehen unterschiedliche Werte und auch andere Ansprüche an...

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren
Viel Erfolg bei Ihrer Jobsuche!

Auf karrieretipps.de finden Sie täglich aktuelle Stellenangebote aus Ihrer Umgebung.