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Internal Mobility: So besetzen Sie vakante Stellen mit eigenen Talenten

Internal Mobility: So besetzen Sie vakante Stellen mit eigenen Talenten
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Christiane Peters am 10.05.2021 | 0 Kommentare
Inhalt:
  1. Was bedeutet Internal Mobility?
  2. Vorteile den internen Recruitings
    1. Vorteil 1: Kostenersparnis
    2. Vorteil 2: Stärkere Mitarbeiterbindung
    3. Vorteil 3: Kenntnis der Unternehmenskultur
    4. Vorteil 4: Höhere Leistungsbereitschaft
    5. Vorteil 5: Wertvoller Wissenserhalt
    6. Vorteil 6: Keine Einarbeitungszeit
    7. Vorteil 7: Mehr Austausch
    8. Vorteil 8: Mehr Abwechslung
    9. Vorteil 9: Geringere Fluktuation
  3. Internes Recruiting: Das sind die Nachteile!
    1. Nachteil 1: Weniger Beständigkeit
    2. Nachteil 2: Stärkerer Wettbewerb
    3. Nachteil 3: Betriebsblindheit
  4. Internes Recruiting – Ohne gute Planung geht es nicht!
    1. Fehler 1: Fehlende Kommunikation
    2. Fehler 2: Mangelnde Transparenz
    3. Fehler 3: Fehlende Diskretion
  5. So entwickeln Sie eine interne Mobilitätsstrategie!
    1. Schritt 1: Interner Blick
    2. Schritt 2: Darstellung der Karrieremöglichkeiten
    3. Schritt 3: Motivierendes Umfeld
    4. Schritt 4: Transparenter Stellenmarkt
    5. Schritt 5: Einfache Bewerbungsprozesse
    6. Schritt 6: Interner Talentpool

Personalverantwortliche suchen ihr Glück meistens extern, wenn es darum geht, vakante Stellen im Unternehmen zu besetzen. Nur wenige wenden den Blick nach innen, auf die eigenen Mitarbeiter. Interne Stellenmärkte oder einfache Bewerbungsmöglichkeiten findet man eher selten. Auch der Wechsel innerhalb eines Unternehmens wird kaum gefördert. Damit verschenkt man unter Umständen wichtiges Potenzial. Warum wird internes Recruiting so selten umgesetzt? Warum sollten Unternehmen auch auf interne Talentsuche gehen?  

Was bedeutet Internal Mobility?

Der Begriff Internal Mobility, übersetzt „interne Mobilität“, bedeutet so viel wie internes Recruiting.

Die Bewerbung von Mitarbeitern auf eine neue Position innerhalb des eigenen Unternehmens ist die Grundlage einer Talentakquise-Strategie. Es wird unterschieden zwischen der horizontalen Mobilität, die eine Beförderung und eine höhere Bezahlung zur Folge hat, und der vertikalen. Hier erfolgt ein Wechsel auf einen anderen Arbeitsplatz mit ähnlicher Entlohnung.  

Einer Untersuchung des Karriere-Netzwerks LinkedIn zufolge wird die interne Personalbeschaffung künftig eine immer größere Bedeutung erlangen.

Vorteile den internen Recruitings

Obwohl vielen Arbeitgebern klar ist, dass das Know-how und die Fähigkeiten der eigenen Mitarbeiter wertvoll sind, spielt das interne Recruiting in den meisten Unternehmen eher eine untergeordnete Rolle. Die Potenziale der Beschäftigten und ihre Fähigkeiten werden zu wenig genutzt. Allenfalls wenn Einstellungsstopps oder Sparmaßnahmen eine externe Stellenausschreibung unmöglich machen, besinnen sich Unternehmen auf ihre eigenen Talente.

Dabei geht es beim internen Recruiting um mehr als eine Stelle möglichst schnell und kostengünstig mit einem Kandidaten aus den eigenen Reihen zu besetzen. Unternehmen, die dieses Instrument einsetzen, versprechen sich von einer erhöhten internen Mobilität der Mitarbeiter auch positive Effekte auf die Mitarbeiterbindung und die Motivation.

Internes Recruiting punktet mit einer Vielzahl von Vorteilen. Hier die sieben wichtigsten:

Vorteil 1: Kostenersparnis

Das Recruiting externer Fachkräfte ist nicht nur ein immenser Zeit-, sondern auch ein Kostenfaktor. Fokussieren Sie sich auf Ihre internen Talente, entfällt diese finanzielle Investition.

Vorteil 2: Stärkere Mitarbeiterbindung

Arbeitgeber, die Mitarbeitern aus dem Unternehmen eine vakante Stelle anbieten, erhöhen die Bindung. Das haben verschiedene Untersuchungen bewiesen: Beschäftigte halten ihrem Arbeitgeber länger die Treue, wenn hier die interne Personalbeschaffung eine größere Bedeutung hat.     

Vorteil 3: Kenntnis der Unternehmenskultur

Bewerber aus dem eigenen Unternehmen wissen um die Werte, die Kultur und die Ziele ihres Arbeitgebers. Bei einer externen Stellenbesetzung muss die neue Fachkraft erst eingearbeitet und mit der Unternehmenskultur vertraut gemacht werden.

Vorteil 4: Höhere Leistungsbereitschaft

Mitarbeiter, denen eine Karrieremöglichkeit eröffnet wird, danken es Ihnen nicht nur mit einer höheren Motivation und Loyalität, sondern zeigen auch mehr Leistungsbereitschaft.  

Vorteil 5: Wertvoller Wissenserhalt

Mitarbeiter, die im Unternehmen verbleiben und sich weiterentwickeln können, tragen dazu bei, dass vorhandenes Know-how erhalten bleibt und unter Umständen durch weitere Weiterbildungsmaßnahmen erweitert wird.   

Vorteil 6: Keine Einarbeitungszeit

Ein wichtiger Pluspunkt liegt auch darin, dass interne Beschäftigte die Strukturen und Prozesse im Unternehmen bereits kennen. Längere Einarbeitungsphasen entfallen, sodass der Mitarbeiter in seiner neuen Aufgabe schnell produktiv arbeiten kann.

Vorteil 7: Mehr Austausch

Wechselt ein Mitarbeiter in eine andere Position, besteht die Möglichkeit, abteilungsübergreifend Synergien aufzubauen, wovon letztlich das gesamte Unternehmen profitieren kann.

Vorteil 8: Mehr Abwechslung

Die interne Mobilität eignet sich auch als wirksames Mittel, um mehr Abwechslung am Arbeitsplatz zu schaffen. Mitarbeiter, die die Möglichkeit haben, nach einigen Jahren eine andere Position einzunehmen und ihr Fachwissen hier einzubringen bzw. dieses weiterzuentwickeln, sind zufriedener. Das beugt dem sogenannten Bore-out vor. Unterforderung führt nämlich oftmals zu negativem Stress und gefährdet die psychische Gesundheit.

Vorteil 9: Geringere Fluktuation

Mitarbeiter, die die Möglichkeit bekommen, sich auf andere Positionen zu bewerben und sich durch Weiterbildungen für neue Aufgaben zu qualifizieren, werden seltener das Unternehmen verlassen. Das führt zu weniger Fluktuationen und reduziert die Recruiting-Kosten.

Internes Recruiting: Das sind die Nachteile!

Trotz der zahlreichen Vorteile birgt die interne Stellenbesetzung auch das ein oder andere Problem. Diese Nachteile sollten Sie nicht aus dem Auge verlieren:

Nachteil 1: Weniger Beständigkeit

Nicht jeder Mitarbeiter ist an einer anderen Aufgabe im Unternehmen interessiert. Manche wünschen sich Beständigkeit und Stabilität, Veränderung ist für sie negativ besetzt. Insbesondere wenn es sich um eine Tätigkeit handelt, die von der Position und Bezahlung das gleiche Niveau wie die bisherige bietet. Wenn Sie ihnen nach einigen Jahren eine neue Aufgabe zuweisen, kann das zu Stress und Demotivation führen. Versuchen Sie durch Kommunikation, individuelle Vereinbarungen und Berücksichtigung persönlicher Präferenzen die Situation zu entspannen.

Nachteil 2: Stärkerer Wettbewerb

Mitarbeiter können sich in einem ständigen Wettbewerb mit Kollegen fühlen, wenn die interne Mobilität ein fester Bestandteil der Unternehmenskultur ist. Das kann negative Auswirkungen auf das Miteinander und die Kooperation untereinander haben.    

Nachteil 3: Betriebsblindheit

Wenn Sie Mitarbeiter nur noch aus dem internen Pool rekrutieren, besteht das Risiko, dass externes Fachwissen ungenutzt bleibt und damit möglicherweise die Chancen auf zukunftsträchtige Innovationen sinken. Sinnvoll ist es, eine gute Abwägung und Mischung von internen und externen Kapazitäten vorzunehmen.

Internes Recruiting – Ohne gute Planung geht es nicht!

Wenn Sie die Potenziale Ihrer internen Talente nutzen möchten, müssen Sie entsprechende Strukturen dafür schaffen. Ohne klares Konzept und eine klare Strategie wird sich kein Erfolg einstellen. Diese Fehler sollten Sie vermeiden:

Fehler 1: Fehlende Kommunikation

Wenn die Personalentwicklung und das Recruiting keinen regelmäßigen Austausch pflegen, sich nicht untereinander abstimmen, kann die interne Besetzung problematisch werden. Weil die einzelnen Fachbereiche unterschiedliche Ambitionen haben.

Fehler 2: Mangelnde Transparenz

Interne Bewerbungsprozesse werden oftmals im kleinen Kreis angestoßen, sodass Mitarbeiter, die infrage kommen könnten, nur selten Kenntnis über freie Stellen und damit über ihre Bewerbungsmöglichkeiten besitzen.

Fehler 3: Fehlende Diskretion

Auf der anderen Seite können jedoch auch Mitarbeiter, die Interesse an einer internen Bewerbung haben, gehemmt sein, aktiv zu werden, weil sie die Reaktionen von Kollegen und Vorgesetzten befürchten. Diskrete Bewerbungsmöglichkeiten sind ein wichtiges Instrument für den internen Recruiting-Prozess.

So entwickeln Sie eine interne Mobilitätsstrategie!

Als Führungskraft sollten Sie bei der Besetzung Ihrer Stellen nicht auf Glückstreffer hoffen, sondern eine zukunftsorientierte Strategie entwickeln und die interne Mobilität als einen festen Bestandteil der Unternehmenskultur etablieren. Diese 6 Schritte können Ihnen dabei helfen:

Schritt 1: Interner Blick

Die Identifikation Ihrer Spitzentalente und Ihre Potenziale ist eine wichtige Basis für eine erfolgreiche Rekrutierung interner Mitarbeiter.

Schritt 2: Darstellung der Karrieremöglichkeiten

Das regelmäßige Gespräch mit dem Team ist eine vertrauensbildende Maßnahme. Diskutieren Sie konsequent die Karriereziele des Teams und entwickeln Sie Wege, wie diese Ziele im Unternehmen erreicht werden können.

Schritt 3: Motivierendes Umfeld

Wenn Mitarbeiter wissen, dass sie in einem motivierenden und zukunftsträchtigen Arbeitsumfeld tätig sind, erhöht das ihre Leistungsbereitschaft. Es signalisiert ihnen, dass hier auch in ihren persönlichen Erfolg investiert wird.

Schritt 4: Transparenter Stellenmarkt

Die Etablierung eines internen Stellenmarktes ist eine gute Möglichkeit, über Veränderungs- und Karrieremöglichkeiten im Unternehmen zu informieren.

Schritt 5: Einfache Bewerbungsprozesse

Schaffen Sie unkomplizierte Bewerbungsmöglichkeiten für interessierte Mitarbeiter. Das Angebot eines CV-Upload (Hochladen des Lebenslaufs) ist eine Möglichkeit. Hier ergibt sich ein weiterer Vorteil: Die Personalabteilung kann auf Basis dieser Informationen aus dem internen Stellenmarkt aus ihrer Sicht die passenden Kandidaten ansprechen und zur Bewerbung motivieren.

Schritt 6: Interner Talentpool

Der Aufbau eines internen Talentpools ist eine weitere Option, von der beide Seiten profitieren. Der Mitarbeiter erhält die Chance, sich weiterzuentwickeln. Die Personalabteilung kann freie Stellen schneller besetzen. Im besten Fall ist so eine schnelle Sichtung der Kandidaten möglich und eine aufwendige Suche auf dem externen Markt nicht notwendig.  

Angesichts des weiter anhaltenden Fachkräftemangels und eines leer gefegten Arbeitsmarktes in einigen Berufsfeldern, sind Unternehmen immer öfter gefordert, ihren Bedarf an Talenten auch intern zu decken. Diese Form der Stellenbesetzung stellt für beide Seiten eine Win-Win-Situation dar. Unternehmen versprechen sich von einer erhöhten internen Mobilität der Mitarbeiter auch positive Effekte auf die Mitarbeiterbindung und die Motivation. Für die Beschäftigten ist die Übernahme einer neuen Herausforderung ebenfalls ein positives Signal für die eigene Weiterentwicklung und ein Argument für ein Verbleiben im Unternehmen.

Bild: Christiane Peters
Christiane Peters (15 Artikel)

Christiane Peters hat Germanistik, Literaturwissenschaft und Geschichte studiert. Aktuell arbeitet sie als Journalistin für ein Wirtschaftsmagazin. Schwerpunkte ihrer redaktionellen Tätigkeit sind Themen aus den Bereichen New Work, Personalmanagement, Führung und Karriere. Auf karrieretipps.de kann sie ihre langjährigen Erfahrungen und ihren Blick für aktuelle Themen und Trends in der Personal- und Karriereentwicklung zur Anwendung bringen.

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