karrieretipps.de Karriere Die Stimme als Erfolgsfaktor im Beruf: So hört man Ihnen zu

Die Stimme als Erfolgsfaktor im Beruf: So hört man Ihnen zu

Die Stimme als Erfolgsfaktor im Beruf: So hört man Ihnen zu
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Lillia Seifert am 12.10.2020 | 0 Kommentare
Inhalt:
  1. Die Stimme ist Ihr wichtigstes Kommunikationswerkzeug
  2. Was muss Ihre Stimme bei Online-Meetings leisten?
  3. Die Stimme als Spiegel der Persönlichkeit
  4. Worauf Sie beim Sprechen achten müssen, um positiv bei Ihrem Gegenüber anzukommen
  5. Langes Reden ist eine Belastung für Ihre Stimme
    1. Was kann Ihre Stimme belasten?
    2. Was können Sie Ihrer Stimme Gutes tun?
  6. 7 Tipps für eine gute Stimme
    1. 1. Tipp: Lernen Sie richtig zu atmen
    2. 2. Tipp: Lockern Sie Ihren Körper
    3. 3. Tipp: Trainieren Sie Ihr Zwerchfell
    4. 4. Tipp: Husten Sie, wenn die Stimme streikt
    5. 5. Tipp: Treffen Sie den richtigen Ton
    6. 6. Tipp: Machen Sie ein Aufwärmtraining für Ihre Stimme
    7. 7. Tipp: Übung macht den Meister

Vielleicht haben Sie es auch schon einmal erlebt. Sie sind Teilnehmer eines Meetings und Sie haben Schwierigkeiten, sich auf den Vortrag des Referenten zu konzentrieren. Er spricht nicht nur sehr schnell, auch seine Stimme klingt heiser. Es ist extrem schwer, ihm zu folgen. Nach einiger Zeit schalten Sie ab, weil das Zuhören einfach zu anstrengend ist. Über den Erfolg eines Gesprächs oder einer Präsentation entscheidet längst nicht nur der Inhalt des Gesagten. Die Stimme und ihr Klang spielen eine enorm wichtige Rolle.

Die Stimme ist Ihr wichtigstes Kommunikationswerkzeug

Die meisten Menschen müssen in ihrem beruflichen Alltag viel reden. Das Gespräch per Telefon, der Austausch mit den Kollegen oder die Präsentation vor einer Gruppe. Die Stimme und ihr Klang sind eine wichtige Voraussetzung, ob man Ihnen zuhört und das Gesagte auch abspeichert. Haben Sie eine angenehme Stimme und eine gute Artikulation, dann können Sie sicher sein, dass Sie die Zuhörer eher gewinnen. Untersuchungen haben nämlich gezeigt, dass zum Beispiel bei einer Face-to-Face-Situation gut 40 Prozent des Gesagten als Stimme und Tonfall wahrgenommen werden.

Menschen, die mit heiserer oder „piepsiger“ Stimme die Aufmerksamkeit des Zuhörers erlangen möchten, haben dagegen eher Probleme, auch wenn das Gesagte inhaltlich Hand und Fuß hat.   

Was muss Ihre Stimme bei Online-Meetings leisten?

Gerade heute, in der immer mehr per Videokonferenz kommuniziert wird, kommt der Stimme noch einmal eine andere Bedeutung zu. Wer mit Kollegen, Kunden, Mitarbeitern fast ausschließlich per Bildschirm Kontakt hält, der merkt, dass Inhalte praktisch nur stimmlich vermittelt werden können. Die Stimme übernimmt nun zusätzlich auch das, was der physische Kontakt bei der direkten Begegnung geleistet hat. Das heißt, sie transportiert auch Lob, Kritik, Anerkennung oder Missbehagen.  

Die Stimme als Spiegel der Persönlichkeit

Jede Stimme ist individuell und sie verrät viel über die Persönlichkeit und Stimmung eines Menschen.

Was die Stimme über Sie aussagt:

  • Gesprächspartner oder Zuhörer bemerken schnell, ob Sie selbstbewusst, locker, ängstlich oder angespannt sind. Und auch temporäre Gemütszustände lassen sich mit der Stimme kommunizieren. Wenn Sie sich zum Beispiel ärgern, klingt Ihre Stimme höher, die Aussprache wird deutlicher und die Zahl der Betonungen steigt rasant an. Sind Sie hingegen voller Freude, dann ist die Satzmelodie variantenreicher, in den betonten Silben kommt es zu starken Tonhöhenänderungen. Bei Ängsten ist eine eintönige Satzmelodie zu beobachten.
  • Die Stimme gibt auch Auskunft über Ihre Charaktereigenschaften. So zeigen Studien, dass extrovertierte Menschen generell schneller, deutlicher und lauter sprechen als introvertierte. Emotional gefestigte Menschen sprechen tiefer als labile.  
  • Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen mit tiefen Stimmen bei Zuhörern besser ankommen, weil sie als souverän und kompetent gelten. Sie gehören auch zu denen, die mehr Erfolg im Beruf haben und mehr verdienen. Generell gilt, wer Stärke zeigen möchte, spricht tiefer. Frauen sind hier aufgrund ihrer Genetik im Nachteil, weil sie dünnere und kürzere Stimmlippen und so eine höhere Stimme haben. Das führt häufig dazu, dass sie so als nett und freundlich, aber eben nicht kompetent eingestuft werden. Frauen, die mit einer tieferen Stimme sprechen, gelten zwar als kompetent, aber weniger sympathisch.

Worauf Sie beim Sprechen achten müssen, um positiv bei Ihrem Gegenüber anzukommen

Wenn Sie wissen, auf welche Stimmlage es in einem bestimmten Beruf oder einer bestimmten Situation ankommt, können Sie sich gezielt darauf einstellen und Ihre Chancen im Job erhöhen.

3 Tipps, wie Sie im Job punkten

1. Tipp: Wenn Sie eine Führungsposition im Unternehmen innehaben oder anstreben, können Sie mit einer starken und verbindlichen Stimme punkten. Sie steht für Kompetenz und Selbstsicherheit.  

2. Tipp: Arbeiten Sie im direkten Kundenkontakt, ist eine freundliche und warme Stimme ein Pluspunkt. Handelt es sich um ein Verkaufsgespräch, treten Sie mit einer überzeugenden Stimme auf. Hilfreich ist, während des Gesprächs zu lächeln, das führt automatisch zu einer angenehmeren Stimme.

3. Tipp: Passen Sie die Stimme der jeweiligen Situation an. Haben Sie einen Vortrag vor einer Gruppe zu halten, sollten Sie überzeugend und selbstsicher auftreten. Das gelingt nur mit einer klaren Stimme. Trinken Sie vorher etwas, um nicht mit trockenem Hals vor den Zuhörern zu stehen. Atmen Sie tief durch und reden Sie langsam, deutlich und mit angenehmer Lautstärke.

Langes Reden ist eine Belastung für Ihre Stimme

Sie haben es vielleicht schon einmal selbst erlebt, während des Gesprächs fällt es Ihnen schwer, die Kommunikation fortzusetzen. Der berühmte Kloß im Hals macht Ihnen zu schaffen. Es gibt viele Menschen, die Probleme mit ihrer Stimme haben. Sie klagen, dass diese nicht belastbar und oft heiser ist. Das kommt nicht von ungefähr. Langes Reden ist eine anstrengende Angelegenheit. Doch es gibt Möglichkeiten, die Belastungen zu minimieren und manchmal helfen auch einfache Tipps, die sich leicht umsetzen lassen.   

Was kann Ihre Stimme belasten?

Gefahren für Ihre Stimme:

  • Nikotin und Alkohol reizen Ihre Schleimhäute.
  • Ozon, trockene Heizungsluft und Klimaanlagen schaden Ihren Atemwegen und Schleimhäuten.
  • Säurebildende Nahrungsmittel führen dazu, dass zu viel Magensäure aufsteigt und Ihre Stimmlippen angreift.
  • Milchprodukte erhöhen die Schleimbildung.
  • Kaffee, Schwarztee oder Cola führen zur Austrocknung Ihrer Schleimhäute im Kehlkopf.   

Was können Sie Ihrer Stimme Gutes tun?

  • Trinken Sie viel, möglichst zwei Liter Wasser täglich. Das pflegt Ihre Schleimhäute.
  • Lutschen Sie Pastillen mit Thymian oder Isländisch Moss, wenn Sie viel sprechen müssen und heiser sind.
  • Achten Sie auf eine ausreichend feuchte Raumluft.

7 Tipps für eine gute Stimme

1. Tipp: Lernen Sie richtig zu atmen

Wenn Sie aufgeregt oder gestresst sind, wirkt sich dieses negativ auf Ihre Atmung aus. Ihr unzureichendes Ausatmen vor dem Einatmen führt zu Unruhe und Erschöpfung und macht sich unter Umständen als Unsicherheit bei Ihrem Gesprächspartner bemerkbar. Hilfreich ist es, wenn Sie sich vor einem Gespräch in Ruhe konzentrieren und bewusst tief ein- und ausatmen.

2. Tipp: Lockern Sie Ihren Körper

Wie Ihre Stimme wirkt, hängt auch von Ihrem Körper ab. Wenn dieser verkrampft ist, können Sie nicht entspannt sprechen. Lockern Sie Schultern und Nacken. Positiv kann auch ein kräftiges Gähnen sein, um Kiefer und Kehlkopf zu entspannen.

3. Tipp: Trainieren Sie Ihr Zwerchfell

Zur Stärkung Ihrer Stimme kann auch ein Training Ihres Zwerchfells lohnenswert sein. Holen Sie mehrmals tief Luft und stoßen Sie den Atem mit Zischgeräuschen aus.

4. Tipp: Husten Sie, wenn die Stimme streikt

Wenn Sie viel sprechen und wenig trinken, können Ihre Stimmbänder verschleimen. Die meisten Menschen versuchen, durch Räuspern ihre Stimme wieder auf Vordermann zu bringen. Das hat jedoch meistens wenig Erfolg. Ein kräftiges Husten bringt eher das gewünschte Ergebnis.  

5. Tipp: Treffen Sie den richtigen Ton

Spezialisten raten, während des Gesprächs den sogenannten Eigenton der Stimme zu halten. Das sind individuelle Töne, die bei jedem Menschen im unteren Drittel des Stimmumfangs liegen. Wenn Sie in diesem individuellen Klangbereich sprechen, wirken Sie auf Ihre Zuhörer am angenehmsten. Das Problem ist allerdings, dass in der Praxis kaum jemand auf diesem äußerst energiesparenden Niveau kommuniziert. Die meisten sprechen deutlich höher.

6. Tipp: Machen Sie ein Aufwärmtraining für Ihre Stimme

Wenn Sie eine längere Rede halten müssen, empfiehlt es sich, die Stimme „aufzuwärmen“. Ähnlich wie im Sport ist es sinnvoll, ein kleines Training durchzuführen. Versuchen Sie, leicht zu summen, das wirkt wie eine Massage für die Stimmlippen und hilft Ihnen, die eigene Stimmlage zu finden.

7. Tipp: Übung macht den Meister

Es braucht Ausdauer und Training, um seine Stimme zu stärken und zu entwickeln. Regelmäßiges Üben und Geduld bringen den gewünschten Erfolg.

Unsere Stimme ist ein wichtiges Kommunikationswerkzeug und sie hat entscheidenden Einfluss über unseren Erfolg im Beruf. Die Arbeit an der eigenen Stimme kann sehr hilfreich sein, weil sie ganz nebenbei auch viel über die eigene Persönlichkeit verrät. Mit den oben beschriebenen Tipps schaffen Sie es, Ihre Stimme zu trainieren, Belastungen zu reduzieren und je nach Situation zielgerichtet einzusetzen. Sie werden sehen, dass es Ihnen leichter fällt, Gesprächspartner und Zuhörer für sich zu gewinnen.

Bild: Lillia Seifert
Lillia Seifert (21 Artikel)

Lillia Seifert hat Anglistik und Soziologie studiert und befindet sich derzeit im Masterstudium der Interdisziplinären Medienwissenschaft an der Universität Bielefeld. Sie veröffentlichte bereits eigene Texte und arbeitete als Social Media Managerin. Mit ihren Kenntnissen aus den verschiedenen Bereichen gelingt ihr das multiperspektivische Arbeiten mit Themen besonders gut. Auf karrieretipps.de kann sie ihre Kompetenzen im kreativen Umgang mit informativen Texten ideal einsetzen.

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