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Kündigung als Arbeitnehmer: Fristen & Voraussetzung

Kündigung als Arbeitnehmer: Fristen & Voraussetzung
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Anastasia Klingsiek am 28.02.2019 | 0 Kommentare
Inhalt:
  1. Überblick: 4 Fakten zur Kündigung
  2. Definition Kündigung
  3. Warum kündigen Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz?
  4. Die zwei Varianten der Kündigung: Fristlose und fristgerechte Kündigung 
    1. Fristgerechte Kündigung: Die ordentliche Kündigung
    2. Fristlose Kündigung: Die außerordentliche Kündigung 
  5. Kündigungsfristen: Was müssen Sie beachten?
    1. Grundkündigungsfrist 
    2. Kündigung bei befristeten Verträgen 
    3. Kündigung in der Probezeit 
  6. Wann muss die Kündigung eingehen?

Nicht nur Arbeitgeber können ihren Mitarbeitern kündigen, auch Angestellte haben das Recht auf eigenen Wunsch das Arbeitsverhältnis zu beenden. Gründe für eine Kündigung gibt es viele: Probleme mit Arbeitskollegen oder dem Chef, ein neues Jobangebot oder der Wunsch nach Veränderung und neuen Herausforderungen. Damit eine Kündigung rechtens ist, müssen Sie sich als Arbeitnehmer an Vorgaben und Firsten halten. 

Erfahren Sie hier alles rund um die Kündigung als Arbeitnehmer. 

Überblick: 4 Fakten zur Kündigung

  • Die Kündigung muss ohne Ausnahme schriftlich erfolgen
  • Die rechtliche Kündigungsfrist muss eingehalten werden
  • Die Kündigung muss handschriftlich unterschrieben werden 
  • Eine Begründung für die Kündigung ist nicht zwingend notwendig

Definition Kündigung

Mit einer Kündigung wird ein Vertrag einseitig beendet. Damit die Kündigung greift, muss diese fristgerecht erfolgen. Deshalb ist es notwendig, dass ein Kündigungsschreiben immer mit Datum versehen wird. Bei einer Kündigung müssen Fristen beachtet werden. 

Die gesetzliche Kündigungsfrist, die Kündigungszeit nach Arbeitsvertrag, Tarifvertrag und Probezeit spielen in Bezug auf die Kündigung eine wichtige Rolle. 

Warum kündigen Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz?

Individuelle Gründe und Veränderungen können der Auslöser für eine Kündigung sein. Zwar ist es vermutlich häufiger, dass der Arbeitgeber seinem Angestellten kündigt, doch es gibt auch Arbeitnehmer, die den Schritt gehen.

Steht bereits ein neuer Job in Aussicht, fällt es dem Arbeitnehmer sicherlich einfacher, den aktuellen Job abzuschreiben. 

Jedoch gibt es auch einige Situationen in denen Angestellte zunehmend verunsichert sind. Bestimmte Zustände lassen Arbeitnehmern auch ohne neuen Job oft keine andere Wahl.

Sich von dem aktuellen Arbeitgeber zu verabschieden ist sinnvoll, wenn folgende Zustände herrschen:

Gründe für eine Kündigung durch den Arbeitnehmer

  • Unmenschliche Erwartungen durch den Arbeitgeber 
  • Gefährliche Arbeitsbedingungen und Arbeitssituation
  • Schaden durch Vorgesetzte oder Arbeitskollegen
  • Zu wenig Arbeit
  • keine Chance auf Weiterentwicklung 
  • eine Kündigung durch den Arbeitgeber zuvorkommen

Die zwei Varianten der Kündigung: Fristlose und fristgerechte Kündigung 

Ein Arbeitnehmer kann unter bestimmten Voraussetzungen eine fristlose oder eine fristgerechte Kündigung aussprechen. Welche Kündigung für Sie angemessen oder die richtige Variante ist, hängt etwas von Ihrer individuellen Situation und den Gegebenheiten am Arbeitsplatz ab. 

Oft entscheiden die Gründe darüber, ob es eine fristlose oder fristgerechte Kündigung ist. Inwiefern unterscheiden sich die beiden Kündigungen voneinander? Was gilt es zu beachten?

Fristgerechte Kündigung: Die ordentliche Kündigung

In der Regel handelt es sich bei der fristgerechten Kündigung, auch als ordentliche Kündigung bezeichnet, um die gängige Variante. Bei dieser Kündigung liegen häufig plausible Gründe vor, die absehbar sind.

Ziehen Sie in eine andere Stadt oder suchen Sie nach einer wirklichen Herausforderung, die Sie bei Ihrem aktuellen Arbeitgeber nicht bekommen? 

Generell kann ein Arbeitnehmer eine ordentliche Kündigung jederzeit ohne Begründung verfassen. Jedoch ist es verpflichtend sich an die gesetzliche Kündigungsfrist zu halten sowie die Kündigungserklärung zu beachten. 

Mögliche Gründe einer ordentlichen Kündigung

  • neues Jobangebot
  • Umzug
  • Aufnahme eines Studiums/ intensiven Weiterbildung

Fristlose Kündigung: Die außerordentliche Kündigung 

Nicht nur Arbeitgeber können eine fristlose Kündigung aussprechen, auch Arbeitnehmer haben einen Anspruch darauf, ihrem Arbeitgeber fristlos zu kündigen. Die fristlose Kündigung ist auch unter der Bezeichnung außerordentliche Kündigung bekannt. 

Bevor eine fristlose Kündigung rechtens ist, müssen alle anderen Maßnahmen ergriffen haben. Oft handelt es sich bei außerordentliche Kündigung um Einzelfälle, welche nicht selten vor Gericht geklärt werden. In der Regel kann ein Arbeitnehmer nur bei schwerwiegenden Gründen das Arbeitsverhältnis fristlos beenden. 

Ein triftiger Grund für die fristlose Kündigung wird folgendermaßen im Bürgerlichen Gesetzbuch (§ 626 Fristlose Kündigung aus wichtigem Grund) festgehalten:

(1) Das Dienstverhältnis kann von jedem Vertragsteil aus wichtigem Grund ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist gekündigt werden, wenn Tatsachen vorliegen, auf Grund derer dem Kündigenden unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles und unter Abwägung der Interessen beider Vertragsteile die Fortsetzung des Dienstverhältnisses bis zum Ablauf der Frist zur Kündigung oder bis zu der vereinbarten Beendigung des Dienstverhältnisses nicht zugemutet werden kann.

(2) Die Kündigung kann nur innerhalb von zwei Wochen erfolgen. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, in dem der Kündigungsberechtigte von den für die Kündigung maßgebenden Tatsachen Kenntnis erlangt. Der Kündigende muss dem anderen Teil auf Verlangen den Kündigungsgrund unverzüglich schriftlich mitteilen.

Schwerwiegende Gründe für eine fristlose Kündigung durch Arbeitnehmer

  • Gesundheitsgefährdung
  • Verlangen einer Straftat
  • grobe Verletzung der Pflichten des Arbeitgebers
  • Diskriminierung
  • Mobbing
  • sexuelle Belästigung
  • aggressives Verhalten
  • Einbehaltung der Sozialabgaben 
  • unwiederbringlicher Verlust des Vertrauens zum Arbeitgeber
  • ausbleiben oder unpünktliche Bezahlung des Gehaltes (wiederholt!)

Eine fristlose Kündigung dürfen Sie nur innerhalb eines Zeitraums von zwei Wochen aussprechen, nachdem der Kündigungsgrund eintritt. So dürfen Sie nicht erst ein halbes Jahr nachdem der Kündigungsgrund eintrat beziehungsweise, wenn Sie von diesem erfahren, eine fristlose Kündigung einreichen. 

Eine fristlose Kündigung muss deshalb innerhalb von 14 Tagen nach Bemerken der Missstände in schriftlicher Form bei dem Arbeitgeber abgegeben werden. Wichtig ist auch, dass Sie mögliche Beweise sammeln. 

Kündigungsfristen: Was müssen Sie beachten?

Wenn Sie eine Kündigung einreichen, sollten Sie immer die Fristen beachten, damit die Kündigung so schnell, wie nur möglich erfolgt. Ansonsten müssen Sie warten, bis der nächstmögliche Termin zur Kündigung zulässig ist. 

Bei jeder ordentlichen Kündigung sollten Sie die gesetzliche Kündigungsfrist einhalten. Sie als Arbeitnehmer und Ihr Arbeitgeber müssen sich an diese Frist halten. 

Grundkündigungsfrist 

Die Grundkündigungsfrist beträgt vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende. Diese Frist ändert sich für keinen Arbeitnehmer, egal wie lange dieser bereits bei dem Arbeitgeber tätig sind. 

Ob Sie ein Jahr oder 10 Jahre tätig sind, die Kündigung müssen Sie generell vier Wochen vorher einreichen. Außer, es wurde vertraglich explizit eine andere Frist vereinbart. Reicht der Arbeitgeber hingegen die Kündigung ein, verlängert sich die Kündigungsfrist entsprechend der Betriebszugehörigkeit des Arbeitnehmers. 

Kündigung bei befristeten Verträgen 

Generell liegen einem befristeten Arbeitsvertrag keine besonderen Kündigungsfristen zu grunde. Da das Arbeitsverhältnis für einen bestimmten Zeitraum befristet ist, ist dieses bereits von Anfang an für eine vorgesehene Dauer begrenzt.

In der Regel ist das Arbeitsverhältnis beendet, wenn der befristete Vertrag ausläuft. 

Dennoch ist für Arbeitnehmer eine frühere und ordentliche Kündigung möglich, sofern in dem Arbeitsvertrag eine Kündigungsklausel festgelegt ist. Eine fristlose Kündigung ist aufgrund schwerer Pflichtverletzungen durch den Arbeitgeber auch bei einem befristeten Vertrag möglich.

Kündigung in der Probezeit 

Falls sich ein Arbeitnehmer noch in der Probezeit befindet, die in der Regel sechs Monate andauert, kann dieser das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von zwei Wochen kündigen. Nach Ablauf der Probezeit gelten die Fristen, wie für alle Arbeitnehmer.

Wann muss die Kündigung eingehen?

Wenn Sie zum 15. des Folgemonats kündigen möchten, muss die Kündigung beim Arbeitgeber spätestens nach folgender Frist eingehen:

  • Bei einem Monat mit 31 Tage spätestens am 18. des Monats
  • Bei einem Monat mit 30 Tagen spätestens am 17. des Monats
  • Im Februar spätestens am 15. bzw. 16. (Schaltjahr) des Monats

Möchten Sie zum Monatsende kündigen, müssen Sie jeweils am Anfang des Monats und spätestens bis zu diesen Tagen kündigen:

  • Bei einem Monat mit 31 Tagen am 03. des Monats
  • Bei einem Monat mit 30 Tagen am 02. des Monats
  • Zum letzten Tag im Februar spätestens am 31. Januar beziehungsweise 01. Februar

Wenn Sie Ihrem Arbeitgeber kündigen möchten, beachten Sie die jeweiligen Fristen und bedenken Sie, dass eine mündliche Kündigung nicht wirksam ist. Lediglich, wenn Sie die Kündigung in schriftlicher Form vorlegen, kann diese auch wirksam sein.

Bild: Anastasia Klingsiek
Anastasia Klingsiek (49 Artikel)

Anastasia Klingsiek hat Germanistische Sprachwissenschaften und Literaturwissenschaften in Paderborn studiert. Während ihres Studiums hat sie bereits in journalistischen Redaktionen als freie Mitarbeiterin gearbeitet. Moderationen, Nachrichten und Artikel: alles kein Problem. Texten war schon immer ihre Leidenschaft. Auf karrieretipps.de ist sie für den Bereich rund um Berufseinstieg, Büroalltag und Work-Life-Balance zuständig.

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