- Die Gegensätze: Intros und Extros
- Typisch Extros
- Typisch Intros
Die perfekte Kombination
1. Geduld2. Kommunikation3. Keine VorurteileKonkrete Beispiele:
1. Vernunft und Mut2. Planer und Macher3. Entwickler und VerkäuferIn jedem Unternehmen treffen unterschiedliche Persönlichkeitstypen aufeinander und müssen obendrein zusammenzuarbeiten. Aber kann das wirklich gut gehen? Ja, kann es. Und mehr noch! Werden die persönlichen Stärken jedes Einzelnen nicht nur genutzt, sondern vereint, ist das Miteinander von ungleichen Charakteren, von leisen und lauten, von introvertierten und extrovertierten Menschen sogar äußerst fruchtbar. Denn sie ergänzen sich hervorragend. Wie die optimale Zusammenarbeit funktioniert – eigentlich ganz einfach!
Die Gegensätze: Intros und Extros
Das Verhältnis introvertierte und extrovertierte Persönlichkeiten – so schätzen Wissenschaftler – ist in etwa ausgeglichen. Es gibt also ebenso viele nach außen wie nach innen gekehrte Menschen in unserer Gesellschaft. Das vorherrschende Gefühl die Extrovertierten würden dominieren täuscht also und ist rein ihrem „auffälligeren“ Wesen geschuldet.
Typisch Extros
Als typisch extrovertiert gilt es energisch, überzeugend und rhetorisch versiert zu sein. Ein Extro liebt die große Bühne und den Small Talk. Er ist spontan, begeisterungsfähig und motiviert. Dabei handelt er oftmals „aus dem Bauch heraus“ und denkt nicht lange über sein Tun nach. Als Teamplayer ergeht er sich gerne in offenen Diskussionen und genießt den persönlichen Kontakt – ein echter „Netzwerker“ eben. Unter Zeitdruck kommt er erst so richtig in Fahrt, aber bitte in abwechslungsreichen Projekten die seine Aufmerksamkeit nicht allzu lange binden. Und nach erfolgreichem Abschluss darf mit Lob und Anerkennung nicht gespart werden.
Typisch Intros
Analytisch und beharrlich, ein wahrer „Kopfmensch“, ist hingegen der Introvertierte. Er setzt auf sorgfältige Planung, genaue Beobachtung und denkt lieber mehrmals alle Eventualitäten durch, bevor er etwas angeht. Entsprechend fällt es ihm nicht schwer, sich über einen längeren Zeitraum ganz auf eine bestimmte Sache zu fokussieren und sich in sie zu vertiefen. Zeitdruck ist ihm unangenehm – er bevorzugt eine gewisse Routine, die ihm die Möglichkeit gibt, sich intensiv mit seinen Gedanken zu beschäftigen. Schließlich steht Gründlichkeit beim Intro an erster Stelle, warum er das Arbeiten alleine oder – wenn notwendig – wenigstens nur in einem kleinen Team bevorzugt.
Zum Schluss sollte sich jeder vor Augen halten: Wir alle tragen Eigenschaften beider Seiten in uns. Allerdings gibt es zumeist eine erkennbare Tendenz, in welche Richtung unser eigener Charakter schlägt. Dabei sind die „Ausreißer“ in die extreme Extro- oder Introversion aber eher die Ausnahme. Die meisten von uns zählen zur „gemäßigten Zone“ zwischen völlig offenem und gänzlich in sich gekehrtem Temperament.
Die perfekte Kombination
Das Zauberwort für eine harmonische und gewinnbringende Zusammenarbeit von Intros und Extros lautet – wie in so vielen Bereichen – Respekt! Wer weiß, wie der andere tickt und akzeptiert das er dessen Persönlichkeit nicht ändern kann, geht mit mehr Verständnis auf seine Kollegen zu. Das kommt dem Team, der gemeinsamen Sache und nicht zuletzt einem selbst zugute. Sich auf den anderen einlassen und die Welt einmal aus einer anderen Perspektive kennenzulernen erweitert den eigenen Horizont. Wer sich selbst eingesteht, dass er alleine niemals alle Anforderungen erfüllen kann und aufhört, sich auf das zu konzentrieren, was ihn von seinem Kollegen unterscheidet, hat den Kopf frei um sich aufs Eigentliche zu fokussieren.
1. Geduld
Intros wollen konzentriert arbeiten und brauchen Zeit zum Nachdenken. Darum sollten die Extro-Teammitglieder ihnen den Raum dafür geben, denn nur so kommt ihr volles Potenzial zum Tragen. Hier heißt es geduldig sein und – wenn möglich – abwarten, bis die Introvertierten sich melden. Das sollten diese im Gegenzug aber auch tun. Und damit die Chance nutzen ihre Termine selbst ansetzt. Denn das bedeutet: optimale Vorbereitung garantiert und keine Gefahr überrumpelt zu werden.
2. Kommunikation
Für einen kollegialen Plausch zwischendurch oder die gemeinsame Mittagspause sind die anderen extrovertierten Mitstreiter sicherlich jederzeit zu haben, da können die introvertierten außen vor bleiben. Schließlich ist das persönliche Gespräch nicht so ihre Sache und das gilt es zu akzeptieren. Eine gute Lösung – wenn es die Gegebenheiten zulassen – ist ein Austausch auf elektronischem Wege. Andererseits sollten sich Intros auch mal aus ihrer Komfortzone herauswagen, denn manchmal ist die persönliche Unterhaltung einfach unausweichlich, notwendig und zuweilen ein Gebot der Höflichkeit. Außerdem ist sie unabdingbar, wenn man wirklich gehört werden will. Was im Gegenzug wiederum heißt: Nach ihrer „Denkphase“ sollten die nach innen gewandten Kollegen auch die Gelegenheit bekommen, ihre Ergebnisse und Erkenntnisse vorzustellen. Nur weil jemand von Natur aus ruhiger ist, heißt das nämlich nicht das er weniger weiß und kann.
3. Keine Vorurteile
Womit wir beim nächsten Punkt angelangt wären: den Vorurteilen. Die sollten tunlichst außen vor bleiben. Wer eine „große Klappe“ hat, muss noch lange nicht arrogant und überheblich sein. Hier sollten beide Seiten eine Art Vertrauenskultur schaffen. Das gelingt am besten, wenn die Einen etwas mehr aus sich herausgehen und auch mal lobende Worte für das Engagement ihrer Kollegen finden und die Anderen die Lorbeeren für ein gelungenes Projekt nicht alleine einstreichen, sondern die Verdienste aller Beteiligten hervorheben.
Konkrete Beispiele:
1. Vernunft und Mut
Der vernünftige, vorsichtige und von Natur aus skeptische Introvertierte wird seinen euphorischen, vorpreschenden und risikobereiten Kollegen bremsen, sodass keine vermeidbaren Fehler passieren, die dem extrovertierten Motto „No Risk, no Fun“ geschuldet sind.
2. Planer und Macher
Introvertierte Persönlichkeiten sind hervorragende Planer. Sie überdenken jedes Detail und sind überaus gewissenhaft. Dafür haben sie Probleme mit der Umsetzung. Damit sie also eine Idee nicht komplett „zerdenken“ sind die Macher gefragt. Sie sind ganz auf Aktion gepolt. Alleine laufen sie jedoch leicht Gefahr, in blindem Aktionismus am Ziel vorbeizuschießen. Werfen beide Seiten zusammen ergibt das ein nahezu unschlagbares Team.
3. Entwickler und Verkäufer
Der in sich gekehrte Intro liebt es zu planen, zu recherchieren, Ideen bis zur Marktreife zu durchdenken. Mit dem Verkauf seiner Innovationen tut er sich hingegen schwer. Hier kommt der eloquente, weltoffene und begeisterungsfähige Extro ins Spiel. Wenn es ihm mit seinen Kontakten und seinem mitreißenden Wesen nicht gelingt, etwas an den Mann zu bringen, schafft es keiner.
Nicht nur Stärken, sondern auch Schwächen zu haben ist völlig normal und nicht schlimm, solange jemand da ist, der sie mit seinen Stärken ausgleichen kann. Das zu erkennen ist wohl der schwierigste Schritt. Ist dieser jedoch geglückt, steht einer äußerst produktiven Zusammenarbeit zwischen introvertierten und extrovertierten Personen nichts mehr im Wege.