karrieretipps.de Karriere Jobwechsel: So verabschieden Sie sich mit Stil

Jobwechsel: So verabschieden Sie sich mit Stil

Jobwechsel: So verabschieden Sie sich mit Stil
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Christiane Peters am 27.10.2020 | 0 Kommentare
Inhalt:
  1. Warum Sie am letzten Arbeitstag nicht im Groll gehen sollten
  2. So planen Sie Ihr Ausscheiden professionell
    1. 1. Tipp: Zeitpunkt der Kündigung
    2. 2. Tipp: Informieren Sie zuerst Ihren Vorgesetzten
    3. 3. Tipp: Bereiten Sie sich auf das Gespräch vor
    4. 4. Tipp: Begründen Sie Ihre Trennung
    5. 5. Tipp: Schließen Sie Ihre Projekte ab
    6. 6. Tipp: Keine Krankmeldung
    7. 7. Tipp: Ansprüche klären
    8. 8. Tipp: Aufräumen und einpacken
    9. 9. Tipp: Abschiedsmail verschicken
    10. 10. Tipp: Ausstand feiern
    11. 11. Tipp: Persönliche Verabschiedung
    12. 12. Tipp: Schließen Sie mit dem Unternehmen ab

Etwa elf Jahre bleiben Beschäftigte im Durchschnitt ihrem Arbeitgeber treu. Verwaltungsangestellte verbringen sogar gut 17 Jahre im selben Unternehmen. Für eine Trennung gibt es verschiedene Gründe: Ein Jobwechsel, der neue Perspektiven und einen Aufstieg auf der Karriereleiter schafft, der Eintritt in den Ruhestand oder in eine berufliche Auszeit.

Egal, warum Sie sich von Ihrem Unternehmen verabschieden, Sie sollten es mit Anstand tun. Auch wenn Sie in den letzten Jahren nicht immer positive Erfahrungen gemacht haben, das Ausscheiden ist nicht die Zeit für eine persönliche Abrechnung.

Warum Sie am letzten Arbeitstag nicht im Groll gehen sollten

Es ist zu kurz gedacht, wenn Sie meinen, auf den letzten Tag kommt es nun nicht mehr an. Oftmals begegnet man sich zweimal im Leben. Deshalb sollten Sie sich bis zuletzt fair verhalten und sich wohlwollend verabschieden.

Mit dem letzten Eindruck setzen Sie ein nachhaltiges Zeichen:

  • So können Sie sich später zum Beispiel an Ihren ehemaligen Vorgesetzten oder die Kollegen wenden, wenn Sie etwas benötigen.
  • Mit einem harmonischen Abgang erhöhen Sie die Chancen, dass Sie von Ihrem ehemaligen Arbeitgeber und Ihren Kollegen weiterempfohlen werden. Zum Beispiel, wenn sich künftige Arbeitgeber über Sie informieren möchten.
  • Sie beeinflussen Ihr Arbeitszeugnis positiv.
  • Ein unrühmlicher Abgang verbreitet sich in einigen Branchen schnell, sodass Sie für die Zukunft mit einem „schlechten“ Ruf leben müssen.
  • Sie vermitteln Respekt und charakterliche Stärke.

So planen Sie Ihr Ausscheiden professionell

Um beim Verlassen Ihres Arbeitsplatzes einen positiven Eindruck zu hinterlassen, ganz gleich, ob Sie selbst gekündigt haben oder Ihnen gekündigt wurde, sollten Sie sich an einige „Regeln“ halten.

1. Tipp: Zeitpunkt der Kündigung

Teilen Sie Ihre Kündigung erst mit, wenn Sie einen neuen Arbeitsvertrag unterschrieben haben. Auf eine nur mündliche Zusage bei Ihrem neuen Arbeitgeber sollten Sie sich nicht verlassen. Es gibt Fälle, in denen aus dem neuen Arbeitsverhältnis dann doch nichts wurde. Haben Sie bei Ihrem alten Arbeitgeber bereits die Kündigung eingereicht und ziehen diese dann wieder zurück, kann sich das negativ auf das Vertrauensverhältnis auswirken. Eventuell wurde für Ihre Stelle bereits ein Nachfolger gefunden, sodass Sie gar nicht mehr gebraucht werden.

2. Tipp: Informieren Sie zuerst Ihren Vorgesetzten

Wenn Sie sich für eine Kündigung entschieden haben, sollten Sie vorab nicht mit Ihren Kollegen darüber sprechen, sondern ein Gespräch mit Ihrem Chef suchen. Im Anschluss reichen Sie die schriftliche Kündigung an die Personalabteilung. Klären Sie zudem, wer die Kollegen von Ihrem Weggang informiert und wann das geschehen soll. Kunden sollten Sie über Ihr Ausscheiden selbst informieren, jedoch nur, wenn Ihr Chef seine Zustimmung erteilt hat.

3. Tipp: Bereiten Sie sich auf das Gespräch vor

Wenn Sie das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen möchten, ist Sensibilität gefragt. Ein Vorgesetzter, der nichts ahnt, ist nicht nur überrascht, er fühlt sich vielleicht „überrannt“. Begründen Sie sachlich Ihren Kündigungsgrund und führen Sie Argumente auf, die plausibel sind.    

4. Tipp: Begründen Sie Ihre Trennung

So können Sie zum Beispiel erklären, dass Sie in Ihrem neuen Job weitere Entwicklungsmöglichkeiten und die Übernahme neuer Aufgaben sehen. Positiv ist es zudem, wenn Sie Ihre aktuelle Arbeitsstelle „loben“. Das kann die gute Arbeitsatmosphäre sein, aber auch der Hinweis, dass Sie in den vergangenen Jahren viel gelernt haben.

Auch wenn Sie nicht selbst gekündigt haben, sollten Sie zum Ausstand einige positive Dinge erwähnen. Das trägt zu einem harmonischen Ende bei.

5. Tipp: Schließen Sie Ihre Projekte ab

Es wirft kein gutes Licht auf Sie, wenn Sie Ihre Arbeit nicht professionell zu Ende bringen. Auch wenn Sie frustriert oder enttäuscht sind, sollten Sie bis zum Verlassen des Unternehmens Ihre Projekte abgeschlossen und an Ihren Nachfolger übergeben haben. Für Sie macht das auch durchaus Sinn. So können Sie vermeiden, dass Wochen später noch Rückfragen an Sie gerichtet werden.

Das geht natürlich nur, wenn Sie nicht nach Einreichung der Kündigung sofort freigestellt werden.

6. Tipp: Keine Krankmeldung

Ebenso negativ ist es, wenn Sie sich nach der Kündigung krank melden. Damit zeigen Sie Ihre Respektlosigkeit gegenüber Ihrem Arbeitgeber. Insbesondere dann, wenn Ihnen gekündigt worden ist, kann der Wunsch groß sein, nicht mehr zur Arbeit zu gehen. Dennoch ist es nicht zu empfehlen. Sie gehen damit das Risiko ein, dass Ihre fristgerechte Kündigung in eine fristlose Kündigung verwandelt wird.

7. Tipp: Ansprüche klären

Eventuell haben Sie noch Anspruch auf Urlaubs- oder Weihnachtsgeld. Auch nicht genommene Urlaubstage können Ihnen vielleicht noch zustehen. Diese werden dann nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses in einen finanziellen Anspruch umgewandelt. In der Personalabteilung sollten Sie diese Fragen vor Ihrem Ausscheiden klären.

8. Tipp: Aufräumen und einpacken

Wenn Sie das Unternehmen verlassen, müssen Sie auch Ihre persönlichen Dinge einpacken. Und auch wirklich nur die. Ein Firmen-Kugelschreiber ist Eigentum Ihres Arbeitgebers und gehört nicht in Ihre Tasche. Im schlimmsten Fall müssen Sie mit einer fristlosen Kündigung rechnen und setzen damit Ihre  fristgerechte aufs Spiel.

Auch Ihren Rechner sollten Sie aufräumen und das löschen, was nichts mit Ihrer Arbeit zu tun hat. Das gilt für private Dokumente ebenso wie für Mails. Zumal in vielen Unternehmen die Nutzung des Internets für private Anliegen  gar nicht erlaubt ist.

Abgeben müssen Sie auch alle Arbeitsmaterialien, Schlüssel und das Dienst-Handy.

9. Tipp: Abschiedsmail verschicken

Insbesondere in größeren Unternehmen ist es eine schöne Geste, sich von den Kollegen, Kunden und Vorgesetzten per Mail zu verabschieden. Selbstverständlich hängt es vom Verhältnis zu den jeweiligen Empfängern ab, welchen Ton Sie wählen – sachlich oder persönlich. Deshalb kann es sinnvoll sein, Mails mit unterschiedlichen Inhalten zu versenden.

Wenn Sie mögen, können Sie in der Abschiedsmail Ihre neuen Kontaktdaten kommunizieren. Das sollten Sie jedoch mit Ihrem Vorgesetzten klären.  

10. Tipp: Ausstand feiern

Es gehört zum guten Ton, den letzten Tag im Unternehmen mit einer kleinen Feier abzuschließen und sich nicht einfach „aus dem Staub“ zu machen. Damit zeigen Sie Wertschätzung und Dankbarkeit.

Ein großes Fest muss es nicht sein, ein kleiner Umtrunk reicht aus. Ob der  Abschied in der Firma oder auch nach Feierabend begangen wird, können Sie selbst entscheiden. Zum Zusammentreffen werden meist Kuchen, andere Kleinigkeiten oder ein Glas Sekt für die Kollegen und Vorgesetzten angeboten.

In der Regel hängt es von der Größe des Unternehmens ab, wer eingeladen wird. In einem Konzern empfiehlt es sich, die eigene Abteilung und den  Vorgesetzten zum Abschied zu bitten. In einer kleineren Firma kann auch die ganze Belegschaft zusammenkommen.

11. Tipp: Persönliche Verabschiedung

Am letzten Tag sollten Sie sich von Ihren näheren Kollegen und Ihrem Vorgesetzten mit Händedruck verabschieden.
Selbstverständlich können Sie zu einigen Kollegen auch den Kontakt weiterhin pflegen. Neben dem Austausch der Telefonnummer sind auch die sozialen Netzwerke eine ideale Plattform, um sich zu vernetzen.

12. Tipp: Schließen Sie mit dem Unternehmen ab

Auch wenn Sie froh sind, dass Sie nun einen anderen Job haben und mit Enttäuschung auf die hinter Ihnen liegende Zeit zurückblicken, sollten Sie sich zurückhalten und nicht über Ihren Ex-Arbeitgeber schlecht reden. Halten Sie sich mit negativen Äußerungen zurück und machen Sie Ihrem Unmut nicht auf Facebook oder Twitter Luft.    

Dass Mitarbeiter ein Unternehmen verlassen, ganz gleich, ob sie selbst gekündigt haben oder ihnen gekündigt wurde, gehört zum beruflichen Alltag. Dennoch gilt es eine Menge Regeln zu beachten, um den Abgang fair und harmonisch zu gestalten. Wie oben beschrieben, gibt es für dieses Prozedere einen Verhaltenskodex, der eine Trennung mit Stil und Anstand möglich macht. Persönliche Empfindungen und Rachefeldzüge sind hier völlig fehl am Platz. Wer sich daran hält, hinterlässt einen positiven Eindruck.

Bild: Christiane Peters
Christiane Peters (15 Artikel)

Christiane Peters hat Germanistik, Literaturwissenschaft und Geschichte studiert. Aktuell arbeitet sie als Journalistin für ein Wirtschaftsmagazin. Schwerpunkte ihrer redaktionellen Tätigkeit sind Themen aus den Bereichen New Work, Personalmanagement, Führung und Karriere. Auf karrieretipps.de kann sie ihre langjährigen Erfahrungen und ihren Blick für aktuelle Themen und Trends in der Personal- und Karriereentwicklung zur Anwendung bringen.

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