karrieretipps.deKarriereEmployer Branding: Arbeitgebermarke richtig umsetzen!

Employer Branding: Arbeitgebermarke richtig umsetzen!

Employer Branding: Arbeitgebermarke richtig umsetzen!
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Anastasia Johlen am 09.03.2022 | 0 Kommentare
Inhalt:
  1. Was ist Employer Branding?
    1. Unterschied zwischen Employer Branding und Personalmarketing
    2. Personalmarketing
    3. Employer Branding
  2. Welches Ziel hat die Arbeitgebermarke?
    1. Employer Branding nach außen und innen: Mitarbeiter gewinnen und halten
  3. Wie funktioniert Employer Branding?
  4. Employer Branding-Strategie: 5 Schritte zu Ihrer Arbeitgebermarke
    1. Schritt 1: Employer Value Proposition: Unternehmensanalyse
    2. Schritt 2: Kommunikationsplan erstellen
    3. Schritt 3: Content-Strategien: Planung und Umsetzung von Inhalten
    4. Schritt 4: Mitarbeiter finden und gewinnen
    5. Schritt 5: Angestellte im Unternehmen halten
      1. Zufriedene Mitarbeiter als wesentliche Maßnahme vom Employer Branding
    6. Social Media für Employer Branding nutzen: Content veröffentlichen

Immer mehr Unternehmen können freie Stellen nicht besetzen, finden keine passenden Mitarbeiter und sind ratlos. Nicht nur der Fachkräftemangel ist schuld an dieser Situation, sondern auch eine schlechte Arbeitgebermarke: Einige Firmen, Betriebe und Unternehmen präsentieren sich nicht gerade als attraktiver Arbeitgeber, sind unbekannt und gehen im Dschungel der etablierten Arbeitgeber und hochschießenden Startups unter: sie scheitern schlichtweg an falschem Employer Branding.

Wie genau können Sie Ihre Arbeitgebermarke ausbauen und richtig einsetzen? Was steckt hinter Employer Branding und wie nutzen Sie es für Ihr Business?

Was ist Employer Branding?

Übersetzt bedeutet Employer Branding „Arbeitgeber-Markenbildung“ und zielt darauf ein Unternehmen, als attraktiven Arbeitgeber zu präsentieren. Mit einem gelungenem Employer Branding gewinnen Unternehmen neue Mitarbeiter und heben sich von der Konkurrenz ab.

Es handelt sich im Prinzip um eine Marketing-Strategie für das gesamte Unternehmen. Hinter jedem Vorgehen, jeder Kampagne und jedem Video steckt also ein strategischer Gedanke, um die Bewerbersituation zu verbessern und Mitarbeiter an ihren Arbeitgeber zu binden.

Wichtig ist hierbei, dass die Theorie sich nicht von der Praxis unterscheiden darf: Sie müssen sich als Unternehmen immer wahrheitsgemäß präsentieren und keine falschen Versprechen machen. Ansonsten erfolgt die Ernüchterung spätestens, wenn die neuen Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen arbeiten. Eine falsche Arbeitgebermarke zu entwickeln, bringt Ihnen letztendlich überhaupt nichts, außer negative Prämisse.

Unterschied zwischen Employer Branding und Personalmarketing

Häufig werden Employer Branding und Personalmarketing verwechselt oder sogar über einen Kamm geschoren, doch das ist schlichtweg falsch. Grundlegend unterscheiden sich die beiden Bereiche in ihrer Ausrichtung:

  • Employer Branding ist strategisch und Personalmarketing operativ ausgerichtet.

Was bedeutet das konkret? Mit dem Employer Branding möchten Sie als Unternehmen nicht nur potenzielle Bewerber erreichen (Ziel des Personalmarketing), sondern Sie möchten dabei ein bestimmtes Arbeitgeberbild vermitteln, welches den Kandidaten überzeugt.

Personalmarketing

Beim Personalmarketing geht es vielmehr um die aktive Mitarbeitersuche mit allen nötigen Maßnahmen. Unternehmen versuchen potenzielle Mitarbeiter, auf verschiedenen Wegen zu werben. Es handelt sich bei der Mitarbeitersuche um operative Maßnahmen, die eine gute Arbeitgebermarke stark unterstützen.

Employer Branding

Mit dem Employer Branding bauen sich Unternehmen eine Arbeitgebermarke auf. Das Unternehmen soll sich verstärkt als Marke sehen und dementsprechend Recruiting-Maßnahmen und Personalmarketingstrategien anpassen. Mit einer Arbeitgebermarke bewerben Sie als Unternehmen keine freie Stelle oder einen Job, sondern sich selbst, als Arbeitgeber.

Welches Ziel hat die Arbeitgebermarke?

Ziel ist es, sich als Arbeitgeber von der besten Seite zu präsentieren und attraktiv dazustellen. Beim Employer Branding geht es darum, die Arbeitgebermarke auszubauen, zu stärken und klar zu positionieren.

Grundlegend zielt eine gute Arbeitgebermarke natürlich auf eine gelungene Mitarbeitergewinnung: Talente und qualifizierte Fachkräfte sind hart umkämpft. Beim Employer Branding geht es aber nicht nur um neue Mitarbeiter, sondern auch um das Halten von bisherigen Mitarbeitern.

Employer Branding nach außen und innen: Mitarbeiter gewinnen und halten

Mit einer guten Arbeitgebermarke unterstützen Sie Ihr Recruiting und gewinnen dadurch eher neue Mitarbeiter. Alle Maßnahmen, die sich nach außen richten, zielen auf neue potenzielle Mitarbeiter.

Für den Erfolg Ihres Unternehmens müssen Sie nicht nur neue Mitarbeiter gewinnen, sondern diese auch halten, weshalb Employer Branding auch im Inneren Ihres Unternehmens stattfindet. Nutzen Sie entsprechende Maßnahmen für den positiven Effekt nach innen und steigern Sie die Mitarbeiterzufriedenheit, Motivation und ein entsprechendes Arbeitsklima.
Bekanntheit beeinflusst Arbeitgebermarke

Je bekannter und präsenter ein Unternehmen ist, desto stärker ist auch die Arbeitgebermarke. Vermutlich würden viele Bewerber eher die freie Stelle in einem bekannten und etablierten Unternehmen wählen, statt einem Job in einem unbekannten nichtssagenden Betrieb. Doch bei Ihrer Arbeitgebermarke geht es nicht nur darum, sich mit der Konkurrenz zu vergleichen.
Vielmehr müssen Sie Ihre Stärken und Vorzüge als Arbeitgeber hervorheben und bekannt machen. Entwickeln Sie ein attraktives Image, gewinnen Sie fast automatisch auch passende Mitarbeiter.

Wie funktioniert Employer Branding?

Zunächst müssen Sie sich bewusst machen, wie Sie in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden möchten: Welches Image möchten Sie als Arbeitgeber haben?

Neben dem Image spielt auch die Zielgruppe eine wesentliche Rolle, um Ihr Employer Branding entsprechend anzupassen. Definieren Sie also nicht nur Ihr Image, sondern auch die Zielgruppe der gewünschten Mitarbeiter.

Die Zielgruppe entscheidet über das weitere Vorgehen des Employer Branding und welche Maßnahmen, Kanäle und Tools am sinnvollsten für Ihre gelungene Arbeitgebermarke sind.

Employer Branding-Strategie: 5 Schritte zu Ihrer Arbeitgebermarke

Ein gelungenes Employer Branding besteht aus mehreren Prozessen und setzt sich aus fünf Bereichen zusammen:

  1. Strategie: Analyse
  2. Branding: Markenkommunikation
  3. Engagement: Content-Strategie erstellen
  4. Recruiting: Mitarbeiter finden und gewinnen
  5. Retention: Mitarbeiter an Unternehmen binden

Folgende Fragen können Ihnen bei der Erstellung entsprechender Maßnahmen helfen:

  • Alleinstellungsmerkmal: Was hebt Sie von der Konkurrenz ab?
  • Kommunikationsplan: Wie kommunizieren Sie am besten mit Ihrer Zielgruppe?
  • Content veröffentlichen: Wie entwickeln Sie passenden Content?
  • Recruiting-Maßnahmen: Wie verbinden Sie Branding- und Recruiting-Maßnahmen am besten?
  • Mitarbeiter halten: Wie können Sie die Zufriedenheit erhöhen? Welches Arbeitsklima ist optimal?

Schritt 1: Employer Value Proposition: Unternehmensanalyse

Im ersten Schritt sollten Sie sich selbst klarmachen, warum Sie ein attraktiver Arbeitgeber sind. Was sind Ihre Vorzüge und Stärken? Überlegen Sie sich, warum Mitarbeiter gerade bei Ihnen arbeiten möchten. Es kann auch hilfreich sein, sich ein anonymes Feedback von Mitarbeitern einzuholen. Was wünschen sich Angestellte bei Ihnen und was machen Sie bereits richtig?

Fragen für die Unternehmensanalyse

  • Wofür stehen Sie als Unternehmen und wofür wollen Sie stehen?
  • Wirken Sie bereits als attraktiver Arbeitgeber?
  • Was unterscheidet Sie von der Konkurrenz?
  • Was macht Sie einzigartig und als Arbeitgeber besonders?
  • Warum sollten bestehende Mitarbeiter bei Ihnen bleiben?
  • Warum sollten neue Mitarbeiter bei Ihnen anfangen?
  • Was macht Sie als Arbeitgeber aus?
  • Was sind Ihre langfristigen Ziele und Visionen als Arbeitgeber und Unternehmen?

Schritt 2: Kommunikationsplan erstellen

Als nächstes sollten Sie sich überlegen, wie und wo Sie am besten mit Ihrer Zielgruppe agieren und kommunizieren. Dafür müssen Sie Ihre Zielgruppe genau definieren und kennen. Sie müssen verstehen, wie Sie die jeweiligen Menschen erreichen und für sich gewinnen können.

Kommunikationswege für Ihr Employer Branding

  • Online-Medien
  • Newsletter
  • Social-Media-Kanäle
  • Karriereseiten
  • Blog
  • Markenbotschafter
  • Events und Karrieremessen

Zielen Sie eher auf junge Mitarbeiter, sollten Sie nicht nur den Kommunikationsweg und Kanal entsprechend anpassen, sondern auch die Kommunikation selbst. Lockere und einfache Sprache kommen bei den jüngeren Generationen besser an, als förmliche Redebeiträge. Wichtig ist, dass Sie dabei immer Ihrem Unternehmen treu bleiben. Seien Sie authentisch und verstellen Sie sich nicht.

Nur weil die meisten Menschen regelmäßig im Netz sind, bedeutet das nicht zwingend, dass Sie Ihre Zielgruppe auf diesem Weg am besten erreichen.

Schritt 3: Content-Strategien: Planung und Umsetzung von Inhalten

Haben Sie Ihr Image und Ihre Arbeitgebermarke sowie die Zielgruppe und die Kommunikationskanäle festgelegt, geht es an die Umsetzung. Mithilfe eines Redaktionsplans können Sie Ihre Veröffentlichungen auf Social Media oder Karriereseiten planen.

Folgende Fragen könnten Ihnen helfen:

  • Auf welchen Events möchten Sie sich präsentieren?
  • Welche Inhalte möchten Sie wann und in welchem Abstand veröffentlichen?
  • Welche Materialien brauchen Sie für Ihren Content (Videos, Fotos, Texte, Interviews, Beiträge)?
  • Wie können Mitarbeiter oder andere Personen Sie dabei unterstützen?
  • Wie können Sie durch Markenbotschafter unterstützt werden?

Schritt 4: Mitarbeiter finden und gewinnen

In diesem Schritt erfahren Sie, ob sich die Arbeit rentiert und Sie Ihr Employer Branding richtig umgesetzt haben: Ihre Employer Branding-Maßnahmen verschmelzen mit Ihren Recruiting-Maßnahmen. Überzeugen Sie als Arbeitgebermarke trudeln die Bewerbungen fast wie von alleine ein.

Schritt 5: Angestellte im Unternehmen halten

Nicht nur die Mitarbeitergewinnung ist wichtig, sondern auch das Halten von Mitarbeitern. Der positive Eindruck sollte über den Bewerbungsprozess hinaus reichen. Mitarbeiter sollen das bekommen, was Ihnen auch versprochen wurde.

Als Arbeitgeber bedeutet das für Sie, ständig an Ihrem Image und dem Arbeitsklima zu arbeiten, Kritik anzunehmen und Veränderungen offen gegenüberzustehen.

Zufriedene Mitarbeiter als wesentliche Maßnahme vom Employer Branding

Aushängeschild einer guten Arbeitgebermarke sind immer die eigenen Mitarbeiter: zufriedene Mitarbeiter wirken sich positiv auf Ihr Employer Branding aus und sind ein Teil des Großen und Ganzen. Die besten Recruiter bleiben die eigenen Mitarbeiter, weshalb die Zufriedenheit Ihrer bisherigen Angestellten nicht außer Acht gelassen werden darf.

Doch wie können Sie die Zufriedenheit Ihrer Mitarbeiter fördern? Wie halten Sie Mitarbeiter?

  • offene Firmenkultur
  • Transparente Kommunikation
  • Benefits
  • flexible Arbeitszeiten und Homeoffice
  • Fort- und Weiterbildung
  • kostenlose Getränke/Essen

Sie sollten Ihre eigenen Mitarbeiter nicht nur als Teil Ihres Unternehmens sehen, sondern auch als Markenbotschafter. Zufriedene Mitarbeiter werden automatisch positiv über Sie als Arbeitgeber berichten. Mittlerweile gibt es auch online Plattformen, auf denen Mitarbeiter Ihre Arbeitgeber bewerten können.

Social Media für Employer Branding nutzen: Content veröffentlichen

In der heutigen Zeit sind die sozialen Medien, kaum noch wegzudenken. Die Relevanz dieser sozialen Netzwerke erkennen auch immer mehr Unternehmen und Arbeitgeber. Ein Account auf Facebook oder anderen sozialen Netzwerken ist essenziell für den modernen und aktiven Erfolg der Arbeitgebermarke, insofern sich Ihre Zielgruppe dort befindet.

Für ein erfolgreiches Employer Branding sind soziale Medien ein wesentlicher Bestandteil. Sie finden auf Instagram & Co. auch immer mehr Coaches und Dienstleister, die sich genau auf diesen Bereich fokussiert haben: Employer Branding auf sozialen Medien.

Wie Sie sehen ist eine attraktive Arbeitgebermarke der Schlüssel zum Erfolg Ihres Unternehmens, denn ohne Mitarbeiter läuft gar nichts. Deshalb sollten Sie das Employer Branding als anhaltenden Prozess sehen, der ständig überarbeitet, aktualisiert und erweitert werden sollte.

Bild: Anastasia Johlen
Anastasia Johlen (80 Artikel)

Anastasia Johlen hat Germanistische Sprachwissenschaften und Literaturwissenschaften in Paderborn studiert. Während ihres Studiums hat sie bereits in journalistischen Redaktionen als freie Mitarbeiterin gearbeitet. Moderationen, Nachrichten und Artikel: alles kein Problem. Texten war schon immer ihre Leidenschaft. Auf karrieretipps.de ist sie für den Bereich rund um Berufseinstieg, Büroalltag und Work-Life-Balance zuständig.

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