karrieretipps.de Karriere Elternzeit vorbei: 9 Tipps für den richtigen Wiedereinstieg

Elternzeit vorbei: 9 Tipps für den richtigen Wiedereinstieg

Elternzeit vorbei: 9 Tipps für den richtigen Wiedereinstieg
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Tanja Tänzer am 24.11.2017 | 0 Kommentare
Inhalt:
  1. 1.Den Vorgesetzten frühzeitig informieren
  2. 2. Vorstellung der gewünschten Arbeitszeit mitteilen
  3. 3. Teilzeitarbeit frühzeitig anmelden
  4. 4. Engagement ist auch von jungen Eltern gefordert
  5. 5. Frühzeitige Weiterbildung
  6. 6. Kinderbetreuung im Blick behalten
  7. 7. Eigene Stärken und Schwächen kennen
  8. 8. Kein schlechtes Gewissen machen lassen
  9. 9. Eingewöhnungsphase mit einkalkulieren

Das Baby ist da, die erste spannende Zeit mit dem Kleinen ist überstanden. Jetzt ist es Zeit, an den Wiedereinstieg ins Berufsleben zu denken. Wie geht man ihn am besten an? Wie vereinbart man Kind und Karriere? Mit guter Vorbereitung wird der Start für alle Beteiligten leichter.

1.Den Vorgesetzten frühzeitig informieren

In den letzten Wochen vor der Geburt hat man alles andere als den Beruf im Kopf. Man freut sich auf das Baby. Vielleicht ist auch ein wenig Angst vor der Verantwortung dabei. Sobald der Nachwuchs da ist, ändert sich das bisherige Leben schlagartig. Diesen Veränderungen muss man Rechnung tragen. Bis sich die Familie und das Umfeld an die neuen Lebensumstände gewöhnt haben, geht einige Zeit ins Land. Trotzdem ist es irgendwann Zeit, die eigenen Wünsche mehr in den Mittelpunkt zu rücken. Zu diesem Zeitpunkt sollte man die eigenen Wünsche genau hinterfragen. Gut ist es, möglichst früh über die weitere berufliche Entwicklung nachzudenken. Wie viele Stunden pro Woche kann und will man arbeiten? Welche konkreten Vorstellungen hat man von der Tätigkeit? Welche Wünsche stellt man an den Arbeitgeber? Und wie vereinbart man das alles mit dem Partner? Wer passt in der Arbeitszeit auf das Kind auf? Oder gibt es sogar die Möglichkeit einer Kinderbetreuung am Arbeitsplatz? Sobald man hier Klarheit hat, geht es an die erste wichtige Hürde: Das Gespräch mit dem Vorgesetzten steht an.

2. Vorstellung der gewünschten Arbeitszeit mitteilen

Im Idealfall spricht man den zukünftigen Chef so früh wie möglich an. Der späteste Zeitpunkt für ein Gespräch ist drei Monate vor dem Ende der Elternzeit. Dann ist zu klären, in welcher Form man nach der Elternzeit wieder arbeiten kann. Zwei Regeln sind für das Gespräch wichtig: Je früher man den Austausch mit dem Vorgesetzten sucht, desto eher hat er die Chance, Wünsche und Vorstellungen beider Seiten in Einklang miteinander zu bringen. Je genauer man weiß, was man will, desto leichter ist es wiederum, eine für beide Seiten tragfähige Lösung zu finden. Wissen muss man aber, dass man unter Umständen Kompromisse akzeptieren muss. Wichtig ist auch, dass man gut vorbereitet in das Gespräch geht. Es hilft, sich vorher über die wichtigsten gesetzlichen Regeln rund um die Elternzeit zu informieren.

3. Teilzeitarbeit frühzeitig anmelden

Zu den gesetzlichen Regeln gehört es auch, den Anspruch auf Teilzeitarbeit in der Elternzeit zu kennen. Wer Elternzeit und Elterngeld bezieht, darf bis zu 30 Stunden in der Woche als Teilzeitkraft arbeiten. Oft ist der Arbeitgeber froh, wenn er nicht vollständig auf eine erfahrene Arbeitskraft verzichten muss. Außerdem bleibt man in Verbindung mit dem Unternehmen und schafft den Wiedereinstieg schneller. Am besten meldet man den Wunsch auf Teilzeitarbeit zu dem Zeitpunkt an, zu dem man die Elternzeit beantragt. Wenn das nicht geht, ist eine Frist von sieben Wochen einzuhalten. Mit diesem Vorlauf kann man Teilzeit anmelden.

4. Engagement ist auch von jungen Eltern gefordert

Unabhängig davon, ob man in der Elternzeit Teilzeit arbeiten darf oder nicht, sollte man in Kontakt mit dem Unternehmen und den Kollegen bleiben. Sehr beliebt ist der erste Besuch mit Baby, aber auch danach sollte die Verbindung nicht abreißen. Vielleicht ergibt sich die Chance, eine Urlaubsvertretung zu übernehmen. So bleibt man bei Veränderungen in der Firma informiert. Vor allem aber signalisiert man Interesse an der Arbeit. Für den Wiedereinstieg nach dem Ende der Elternzeit ist das ein unschätzbarer Vorteil.

5. Frühzeitige Weiterbildung

Zum Engagement gehört auch, die eigenen Qualifikationen in der Elternzeit aufzupolieren. Wer fachlich auf dem neuesten Stand bleibt, erhöht den Wert am Arbeitsmarkt und bleibt auch nach der Rückkehr als Arbeitnehmer attraktiv. Mit etwas Organisation lässt sich ein Onlinekurs in den Alltag einbauen. Dadurch kann man zeitlich ganz unabhängig lernen, wenn das Baby schläft.

6. Kinderbetreuung im Blick behalten

Sobald man über den Wiedereinstieg nach der Auszeit nachdenkt, stellt sich auf die Frage nach der Betreuung der Kinder. Sie muss geregelt sein, denn nur dann kann man sich voll motiviert und engagiert auf die Arbeit konzentrieren. Vielleicht können Eltern oder Schwiegereltern die Betreuung übernehmen, vielleicht unterstützt der Partner. Sehr wichtig ist auch, sich frühzeitig um einen Platz in der Kita oder in einer Kinderkrippe zu kümmern. Eine Tagesmutter mag ebenfalls eine vernünftige Variante sein. Für Notfälle ist ein privates Netzwerk eine optimale Hilfe.

Wird das Kind krank oder entfällt eine Betreuung, muss eine andere Person dafür einspringen. Je früher man dieses Netzwerk aufbaut, desto leichter fällt es, sich wieder mehr auf den Beruf zu konzentrieren. Die Bedeutung einer stabilen und funktionierenden Kinderbetreuung ist nicht zu unterschätzen. Solange die Kleinen aufgrund ihres Alters nicht allein bleiben können, stellt sich die Notwendigkeit einer Betreuung aus unterschiedlichsten Anlässen immer wieder. Wer dann keine Hilfe in Anspruch nehmen kann oder will, setzt sich selbst unnötig unter Druck. Langfristig kann das sogar zu Erkrankungen oder Depressionen führen. Mit der rechtzeitigen Organisation der Betreuung lässt sich das Problem teilweise lindern.

7. Eigene Stärken und Schwächen kennen

Bei vielen jungen Müttern ist vor dem erfolgreichen Wiedereinstieg eine ganz wichtige Hürde zu überwinden: Man sollte unbedingt den eigenen Anspruch an sich selbst überdenken. Zuerst hilft es, über die eigenen Stärken und Schwächen nachzudenken. Durch die Elternzeit haben sich die Prioritäten sicher verändert. Das Baby steht im Vordergrund. Trotzdem möchte man Spaß an der Arbeit haben und gerne an den Arbeitsplatz gehen. Wer sich über seine Stärken und Schwächen im Klaren ist, kann diese gezielt beim Arbeitgeber vorbringen. Vielleicht gibt es sogar eine Tätigkeit, in der man sie viel besser einsetzen kann als vor der Auszeit. In der Elternzeit hat man sicher auch neue Fähigkeiten dazu gewonnen, wie zum Beispiel ein hohes Organisationstalent oder auch starke Fähigkeiten im sozialen Bereich. Es ist natürlich auch sinnvoll, kurz über die Schwächen nachzudenken. Wer sich darüber im Klaren ist, wo die eigenen Talente liegen, kann sie beim Arbeitgeber gezielt vorbringen und im neuen Job vielleicht sogar einbringen.

8. Kein schlechtes Gewissen machen lassen

Viele junge Mütter plagt das schlechte Gewissen, wenn sie ihr Baby in fremde Hände geben, um sich dem Beruf zu widmen. Werden dann noch im Freundes- und Bekanntenkreis Stimmen laut, dass man die Kleinen vernachlässigt und egoistisch handelt, fühlt man sich schnell als Rabenmutter. Deshalb ist es wichtig, vernünftig mit solchen Nörglern im privaten und im beruflichen Umfeld umzugehen. Wer sich gemeinsam mit seiner Familie entschieden hat, welcher Weg der richtige ist, hat keinerlei Grund, sich von außen Kritik anzuhören. Es ist nur ausschlaggebend, dass die ganze Familie mit der neuen Situation umgehen kann und dass sich alle gegenseitig unterstützen.

9. Eingewöhnungsphase mit einkalkulieren

Unbedingt bedenken sollte man auch, dass es nach dem Wiedereinstieg vermutlich einige Zeit dauert, bis sich alle an den veränderten Tagesablauf gewöhnt haben. Deshalb sollte man sich auf keinen Fall unter Druck setzen. Sich Schritt für Schritt an die neuen Abläufe zu gewöhnen und auch Hilfe von außerhalb anzunehmen, ist für alle Beteiligten viel entspannter. Sobald man im neuen Rhythmus sicherer geworden ist und wenn sich alle Familienmitglieder darauf eingestellt haben, kommt auch der Spaß an der Arbeit zurück. Wichtig ist dann, die verbleibende Zeit mit der Familie und mit den Kleinen richtig und effektiv zu nutzen. So hat am Ende niemand das Gefühl, zu kurz zu kommen oder vernachlässigt zu sein.

Wer diese Tipps beachtet, hat die besten Chancen, den Wiedereinstieg für alle Beteiligten angenehmer zu gestalten und im Beruf bald wieder Fuß zu fassen.

Bild: Tanja Tänzer
Tanja Tänzer (46 Artikel)

Tanja Tänzer hat Medien- und Kommunikationsmanagement an der Mediadesign Hochschule in Berlin studiert. Während Ihres Studiums hat sie bei verschiedenen Internetunternehmen im Bereich Content Management und Redaktion gearbeitet. Seit kurzem unterstützt Sie das Team von karrieretipps.de mit täglich knackig frischen News und Artikeln für unsere Leserschaft.

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