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Kommunikation im Beruf: Diese 10 Sätze gefährden das Betriebsklima

Kommunikation im Beruf: Diese 10 Sätze gefährden das Betriebsklima
© Antonio Guillem / shutterstock.com
Anastasia Klingsiek am 29.06.2018 | 0 Kommentare
Inhalt:
  1. 1. „Das habe ich dir doch gleich gesagt.“
  2. 2. „Mir egal“
  3. 3. „Das geht nicht“
  4. 4. „Das ist nicht meine Aufgabe“
  5. 5. „Das war nicht meine Schuld, sondern die von X“
  6. 6. „So bin ich halt“
  7. 7. „In meinem alten Job haben wir das anders gemacht“
  8. 8. „Hast du schon gehört…?“
  9. 9. „Bist du sicher?“
  10. 10. „Natürlich, kein Problem!“

In vielen Unternehmen kann eine Unterhaltung zwischen Arbeitskollegen ein freundschaftlicher Austausch sein, denn oft besteht zwischen Arbeitnehmern ein überbetriebliches Verhältnis. Ein lockerer Umgang und gute Stimmung zwischen Mitarbeitern ist für das Betriebsklima unentbehrlich, aber dennoch sollten Sie einige Äußerungen mit Vorsicht genießen: Diese 10 Sätze sind rhetorische Fettnäpfchen, die Sie während der Arbeit vermeiden sollten. Ansonsten könnten Sie sich bei Ihren Arbeitskollegen und Vorgesetzten unbeliebt machen...

1. „Das habe ich dir doch gleich gesagt.“

Oft fallen diese Worte von Kollegen und Mitmenschen, wenn ein Versuch von anderen bereits in die Hose gegangen ist. Auf diese Äußerung im Stil von Herr oder Frau Neunmalklug können Ihre Kollegen sicherlich gut verzichten, denn zusätzlich Salz in die Wunde zu streuen ist überhaupt nicht kollegial. Der Ärger und die Enttäuschung über das Missglücken ist vermutlich Niederlage genug für Ihren Kollegen, da kann dieser auf einen besserwisserischen Arbeitskollegen sicherlich gut verzichten. Statt Ihrem Arbeitskollegen seine Fehler vorzuführen, sollten Sie in aufmuntern und gut zureden, auch wenn es sich hierbei nicht um Ihren Liebelingskollegen handelt, sollten Sie lieber kein Kommentar abgeben. Noch schlimmer machen Sie es mit der Variante „Das habe ich mir schon vorher gedacht“. Diese Aussagen ändert nichts an der Situation und für Ihren Kollegen stellt sich die Frage: Wieso hast Du es mir dann nicht schon vorher gesagt?

Komunikations-Tipp

Stattdessen sollten Sie Ihren Kollegen aufmuntern und ermutigen, und nicht seinen Fehler unterstreichen:

„Das tut mir wirklich leid für dich, beim nächsten Mal klappt es bestimmt. Ich kann Dir auch zeigen, wie ich es machen würde/ Ich kann Dir auch Tipps geben.“

2. „Mir egal“

Zwei Wörter, ein Satz und eine ganz große Wirkung: Mit dieser kurzer Phrase strahlen Sie Desinteresse und Entscheidungsangst aus. Als Arbeitnehmer und vor allem als Führungskraft müssen Entscheidungen getroffen werden, da ist ein „Mir egal“ wenig hilfreich. Ihre Kollegen und Ihren Vorgesetzten könnten zwei Gründe für Ihre Äußerungen sehen: 1. Entweder haben Sie wirklich keine klare Meinung zu einem bestimmten Thema oder 2. Sie haben einfach kein Interesse sich mit dem Thema und/oder den Betroffenen auseinander zu setzten. Beide Interpretationen hinterlassen eher einen schlechten Eindruck.

Kommunikatons-Tipp

Nehmen Sie lieber das Risiko in Kauf, dass Ihre Meinung auf Kontroverse oder Gegenansichten stößt, das ist für das gesamte Betriebsklima besser, als schulterzuckend mit „Mir egal...“ zu antworten.

Eine klare Meinung und differenzierte Aussagen sind vor allem in einer Führungsposition wichtig:

„Ich bin der Meinung, dass….., / Ich habe die Erfahrung gemacht, dass….“.

3. „Das geht nicht“

Ein absolutes No-Go, besonders gegenüber Vorgesetzten oder dem Arbeitgeber. Auch wenn Sie im Meeting, bei Projekten oder anderen Angelegenheiten gegen die Ideen und Vorschläge sind, sollten Sie es nicht mit dieser Wortwahl ausdrücken. Denn mit diesem Satz machen Sie sich garantiert unbeliebt, denn Sie wirken besserwisserisch, überheblich und rücksichtslos. Ständig dem Gegenüber widersprechen, ohne andere Ideen oder Vorschläge zu liefern, macht Sie zum Besserwisser unter den Kollegen. Es kann darauf hinauslaufen, dass sie Probleme mit sozialen Beziehung am Arbeitsplatz bekommen oder sogar Ihr Vorgesetzter Sie zu einem klärenden Gespräch bittet.

Kommunikations-Tipp

Natürlich dürfen Sie Ihre Meinung äußern, im Joballtag ist es besonders bei großen Projekten wichtig, Risiken, Erfolg und Chancen abzuwägen, aber Sie müssen diese Kritik und Vorschläge freundlich verpacken, vermitteln Sie Ihre Stellungnahme mit Fingerspitzengefühl. Denn vor allem gegenüber Vorgesetzten sollten Sie Ihre Wortwahl und Verhalten gut überlegen, wie heißt es so schön: Der Ton macht die Musik:

„Ich finde den Vorschlag von X gut, zusätzlich sollten wir bedenken, dass….“

„Die Idee ist eine gute Grundlage, vielleicht sollten wir noch darüber nachdenken, dass Sie verstärkt werden kann. Wir sollten folgende Dinge berücksichtigen….“

Würdigen Sie die Ideen und Vorschläge Ihres Kollegen/ Vorgesetzten und begründen Sie sachlich, wieso es nicht umsetzbar ist.

4. „Das ist nicht meine Aufgabe“

Diese Phrase ist ein Zeichen dafür, dass Sie nicht gerade hilfsbereit sind und bloß keinen Handschlag für andere machen. Sie sind wohl kein Teamplayer. Niemand verlangt von Ihnen, dass Sie sich ausnutzen lassen und permanent die undankbarsten Aufgaben von Kollegen übernehmen, aber in manchen Situation ist eine helfende Hand unter Kollegen unverzichtbar. Und es beruht sicherlich auf Gegenseitigkeit, sodass Sie irgendwann auch auf Unterstützung zurück greifen können.

Kommunikations-Tipp

Aber dennoch sollten Sie bedenken, dass für diesen Satz der Kontext eine tragende Rolle spielt, denn in einigen Situation ist dieser Satz angebrachter, als in anderen. Schuften Sie seit Wochen für andere Arbeitsbereiche, sodass sich Ihre eigentlichen Aufgaben schon stapeln, können Sie diesen Satz in abgewandelter Form nutzen:

„Entschuldung, aber ich kann diese Aufgabe nicht mehr annehmen. Ich arbeite schon seit Wochen für X mit/ Ich habe seit Wochen schon andere Aufgaben übernommen und muss mich jetzt erst einmal auf meinen Bereich/ meine Aufgaben konzentrieren.“

Wenn Sie dem Gegenüber oder Ihrem Vorgesetzten freundlich die Situation erklären und Ihren Kollegen zeigen, dass Sie sich nicht ausnutzen lassen, wird es in Zukunft bestimmt keine ungleiche Aufgabenverteilung mehr geben.

5. „Das war nicht meine Schuld, sondern die von X“

„Petze, Petze ging in Laden….“ so oder so ähnlich beginnt ein bekannter Kindersingsang übers Petzen. Petzen im Kindesalter schön und gut, aber gehört das in die Arbeitswelt? Wohl kaum! Vor allem, wenn Sie jemanden mit diesem Satz in die Pfanne hauen wollen, ist das nicht gerade die feine englische Art. Klar, Sie brauchen sich keine Missgeschicke und Fehler zuschreiben lassen, die nicht Ihre Schuld sind, aber die Arbeitskollegen vor dem Vorgesetzten bloß zu stellen, ist nicht sehr kollegial.

Kommunikations-Tipp

Wenn Sie die Schuld dennoch von sich weisen möchten, belassen Sie es bei „Das war ich nicht“. Eine neutralen Äußerung bleibt aber die optimale Aufklärung; versuchen Sie die Situation zu erklären und nach einer Lösung zu suchen, denn im Endeffekt ist es Ihrem Vorgesetzten egal, wer Schuld hat:

„Es ist wirklich nicht gut gelaufen, ich werde versuchen das Problem zu lösen.“

„Das habe ich leider übersehen, ich versuche eine Lösung zu finden und lasse X noch einmal zur Kontrolle rüber schauen“

Wenn Sie wirklich einen Fehler gemacht haben, sollten Sie sich diesen auch eingestehen und Ihrem Arbeitgeber Besserung versprechen. Stehen Sie zu Ihrem Missgeschick und lassen Sie sich von Kollegen unterstützen. Denn Fehler zu erkennen und sich einzugestehen, ist eine hohe Kunst, die nicht jeder beherrscht.

6. „So bin ich halt“

Ein Satz, der im Beruf zeigt, dass Sie sich auf keine Kritik und Vorschläge einlassen. Begründen Sie Ihr Verhalten nur mit diesem Satz, bemerken Ihre Kollegen und Ihr Arbeitgeber sicherlich schnell, dass Sie sich in bestimmte Strukturen nicht einfinden. Dabei wird häufig nicht viel von Ihnen verlangt und Sie sollen sich auch nicht verstellen. Jedoch ist im Beruf eine gewisse Rücksicht und Kompromissbereitschaft zu erwarten. Nur so ist die Zusammenarbeit mit vielen Menschen möglich. Sie sollten immer bereit sein, sich Situationen, Personen und Aufträgen entsprechen zu verhalten. Konstruktive Kritik ist kein persönlicher Angriff und kann Ihnen für das weitere Berufsleben wichtige Fähigkeiten vermitteln, weshalb Sie an sich arbeiten, und nicht mit „So bin ich halt“ reagieren sollten.

7. „In meinem alten Job haben wir das anders gemacht“

Schlimmer geht’s nimmer- den aktuellen Beruf negativ mit dem alten Job vergleichen. Ein Fehler, den Sie unbedingt vermeiden sollten. Kollegen und Arbeitgeber könnten denken, dass Sie Ihren vorherigen Job besser fanden. Zusätzlich wirken Sie mit solchen Aussagen arrogant, hochnäsig und besserwisserisch- das kann kein Team gebrauchen. Sie sollten niemals die Arbeitstechniken und Vorgehensweisen Ihres Unternehmens in Frage stellen und beurteilen. Denn betrachten Sie die Entwicklungsgeschichte von Unternehmen ist schnell klar: Jeder Betrieb hat über einen langen Prozess hinweg, die für sich besten Techniken und Abläufe entwickelt. Wenn Sie einen Verbesserungsvorschlag haben, um die Ergebnisse zu optimieren, dürfen Sie die sicherlich gegenüber Kollegen oder der Führungskraft äußern. Die Äußerungen „Das habe ich immer schon so gemacht.“ und „Das habe ich noch nie so gemacht.“ sind fast genau so schlimm. Damit ist Ihnen der Stempel als inflexibler und kompromissloser Arbeitnehmer garantiert. Mit solchen Aussagen beweisen Sie keine Lernbereitschaft und Offenheit gegenüber neuen Aufgaben und Fähigkeiten.

Kommunikations-Tipp

Nehmen Sie die Arbeitsweisen und Tipps von Kollegen an, lassen Sie sich auf Veränderungen ein und lernen Sie Neues dazu. Wenn Sie offen sind und einige Abläufe annehmen, zeigt dass eine hohe Arbeitsbereitschaft und Aufnahmefähigkeit. Hingegen können Sie bei Verbesserungen sicherlich immer ein Gespräch mit dem entsprechenden Ansprechpartner aufsuchen und mit Ideen und Anregungen einige Arbeitsbereiche ausbessern. Versuchen Sie dabei bitte keinen Zusammenhang zu vorherigen Arbeitgebern herzustellen.

8. „Hast du schon gehört…?“

Es gibt immer einen Kollegen, der Klatsch & Tratsch verbreitet. Die Gerüchteküche brodelt und überall wird hinter vorgehaltener Hand getuschelt. Aber Sie sollten sich lieber nicht als Tratschtante abstempeln lassen. Denn dieser Kollegentyp gehört zu den unbeliebtesten überhaupt, niemand möchte mit der Plaudertasche im Büro Zeit verbringen. Die Quittung: Keiner wird sich mehr mit Ihnen offen unterhalten, aus Angst Sie erzählen es dem gesamten Betrieb.

Kommunikations-Tipp

Also lassen Sie Geheimnisse, Geheimnisse sein und bauen Sie lieber auf ein gutes Verhältnis mit Ihren Kollegen. Halten Sie sich in Äußerungen und Kommentaren über Kollegen und Vorgesetzte zurück, denn Sie wissen nicht einmal ob die Gerüchte der Wahrheit entsprechen. Und auch wenn es die Wahrheit ist, müssen Sie diese Geschichte nicht unter Kollegen-Tratsch im Büro vermarkten.

9. „Bist du sicher?“

Richten Sie diese Fragen an einen Kollegen oder sogar an Ihren Chef, stellen Sie dessen Kompetenzen in Frage. Es könnte sein, dass sich Kollegen und Vorgesetzter dadurch nicht ernstgenommen fühlen. Auch wenn Sie es höflich meinten und Ihre Hilfe anbieten möchten, kann diese Frage arrogant wirken. Erkundigen Sie sich lieber nach Details, Gründen und Deadlines, aber nicht danach ob sich Ihr Chef oder Kollege sicher ist, dass er die Aufgaben schafft.

Kommunikations-Tipp

Je nach Verhältnis zwischen Ihnen und der Person sollten Sie die Formulierung vorsichtig wählen. Einige Kollegen freuen sich sicherlich über Ihr Angebot und Ihre Hilfsbereitschaft, andere verstehen es als Angriff und in Fragestellung der Kompetenzen:

„Kann ich sonst noch etwas tun?“

„Ich biete gerne meine Unterstützung an.“

10. „Natürlich, kein Problem!“

Vor allem, wenn dieser Satz oft von Ihnen zu hören ist, sollten Sie vorsichtig sein. Denn Sie können nicht nur Aufträgen und Aufgaben zustimmen, sondern müssen auch schauen, wo Sie dabei bleiben.  Motivation während der Arbeit ist hervorragend, aber Übermotivation ist fast genau so schwierig, wie keine Motivation. Hilfsbereitschaft und Teamfähigkeit ist für das Arbeitsklima fundamental, aber Sie sollten vor diesem Satz überlegen, ob es machbar ist die Aufgaben zu erledigen.

Kommunikations-Tipp

Trauen Sie sich auch mal „Nein“ zu sagen oder erkundigen Sie sich nach Fristen und Umfang:

„Einen Moment, ich schaue mal nach, was ich noch alles erledigen muss. Bis wann soll denn die Aufgabe erledigt sein und in welchem Umfang?“

„Nein, es tut mir leid. Ich kann diese Aufgabe nicht übernehmen. Ich habe noch genug abzuarbeiten. Beim nächsten Mal nehme ich Dir gerne wieder etwas ab.“

Durch diese 10 Satz-Sünden fühlen sich Arbeitgeber und Kollegen oft auf den Schlips getreten: In Zukunft vermeiden Sie diese Fettnäpfchen und reagieren richtig. Denn Kommunikation ist in jeder Gesellschaft das A und O, auch in der Arbeitswelt kann Sprache die Türen öffnen oder schließen.

 

Bild: Anastasia Klingsiek
Anastasia Klingsiek (27 Artikel)

Anastasia Klingsiek hat Germanistische Sprachwissenschaften und Literaturwissenschaften in Paderborn studiert. Während ihres Studiums hat sie bereits in journalistischen Redaktionen als freie Mitarbeiterin gearbeitet. Moderationen, Nachrichten und Artikel: alles kein Problem. Texten war schon immer ihre Leidenschaft. Auf karrieretipps.de ist sie für den Bereich rund um Berufseinstieg, Büroalltag und Work-Life-Balance zuständig.

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