karrieretipps.de Karriere Die Bedeutung von Generation X, Y und Z für die Arbeitswelt

Die Bedeutung von Generation X, Y und Z für die Arbeitswelt

Die Bedeutung von Generation X, Y und Z für die Arbeitswelt
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Anastasia Klingsiek am 21.11.2018 | 0 Kommentare
Inhalt:
  1. Die Generationen im Überblick 
  2. Wie unterscheiden sich die Generationen voneinander?
  3. Die drei jüngsten Generationen: X, Y und Z
  4. Generation X: Berufliche Karriere
    1. Merkmale der Generation X:
  5. Generation Y: Besondere Ansprüche an die Unternehmen
    1. Merkmale der Generation Y:
  6. Generation Z: Trennung zwischen Arbeit und Privatleben
    1. Erwartungen der Generation Z an den Arbeitsalltag:
    2. Werte der Generation Z:

Babyboomer, Generation Y, Generation Z und Generation YouTube: Diese Bezeichnungen beziehen sich auf die Geburtsjahre der einbezogenen Personengruppen und unterscheiden sich in Wertvorstellungen und Verhalten, insbesondere in Bezug auf die Erwartungen an die Arbeitswelt und das Leben. Aber was genau steckt hinter diesen Bezeichnungen und wodurch wurden diese geprägt? Was sind die typischen Kennzeichen der Generationen und welche Bedeutung haben sie für den Arbeitsmarkt? Finden Sie heraus, zu welcher Generation Sie gehören und ob Sie der allgemeinen Merkmale Ihrer Generation entsprechen.

Die Generationen im Überblick 

Der Begriff Generation X wurde von einem US-amerikanischen Fotografen geprägt, der in den 1950 Jahren eine Foto-Reportage mit diesem Ausdruck bezeichnete. Die Bezeichnung Generation X setzte sich durch, darauf folgten Generation Y und Generation Z. Mittlerweile wird der Begriff schlagwortartig verwendet, um die Generationen und ihre Eigenschaften zu betiteln. Grundlegend werden die Generationen-Begriff gleich verwendet und stehen für einen bestimmten Geburtszeitraum. Mittlerweile existiert unzählige Literatur, und auch Studien, über die unterschiedlichen Generationen, besonders über X und Y, da diese das Zusammenleben erheblich verändern und prägen. 

  • Tradiotionalisten (zwischen 1922 und 1955): Haben das Ende des ersten Weltkriegs und den zweiten Weltkrieg in ihrer Kindheit und Jugend miterlebt
  • Baby Boomer (zwischen 1955 und 1969): Die erste Nachkriegsgeneration nach dem zweiten Weltkrieg, erleben das Wirtschaftswunder und gehören zum Geburtenreichsten Jahrgang.
  • Generation X (zwischen 1965 und 1980): Werden auch als Generation Golf bezeichnet, wurden in der Kindheit stark durch die Wirtschaftskrise geprägt mit aufkommender Scheidungsrate.
  • Generation Y (zwischen 1980 und 2000): Wird auch als Gen Y oder Millennials bezeichnet, um die Jahrhundertwende geboren, haben Internetboom und Globalisierung miterlebt. Hohes Bildungsniveau im Vergleich zu den Vorgängergenerationen.
  • Generation Z (geboren ab 1999  [je nach Autor auch ab 1995] bis 2010): Wird auch als Generation Youtube bezeichnet, Digitalisierung des Alltags gehört zum Leben dazu.

Natürlich ist jedes Individuum eigenständig und steht nicht in Abhängigkeit zu seinem Geburtsjahrgang, jedoch können durch die Unterteilung in die Generationen die Hauptmerkmale der verschiedenen Generationen festgehalten werden. Sicherlich kann sich nicht jeder in „seiner“ Generation wiederfinden, jedoch ist ein allgemeiner Wandel in den Generationen in Bezug auf Lebenseinstellung und Arbeitswelt erkennbar, welcher insbesondere durch Auswirkungen auf Arbeitsmarkt und Unternehmen erkennbar ist. 

Wie unterscheiden sich die Generationen voneinander?

Jede Generation erhält eine Altersgruppe, die in der Kindheit oder Jugend durch historische und kulturelle Ereignisse eine ähnliche Prägung durchlebt haben. Entwicklung, Trends, Fortschritt und historische Ereignisse wirken sich auf die Mehrheit der Altersgruppe aus. Diese Bezeichnungen beinhalten im wesentlichen die Werte, typischen Merkmale und den Lebenswandel der jeweiligen Generationen. Ebenfalls sind auch Überschneidungen der Generationen möglich, so gibt es etwa mehr Ähnlichkeiten in Bezug auf Prägung und Verhalten der Generation Y und Generation Z, als zwischen der Generation Babybommer und Generation Z.

Denken Sie doch mal an Ihre Kindheit oder Jugend zurück: Gibt es einen Gegenstand oder ein Ereignis, welches Sie besonders gut in Erinnerung behalten haben? Etwa der Anschlag am 11. September 2001 oder der Trend von 4You- Rucksack und Schülervz? Je nach dem, wie Sie diese historischen und kulturellen Schnittpunkte einordnen, wird deutlich, zu welcher Generation Sie gehören könnten. Diese Beispiele verdeutlichen, dass die jeweilige Generation durch die selben Ereignisse geprägt wurde und dadurch eine gemeinsame Grundeinstellung entstand. 

Um ein weiteres Beispiel zu nennen: „Work and Travel“ ist ein Ausdruck der neueren Generationen. Ein Trend der Jugend. Sicherlich bei der älteren Generation kein gängiger Begriff. Mittlerweile war doch gefühlt jeder nach seiner Schulzeit im Ausland, reisen und arbeiten. Ersteinmal was von der Welt sehen, die Freiheit genießen, bevor der Start in die Arbeitswelt beginnt. Ausprobieren, Testen und dann vielleicht für einen Beruf entscheiden. Oder lieber doch noch etwas mehr Zeit in der Ferne verbringen? Das ist Generation Y und Z. Ganz anders als Baby Boomer oder Traditionalisten. Es handelt sch um einen Wandel, einen Unterschied von der einen zur anderen Generationen. Und diese Unterschiede spiegeln sich in der Arbeitswelt, in Anforderungen und Erwartungen an den Arbeitgeber und Arbeitnehmer. 

Die drei jüngsten Generationen: X, Y und Z

Damit Sie verstehen, in wie Fern sich die verschiedenen Generationen auf den Arbeitsmarkt auswirken, erhalten Sie hier die wichtigsten Fakten über die drei jüngsten Generationen. Nicht nur die Lebensumstände haben sich weiterentwickelt, Fortschritte in der Digitalisierung, Medien und Technik, auch die Generationen stellen mittlerweile andere Anforderungen, haben bestimmte Erwartungen an ihren Arbeitsplatz. Das stellt einige Unternehmen vor Herausforderungen, Umstellungen und Schwierigkeiten. Die Erwartungen der Generationen an Unternehmen und dessen Merkmale orientieren sich an  der Generationen orientieren sich an Vorträgen von Prof. Dr. Antje-Britta Mörstedt, Universität in Göttingen. (Quelle: www.pfh.de)

Generation X: Berufliche Karriere

Allgemein gilt für die Generation X beruflicher Erfolg und berufliche Entwicklung als höchstes Ziel. Personen der Generation X werden als ambitioniert, ehrgeizig und individualistisch bezeichnet, zusätzlich ist diese Generation gut ausgebildet und arbeitet, um sich ein materiell abgesichertes Leben leisten zu können. Arbeiten als Mittel zum Zweck bezeichnet, die Generation davor zog Arbeit anderen Bedürfnissen vor. Somit vollzieht sich ein Wandel von „Leben, um zu arbeiten“ zu der Einstellung „Arbeiten, um zu leben“. Sich etwas Luxus leisten zu können, steht hierbei im Vordergrund. 

Merkmale der Generation X:

  • Werte: Sinnsuche, Unabhängigkeit, Individualismus
  • Merkmale: Selbstständig, Pragmatisch, Zeit ist wertvoller als Geld, Streben nach einer hohen Lebensqualität
  • Motivation: Hohe Freiheitsgrade in der Arbeitsgestaltung, Work-Life-Balance, Entwicklungsmöglichkeiten
  • Im Arbeitsleben: Technisch versiert, teilen von Macht und Verantwortung, ergebnisorientiert
  • Kommunikationsmedium: E-Mail, Mobiltelefon

Generation Y: Besondere Ansprüche an die Unternehmen

Hierbei handelt es sich bis jetzt um die best erforschte Generation, die an den Arbeitsmarkt ganz besondere Ansprüche stellt. Die Generation Y ist die Generation der sogenannten Millennials. Für diese Generation besteht eine Handvoll weiterer Bezeichnungen, wie Generation Maybe, Generation Praktikum, Generation Beziehungsunfähig oder gar Generation Chips. Aufgewachsen ist die Gen Y in einer Welt des Klimawandels, der Globalisierung und des Terrorismus. So ist ihnen bewusst, dass sich Dinge schnell verändern, es keine Sicherheit gibt, weshalb es im Vordergrund steht, das Leben zu genießen. 

Arbeit soll Sinn machen und Abwechslung bieten, dabei steht die Selbstverwirklichung im Vordergrund. Finden die Ypsiloner ihre Tätigkeit und Arbeit sinnvoll, sind sie auch bereit mehr dafür zu leisten. Sie fragen sich oft, worin der Sinn in einer Tätigkeit besteht, weshalb Sie auch als Generation Why bezeichnet werden. Teamfähigkeit und Kenntnisse in der Offline-Welt sind ebenfalls Kennzeichen der Generation Y. Der Umgang mit dem Internet gehört zum Alltag, sie wurden als erste Generation, erste Digitale Natives, in der Kindheit von technologischen Medien sozialisiert. Bevorzugt werden flache Hierarchien, Vernetzung und Teamwork, ein sicherer Arbeitsplatz und Karriereziele sind weniger relevant. Arbeiten und Privatleben werden nicht mehr streng voneinander getrennt, sondern ergänzen sich und verschmelzen.

Dennoch zählt für die Gen Y der Freiraum für private Tätigkeiten, so entsteht auf Work-Life-Balance die Bezeichnung Work-Life-Blend. Private Angelegenheiten sollten auch während der Arbeitszeit geregelt werden können, im Gegenzug sei man bereit, während der Freizeit etwas für die Arbeit zu tun. Zusätzlich sind Millennials richtige Könner in Projektarbeiten und auch private Projekte über die Arbeit hinaus, gehören zu ihrem Können.

Merkmale der Generation Y:

  • Werte: Vernetzung/Teamwork, Optimismus
  • Merkmale: Mit neuen Technologien aufgewachsen, Leben im Hier und Jetzt, 24 Stunden online
  • Motivation: Selbstverwirklichung, Mit Leuten auf der gleichen Wellenlänge zusammenarbeiten, Vernetztsein
  • Im Arbeitsleben: Meister im Mulit-Tasking, die Arbeit muss Spaß machen, lernbereit, arbeitswillig- aber Forderung nach Privatleben, flexibel und anpassungsbereit, selbstständige und unabhängige Arbeitsweise, Fachlaufbahnen und projektbezogenes Arbeiten
  • Kommunikationsmedium: Web 2.0

Generation Z: Trennung zwischen Arbeit und Privatleben

Da diese Generation jetzt erst ins Arbeitsleben startet, ist es schwierig die Arbeitsmoral festzuhalten. Jedoch sind Tendenzen erkennbar: Die Generation Y möchten Arbeit und Privatleben wieder strickt voneinader trennen. Durch diese feste Abgrenzung soll die Arbeit von Zuhause vermieden werden, sie suchen feste Strukturen und Grenzen. Sinn und Selbstverwicklung im Privatleben ja, im Arbeitsleben eher weniger. Es handelt sich um die erste Generation, die komplett im digitalen Zeitalter aufgewachsen ist, deshalb gehört die Vermischung von realer und online Welt zum Alltag. Vermutlich wird die Generation Z eher realistisch und individualistisch sein, die unsichere Zukunft ist ihnen bewusst.

Ebenfalls wissen sie, dass der Wohlstand ihrer Elterngeneration sie nicht erwartet, was bei vielen der Generation Z zu Ratlosigkeit führt und weshalb Probieren, welcher Weg passt, dazu gehört. Besonders in Deutschland zeigt sich, dass vermutlich viele Z-ler in der Arbeitswelt einen Wunsch nach Sicherheit suchen, das Leben soll frühzeitig geplant sein; Familie gründen, Haus bauen. Unternehmen und Arbeitnehmer bereiten sich auf die Generation Z vor, sodass mehr Digitalisierung in das Arbeitsleben eingebunden wird.

Erwartungen der Generation Z an den Arbeitsalltag:

Die Generation Z ist geprägt durch andere Erwartungen, sie haben eine ganz andere Weltsicht und andere Werte. Diese Generation ist in einem komplett neuen Kontext aufgewachsen. Als Kind stand die Generation im Mittelpunkt, wird in Entscheidungen mit einbezogen, motiviert und gelobt. Dadurch wird das Selbstbewusstsein gefördert, das führt zu dem Wunsch nach Unabhängigkeit. Unter Nutzung aller technischen Möglichkeiten wird die Generation Z auf das Arbeitsleben zu gehen, dabei soll eine optimale Mischung aus Arbeitsleben und Freizeit herrschen. 

Werte der Generation Z:

  • Wunsch nach freier Entfaltung und dennoch unbefristete Verträge
  • Große Sorge in Bezug auf die eigene Zukunft
  • Führungsverantwortung wird zunehmend unattraktiver, Freizeit und Privatleben spielen eine größere Rolle
  • Home-Office und Office-Sharing 
  • Wunsch nach Flexibilität und Wechselhaftigkeit in der Arbeitswelt

Dieser Wandel stellt eine Herausforderung für den Personalbereich von Unternehmen da, denn immer mehr Bewerber sind der Generation Z zu zuordnen. Gute Entwicklungsmöglichkeiten, wechselnde Herausforderungen und ergebnisorientierte Führung könnten die Motivation zu arbeiten steigern. Bereits bei der Generation Y wurde zu spät auf die veränderten Erwartungen und Anforderungen reagiert, ein Umdenken in der Führung war notwenig: Flexible Arbeitszeiten, Rücksicht auf Work-Life-Balance, leistungsorientierte Vergütung. Für die Generation Z ist weiteres Umdenken gefragt, so denken einige Personaler über eine Bewerbung per WhatsApp nach oder über digitale Events an Gymnasien oder über Snapchat, um auf sich aufmerksam zu machen. 

Einige Unternehmen warten noch darauf, dass sich die jungen Menschen, die Zukunft von morgen, nach vorgegebenen Mustern und Arbeitsprofilen entwickeln. Doch das ist bereits seit mehr als 10 Jahren nicht mehr der Fall. Moderne Personaler und Unternehmen sollten das vielleicht berücksichtigen, so können sich wertvolle Mitarbeiter ergeben. Das Potenzial der Generation Z sollte in der Zukunft genutzt und ausgeschöpft werden, keine andere Generation ist so aufgewachsen. Und das ist der Generation Z bewusst, alles ist für sie seit der Kindheit nur ein Mausklick entfernt, alles online auffindbar und nachzulesen. Die Generation Z kennt ihre Möglichkeiten, sie kennt ihren wert und sie fordert selbstbewusst die passenden Rahmenbedingungen in der Arbeitswelt.

In welche Generation sind Sie einzuordnen? Haben Sie einige Merkmale von sich wieder erkannt oder bei Kollegen bemerkt? Wundern Sie sich nicht über die jüngeren Generation, denn scheinbar ist der Wandel in den Generationen schon immer da gewesen, und wird auch da bleiben. Das Team von karrieretipps.de wünscht Ihnen viel Erfolg für Ihr berufliches Leben, sei es in Generation X, Y oder Z.

Bild: Anastasia Klingsiek
Anastasia Klingsiek (30 Artikel)

Anastasia Klingsiek hat Germanistische Sprachwissenschaften und Literaturwissenschaften in Paderborn studiert. Während ihres Studiums hat sie bereits in journalistischen Redaktionen als freie Mitarbeiterin gearbeitet. Moderationen, Nachrichten und Artikel: alles kein Problem. Texten war schon immer ihre Leidenschaft. Auf karrieretipps.de ist sie für den Bereich rund um Berufseinstieg, Büroalltag und Work-Life-Balance zuständig.

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