karrieretipps.de Karriere Konstruktive Kritik: Wie klappt es richtig?

Konstruktive Kritik: Wie klappt es richtig?

Konstruktive Kritik: Wie klappt es richtig?
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Tanja Tänzer am 27.11.2017 | 0 Kommentare
Inhalt:
  1. Die Bedeutung von konstruktiver Kritik
  2. Das richtige Umfeld für konstruktive Kritik schaffen
  3. Wie bringt man konstruktive Kritik richtig an?

Der Austausch mit Mitarbeitern, Kollegen oder fremden Fachkräften ist für erfolgreiche Arbeit ein wichtiger Faktor. Nur dann, wenn alle Seiten wissen, worauf sie sich einstellen müssen und wie die verschiedenen Schritte in einem Projekt laufen, kann ein gutes Ergebnis erzielt werden. Dazu gehört es natürlich auch, dass für etwaige Prozesse, bei denen es Probleme gibt, entsprechende Kritik geäußert wird. Wer sich mit dieser Form des Feedbacks beschäftigt, weiß natürlich, wie gefährlich die Äußerung von Kritik werden kann. Sowohl für das Management als auch für den einfachen Mitarbeiter ist es daher wichtig, dass man genau weiß, wie man Kritik auf konstruktive Weise anbringt.

Die Bedeutung von konstruktiver Kritik

Natürlich ist es nie wirklich einfach, Kritik in irgendeiner Form bei den Menschen zu äußern, mit denen man in einem Büro ist. Immerhin weiß man nie, wie gut die Leute mit Kritik in jeder Form umgehen und wie sie diese aufnehmen. Es gibt auch in den Büros sensible Charaktere, die selbst bei der kleinsten Kritik von einem Angriff auf die eigene Person ausgehen und nicht zwischen einer konstruktiven Kritik, die auf die Arbeit bezogen ist und einer persönlichen Beleidigung unterscheiden können. Natürlich ist das besonders für jene Mitarbeiter anstrengend, die gute Ergebnisse erzielen wollen oder direkt mit den kritisierten Prozessen verbunden sind. Allerdings ist es wichtig, dass man sich nicht provozieren lässt. Kritik ist ein wichtiger Bestandteil erfolgreicher Projekte und Unternehmen.

Das Ziel ist es, dass die Kritik selbst möglichst unangreifbar ist. Für alle Beteiligten sollte klar sein, dass es sich um Hinweise handelt, die alleine mit der Arbeit zu tun haben und nicht etwa mit der Person, die dafür verantwortlich ist. Sachliche und konstruktive Kritik ist in dem Prozess eines Projektes ein wichtiger Schritt zur Verbesserung und sollte entsprechend geäußert werden - auch dann, wenn sich einzelne Kollegen daran stören. Wichtig ist, dass man die richtigen Schritte und Formulierungen kennt, mit denen man die Kritik anbringen kann. Dabei handelt es sich um eine Kunst, die sich vor allem aus der Erfahrung speist.

Das richtige Umfeld für konstruktive Kritik schaffen

Auf dem Weg zu einer Möglichkeit, wie Kritik geäußert werden kann, geht es schon um die richtige Atmosphäre im Team. Nur zu oft kommt Kritik genau dann über die Lippen, wenn es absolut nicht passt. Befinden sich die Mitarbeiter zum Beispiel gerade im Stress, weil das Projekt sich dem Ende neigt und zu viele Dinge unerledigt sind, ist es nicht hilfreich, wenn noch eine Person neben ihnen steht, die sie auf alle Fehler hinweist, die sie im Laufe des Projektes gemacht haben. Es geht darum, dass man den richtigen Rahmen für das Feedback mit den Kollegen und Mitarbeitern und ein sicheres Umfeld schafft, in denen Aspekte wie Stress oder Termine keine Rolle bei der Reaktion spielen werden. Hier sind einige Tipps für dieses Ziel:

  • Meetings: Kritik kann in den verschiedensten Formen angebracht werden. Für Feedback, das sich mit dem gesamten Projekt beschäftigt, sollte auch das gesamte Team einbezogen werden. Ein gemeinsamer Abschluss mit den wichtigsten Punkten ist hilfreich.
  • Persönliche Kritik: Geht es um Kritik an einzelnen Personen, sollte diese in keinem Fall in einer großen Gruppe geäußert werden. Mit Feedback zu Einzelpersonen empfehlen sich Gespräche unter vier Augen. Das senkt die Gefahr einer gefühlten Demütigung.
  • Feedback: Auch Projektleiter und Vorgesetzte sollten sich nicht davor scheuen, Kritik von ihren Mitarbeitern anzuhören. Auf diese Weise agiert man auf Augenhöhe und muss sich nicht den Vorwurf einseitiger Kritik gefallen lassen.

Der richtige Rahmen und die richtige Vorgehensweise sind also entscheidend, wenn es darum geht, eine gute Taktik für Gespräche rund um das Feedback zu finden. Natürlich gibt es noch weitere Punkte: Kritik sollte zum Beispiel nicht dauerhaft erfolgen. Wenn die Mitarbeiter einmal die Woche zu einem Feedback-Gespräch bei ihren Vorgesetzten erscheinen müssen, wird nicht nur der Effekt einer konstruktiven Kritik nachlassen, sondern es kann sehr schnell der Eindruck entstehen, dass es doch um eine persönliche Ebene geht. Stattdessen ist es hilfreich und vor allem transparent, wenn die Kritik in klar definierten Terminen passiert. Aber auch dann kann man nicht verhindern, dass manche Personen nur sehr schwer damit umgehen können, wenn man sie in konstruktiver Weise kritisiert. Es geht also auch um die richtige Taktik im Umgang mit diesen Personen.

Wie bringt man konstruktive Kritik richtig an?

Gerade bei Kritik, die in einem persönlichen Gespräch geäußert wird, gibt es verschiedene Vorgehensweisen. Diese können zwar nicht garantieren, dass die betroffenen Personen das Feedback tatsächlich als eine hilfreiche Ergänzung zu ihrer Arbeit sehen, es erhöht jedoch die Wahrscheinlichkeit erfolgreicher Gespräche. Es geht hierbei vor allem um die richtige Gesprächsführung, die passende Formulierung und darum, dass sich die Personen bei einem solchen Gespräch sicher fühlen. Das Ziel ist es, dass alle Beteiligten am Ende einen Mehrwert aus dem Gespräch ziehen und entsprechend erfolgreich die eigene Arbeit verbessern können. Hier sind einige Tipps, Hinweise und Möglichkeiten, wie konstruktive Kritik einen guten Effekt bei den Kollegen und Mitarbeitern haben kann?

  • Vorschläge: Wer Kritik in Form von Befehlen äußert, wird sehr schnell feststellen, wie schwer sich viele Menschen damit tun. Verbesserungen sollten daher in Form von Vorschlägen erfolgen. Das gibt den Kollegen das Gefühl, dass sie selbst entscheiden können, welcher der kritischen Punkte wirklich zu beachten ist.
  • Augenhöhe: Das Agieren auf Augenhöhe ist ein wichtiger Part von konstruktiv angebrachter Kritik. Der Kritisierte darf nicht das Gefühl haben, dass von oben herab über ihn geurteilt wird. Stattdessen sollte klar gemacht werden, dass man sich in die Lage hineinversetzen kann und weiß, wovon man eigentlich redet.
  • Konkrete Ziele: Damit Kritik am Ende zu einer konstruktiven Verbesserung führt, sollte sie möglichst konkret formuliert werden. Vage Formulierungen helfen keiner der beiden Parteien weiter. Mit klar definierten Zielen wissen alle Beteiligten, was sie künftig zu erwarten haben.
  • Nicht persönlich werden: Es geht bei konstruktiver Kritik immer um einen sachlichen Umstand und nie um die Person. Auch wenn diese den Fehler zum 10. Mal gemacht hat, sollte man sich einzig auf die konstruktive Kritik konzentrieren.

Es gibt viele unterschiedliche Wege, mit denen man dafür sorgen kann, dass die Mitarbeiter mit Kritik umgehen können. Dazu zählt das richtige Umfeld, das Gefühl mit einer Person auf Augenhöhe zu agieren und natürlich der Verbleib auf einer sachlichen Ebene, die mit konkreten Zielen für die Verbesserung gefüttert ist. Richtiges Feedback ist eine Herausforderung - der Ertrag ist die Mühen jedoch wert. Dazu gehört aber auch, dass man sich selbst hinterfragt. Ein Chef, der immer nur kritisiert und nie ein Wort des Lobes übrig hat, wird es schwerer haben, als einer der in beide Richtungen agieren kann. Mit der Zeit und Erfahrung kommt meist ein gutes Gefühl dafür, wie man den Kollegen die Kritik richtig vermittelt. Die Tipps aus diesem Text sollten zudem helfen.

Bild: Tanja Tänzer
Tanja Tänzer (52 Artikel)

Tanja Tänzer hat Medien- und Kommunikationsmanagement an der Mediadesign Hochschule in Berlin studiert. Während Ihres Studiums hat sie bei verschiedenen Internetunternehmen im Bereich Content Management und Redaktion gearbeitet. Seit kurzem unterstützt Sie das Team von karrieretipps.de mit täglich knackig frischen News und Artikeln für unsere Leserschaft.

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