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Industrie 4.0: Ist die neue industrielle Revolution ein gigantischer Jobkiller?

Industrie 4.0: Ist die neue industrielle Revolution ein gigantischer Jobkiller?
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Inhalt:
  1. Was bedeutet Industrie 4.0 für die Jobwelt, wie wir sie kennen?
  2. Die Fabrik der Zukunft
  3. Industrie 4.0 - Die Jobs der Zukunft
    1. Besonders gefährdet seien laut Umfragen des Weltwirtschaftsforums folgende Jobs:
  4. Chancen der Industrie 4.0

Wie immer vor einer industriellen Revolution stellt sich die Frage: Werden bestimmte Arbeitsbereiche komplett wegfallen? Wie viele Menschen werden ihre Jobs verlieren? Und in welche Richtung entwickelt sich der zukünftige Arbeitsmarkt?

Die erste industrielle Revolution leitete die Dampflock im 19. Jahrhundert ein. Dann kam die Elektrizität, und in den siebziger Jahren die Automatisierung. Nun stehen wir am Tor der nächsten, der vierten industriellen Revolution. Die Verzahnung der industriellen Produktion mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik ist damit gemeint. Sie ermöglicht die Kommunikation zwischen Menschen, Maschinen und Produkten.

Betrachten wir die Geschichte, stellen wir fest: Mit jeder industriellen Revolution fielen jede Menge Arbeitsplätze weg. Und wurden in ganz anderen Bereichen neu geschaffen. Experten vermuten, dass eine Vielzahl der Jobs, die im Industrie-Sektor in näherer Zukunft wegfallen werden, an anderer Stelle auftauchen werden. Und zwar in der IT-Branche. Schon heute sucht die IT-Branche händeringend nach Nachwuchskräften. Es fehlt an Fachkräften in allen Bereichen in der IT, dabei wird die Industrie 4.0 gerade erst eingeleitet.

Was bedeutet Industrie 4.0 für die Jobwelt, wie wir sie kennen?

Veränderungen in der Art und Weise, wie unsere Arbeitswelt aufgebaut ist, sind unvermeidbar. Es gibt keine Zweifel darüber, dass durch die vierte industrielle Revolution zumindest ein Teil der Arbeitsplätze in der Industrie durch die Computerisierung wegfallen werden. Doch ist die Angst, dass Roboter den Menschen alle Arbeitsplätze wegnehmen wirklich berechtigt? Wird es in Zukunft nur noch Jobs für Nerds geben? Was ist heute anders als vor der letzten industriellen Revolution?

Der Unterschied zu bisherigen industriellen Revolutionen: Was die Weiterentwicklung der Technologien betrifft, liegt zum ersten Mal kein lineares, sondern ein exponentielles Wachstum vor. Besonders interessant ist zudem, dass dieser Fortschritt vermutlich zum ersten mal sämtliche Ebenen unseres alltäglichen Lebens berühren wird, und sich eben nicht nur auf eine Branche auswirkt. Heute gibt es bereits intelligente Maschinen, die in der Industrie eingesetzt werden. Doch sogenannte smart systems, da sind sich die Experten einig, werden künftig in der gesamten Wirtschaft für einen Umbruch sorgen.

Ökonomen der ING-DiBA warnen, dass rund 18 Millionen Jobs aufgrund der Computerisierung wegfallen könnten. Die Boston Consulting Group hält dagegen und prognostiziert, dass im Jahr 2025 etwa 960.000 neue Jobs in der IT und in der Data Science geschaffen werden. Doch lassen sich solche Auswirkungen wirklich mathematisch berechnen und vorhersagen? Schon immer wurde über die Zukunft spekuliert. Fliegende Autos so glaubte man in den achtziger Jahren, sollten in den 2000-ner Jahren längst Alltagstauglich sein. Diese und weitere „Prognosen“ ließen sich allerdings nicht bewahrheiten.

Die Fabrik der Zukunft

Wenn künftig produziert wird, dann befinden sich in den Produktionshallen nicht nur Menschen, sondern auch Roboter. Seite an Seite arbeiten sie zusammen. Das zu produzierende Teil verfügt über einen Chip und teilt sowohl den Robotern, der Maschine, als auch den Arbeitnehmern mit, wo es hingehört, wie es verarbeitet werden muss und vieles mehr. Dieses Teil kann sich auch mit der Anlage selbst „unterhalten“, auf der es gerade befördert oder verarbeitet wird.

Drahtlose Kommunikation zwischen Maschine, Produkt und Mensch. Mikrochips und Sensoren melden sich zum Beispiel auch dann, wenn etwas nicht stimmt. So können Produktionsfehler vermieden werden, noch bevor sie entstehen. Informationen wie eine Auftrags- oder Materialnummer sind auf dem Chip gespeichert, sodass auch die Maschine immer weiß, welches Teil es gerade bearbeitet. Dank permanenter Kommunikation können die (menschlichen) Arbeitnehmer die Produktionsprozesses genauestens Überwachen.

Industrie 4.0 - Die Jobs der Zukunft

Knapp 100.000 neue Fachkräfte benötigt der Maschinenbau. Auch Ingenieure, Mathematiker, Techniker und Naturwissenschaftler werden bereits heute händeringend gesucht. Ganz zu schweigen von der IT-Branche. Daher hätten es vor allem Frauen in Zukunft schwer, da sie seltener im technischen Bereich angestellt seien. Andererseits sehen Experten Berufe in der Kinderbetreuung und in der Gesundheits- und Krankenpflege als nicht gefährdet. Zwar wird die Digitalisierung auch hier zu Umbrüchen führen, doch bleiben die Kernanforderungen für diese Berufe nach wie vor etwas, dass ein Roboter (bisweilen) nicht erfüllen kann.

Besonders gefährdet seien laut Umfragen des Weltwirtschaftsforums folgende Jobs:

  • Büro- und Verwaltungsangestellte
  • Taxifahrer
  • LKW-Fahrer
  • Post- und Paketzusteller
  • Hilfsarbeitskräfte
  • Landwirte

Roboter oder intelligente Maschinen lassen sich überall dort einsetzen, wo Arbeitsprozesse relativ monoton verlaufen. Beispielsweise, wenn ein bestimmtes Produkt in einem Lager aufgespürt und zur Packstation gebracht werden muss. Auch die Auslieferung von Paketen können in Zukunft Drohnen oder Roboter übernehmen. Genauso wie das Bestellen von Feldern, dem Anbau von Gemüse oder auch beim Übersetzen von Dokumenten.

Chancen der Industrie 4.0

An Kritikern mangelt es diesem Thema nicht. Doch alles im Leben hat zwei Seiten. Anstatt die nächste industrielle Revolution zu verfluchen und damit den Untergang von Millionen Jobs zu prognostizieren, ist es womöglich an der Zeit, dieser Entwicklung auch etwas Gutes abzugewinnen. Es gibt nämlich auch sehr viele Bereiche, in denen die Digitalisierung und der Einsatz intelligenter Maschinen die Arbeit vieler Menschen erleichtern kann. In der Pflege zum Beispiel. Eine Pflegefachkraft kann nicht durch einen Roboter ersetzt werden. Doch ein Roboter kann dieser helfen, schwere Patienten aus ihren Rollstühlen zu heben.

Auch in der Datenverarbeitung können wir uns den Fortschritt zu Nutze machen. Wenn sich in Zukunft Maschinen um die Verwaltungsarbeit kümmern, so hätten beispielsweise Ärzte mehr Zeit für ihre Patienten. Produktionshelfer würden körperlich entlastet und müssten bei der täglichen Arbeit nicht mehr ihre Gesundheit aufs Spiel setzen. Der Umbruch, den wir bereits allmählich in der Arbeitswelt beobachten können, birgt neue Anforderungen an den Arbeitnehmer. Flexibilität, Lernbereitschaft und Anpassungsfähigkeit anstatt Präzision oder Sorgfalt. Denn letztere Anforderungen werden in Zukunft die Roboter übernehmen.

Wie die Industrie 4.0 sich letztendlich in unser aller Leben einfügen wird, kann nicht vorausgesagt werden. Doch anzunehmen, dass das was da kommt, so unaufhaltsam wie das Schicksal sei, wäre falsch. Am Ende liegt es in unserer Hand, wie wir die Zukunft gestalten. Man muss den Fortschritt in eine Richtung lenken, in der der Mensch immer noch eine Bedeutung hat und nicht einfach durch eine intelligente Maschine ersetzt werden kann. Mit neuen Ausbildungsberufen und angepassten Weiterbildungen sollte auch im Jahr 2025 die Beschäftigungsquote ähnlich der heutigen sein. Indem wir früh genug den Dialog beginnen und uns mit dieser neuen Herausforderung beschäftigen, finden wir Antworten darauf, wie wir unsere Wirtschaft, aber auch unsere Gesellschaft an die neue, digitale Welt anpassen.


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