karrieretipps.deKarriereMobbing im Job: 6 Tipps, wie Sie sich dagegen wehren

Mobbing im Job: 6 Tipps, wie Sie sich dagegen wehren

Mobbing im Job: 6 Tipps, wie Sie sich dagegen wehren
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Inhalt:
  1. Die besten Tipps gegen Mobbing
  2. Tipp 1: Mobbing als solches wahrnehmen und erkennen
  3. Tipp 2: Verbündete suchen
  4. Tipp 3: Rechtliche Schritte einleiten
  5. Tipp 4: Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen
  6. Tipp 5: Gestärkt auftreten
  7. Tipp 6: Jobwechsel als letzten Ausweg
  8. Fazit zum Thema "Mobbing im Job"

Mobbing tritt in vielen Altersklassen und Schichten auf: Schreibt man Mobbing vor allem als Problem der Schulen zu, tritt es häufig auch am Arbeitsplatz auf. Über 11 % der Arbeitnehmer gaben in den letzten Jahren an, bereits einmal gemobbt worden zu sein. Die Dunkelziffer wird weit höher geschätzt, da sich viele Betroffene nicht dazu äußern. Sie bleiben meist mit ihren Ängsten und Sorgen allein, was zu Depressionen, Schlafstörungen, Magen- und Kopfschmerzen oder anderen Krankheitsbildern führen kann.

Der nachfolgende Artikel befasst sich ausführlich mit diesem Thema und stellt einige Tipps vor, wie Sie sich gegen Mobbing am Arbeitsplatz wehren können.

Die besten Tipps gegen Mobbing

Mobbing am Arbeitsplatz tritt leider in allen Berufsgruppen auf. Dabei ist nicht festzumachen, wer das Mobbingopfer ist. Schüchterne Menschen sind genauso betroffen wie starke Führungstiere, die von ihren Kollegen als starke Bedrohung wahrgenommen werden. Die Folge sind Schikanierungen, die das Arbeitsklima schwächen und den Arbeitsablauf stören. Dennoch müssen Sie Mobbing nicht hinnehmen und können sich gegen die Schikanen Ihrer Arbeitskollegen wehren. Die folgenden Tipps helfen Ihnen, gestärkt aufzutreten und ggf. rechtliche Schritte zu unternehmen.

Tipp 1: Mobbing als solches wahrnehmen und erkennen

Mobbing ist im Einzelnen schwierig auszumachen und festzulegen. Meist entsteht es, wo Menschen auf engstem Raum zusammenarbeiten oder -leben. In einem Büro beispielsweise kommen häufig Mobbingattacken vor. Ursache dafür sind meist Unzufriedenheit, Neid oder die Angst vor betriebsbedingten Entlassungen. Des Weiteren können Frustrationen über zu wenige oder zu viele Arbeitsaufgaben und Druck seitens der Vorgesetzten Gründe für Mobbingattacken sein. Schnell werden da Mobbingopfer ausgemacht, die vom Rest der Gruppe isoliert werden, um sich selbst ins beste Licht zu stellen.

Um als Mobbingopfer zu gelten, müssen die Schikanen durch den Vorgesetzten oder durch die Mitarbeiter systematisch und in einem längeren Zeitraum stattgefunden haben. Ansonsten könne das "Fehlverhalten" als einmalige Sache abgetan werden. Damit Sie sich wehren und Beweise vorlegen können, ist es nötig, ein Tagebuch zu führen. Das zeigt Ihnen zum einen selbst auf, unter welchen Schikanierungen Sie zu leiden haben. Zum anderen ist es hilfreich, um weitere Schritte einzuleiten und schriftliche Beweise vorlegen zu können.

Tipp 2: Verbündete suchen

Als weiteren Schritt können Sie sich Verbündete suchen: Gibt es weitere Mobbingopfer, die unter Ihrem Vorgesetzten und/oder den Kollegen zu leiden haben oder gibt es Kollegen, die mit Ihnen fühlen? Untersuchungen haben gezeigt, dass gleichgeschlechtliche Kollegen mehr Mitgefühl für jemanden aufbringen. Daher ist es ratsam, sich mit dem gleichen Geschlecht zu verbünden.

Suchen Sie das Einzelgespräch mit Ihren Kollegen und versuchen Sie den "Kopf" der Mobbingattacken ausfindig zu machen. Gehen Sie gezielt auf ihn zu und führen ein klärendes Gespräch mit ihm. Bieten Sie ihm die Stirn und sagen konsequent "Nein" zum Mobbing. Fordern Sie ein faires Verhalten ein, sodass Ihnen keine Informationen wissentlich unterschlagen oder Zugangsdaten verweigert werden.

Kommen die Schikanierungen weiter vor, bitten Sie um einen Termin bei Ihrem Vorgesetzten. Schildern Sie ihm, wie Sie sich fühlen und welch quälenden Maßnahmen Sie ausgesetzt sind. Erläutern Sie die Lügen, die über Sie verbreitet werden, zählen Sie die zahlreichen Sabotageversuche auf und schildern Sie Ihre täglichen Magenkrämpfe auf dem Weg zur Arbeit. Ist Ihr Vorgesetzter unter den Mittätern, ist ein Gespräch beim Betriebsrat ebenfalls möglich. Beziehen Sie sich dabei auch auf die Gespräche mit anderen möglichen Opfern oder Mitwissenden, um Ihre Glaubwürdigkeit zu unterstreichen.

Tipp 3: Rechtliche Schritte einleiten

Hat sich die Situation in kurzer Zeit trotz Aussprache und Gespräch mit dem Vorgesetzten bzw. Betriebsrat nicht verbessert, kann das Mobbingopfer rechtliche Schritte einleiten. Das zeigt Ihren Kollegen, dass Sie Mut haben, sich zu wehren. Auch für Ihr Selbstbewusstsein kann diese Maßnahme gut sein. Wenden Sie sich an einen Anwalt für Arbeitsrecht, der sich mit dem Thema auskennt. Nutzen Sie Ihre Rechtsschutzversicherung und rufen Sie bei Ihrem Dienstleister an, wo Sie Hilfe bei der Suche nach einem geeigneten Rechtsanwalt finden.

Dabei sollte Sie beachten, dass in Deutschland kurze Fristen gelten. Fühlen Sie sich z. B. durch Ihr Geschlecht, Ihre Herkunft, Ihre sozialen Unterschiede oder Religion diskriminiert, müssen Sie binnen zwei Monate rechtliche Schritte einleiten. Ansonsten verfällt Ihr Anspruch auf Schadensersatz und Schmerzensgeld.

Stellen Sie sich jedoch darauf ein, dass nur in seltenen Fällen der Angeklagte seinen Posten räumen muss. Ggf. erreichen Sie eine finanzielle Entschädigung z. B. für einen längeren Ausfall sowie eine Ermahnung der Täter. Treten die Mobbingattacken vermehrt auf, kann der Arbeitgeber eine Kündigung in Betracht ziehen. Mobbingopfern ist bereits damit geholfen, wenn die Schikanierungen aufhören. Um zu einem geregelten Arbeitsalltag zurückzukehren, können Sie um eine interne Versetzung bitten.

Tipp 4: Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen

Damit Sie unter dem psychischen Druck nicht zusammenbrechen, ist es wichtig, mit anderen Menschen über Ihre Probleme zu sprechen. Suchen Sie das Gespräch mit Mitarbeitern, die Ihnen freundlich gesinnt sind oder sprechen Sie mit Ihrem Partner oder Freunden darüber. Damit machen Sie das Problem greifbar. Geben Sie sich nicht selbst die Schuld für die Situation und wenden Sie sich an einen Experten. Ihr Hausarzt z. B. kann Ihnen professionelle Hilfe vermitteln. Ist Ihnen der Gang zum Psychologen nicht willkommen, können Selbsthilfegruppen eine gute Möglichkeit sein, um das Erlebte zu verarbeiten. Im Internet gibt es diverse Foren, die sich über das Thema Mobbing austauschen. Wenn Sie mit anderen Mobbingopfern über Ihre Gefühle und Erfahrungen schreiben oder reden, fällt Ihnen auf, dass Sie nicht alleine sind. Tauschen Sie sich über den aktuellen Stand aus und geben Sie sich gegenseitig Ratschläge bei der Rechtsanwaltsuche. Das gibt Ihnen neuen Mut, um nach vorne zu schauen.

Tipp 5: Gestärkt auftreten

Profitieren Sie von den Gesprächen mit anderen und lassen Sie sich nicht von Ihren giftenden Kollegen herunterziehen. Verabreden Sie sich mit anderen Kollegen zur Mittagspause und zeigen Sie, dass Sie nicht kleinzukriegen sind. Ein neuer Haarschnitt, eine neue Kleidung oder neue Schuhe geben Ihnen mehr Selbstbewusstsein. Vor allem roter Lippenstift bei Frauen zeigt, dass sie mutig und willensstark sind. Männer hingegen können mit roten Accessoires wie etwa einem roten Einstecktuch den gleichen Effekt erzielen. Genießen Sie ein Wochenende in einem Spa oder besuchen Sie ein Solebad mit Sauna. Tun Sie sich selbst etwas Gutes und betreiben Sie nach der Arbeit etwas Sport.

Im Besonderen empfehlen sich Brustschwimmen oder Kraulen sowie Joggen oder Krafttraining. Auch Boxtraining oder asiatischer Kampfsport tragen zu einem stärkeren Selbstbewusstsein bei. Während dieser Trainingseinheiten können Sie die angestaute Wut loslassen und tanken neue Energie für den kommenden Tag. Gehen Sie in der Mittagspause eine Runde spazieren, um den Kopf frei zu bekommen. Geben Sie Ihren Mobbingtätern keine Chance, Sie bloßzustellen und geben Sie nicht klein bei, sondern suchen Sie das konfrontierende Gespräch. Das schindet meist Eindruck und sorgt dafür, dass die Schikanen aufhören.

Tipp 6: Jobwechsel als letzten Ausweg

Falls die oben genannten Tipps nicht helfen, kann ein Jobwechsel ein letzter Ausweg sein, um sich selbst zu schützen. Schauen Sie sich nach einer neuen Arbeitsstelle um, die besser zu Ihrem Lebensstil passt. Bei einem potentiellen Bewerbungsgespräch ist es ratsam, die Mobbingattacken nicht zu erwähnen. Kommt die Frage auf, warum Sie sich nach einer neuen Arbeitsstelle umsehen, können Sie eine neue persönliche Herausforderung oder das ansprechende Firmenprofil angeben. Machen Sie niemals Ihren alten Vorgesetzten dafür verantwortlich, was geschehen ist. Ihr Gegenüber wird Ihnen kein Mitleid aufbringen, sondern sich die Frage stellen, ob Sie auch eines Tages schlecht über sie oder ihn reden werden. Das Gleiche gilt für die neuen Mitarbeiter. Erwähnen Sie das Thema Mobbing nicht, sondern erläutern Sie z. B., dass die "Chemie" nicht gestimmt habe oder dass Sie andere Vorstellungen Ihrer Entwicklung in der Firma gehabt haben. Lenken Sie das Thema ins Positive und überzeugen Sie mit Ihrer guten Arbeitsleistung.

Hat der Jobwechsel geklappt, treten Sie gestärkt und ohne Angst auf. Nutzen Sie ggf. alte Urlaubstage oder bauen Überstunden ab, um die Zeit zwischen dem alten und neuen Job zu überbrücken. Tun Sie sich selbst etwas Gutes und besuchen Sie in dieser Zeit ein Wellnesshotel oder fahren ein paar Tage in die Berge. Beim Spazierengehen bekommen Sie einen klaren Kopf und können selbstbewusst in den neuen Job starten. Kaufen Sie sich ggf. neue Arbeitskleidung, in der Sie selbstsicher und zuversichtlich wirken.

Fazit zum Thema "Mobbing im Job"

Mobbing ist ein schwer zu definierendes Problem, das in jeder Berufsbranche auftritt. Rund 3 Millionen Menschen sind von Schikanierungen, Sabotageversuchen und Lügen betroffen, die die Psyche angreifen können. Um Mobbing zu unterdrücken, ist ein gesundes Arbeitsklima wichtig. Denn meist tritt Mobbing bei gestressten oder unterforderten Kollegen auf, die in ihren Mobbingopfern potentielle Rivalen sehen. Sie selbst bangen um ihren Job und versuchen, die Konkurrenz auszuschalten.

Damit Sie sich dem entziehen können, können Sie maßgebliche Schritte einleiten. Schreiben Sie die Mobbingattacken mit Datum und Uhrzeit auf und halten nach möglichen Zeugen Ausschau. Suchen Sie ein klärendes Gespräch mit Ihren Kollegen, Vorgesetzten und dem Betriebsrat. Hilft das alles nicht, können Sie rechtliche Schritte einleiten. Anders als in anderen europäischen Ländern ist es wichtig, dass Sie eine Frist von 2 Monaten nicht überschreiten sollten, um Schmerzensgeld etc. einfordern zu können.

Gehen Sie nicht kritisch mit sich selbst um, sondern suchen Sie sich Hilfe bei Freunden, Ärzten oder Psychologen. Stärken Sie ihr Selbstbewusstsein oder suchen Sie als letzten Ausweg eine neue Arbeitsstelle, wo Sie wieder Freude am Arbeiten finden.


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