karrieretipps.de Karriere Gehaltsvorstellung formulieren: So machen Sie es richtig!

Gehaltsvorstellung formulieren: So machen Sie es richtig!

Gehaltsvorstellung formulieren: So machen Sie es richtig!
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Anastasia Johlen am 21.10.2019 | 0 Kommentare
Inhalt:
  1. Gehaltsvorstellung formulieren: Warum?
  2. Zu hohe Gehaltsvorstellung: Eigentor im Bewerbungsprozess
  3. Wann formulieren Sie Ihren Gehaltswunsch?
  4. Vorbereitung: Angemessenen Gehaltswunsch festlegen
    1. Recherche über Gehalt in Branche und Berufsfeld
      1. Beispiel Gehälter für Gehaltsvorstellung
    2. Gehaltsvorstellung realistisch einschätzen
    3. Gehaltsvorstellung: Gehaltsrechner als Hilfe
  5. Faustregeln: Gehaltsvorstellungen formulieren
  6. Keine Gehaltsvorstellung angeben
  7. Gehaltsvorstellung im Vorstellungsgespräch formulieren
  8. Formulierungsbeispiele für Gehaltsvorstellung im Anschreiben
  9. Gehaltsvorstellung formulieren: Expertentipp
  10. Arbeitgeber unterbietet Ihr Wunschgehalt

Fast jeder Arbeitnehmer hat es schon erlebt oder steht diesem Debakel bevor: Die Gehaltsvorstellung formulieren. Ein sensibles Thema, welches bei vielen Menschen Fragen und Ängste weckt. Keine leichte Aufgabe. Sie möchten sich nicht unter Wert verkaufen aber auch nicht überheblich oder sogar gierig wirken. Verständlich. Doch immer mehr Unternehmen wünschen sich von Ihren potenziellen Angestellten eine Gehaltsvorstellung, ob im Bewerbungsschreiben oder persönlich im Vorstellungsgespräch. Und so formulieren Sie die Gehaltsvorstellung richtig.

Gehaltsvorstellung formulieren: Warum?

Es ist Fakt, dass Gehalt und Lohn im Berufsleben die tragende Rolle spielt. Jeder möchte für seine geleistete Arbeit entsprechend belohnt werden. Das Gehalt spielt für Arbeitnehmer und Arbeitgeber eine wichtige Rolle. Aber wieso möchten Unternehmen, dass Bewerber ihre Gehaltvorstellung formulieren?

Ganz einfach: Können Sie Ihren Gehaltswunsch realistisch einschätzten und souverän vermitteln, spricht dies für Ihre Kompetenz. Sie kennen Ihren eigenen Marktwert und wissen diesen, realistisch zu benennen, ohne Sympathiepunkte zu verlieren oder unsachliche Argumente zu bringen.

Weiterhin erhält Ihr Arbeitgeber in Spe einen Eindruck von den aufkommenden Kosten und kann diese besser einkalkulieren. Kann sich das Unternehmen Ihre Anstellung leisten?

Zu hohe Gehaltsvorstellung: Eigentor im Bewerbungsprozess

Genießen Sie Ihren Gehaltswunsch mit Vorsicht! Wenn Sie über das eigene Ziel hinausschießen, katapultieren Sie sich schnell selbst ins Aus. Deshalb sollten Sie niemals unvorbereitet handeln und mit utopischen Gehältern um sich schmeißen. Vorbereitung ist wie sooft das A & O. Schaffen Sie die Basis für Ihre Karriere und überzeugen Sie mit einer realistischen Gehaltsvorstellung!

Wann formulieren Sie Ihren Gehaltswunsch?

In Deutschland erhalten die Bewerber nur selten bereits in den Stellenanzeigen Informationen über das Gehalt. In anderen Ländern wie in den USA ist es üblich, dass das Gehalt in der Stellenausschreibung genannt wird. Hierzulande ist von den Bewerbern mehr Eigeninitiative und Selbsteinschätzung gefragt. Unternehmen bieten in der Regel zwei Varianten, um einen Einblick in die finanziellen Vorstellungen des potenziellen Arbeitnehmers zu gewinne:

  • Gehaltsvorstellung im Anschreiben formulieren
  • Gehaltsvorstellungen im Vorstellungsgespräch formulieren

Vorbereitung: Angemessenen Gehaltswunsch festlegen

Bevor Sie planlos loslegen und irgendwelche Gehälter nennen, sollten Sie sich gut informieren. Es hat weder Vorteile, wenn Sie sich unter Wert verkaufen, noch, wenn Sie weit über die Gehaltsgrenze Ihrer Branche und Position greifen.

  • Nennen Sie ein zu hohes Gehalt, kann dies bereits ein Ausschlusskriterium im Bewerbungsprozess sein.
  • Mit einem zu niedrigen Gehaltswunsch könnten Sie den Eindruck von Schwäche und mangelnden Selbstvertrauen erwecken.

Recherche über Gehalt in Branche und Berufsfeld

Nehmen Sie sich Zeit für eine Recherche im Internet oder in Fachzeitschriften. So können Sie und Statistiken nutzen oder Internetportale besuchen, die Gehälter vergleichen. Ebenfalls hilfreich ist ein Blick auf Durchschnitts- und Einstiegsgehälter. Informieren Sie sich genau, was Sie in Ihrer Branche für ein Gehalt erwarten können, egal ob als Berufseinsteiger, Senior-Manager oder als Vorgesetzter. Umso mehr Informationen Sie sammeln, desto genauer werden Ihre Gehaltsvorstellungen.

Beispiel Gehälter für Gehaltsvorstellung

  • Einstiegsgehalt für Hochschulabsolventen liegt zwischen 3.000 und 5.000 brutto.
  • Promovierte Absolventen können bis zu 4200 Euro verlangen.
  • Bachelor-Absolventen der Universität können hingegen 2880 Euro verlangen.
  • Bachelor-Absolventen einer Fachhochschule verdienen etwa 3300 Euro und mit einem Master-Abschluss erhalten Sie ein Einstiegsgehalt von etwa 3680 Euro.

Wichtig ist, dass Sie den Standort des Unternehmens berücksichtigen, denn je nach Region können erhebliche Schwankungen in den Gehältern der jeweiligen Berufsfelder vorkommen.

Gehaltsvorstellung realistisch einschätzen

Damit Ihre Gehaltsvorstellung wirklich realistisch ist, sollten Sie sich nicht nur auf Statistiken und Zahlen verlassen. Neben Branche, Berufsabschluss und Berufsfeld spielen weitere Faktoren eine Rolle. Die persönlichen Qualifikationen und Ihre fachlichen Kenntnisse sind wesentliche Kriterien, welche bezüglich des Gehalts berücksichtigt werden müssen.

Realistischer Gehaltswunsch entsteht durch

  • Statistiken und Gehaltsrechner
  • Branche und Berufsfeld
  • Position
  • eigene Qualifikationen und fachliche Spezialisierungen
  • Abschluss
  • Berufs- und Praxiserfahrung
  • Branche des Unternehmens
  • Unternehmensgröße

Gehaltsvorstellung: Gehaltsrechner als Hilfe

Es ist sehr wichtig, dass Sie alle Faktoren bedenken, immerhin kann nicht pauschal für jeden Absolventen einer Branche dasselbe Gehalt gezahlt werden. Auch die Größe des Unternehmens ist ein sehr wichtiger Faktor und ob Ihre bisherige Berufserfahrung in die Branche des Arbeitgebers in Spe passt. Versteifen Sie sich nicht auf das Ergebnis eines online Gehaltsrechners und bedenken Sie auch die anderen Faktoren.
Es ist nicht unüblich, dass sich Arbeitnehmer auf eine Stelle bewerben für die Sie keine Qualifikationen vorweisen. So dürfen Sie nicht einfach die Gehaltsspanne der Branche wählen und auf Ihren Wunsch übertragen.

Faustregeln: Gehaltsvorstellungen formulieren

Grundlegend gilt es bei der Formulierung der Gehaltsvorstellung, folgende Dinge zu beachten:

  • Geben Sie immer ein Brutto-Jahreseinkommen an.
  • Die Gehaltsvorstellung bezieht sich auf zwölf oder 13 Monatsgehälter.
  • Orientieren Sie sich am aktuellen Jahresgehalt (10-20 % Aufschlag sind üblich).
  • Machen Sie keine Angaben zu Zusatzleistungen (Urlaubsgeld, Fahrkosten, vermögenswirksame Leistungen u.a.)
  • Formulieren Sie den Gehaltswunsch im Bewerbungsschreiben am Ende als Schlusssatz.
  • Bennen Sie bei Aufforderung in jedem Fall einen Gehaltswunsch: Keine Angabe, ist keine Option.

Keine Gehaltsvorstellung angeben

Wenn Sie trotz Aufforderung keine Angaben zu Ihrer Gehaltsvorstellung machen, hinterlässt dies beim Unternehmen eher einen negativen Eindruck. Wurden Sie bereits in der Stellenanzeige aufgefordert, sollten Sie dieser Forderung unbedingt nachgehen. Denn ansonsten wirkt es, als hätten Sie das Stellenausschreiben nicht aufmerksam und ordentlich gelesen. Weiterhin spricht es dafür, dass Sie sich widersetzen und nicht gerne an Vorgaben halten.

Gehaltsvorstellung im Vorstellungsgespräch formulieren

Lassen Sie stets den Arbeitgeber oder Personaler das Thema Gehaltsvorstellung ansprechen und ergreifen Sie niemals selbst diese Initiative. Eröffnen Sie die Verhandlung mit Ihrem Wunschgehalt und lassen Sie sich auf Kompromisse ein, wenn das Angebot Ihres Arbeitgebers in Spe passt. Beweisen Sie Verhandlungsgeschick und starten Sie mit einem bestimmten Ziel in das Gespräch.

Lassen Sie sich Ihr Aufgabenfeld genau erklären und erkundigen Sie sich nach Ihren Tätigkeiten und Verantwortungsbereichen sowie Aufstiegschancen. Diese Informationen sind sehr wichtig und beeinflussen die Gehaltsverhandlung. Haben Sie umfangreiche Aufgaben und ein weites Arbeitsspektrum kann dieses einen Aufschlag von 5 bis 20 Prozent auf Ihre Gehaltsvorstellung rechtfertigen.

Formulierungsbeispiele für Gehaltsvorstellung im Anschreiben

Bringen Sie Ihre Gehaltsvorstellung auf den Punkt:

  • "Meine beruflichen Qualifikationen entsprechend empfinde ich ein Gehalt von X Euro als angemessen."
  • "Ein jährliches Bruttogehalt von X Euro entspricht meinen Vorstellungen."

Argumentative Formulierung als weniger direkte Lösung

  • "Meine Gehaltsvorstellungen liegen zwischen X und Y Euro im Jahr."
  • "Aufgrund meiner beruflichen Qualifikationen und Erfahrung stelle ich mir ein Gehalt zwischen X und Y Euro im Jahr vor."
  • "Meinen Qualifikationen und Kenntnissen entsprechend empfinde ich ein Gehalt von X Euro für angemessen."

Ausweichende Formulierungen für Gehaltsvorstellung

  • "Ich strebe ein Gehalt an, das meiner Qualifikation und der Verantwortung dieser Position entspricht."
  • "Ich bin gerne bereit über meine Gehaltsvorstellung in einem Vorstellungsgespräch zu verhandeln."
  • "Ich freue mich, wenn Sie mich zum Vorstellungsgespräch einladen, dabei können wir sicher auch noch auf meine Gehaltsvorstellung eingehen."

Gehaltsvorstellung formulieren: Expertentipp

Am besten geben Sie eine Gehaltsspanne anstelle eines punktgenauen Gehaltes an. Dadurch zeigen Sie Ihrem potenziellen Arbeitgeber, dass Sie Ihren Marktwert kennen, jedoch für Verhandlungen und Kompromisse bereit sind. Beachten Sie, dass die Spanne maximal 3.000 bis 5.000 Euro in Bezug auf das jährliche Brutto-Gehalt umfassen.

Arbeitgeber unterbietet Ihr Wunschgehalt

Lässt sich Ihr Arbeitgeber nicht auf Ihre Gehaltsvorstellung ein und haben Sie weder mit utopischem Einkommen noch mit Gier Ihren potenziellen Arbeitgeber vergrault, sollten Sie nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Lassen Sie sich erklären, weshalb Ihr Wunschgehalt nicht bewilligt wird.Bekommen Sie nicht Ihr Wunschgehalt, sollten Sie Ihre Chance auf Benefits nutzen und geldwerte Vorteile wie vermögenswirksame Leistungen, Fahrtgeld, ein Firmenhandy oder ein höheres Gehalt nach der Probezeit verhandeln.

In Sachen Gehaltsvorstellung ist es für Sie wichtig, dass Sie Kenntnisse über aktuelle Gehälter der jeweiligen Branche haben und Ihren Marktwert kennen. Lassen Sie sich nicht unter Wert verkaufen und nutzen Sie die Chance einer genauen Vorbereitung.

Bild: Anastasia Johlen
Anastasia Johlen (53 Artikel)

Anastasia Johlen hat Germanistische Sprachwissenschaften und Literaturwissenschaften in Paderborn studiert. Während ihres Studiums hat sie bereits in journalistischen Redaktionen als freie Mitarbeiterin gearbeitet. Moderationen, Nachrichten und Artikel: alles kein Problem. Texten war schon immer ihre Leidenschaft. Auf karrieretipps.de ist sie für den Bereich rund um Berufseinstieg, Büroalltag und Work-Life-Balance zuständig.

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