- Wie Sie die Kontrolle über Ihre Emotionen behalten
- Zielorientiertes Denken vs. vorschnelle Reaktionen
- Negative Emotionen - Konstruktives Handeln
- Begeben Sie sich nicht in die Opferrolle
- Die Teamdynamik aufrecht erhalten
- Identitätskrisen vorbeugen
Emotionen sind Teil eines jeden Menschen und können meist nur temporär verdrängt werden. Da die Arbeit einen großen Teil des Lebens der allermeisten ausmacht, ist es nur eine Frage der Zeit, bis uns die Emotionen im Arbeitsalltag einholen. Privates und Berufliches zu trennen wird zu einer wahren Herausforderung, wenn Emotionen wie Wut oder Neid uns täglich im Job begleiten. Wir haben Ratschläge von Experten gesammelt, die Ihnen helfen, wenn Ihre Emotionen die Oberhand gewinnen.
Wie Sie die Kontrolle über Ihre Emotionen behalten
Damals war Hysterie verpönt, heute ängstigen wir uns vor unterdrückten Gefühlen. Ist es kein Geheimnis, dass es langfristig gesehen nicht sonderlich gesund ist, die eigenen Gefühle zu unterdrücken. Da es sich bei Ihrem beruflichen Umfeld jedoch nicht um die richtige Umgebung für einen Tränenausbruch handelt, ist es ratsam einen Mittelweg zu finden.
Experten nennen das Unterdrücken von Gefühlen „Emotionsarbeit“. Es geht Ihnen nicht darum, Gefühle wirklich zu unterdrücken, sondern professionell mit ihnen umzugehen. Es gibt Berufe, beispielweise im Krankenhaus oder in der Luftfahrtbranche, bei denen es zum beruflichen Alltag gehört, die eigenen Emotionen zu verbergen und andere vorzutäuschen. Eine Stewardess verlernt schließlich nicht, im privaten Umfeld ihre Emotionen zu zeigen, weil sie sich Fluggästen gegenüber professionell verhält.
Gefühle wie Wut, Neid und Frust sind ganz normale Emotionen, zu denen Sie jegliches Recht haben. Es geht vielmehr darum, wie sehr diese Gefühle nach außen treten und ob die auslösende Situation dieses Maß an Emotionen überhaupt verdient hat. Starke Gefühle können durch Missverständnisse freigesetzt werden, die lösbar wären, bevor uns riesige Gefühlswellen erschlagen und unnötig Energie verschwendet wird.
Zielorientiertes Denken vs. vorschnelle Reaktionen
Wie viel Macht Emotionen auf Sie und Ihre Arbeit haben, ist eine Frage des Umgangs. Versuchen Sie konstruktiv mit Ihren Gefühlen umzugehen. Eine überschnelle Reaktion kann Ihnen im beruflichen Umfeld am Ende nur noch mehr schaden. Versuchen Sie herauszufinden, was genau Sie ärgert und was Ihre negativen Gefühle realistisch gesehen mindern könnte.
Plumpe Rückmeldungen führen in den meisten Fällen nicht zu einem besseren Gefühl, da sich die kritische Situation dadurch nicht ändert. Scheuen Sie in akuten Momenten nicht davor zurück, KollegInnen mitzuteilen, dass Sie ein klärendes Gespräch lieber auf einen anderen Tag verschieben möchten. Diese Form der Selbstkontrolle räumt Ihnen Zeit ein, Ihre Emotionen zu überprüfen und kritischen Situationen rationaler zu begegnen.
Negative Emotionen - Konstruktives Handeln
Neid gehört wohl zu den häufigsten Emotionen, die uns im Berufsleben begegnen. Die Medaille hat jedoch zwei Seiten. Neid kann ein Ansporn sein, die eigene berufliche Laufbahn anzukurbeln. Das konstruktive Konkurrenzgefühl ist ein Auslöser dafür, die eigenen Leistungen zu reflektieren. Die Neid-auslösende Person kann somit ganz nach dem Motto „das beste aus der Sache machen“ als Vorbild fungieren.
Es kann jedoch auch sein, dass Sie merken, wie viel Zeit und Mühe hinter dem steckt, was Ihr/e KonkurrentIn erreicht hat und Sie selbst nicht bereit wären, diesen Preis dafür zu zahlen. Selbstreflektion ist ein hilfreicher Faktor im Umgang mit Emotionen.
Begeben Sie sich nicht in die Opferrolle
Es klingt vielleicht hart, aber Tränen haben Experten zufolge nichts am Arbeitsplatz zu suchen. Diese Gefühlsausbrüche sind selbstentblößend und machen Sie im Endeffekt noch angreifbarer. Tränen am Arbeitsplatz sprechen dafür, dass Sie überfordert sind und stellen Ihre berufliche Souveränität in den Schatten. Gefühlsausbrüche sind demnach zufolge besonders für Führungskräfte eine heikle Angelegenheit, da von Personen in höheren Positionen besondere Standhaftigkeit erwartet wird. Wer im Job weint, gerät leicht in eine „Opferrolle“.
Teilweise werden Tränen auch eingesetzt, wenn Personen bewusst diese Rolle einnehmen möchten. Eine solche Motivation wird jedoch von KollegInnen häufig erkannt und als Manipulation wahrgenommen. Übermäßige emotionale Ausbrüche haben in dem Fall einen negativen Einfluss auf die Teamdynamik.
Die Teamdynamik aufrecht erhalten
In einem Unternehmen führen die Leistungen vieler verschiedener Personen zu einem Endergebnis. Dieses verschlechtert sich automatisch, wenn das Team nicht an einem Strang zieht und negative Stimmungen vorherrschen. Es ist also wichtig, Probleme angemessen zu kommunizieren. Ernsthafte Schwierigkeiten unter KollegInnen können und müssen angesprochen werden, um größere Probleme und Antipathien zu vermeiden.
Entscheidend ist die Art und Weise. Experten nennen den korrekten Umgang mit Emotionen am Arbeitsplatz die „emotionale Intelligenz“. Wie der Name bereits verrät, geht es darum, über den eigenen Emotionen zu stehen. Sie nicht zu unterdrücken, bis die Bombe eines Tage explodiert, sondern sich frühzeitig selbst zu reflektieren und eine konstruktive Lösung zu finden.
Sollte es zu einem Konfliktgespräch kommen, ist es empfehlenswert, eine freundliche aber distanzierte Haltung einzunehmen. Ihr Innerstes geht in Ihrem Job niemanden etwas an.
Identitätskrisen vorbeugen
Da der Beruf in unserer Kultur viel Raum einnimmt und eine wachsende Auswirkung auf unsere Selbstverwirklichung hat, ist es natürlich keine leichte Aufgabe, diese Distanz zu wahren. Die eigene Identitätswahrnehmung hängt bei vielen Menschen stark von ihrem Berufsleben ab. Um plötzlichen Emotionsausbrüchen vorzubeugen, kann es hilfreich sein, das Spektrum zu erweitern und sich über Dinge bewusst zu werden, die ebenfalls einen wichtigen Teil der eignen Identität ausmachen.
Der Mensch braucht positive Erfahrungen aus verschiedenen sozialen Bereichen, die unabhängig vom beruflichen Erfolg sind. Diese Erfahrungen können Sie mit Freunden oder der Familie sammeln, oder auch durch einen Sportverein.
Im Ernstfall sind es schließlich die Familie und Freunde, die immer ein offenes Ohr für uns haben.