karrieretipps.de Karriere Elternzeit für Väter: So klappt die berufliche Auszeit

Elternzeit für Väter: So klappt die berufliche Auszeit

Elternzeit für Väter: So klappt die berufliche Auszeit
© Prostock-studio | shutterstock.com
Christiane Peters am 03.05.2021 | 0 Kommentare
Inhalt:
  1. Was ist die Elternzeit für Väter?
  2. So beantragen Sie die Elternzeit!
  3. Elternzeit für Väter: Welche Möglichkeiten gibt es?
  4. Elterngeld für Väter
  5. Ist die Elternzeit für Väter verlängerbar?
    1. Punkt 1: Zustimmung vom Chef
    2. Punkt 2: Rechtzeitige Information
    3. Punkt 3: Schriftliche Beantragung
    4. Punkt 4: Begründung Ihres Wunsches
  6. Elternzeit für Väter: Das sind die Vorteile!
  7. Elternzeit für Väter: Das sind die Nachteile!
  8. Wiedereinstieg in den Beruf

Zwar sind es in der Regel immer noch die Frauen, die nach der Geburt ihres Kindes in Elternzeit gehen. In den letzten Jahren ist jedoch die Zahl der Männer, die eine berufliche Auszeit nehmen, um sich um ihren Sprössling zu kümmern, gestiegen. Etwa ein Drittel der jungen Väter bleibt heute zu Hause, wenn auch nur für eine kurze Zeit. Die Einführung des Elterngelds ist eine wichtige Basis zur finanziellen Absicherung und stellt für viele einen besonderen Anreiz dar. Dennoch gibt es noch immer viele Fragen, wenn es um das Thema Elternzeit für Väter geht. Hier einige wichtige Informationen, die die Planung der Elternzeit erleichtern können.

Was ist die Elternzeit für Väter?

Als Elternzeit wird die Phase unbezahlter Freistellung von der Arbeit nach der Geburt eines Kindes bezeichnet. Der Anspruch auf Elternzeit ist seit 2007 per Gesetz geregelt. In dieser Zeit ruht das Arbeitsverhältnis, das im Anschluss daran in der Regel ohne Probleme wieder aufgenommen werden kann.

Mütter und Väter haben einen Anspruch auf die gesetzlich zustehende Elternzeit bis ihr Kind das dritte Lebensjahr vollendet hat. Diese kann in einem Stück, jedoch auch zeitlich versetzt genommen werden. So ist es zum Beispiel möglich, einen Teil der Elternzeit aufzusparen und sie dann zwischen dem dritten und achten Lebensjahr des Kindes zu nutzen. Mutter und Vater können auch die Elternzeit untereinander aufteilen. Außerdem gibt es die Option, dass nur ein Elternteil die Elternzeit nimmt.

Die meisten Väter nehmen sich für die Betreuung des Nachwuchses oft nur die gesetzlich festgeschriebene Elternzeit von zwei Monaten, um von der Erhöhung des Anspruchs auf Elterngeld von 12 auf 14 Monate zu profitieren. Das gelingt allerdings nur, wenn die Mutter ebenfalls in Elternzeit ist.

Um in den Genuss der Elternzeit für Väter zu kommen, müssen folgende 3 Kriterien erfüllt sein:

  • Kriterium 1: Das Kind muss im selben Haushalt von Mutter und Vater leben.
  • Kriterium 2: Die Eltern bzw. ein Elternteil kümmern sich selbst um die Betreuung des Nachwuchses.
  • Kriterium 3: Die beruflichen Nebentätigkeiten umfassen nicht mehr als 30 Stunden in der Woche.

So beantragen Sie die Elternzeit!

Wenn Sie nach der Geburt Ihres Kindes eine Auszeit von Ihrer Arbeit nehmen möchten, müssen Sie rechtzeitig einen Antrag auf Elternzeit bei Ihrem Arbeitgeber stellen. Die Fristen für die Einreichung variieren, je nachdem, in welchem Zeitraum Sie in Elternzeit gehen möchten.

Das müssen Sie beachten:

  • Die Mindestdauer der Freistellung von Ihrem Job liegt bei zwei Monaten.
  • Möchten Sie innerhalb der ersten drei Lebensjahre Ihres Kindes zu Hause bleiben, muss der Antrag auf Elternzeit als Vater spätestens sieben Wochen vor der Geburt gestellt werden.
  • Planen Sie eine Elternzeit zwischen dem dritten und achten Lebensjahr Ihres Kindes, müssen Sie spätestens 13 Wochen vor Beginn Ihrer Auszeit Ihren Arbeitgeber informieren.

Elternzeit für Väter: Welche Möglichkeiten gibt es?

Wenn Sie als Vater in Elternzeit gehen, können Sie zwischen mehreren Optionen wählen. Diese 3 Möglichkeiten stehen Ihnen offen:  

  • Möglichkeit 1: Sie übernehmen die alleinige Elternzeit, während die Mutter ihrem Beruf nachgeht. Zum Beispiel: In den ersten drei Lebensjahren Ihres Sprösslings nehmen sie 12 Monate der Elternzeit. Die verbleibenden 24 Monate sparen Sie auf für die Zeit zwischen dem dritten und achten Lebensjahr des Kindes.
  • Möglichkeit 2: Sie gehen zeitgleich mit der Mutter in Elternzeit.
  • Möglichkeit 3: Sie wechseln sich mit der Mutter ab. Die Zeit für die Kinderbetreuung und Elternzeit kann jedoch pro Elternteil nur auf zwei Zeitabschnitte verteilt werden. Nicht möglich ist es, Ihre Elternzeit auf das Konto der Mutter zu übertragen. Beachten Sie, dass Sie jedoch mindestens zwei Monate in Elternzeit gehen müssen.

Elterngeld für Väter

Während die Elternzeit einen Zeitraum von insgesamt 36 Monaten umfassen kann, erhalten Sie jedoch nur für die ersten 14 Lebensmonate des Kindes Elterngeld gezahlt. Deshalb sollten Sie bei der Planung Ihrer Elternzeit auch Ihre finanzielle Situation berücksichtigen.

Hier einige Informationen rund um das Thema Elterngeld:

  • Höhe des Elterngeldes
    Das Elterngeld beträgt bis zu 67 % des Erwerbseinkommens, maximal 1800 Euro und wird direkt nach der Geburt ausgezahlt.
  • Nebenverdienst
    Als Vater in Elternzeit haben Sie die Möglichkeit, in der Woche maximal 30 Stunden zu arbeiten. Die Einhaltung des Arbeitszeitlimits wird kontrolliert. Wer sich nicht daran hält, der muss befürchten, dass für den gesamten Monat im schlimmsten Fall kein Elterngeld gezahlt wird. Die Höhe der Nebeneinkünfte wird jedoch grundsätzlich angerechnet und führt so zur Reduzierung des Elterngeldes. Deshalb lohnt sich ein Nebenverdienst unter dem Strich oftmals gar nicht.
  • Anspruch
    Das Elterngeld kann nur von einem Elternteil beantragt werden. Einen Anspruch hat derjenige, der sich um den Nachwuchs kümmert und weniger als 30 Stunden pro Woche arbeitet.

Ist die Elternzeit für Väter verlängerbar?

Eine spätere Rückkehr in den Job und damit eine Verlängerung der beantragten Elternzeit ist zwar möglich, jedoch nicht immer problemlos umzusetzen. Diese 4 Punkte müssen Sie unbedingt beachten:

Punkt 1: Zustimmung vom Chef

Wenn Sie länger zu Hause bleiben möchten, benötigen Sie das OK des Arbeitgebers.

Punkt 2: Rechtzeitige Information

Eine frühzeitige Information Ihres Vorgesetzten ist notwendig. Hier gilt es, teilen Sie ihm Ihr Vorhaben mindestens sieben Wochen vor Ablauf Ihrer aktuellen Elternzeit mit.  

Punkt 3: Schriftliche Beantragung

Sie sind verpflichtet, Ihrem Arbeitgeber schriftlich den Wunsch der Verlängerungszeit mitzuteilen.

Punkt 4: Begründung Ihres Wunsches

Es existiert zwar keine gesetzliche Regelung, die vorschreibt, dass Sie Ihrem Arbeitgeber die Gründe für Ihre Entscheidung mitteilen müssen. Dennoch ist es ratsam, diese zu kommunizieren. Damit erhöhen Sie die Chance auf ein besseres Verständnis Ihres Chefs.

Elternzeit für Väter: Das sind die Vorteile!

Wenn Sie als Vater für eine bestimmte Zeit Ihre berufliche Auszeit nehmen, um sich um Ihren Nachwuchs zu kümmern, punkten Sie nicht nur privat. Auch in Ihrem Unternehmen können Sie ein positives Signal setzen. Manche Arbeitgeber schätzen sogar den vorübergehenden Rollentausch. Sie wissen, Mitarbeiter mit ausgeglichener Work-Life-Balance sind motivierter und leistungsbereiter.  

Diese 7 Vorteile fallen besonders ins Gewicht, wenn Sie als Vater in Elternzeit gehen:

  • Vorteil 1: Emotionale Bindung zum Kind und persönlicher Gewinn
  • Vorteil 2: Stärkung der Sozialkompetenz
  • Vorteil 3: Entlastung der Mutter
  • Vorteil 4: Möglichkeit der Frau zur beruflichen Karriere
  • Vorteil 5: Nebentätigkeit bis zum 30 Stunden
  • Vorteil 6: Mehr Elterngeld
  • Vorteil 7: Kündigungsschutz

Elternzeit für Väter: Das sind die Nachteile!

Obwohl sich heute im Hinblick auf die Rollenverteilung von Männern und Frauen einiges getan hat, stoßen Männer, die sich um die Familie kümmern möchten, nicht überall auf positives Feedback.

Diese möglichen 5 Nachteile sollten Sie im Vorfeld reflektieren:

  • Nachteil 1: Imageverlust im Unternehmen bei Kollegen und Vorgesetzten
  • Nachteil 2: Karriereknick und Aussetzung von Beförderungen
  • Nachteil 3: Mobbing
  • Nachteil 4: Ausgesetzte Weiterbildungen
  • Nachteil 5: Langfristige finanzielle Einbußen  

Wiedereinstieg in den Beruf

Wenn Sie als Vater in Elternzeit wieder in Ihren Job zurückkehren möchten, können Sie in der Regel an Ihren bisherigen Arbeitsplatz zurück. Allerdings haben Sie keinen Anspruch darauf. Man darf Ihnen auch einen anderen gleichwertigen anbieten, der Sie finanziell nicht schlechter stellt.

Selbstverständlich können Sie sich auch beruflich neuorientieren. Dann kündigen Sie zum Ende der Elternzeit. Ein Gespräch mit Ihrem Chef, der in der Regel von einer Rückkehr ausgeht, ist jedoch empfehlenswert.

Die Elternzeit stellt nicht nur für Mütter, sondern auch für Väter eine durchaus interessante Lebensphase dar. Sie kann genutzt werden, um gemeinsam mehr Zeit für die Familie zu haben und sich mit der neuen Aufgabe vertraut zu machen. Die meisten Väter schätzen diese Zeit, weil sie bisher unbekannte Erfahrungen machen.
Wie oben beschrieben, gibt es verschiedene Möglichkeiten und zeitliche Modelle, die Ihnen offenstehen. Wie lange Sie eine Pause vom Job nehmen, hängt von Ihrer individuellen Situation ab.

Bild: Christiane Peters
Christiane Peters (6 Artikel)

Christiane Peters hat Germanistik, Literaturwissenschaft und Geschichte studiert. Aktuell arbeitet sie als Journalistin für ein Wirtschaftsmagazin. Schwerpunkte ihrer redaktionellen Tätigkeit sind Themen aus den Bereichen New Work, Personalmanagement, Führung und Karriere. Auf karrieretipps.de kann sie ihre langjährigen Erfahrungen und ihren Blick für aktuelle Themen und Trends in der Personal- und Karriereentwicklung zur Anwendung bringen.

Letzte Artikel
Weitere Tipps für Ihre Karriere
Deep Work: Wie Sie durch mehr Konzentration besser arbeiten
© Jacob Lund | shutterstock.com
Deep Work: Wie Sie durch mehr Konzentration besser arbeiten

Vielleicht kennen Sie die Situation: Sie haben unzählige Dinge im Kopf, kommen jedoch nicht zu einem konkreten Ergebnis. Es fällt Ihnen schwer, sich zu...

Internal Mobility: So besetzen Sie vakante Stellen mit eigenen Talenten
© Rawpixel.com | shutterstock.com
Internal Mobility: So besetzen Sie vakante Stellen mit...

Personalverantwortliche suchen ihr Glück meistens extern, wenn es darum geht, vakante Stellen im Unternehmen zu besetzen. Nur wenige wenden den Blick nach...

Wie führe ich eine Gehaltsverhandlung? Tipps für mehr Geld
© wavebreakmedia / shutterstock.com
Wie führe ich eine Gehaltsverhandlung? Tipps für mehr Geld

Die wenigsten Arbeitnehmer sind geübt im Verhandeln. Doch wer für seine Leistung gerecht entlohnt werden möchte, muss hin und wieder das Gespräch...

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren
Viel Erfolg bei Ihrer Jobsuche!

Auf karrieretipps.de finden Sie täglich aktuelle Stellenangebote aus Ihrer Umgebung.