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Mini-Retirement: Die Freiheit des Ruhestands in jüngeren Jahren!

Mini-Retirement: Die Freiheit des Ruhestands in jüngeren Jahren!
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Lillia Seifert am 08.10.2020 | 0 Kommentare
Inhalt:
  1. Mit der beruflichen Auszeit zu neuer Kraft und Motivation
  2. Was bedeutet Mini-Retirement?
  3. Warum ist ein Mini-Retirement wichtig?
  4. Ist ein Mini-Retirement für jeden geeignet?
  5. Berufliche Auszeit: In 6 Schritten zum Mini-Retirement
  6. 4 Ideen für Ihr Mini-Retirement
    1. 1. Idee: Beim Reisen neues Erleben und Entdecken
      1. Worauf ist bei der Wahl der Reiseziele zu achten?
    2. 2. Idee: Arbeiten und neue Erfahrungen sammeln
    3. 3. Idee: Freiwilligenarbeit
    4. 4. Idee: Weiterbilden während des Mini-Retirements
  7. Mini-Retirement: So setzen Sie die Auszeit beim Arbeitgeber durch
  8. Lücke im Lebenslauf: So erklären Sie das Mini-Retirement
  9. Mini-Retirement – und dann?

Viele Berufskarrieren sehen so aus: Ausbildung oder Studium und anschließend eine erfüllende  Beschäftigung in einem interessanten Unternehmen. Ambitioniert wird dann an der Karriere gearbeitet. Für den beruflichen Erfolg nimmt man gerne eine höhere Arbeitsbelastung in Kauf. Später, mit Eintritt in den Ruhestand, bleibt noch genügend Zeit, um all die Entbehrungen nachzuholen. Dann wird man endlich Zeit zum Reisen, für die Familie und die Hobbys haben. Auf den Gedanken, dass all diese in die Zukunft katapultierten Aktivitäten vielleicht gar nicht mehr möglich sind, weil die physische Kraft, gesundheitliche Einschränkungen oder finanzielle Ressourcen dies unmöglich machen, kommen die wenigsten. Gibt es eine Alternative, wie kann man den Herausforderungen des Jobs für eine bestimmte Zeit entkommen?       

Mit der beruflichen Auszeit zu neuer Kraft und Motivation

In den letzten Jahren haben berufliche Auszeiten eine immer größere Bedeutung erlangt. Diese zeitlichen Phasen, in denen man Abstand gewinnt, frische Ideen und Kräfte sammeln kann und später mit neuer Motivation wieder seine Tätigkeit aufnimmt, sind für Mitarbeiter und Unternehmen gewinnbringend. Das bestätigen auch zahlreiche Studien, die zeigen, dass Menschen, die während ihrer beruflichen Tätigkeit eine Auszeit nehmen, ausgeglichener, produktiver und kreativer sind.

Das sogenannte Sabbatical („Zeit zum Innehalten“) bietet diese Möglichkeit. Zahlreiche Arbeitgeber bieten ihren Beschäftigten diese Option mittlerweile im Arbeitsvertrag an. Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels ist das ein gutes Instrument, um sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren.

Was bedeutet Mini-Retirement?

Neben dieser „Pause von der Arbeit“ gibt es das „Mini-Retirement“, den „Mini-Ruhestand“, der bei uns weniger bekannt ist und insbesondere im Ausland wie den USA viele Anhänger hat.

Anders als das Sabbatical, das meist einmalig ist und zum Beispiel eine Auszeit von drei Monaten oder einem Jahr umfassen kann, basiert das Mini-Retirement auf der Idee, den eigentlichen Ruhestand, der in der Regel 20 bis 30 Jahre umfasst und nach Beginn der aktiven beruflichen Tätigkeit beginnt, in kleinere Zeiteinheiten aufzuteilen. So kann zum Beispiel der Beschäftigte im Alter von 30 Jahren für ein oder zwei Jahre in den Mini-Ruhestand gehen, danach wieder beruflich tätig werden, um dann nach einigen Jahren erneut eine vorübergehende „Pensionierung“ anzuschließen. Philosophie ist es, die Freiheit des Ruhestandes, die eigentlich in der dritten Lebensphase beginnt, nun bereits in verschiedenen Lebensabschnitten vorab zu genießen.  

Warum ist ein Mini-Retirement wichtig?

Bei einem Mini-Retirement bleiben Sie für eine festgelegte Zeit der Arbeit fern. Anders als im Urlaub gilt diese Phase der beruflichen Abstinenz für die Selbstreflexion, um zu neuen Einsichten im Hinblick auf das berufliche und auch das private Leben zu gelangen. Das setzt allerdings einen strategischen Plan voraus, der auch beinhaltet, wie es nach der Auszeit weitergehen soll. Beispiele von Mini-Ruheständlern zeigen, dass diese Zeit für sie gewinnbringend war und ihnen neue Wege aufgezeigt hat.

Ist ein Mini-Retirement für jeden geeignet?

Die Antwort ist eindeutig: nein. Für Menschen, die völlig ausgebrannt sind, keinen Spaß mehr an der Arbeit haben und sich spontan für einen Ausstieg entscheiden, ohne zu wissen, wie es später weitergehen soll, ist das Mini-Retirement eher nicht geeignet.  

Berufliche Auszeit: In 6 Schritten zum Mini-Retirement

  1. Eine gute Vorbereitung für die Auszeit ist die Basis für den Erfolg. Nehmen Sie sich genügend Zeit, um herausfinden, warum Sie einen Mini-Ruhestand wünschen.
  2. Entscheiden Sie, wie Sie diese kostbare freie Zeit nutzen möchten.
  3. Klären Sie, wie Sie die Auszeit finanzieren. Man muss nicht reich sein, um sich eine Pause von der Arbeit leisten zu können. Wichtig ist, ein Budget für diesen Mini-Ruhestand festzulegen.
  4. Erarbeiten Sie einen Finanzplan: Legen Sie fest, wie lange die Auszeit dauern soll: Die Zeitspanne reicht von einem Monat bis hin zu 36 Monaten.
  5. Schätzen Sie die Höhe der Lebenshaltungskosten (Miete, Lebensmittel, andere Ausgaben)
  6. Falls Sie auf Reisen gehen möchten, kalkulieren Sie die Kosten für Reise und Aufenthalt.

4 Ideen für Ihr Mini-Retirement

1. Idee: Beim Reisen neues Erleben und Entdecken

Ein Mini-Retirement kann unterschiedlich gestaltet werden: Die meisten Menschen entscheiden sich für das Reisen. Sie möchten die Welt entdecken, neue Kulturen und Sprachen kennenlernen. Spannend ist bereits die Auswahl des Ziellandes, indem man seinen Mini-Ruhestand verbringen möchte. Asien, Südamerika, Australien sind besonders beliebte Reiseziele.

Worauf ist bei der Wahl der Reiseziele zu achten?

  • Wetterbedingungen während der Reisezeit  
  • Auswahl und Buchung der Unterkünfte  
  • Festlegung der Transportmittel  
  • Beschaffung von Visa
  • Überprüfung des Impfschutzes  

2. Idee: Arbeiten und neue Erfahrungen sammeln

Auch das Arbeiten im „Ruhestand“ ist für einige „Pensionäre“ eine Option. So gibt es Menschen, die als Sprach-, Surf- oder Yogalehrer an ihrem Traumort aktiv sind. Das Schreiben eines Blogs, um einer interessierten Öffentlichkeit über das Erlebte zu berichten, ist ebenfalls eine Möglichkeit. Die Bezahlung wird zwar eher gering ausfallen, dennoch ist sie eine kleine Ergänzung zum vorhandenen Budget.  

3. Idee: Freiwilligenarbeit

Für andere „Aussteiger“ steht das Engagement für die im Land lebenden Menschen und die Teilnahme an sozialen oder gemeinnützigen Projekten ganz oben auf der Prioritätenliste. Diese Aktivitäten können viele neue Erfahrungen mit sich bringen und eine Bereicherung sein, von denen man später profitieren kann.    

4. Idee: Weiterbilden während des Mini-Retirements

Die Auszeit kann auch dafür genutzt werden, neues Wissen und neue Kompetenzen zu erwerben. Möglichkeiten gibt es viele: Neben dem Erwerb neuen Know-hows für den Beruf, können auch völlig berufsfremde Inhalte erlernt werden. Themen, die Sie vielleicht immer schon interessiert haben, wofür Sie aber nie die Zeit hatten, haben jetzt die Chance realisiert zu werden. Auch die Aufnahme eines Studiums kann eine Option sein.

Mini-Retirement: So setzen Sie die Auszeit beim Arbeitgeber durch

Die wenigsten Unternehmen werden erfreut sein, wenn ein Mitarbeiter sich für eine längere Zeit verabschiedet. Deshalb kann es sein, dass Sie Ihren Urlaub opfern oder auch Ihren Job kündigen müssen. Es gibt jedoch auch Unternehmen, die ihren Mitarbeitern im Arbeitsvertrag eine Auszeit einräumen, eine vertragliche Regelung für die Abwesenheit aushandeln und auch den Wiedereinstieg klar regeln. Eine allgemeingültige Praxis ist nicht bekannt, eine konkrete Umsetzung daher individuell vorzunehmen.     

Lücke im Lebenslauf: So erklären Sie das Mini-Retirement

Viele Menschen glauben, dass es negativ sein könnte, wenn sie regelmäßig längere Auszeiten nehmen. Sie sehen in der größeren Arbeitspause ein Karrierehemmnis. Das muss jedoch nicht sein. Lücken im Lebenslauf sind nicht unbedingt ein Problem bei einer Bewerbung.

Bei einigen Arbeitgebern können Sie durchaus punkten, indem Sie von Ihren Aktivitäten während Ihrer freien Zeit berichten. Wenn Sie erzählen, dass Sie zum Beispiel freiwillig als Lehrer in Afrika oder im Regenwald gearbeitet haben, dann zeugt das von Ihrem Ehrgeiz, Ihrer Risikobereitschaft und Ihrer Fähigkeit, neue Herausforderungen einzugehen. Es gibt nämlich Personalverantwortliche, die interessante und inspirierende Menschen wünschen, weil diese eine Bereicherung für ihr Unternehmen darstellen können.

Mini-Retirement – und dann?

Die meisten Menschen, die für einige Zeit Pause vom Job gemacht haben, gehen motivierter in die neue Arbeitsphase zurück. Es ist nicht zwangsläufig erstrebenswert, die bisherige Tätigkeit wieder aufzunehmen. Die Option, vorausgesetzt der Arbeitgeber ermöglicht dieses, besteht zwar, es gibt aber auch andere Möglichkeiten. Die Praxis zeigt, dass viele Rückkehrer gar nicht mehr den Wunsch hatten, die vertraute Arbeit wieder aufzunehmen. Durch ihre Auszeit, ihre neue Erfahrungen und ihre andere Sicht auf Beruf und Leben haben sie für sich die Entscheidung getroffen, nun etwas ganz anderes zu machen.  

Eine Auszeit wie ein Mini-Retirement kann eine gewinnbringende und sinnstiftende Lebensphase sein. Anders als im Ausland gibt es in Deutschland keinen Rechtsanspruch, sodass individuelle Absprachen mit dem Arbeitgeber notwendig sind. Wie so häufig im Leben ist eine genaue Planung unerlässlich, damit diese freie Zeit zu einem individuellen Erfolg und einer persönlichen Bereicherung führt.

Bild: Lillia Seifert
Lillia Seifert (21 Artikel)

Lillia Seifert hat Anglistik und Soziologie studiert und befindet sich derzeit im Masterstudium der Interdisziplinären Medienwissenschaft an der Universität Bielefeld. Sie veröffentlichte bereits eigene Texte und arbeitete als Social Media Managerin. Mit ihren Kenntnissen aus den verschiedenen Bereichen gelingt ihr das multiperspektivische Arbeiten mit Themen besonders gut. Auf karrieretipps.de kann sie ihre Kompetenzen im kreativen Umgang mit informativen Texten ideal einsetzen.

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