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Krank im neuen Job: Wie sieht es mit Lohnfortzahlung aus?

Krank im neuen Job: Wie sieht es mit Lohnfortzahlung aus?
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Anastasia Johlen am 25.11.2019 | 0 Kommentare
Inhalt:
  1. Im ersten Monat krank: Wer ist für die Lohnfortzahlung zuständig?
  2. Wann gilt ein Arbeitnehmer als arbeitsunfähig?
  3. Wie erhalten Sie Ihre Lohnfortzahlung im ersten Monat?
  4. Krank in der Probezeit: Müssen Sie mit einer Kündigung rechnen?
  5. Krankheit in Probezeit: Bekomme ich eine Lohnfortzahlung?
  6. Krank zu Arbeit: Kündigung verhindern?
    1. Warum krank zur Arbeit gehen?
  7. Krank ins Büro: Dürfen Sie krank arbeiten?
    1. Wie reagieren Arbeitgeber auf kranke Mitarbeiter?
  8. Krankschreibung: Dürfen Sie trotzdem arbeiten?

Endlich haben Sie einen neuen Job und können durchstarten. Doch dann das: Im ersten Monat des neuen Jobs werden Sie plötzlich krank. Das heißt, sie sind arbeitsunfähig und müssen von der Arbeit fern bleiben. Haben Sie einen Anspruch auf Lohnfortzahlung, wenn Sie erst so kurz im neuen Job sind? Wie sieht es mit der Arbeitsunfähigkeit in der Probezeit aus? Haben Sie eine Kündigung zu befürchten?

Im ersten Monat krank: Wer ist für die Lohnfortzahlung zuständig?

Es ist nicht nur sehr ärgerlich, wenn Sie bereits innerhalb des ersten Monats im Job krank werden, nein, Sie sorgen sich vermutlich auch um Ihre finanzielle Sicherheit. Haben Sie einen Anspruch auf Lohnfortzahlung oder stehen Sie ohne Lohn da?

Die besonderen Richtlinien legen fest, dass nicht der Arbeitgeber für die Lohnfortzahlung zuständig ist, wie im Normalfall einer Krankheit. Die Lohnfortzahlung im ersten Monat einer neuen Beschäftigung wird sofort von der zuständigen Krankenkasse übernommen. Diese Regelung gilt für einen Zeitraum von 28 Tagen ab Arbeitsbeginn.


Beispiel Lohnfortzahlung durch Krankenkasse:

Haben Sie das neue Arbeitsverhältnis am 1. September begonnen und sich am 10. September krankgemeldet, erhalten Sie bis zum 28. September eine Entgeltfortzahlung von Ihrer Krankenkasse.

Im Anschluss gelten die „normalen“ Gesetze bei einer Arbeitsunfähigkeit: Der Arbeitgeber übernimmt die Lohnfortzahlung für eine Dauer von sechs Wochen.
Generell sind Sie also abgesichert, egal wie lange Sie im Job sind, solange eine Arbeitsunfähigkeit vorliegt.


Wann gilt ein Arbeitnehmer als arbeitsunfähig?

Wenn Sie aufgrund Ihrer Krankheit nicht in der Lage sind die Tätigkeiten am Arbeitsplatz durchzuführen, gelten Sie als arbeitsunfähig. Der Grund dafür können verschiedene Erkrankungen sein, welche in Abhängigkeit zu den Symptomen stehen.

Wer krank ist, fühlt sich auch so. Dementsprechend ist nicht, an die Arbeit zu denken. Sie gelten ebenfalls als arbeitsunfähig, wenn Sie Tätigkeiten ausüben solle, welche Ihren Gesundheitszustand beeinträchtigen oder einen Rückfall auslösen.

Wie erhalten Sie Ihre Lohnfortzahlung im ersten Monat?

Erkranken Sie im Laufe des ersten Arbeitsmonats und werden Sie von einem Arzt als arbeitsunfähig erklärt, sollten Sie sich direkt an Ihre Krankenversicherung wenden. Umso schneller Sie die Krankenkasse in Kenntnis setzten, desto besser ist es!

Sprechen Sie über die Fortzahlung Ihres Lohns und über mögliche Behandlungsmöglichkeiten, die Ihre Genesung unterstützen.

Krank in der Probezeit: Müssen Sie mit einer Kündigung rechnen?

Leider ist Ihre Sorge begründet, denn in der Probezeit die für maximal sechs Monate angedacht ist, kann der Arbeitsvertrag von Seiten des Arbeitnehmers und Arbeitgebers ohne jede Begründung aufgelöst werden. Somit unterliegen Sie in der Probezeit keinen besonderen Kündigungsschutz.

Grundsätzlich können Sie als aufgrund häufiger Fehlzeiten durch Krankheiten eine Kündigung erhalten. Aber keine Panik: Nicht jeder Arbeitgeber spricht direkt eine Kündigung aus, wenn Sie sich in der Probezeit krankmelden. Wie sooft spielt hier auch die Quantität eine Rolle.

Krankheit in Probezeit: Bekomme ich eine Lohnfortzahlung?

Generell steht Ihr Arbeitgeber in der Pflicht, Sie auch während einer Krankheit zu bezahlen. Diese Pflicht tritt erst in Kraft, wenn Sie länger als vier Wochen ununterbrochen im Unternehmen arbeiten. Legen Sie Ihrem Arbeitgeber keine Krankmeldung vor und können so Ihre Arbeitsunfähigkeit nicht nachweisen, kann der Lohn zurückbehalten werden.
Nach sechs Wochen Lohnfortzahlung übernimmt die Krankenversicherung die Zahlung eines Krankengeldes.

Krank zu Arbeit: Kündigung verhindern?

Sehr viele Arbeitnehmer neigen dazu, trotz Krankheit und Unwohlsein, dennoch die Arbeit anzutreten. Fast die Hälfte aller Arbeitnehmer geht gelegentlich krank zur Arbeit. Der Grund ist die Angst vor einer Kündigung, welche insbesondere in der Probezeit ohne Begründung ausgesprochen werden kann.

Warum krank zur Arbeit gehen?

  • Angst vor einer Kündigung.
  • Termine und Firsten setzen kranke Angestellte unter Druck.
  • Krankheit wird unterschätzt.
  • Zu viel Arbeit, die nicht liegen bleiben kann.
  • Der kranke Mitarbeiter möchte seinen Kollegen keine Mehrarbeit aufdrücken.
  • Nacharbeit wäre ein zu enormes Pensum.
  • Den Kollegen beweisen, wie unentbehrlich man ist.

Aber sollten Sie wirklich krank zur Arbeit? Immerhin möchten Sie bei Ihrem neuen Arbeitgeber glänzen und nicht als kränkelnder Mitarbeiter abgestempelt werden. Trotzdem sollten Sie sich nicht krank zum Job schleppen und dafür gibt es gleich mehrere gute Gründe.

  • Deshalb sollten Sie nicht krank zur Arbeit gehen:
  • Krankheiten können sehr ansteckend sein.
  • Virenschleuder
  • Sie sind nicht so produktiv wie gesund.
  • Sie stören Ihre Kollegen mit ständigen Schnupfen, Husten …
  • Ihre Leistung ist durch die Krankheit stark beeinträchtigt.
  • Umso eher Sie sich auskurieren, desto schneller sind Sie wieder fit und leistungsfähig.

Krank ins Büro: Dürfen Sie krank arbeiten?

Natürlich kommt es darauf an, welche Krankheit Sie erwischt hat. Je nach Symptomen und Ansteckungsgefahr tun Sie keinem einen Gefallen, wenn Sie trotzdem Ihren Job machen. Als Arbeitnehmer dürfen Sie sogar arbeiten gehen, obwohl Ihr Arzt davon abgeraten hat.
Es gibt verschiedene Fälle von Arbeitsunfähigkeit, welche separat betrachtet werden müssen. Der Kontext und das Arbeitsumfeld spielen eine Rolle. Ein Arbeitgeber steht in der Fürsorgepflicht gegenüber seinen Mitarbeitern. Diese gilt auch für erkrankte Angestellte.
Ein Mitarbeiter, der körperliche Arbeit ausüben muss, kann mit einem gebrochenen Arm oder Bein eher nicht arbeiten, hingegen ist Büro- und Schreibtischarbeit eventuell möglich.

Wie reagieren Arbeitgeber auf kranke Mitarbeiter?

Über die Hälfte der Chefs schicken kranke Mitarbeiter nach Hause, aber nicht zwingend aus Fürsorge, sondern eher aus Angst vor einer Ansteckung. Leider gibt es auch sehr viele Arbeitgeber, die trotz einer ernsthaften Erkrankung nicht eingreifen und ihre Angestellten krank arbeiten lassen.

Krankschreibung: Dürfen Sie trotzdem arbeiten?

Manchmal schreibt der Arzt Angestellte für einen längeren Zeitraum krank, doch oft fühlen Sie Angestellte schon früher besser. Das schlechte Gewissen plagt und die Frage kommt auf: Darf ich trotz Krankmeldung arbeiten gehen?

Der gelbe Schein ist kein Verbot ins Büro zu gehen, so dürfen Sie Ihre Arbeit gerne aufnehmen, wenn Sie sich bereits vor der voraussichtlichen Länge der Arbeitsunfähigkeit besser fühlen. Bei der Krankmeldung handelt es sich um eine Empfehlung bzw. Schätzung der Krankheitsdauer. Es steht Ihnen als Arbeitnehmer frei die Arbeit frühzeitig aufzunehmen. Fühlen Sie sich eher gesund, dürfen Sie auch eher zurück an Ihren Arbeitsplatz.

Wie Sie sehen müssen Sie sich auch in den ersten Wochen im neuen Job keine Sorgen um die Lohnfortzahlung machen. Sollten Sie in der Probezeit tatsächlich erkranken, denken Sie an Ihre Gesundheit und setzen Sie auf das Verständnis Ihres neuen Arbeitgebers. Immerhin ist jeder mal krank. Natürlich sollten Sie nicht andauernd und regelmäßig arbeitsunfähig sein, denn das erhöht sicherlich das Risiko einer Kündigung. Viel Erfolg in Ihrem neuen Job!

Bild: Anastasia Johlen
Anastasia Johlen (55 Artikel)

Anastasia Johlen hat Germanistische Sprachwissenschaften und Literaturwissenschaften in Paderborn studiert. Während ihres Studiums hat sie bereits in journalistischen Redaktionen als freie Mitarbeiterin gearbeitet. Moderationen, Nachrichten und Artikel: alles kein Problem. Texten war schon immer ihre Leidenschaft. Auf karrieretipps.de ist sie für den Bereich rund um Berufseinstieg, Büroalltag und Work-Life-Balance zuständig.

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