karrieretipps.deKarriereDownshifting im Job: Ein besseres Leben mit weniger Arbeit

Downshifting im Job: Ein besseres Leben mit weniger Arbeit

Downshifting im Job: Ein besseres Leben mit weniger Arbeit
© tatianasun / shutterstock.com
Inhalt:
  1. Downshifting: Besinnung auf das Wesentliche
  2. Weniger arbeiten für mehr Freizeit: Vorteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber
    1. Vorteile für den Arbeitgeber
    2. Vorteile für den Arbeitnehmer
  3. Die Umsetzung: Wege ins bessere Leben- weniger ist mehr
    1. Mögliche Konzepte die Downshifting vereinbaren
    2. Mögliche Varianten, um Downshifting umzusetzen
    3. Mögliche Veränderungen im Privatleben

In der ersten Hälfte unseres Lebens opfern wir unsere Gesundheit, um Geld zu erwerben, in der zweiten Hälfte opfern wir unser Geld, um die Gesundheit wiederzuerlangen. Und während dieser Zeit gehen Gesundheit und Leben von dannen.“ (Voltaire)

Schon der französische Schriftsteller und Philosoph Voltaire hat es mit diesen Worten auf den Punkt gebracht. Das Leben ist kostbar und ehe wir das verstanden haben, ist es schon vorbei. Gesundheit und Lebensqualität leiden für Materialismus und Besitz. Aber der Trend in unserer Gesellschaft entwickelt sich immer mehr in Richtung „Mehr Freizeit statt mehr Geld“. Hierbei gestaltet sich die Umsetzung oft schwierig; vor allem der finanzielle, materielle und soziale Druck legt den Arbeitnehmern große Steine in den Weg. Wie Downshifting im Job und die Steigerung von Lebensqualität funktioniert: Ein Leben mit mehr Zeit für sich.

Downshifting: Besinnung auf das Wesentliche

Wenn Arbeitnehmer und Berufstätige den Fuß vom Gas nehmen, weil Druck und Stress das Leben erdrücken, sprechen Psychologen von Downshifting. Vor allem Männer im Alter von 40 bis 50 Jahre versuchen in der Arbeitswelt eine Karrierestufe abzusteigen, um runterzufahren und kürzerzutreten. Auch immer mehr Berufsanfänger der jüngeren Generation, der sogenannten Generation Y, möchten erst gar nicht in diesen Kreislauf vom „viel arbeiten und wenig leben“ kommen. So steht das Privatleben an erster Stelle, auch wenn dafür eine Beförderung oder Vollzeit-Stelle abgelehnt wird.

Der erste Schritt zu einem besseren Leben sollte sein, dass Sie diesen Schritt wirklich gehen wollen, samt der Konsequenzen. Denn bis jetzt besteht Ihr Leben vermutlich aus einem ewigen Kreislauf: Arbeit und Konsum, malochen und einkaufen, besitzen und wegschmeißen. Dabei kann ein gutes Leben ganz einfach sein. Das Verständnis von einem guten oder besseren Leben ist zweifelsohne Ansichtssache, aber immer mehr Studien beweisen: Materialismus schafft kein Glück von Dauer.

Einige Menschen und Arbeitnehmer haben für sich entschieden, dass ein selbstbestimmtes Leben, ein besseres ist. Und dazu zählt auch die Entscheidung im Job kürzerzutreten und mehr Lebensqualität in Form von Freizeit und Urlaub zu erhalten. Einer Umfrage nach sehnen sich 72 Prozent aller deutschen Arbeitnehmer nach einer Auszeit im Job. Weniger arbeiten bedeutet im Umkehrschluss weniger Geld. Sie müssen Ihre Leistungsfähigkeit richtig einschätzen und den Mut haben, auf die Bremse zu treten. Für ein erfolgreiches Downshifting benötigen Sie echte Motivation, deshalb sollten Sie sich ausreichen Zeit nehmen und Ihre Wünsche, Träume und Möglichkeiten hinterfragen.

Mit diesen Fragen kommen Sie einem besseren Leben näher:

  • Was für ein Leben möchte ich führen? (Materialismus vs. Freizeit)
  • Wer möchte ich sein?
  • Was tut mir gut?
  • Warum führe ich mein Leben bis jetzt so ?
  • Bekommen ich bei einem anderen Arbeitgeber einer Stelle/ bei meinem jetzigen Arbeitgeber eine andere Stelle (familienfreundliche Arbeitszeiten, Gleitzeit, Jobsharing etc.)?
  • Welche regelmäßigen Kosten muss ich mit dem geringeren Gehalt abdecken (Lebensunterhalt: Miete, Versorgung etc.)?
  • Wie reagiert mein Umfeld (Arbeitgeber, Familie, Freunde)?

Weniger arbeiten für mehr Freizeit: Vorteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

In der Regel geht mit dem Runterschalten im Job keine Kündigung einher, sondern eine Reduzierung der Arbeitszeit. Trotzdem stellt dieser Schritt für viele Arbeitnehmer und Beschäftigte eine große Überwindung dar. Für einige Arbeitnehmer kommt auch ein Herunterstufen in der Karriere-Hierarchie infrage, sodass Führungsposition gegen eine niedrigere Position eingetauscht werden. Die Gründe für diese Reduzierung liegen im Wunsch nach mehr Zeit für das wesentliche im Leben. Dazu zählen Familie, Freunde, Bildung oder einfach nur Zeit haben. Dieses Konzept sorgt für eine ausgewogene Work-Life-Balance und für mehr Zufriedenheit und Gesundheit. Nicht nur Arbeitnehmer haben Vorteile mit diesem Trend in der Arbeitswelt, sondern auch Arbeitgeber:

Vorteile für den Arbeitgeber

  • höhere Arbeitszufriedenheit und damit verbundene Leistungsbereitschaft
  • weniger Krankenstand und dadurch geringere Kosten
  • produktive Mitarbeiter führen zu weniger Konflikten
  • größere Identifikation mit dem Unternehmen und dem Beruf
  • motivierte und kreative Mitarbeiter
  • moderne Modelle für Arbeitszeiten und Arbeitskonzept z.B. Jobsharing → Nachfrage für neue Mitarbeiter kann gefördert werden

Vorteile für den Arbeitnehmer

  • selbstbestimmtes Leben
  • produktiver und zufriedener bei der Arbeit und im Allgemeinen
  • Anstieg von Gesundheit und Gelassenheit, das Pendeln zwischen Privat- und Berufsleben ist vorbei und der Druck verschwindet
  • geringeres Risiko an stressbedingten Krankheiten zu erleiden z. B. Burnout, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen
  • Zeit für Familie, private Projekte und Freunde

Die Umsetzung: Wege ins bessere Leben- weniger ist mehr

Sie dürfen das "runter Schalten" im Job nicht negativ interpretieren und sich von sozialen und gesellschaftlichen Vorstellungen vom Voll-Zeit-Arbeiter beeindrucken lassen. Die Reduktion Ihrer Arbeitszeiten bedeutet nicht, dass Sie keine Chancen mehr in der Berufswelt haben. Betrachten Sie es vielmehr als eine Steigerung Ihrer Leistungen. Verglichen mit einem Auto in etwa wie folgt: Beim Autofahren schalten Sie ebenfalls einen Gang runter, um unter anderem die volle Leistung Ihres Fahrzeugs abzurufen. Beim Downshifting wird dieser Effekt ebenfalls erzielt, indem Sie durch geringere Arbeitszeiten oder ein Stellenwechsel Ihren Motor bremsen. Sie können nicht nur im Job runterschalten, sondern auch im Privatleben, indem Sie auf bestimmte Dinge verzichten.

Mögliche Konzepte die Downshifting vereinbaren

  • Home Office
  • Die 4-Tage-Woche
  • Jobsharing (Aufteilung eines Arbeitsplatzes, auf zwei oder mehrere Personen)
  • Gleitzeit

Mögliche Varianten, um Downshifting umzusetzen

  • Gelassene Einstellung: Sie bleiben in Ihrem Beruf tätig, entwickeln aber eine neue Art der Einstellung gegenüber Ihrer Arbeit und Tätigkeiten, d.h. Freiräume schaffen, Stress auslösende Faktoren reduzieren und zu mehr Gelassenheit kommen.
  • Eine andere Stelle beim aktuellen Arbeitgeber: Häufig kann dieser Schritt nur in größeren Unternehmen umgesetzt werden. Eine neue Stelle beim aktuellen Arbeitgeber kann Ihnen neue Aufgaben vermitteln und sinnvoll für Sie sein, da diese Ihren Werten und Zielen entspricht.
  • Arbeitszeiten reduzieren: Sie haben weniger Arbeitsstunden und erhalten dementsprechend ein geringeres Einkommen, dennoch bleiben Sie angestellt.
  • Arbeitgeber wechseln: Mit diesen Schritt gehen Sie eine große berufliche Veränderung ein und können sich dadurch neu positionieren. Dafür müssen Sie vorher wissen, was Sie wirklich wollen, damit eine Veränderung im neuen Job möglich ist.
  • Selbstständigkeit: Hier erfahren Sie das höchste Maß an Selbstbestimmung, auch wenn Sie insgesamt mehr arbeiten, als vorher.
  • Ein Sabbatical: Es handelt sich um einen jährlichen Erholungsurlaub oder eine Freistellung über einen längeren Zeitraum. So erhalten Sie eine Auszeit vom Job.
  • Eine Kombination aus allen Varianten: Sie wechseln den Arbeitgeber, steigen dort aber bewusst in eine niedrigere Berufsstufe und bekommen so mehr Freiraum. Oder Sie reduzieren erst die Arbeitszeit und bereiten Ihre Selbstständigkeit vor.

Auch Einschränkungen im Privatleben können ein besseres Leben fördern. Vermutlich ist es für einige Menschen schwierig, auf Prestigeartikel und Markenkonsum zu verzichten, aber Sie werden merken: Es tut ihnen gut und Ihr Portemonnaie wird es Ihnen danken.

Mögliche Veränderungen im Privatleben

  • Verzichten Sie auf unnötigen Luxus, wie eine zu große Wohnung.
  • Versuchen Sie Ihren Konsum auf notwendige Materialien einzuschränken, überlegen Sie die Relevanz von Markenware, Doppelbesitztümern, Hightech-Geräten etc.
  • Nehmen Sie keinen Kredit auf und verschulden Sie sich nicht, erfüllen Sie sich lieber Wünsche, wie Reisen, Autos etc., in dem Sie sparen.
  • Bauen Sie Lebensmittel selbst an und verzichten Sie auf Gemüse und Obst außerhalb der Saison.
  • Ein Leben „ohne“: ohne Fleisch, ohne Plastik, ohne Müll.
  • Teilen Sie sich Gegenstände: z.B. mit der Familie und Nachbarn wie Gartengeräte oder selten genutzte Gebrauchsgegenstände.

Weil es sich bei Downshifting in Deutschland noch um ein junges Konzept handelt und es somit noch in den Kinderschuhen steckt, ist eine positive Reaktion des Arbeitgebers nicht selbstverständlich. Dieser gesellschaftliche und berufliche Wandel ist für viele Beschäftigte und Arbeitgeber noch ein Dorn im Auge, denn fälschlicherweise werden Führungskräfte, die selbstständig zurücktreten oder Mitarbeiter mit weniger Arbeitszeiten, als Drückeberger eingeordnet. Die Unternehmen müssen auf den gesellschaftlichen und sozialen Wunsch von flexibleren und besseren Arbeitszeiten reagieren. Verspüren Sie den Wunsch einer beruflichen Einschränkung, Veränderung oder Entschleunigung, sollten Sie sich nicht entmutigen lassen und Ihren Weg, nach gründlicher Überlegung und Planung, gehen. Sie kennen jetzt die Vorteile von einem einfach und besseren Leben und wissen, welche Veränderungen dazu beitragen können.


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