karrieretipps.deKarriereDeep Work: Wie Sie durch mehr Konzentration besser arbeiten

Deep Work: Wie Sie durch mehr Konzentration besser arbeiten

Deep Work: Wie Sie durch mehr Konzentration besser arbeiten
© Jacob Lund | shutterstock.com
Inhalt:
  1. Was ist eigentlich Konzentration?
  2. Darum ist es so schwer, konzentriert zu arbeiten
  3. Volle Konzentrationsfähigkeit lässt sich trainieren
  4. Die Herausforderung: Deep Work
  5. Der Gegensatz: Shallow Work
  6. So funktioniert die Deep-Work-Methode
  7. Konzentriertes Arbeiten ist erlernbar!
    1. Schritt 1: Abschottung
    2. Schritt 2: Arbeitsplanung und Routine
    3. Schritt 3: Prioritäten  
    4. Schritt 4: Pausen
    5. Schritt 5: Kein Multitasking

Vielleicht kennen Sie die Situation: Sie haben unzählige Dinge im Kopf, kommen jedoch nicht zu einem konkreten Ergebnis. Es fällt Ihnen schwer, sich zu konzentrieren. Damit sind Sie nicht allein. In unserer schnelllebigen Zeit und einer Welt voller Ablenkung fällt es immer mehr Menschen schwer, sich zu fokussieren. Zahlreiche Ratgeber versprechen Hilfe und sehen in dem sogenannten „Deep Work“ eine Lösung des Problems. Doch gelingt es wirklich, den vielen Ablenkungen des Alltags zu widerstehen? Kann man tatsächlich lernen, sich stärker zu konzentrieren und effizienter zu arbeiten?

Was ist eigentlich Konzentration?

Der Begriff Konzentration stammt aus dem Lateinischen und bedeutet in etwa „zusammen zum Mittelpunkt“. Wenn wir heute von Konzentration sprechen, verstehen wir darunter die mentale Fähigkeit, seine Aufmerksamkeit ausschließlich auf eine bestimmte Aufgabe, auf das Erreichen eines Zieles oder eine Tätigkeit zu fokussieren. Wie wir alle wissen, ist das gar nicht so einfach. Die Konzentration wird nämlich von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Neben externen versuchen auch interne Einflüsse unsere Konzentration aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Das sind die größten Feinde der Konzentration:

  • Stress
  • Müdigkeit
  • Lärm
  • Physisches Befinden
  • Ernährung
  • Psychische Störungen
  • Unterbrechungen
  • Multitasking
  • Unterbrechungen

Darum ist es so schwer, konzentriert zu arbeiten

Unsere Arbeitswelt bietet nicht gerade die besten Voraussetzungen für ein konzentriertes und effizientes Arbeiten. Das Arbeiten in unruhigen Großraumbüros mit einem hohen Lärmpegel, die ständige Erreichbarkeit, unzählige Kommunikationskanäle, die uns permanent fordern und unsere Aufmerksamkeit binden. Dauernd drohen Produktivitätskiller: Mails, der kommunikative Kollege, Anrufe, lange Meetings. Sich voll und ganz auf eine Sache zu fokussieren, wird damit immer schwieriger.

Wo im Büro Ablenkung lauert:

  • Raumgeräusche: Lärm im Büro wie Stühle rücken, das Summen des Druckers oder Gespräche von Kollegen gehen an die Nerven und stellen eine große Herausforderung für die Konzentration dar.
  • Voller Schreibtisch: Wer neben seinen Arbeitsmaterialien, Computer und Telefon noch allerlei Gegenstände wie Pflanzen, Bilder oder Postkarten auf seinem Schreibtisch stehen hat, der wird abgelenkt und das wirkt sich negativ auf die Konzentration aus.  
  • Unordnung: Papierberge und unsortierte Unterlagen sorgen für Chaos auf dem Schreibtisch und fördern nicht die Konzentration. Schaffen Sie Ordnung und beginnen Sie dann Ihre Arbeit.
  • Telefongespräche: Ein klingelndes Telefon ist Gift für konzentriertes Arbeiten. Sie werden aus der Arbeit gerissen und haben anschließend Schwierigkeiten, sich wieder auf Ihr Thema zu fokussieren. Telefongespräche gehören damit zu den größten Herausforderungen für die Konzentration.
  • E-Mails: Störend können auch E-Mails sein, die plötzlich auf dem Bildschirm aufpoppen. Der Blick wandert automatisch auf die neue Nachricht und stiehlt Ihnen die Zeit für Ihre eigentliche Arbeit.  
  • Soziale Medien: Die Versuchung ist groß, zwischendurch mal eben schnell bei Facebook, Instagram und Co. zu schauen. Sie gehören mit zu den größten Ablenkungen am Arbeitsplatz.
  • Kollegen: Manche Kollegen haben die Gabe, immer dann eine Frage zu haben, wenn es Ihnen gerade gar nicht passt. Ihr Anruf oder der Besuch an Ihrem Schreibtisch unterbricht Sie nicht nur, Sie haben anschließend auch Schwierigkeiten wieder konzentriert ihre Aufgaben weiterzuführen.
  • Smartphone: Ein entscheidender Konzentrationskiller ist das Smartphone. Nahezu pausenlos werden Sie durch Push- oder WhatsApp-Nachrichten oder Eilmeldungen der Medien informiert. Der Reiz, einmal kurz nachzuschauen, ist groß. Wenn Sie nicht widerstehen können, riskieren Sie, im Anschluss mit verminderter Konzentrationsfähigkeit weiter zu arbeiten.

Volle Konzentrationsfähigkeit lässt sich trainieren

Wenn Konzentration erforderlich ist, entwickeln die meisten Menschen ihre Eigenarten. Für viele ist es entscheidend, an welchem Ort sie sich aufhalten, um welche Zeit es sich handelt und in welcher Verfassung sie sich befinden. Dabei sehnen wir uns nach einem klaren Kopf, nach genialen Fertigkeiten, die uns Aufgaben schnell bewältigen und Probleme erfolgreich lösen lassen. Wir wünschen uns die Fähigkeit, konzentriert zu arbeiten, einen Zustand von „Deep Work“ zu erlangen.  

Die Herausforderung: Deep Work

Der Begriff „Deep Work“ heißt übersetzt so viel wie „tiefes Arbeiten“ und geht auf den amerikanischen Informatiker Cal Newport zurück. Er versteht darunter einen Zustand völlig konzentrierter, fokussierter und kreativer Arbeit. Während dieser Zeit schöpfen Sie Ihr intellektuelles Potenzial voll aus. Weil diese Phase des Arbeitens sehr anspruchsvoll ist, verschafft sie Ihnen ein gutes Vorankommen und einen enormen Mehrwert. Das Schreiben oder Recherchieren sind zum Beispiel Tätigkeiten, für die ein konzentriertes Arbeiten unerlässlich ist. Newport hat die sogenannte Deep Work-Methode entwickelt, die die Fähigkeiten für konzentriertes Arbeiten vermittelt.

Der Gegensatz: Shallow Work

Das Pendant zu Deep Work ist laut Newport „Shallow Work“. Das sind eher oberflächliche und nicht kognitiv anspruchsvolle Tätigkeiten, die nebenher erledigt werden, weil sie weniger herausfordernd sind. Sie schaffen eher weniger Mehrwert und sind leicht zu replizieren. Dazu gehört zum Beispiel das Checken, Überfliegen und Beantworten von Mails.  

So funktioniert die Deep-Work-Methode

Newport ist überzeugt, dass Menschen mit seiner Deep Work-Methode systematisch lernen können, fokussierter und ablenkungsfreier zu arbeiten und ihr Arbeitsleben neu zu organisieren. Das sei gerade heute wichtig, da es immer mehr auf die Umsetzung hoch spezialisierter Aufgaben in der Wirtschaft ankomme. Mitarbeiter, die die Fähigkeit konzentrierten Arbeitens mitbringen, tragen so auch zum Unternehmenserfolg bei.

Die Deep Work-Methode hat noch einen weiteren Vorteil: Menschen, die gelernt haben, sich diszipliniert in festgelegten Arbeitsphasen zu konzentrieren, gewinnen nicht nur mehr Zeit, weil sie schneller sind. Die meisten werden auch von einem besseren Zeit- und Selbstmanagement profitieren, weil sie erkannt haben, dass eine geringe Selbstdisziplin, eine mangelnde Priorisierung und verschiedene Zeitfresser natürliche Feinde der Konzentrationsfähigkeit sind.

Konzentriertes Arbeiten ist erlernbar!

Konzentriertes Arbeiten lässt sich trainieren. Mit eiserner Disziplin können Sie mehr Effizienz und Zufriedenheit bei Ihren täglichen Herausforderungen erreichen.

Diese 5 Schritte helfen Ihnen, um zu mehr Konzentration zu gelangen:

Schritt 1: Abschottung

Kehren Sie der Außenwelt für die Phase konzentrierten Arbeitens den Rücken und lassen Sie sich nicht von Mails oder Anrufen stören. Legen Sie Zeiten fest, in denen Sie erreichbar sind.

Schritt 2: Arbeitsplanung und Routine

Effizientes Arbeiten gelingt am besten, wenn Sie sich einen Plan machen, indem Sie feste Zeiten für konzentriertes Arbeiten festlegen und in Ihren Alltag integrieren. Dadurch steigern Sie Ihre Produktivität, weil Sie mehr in kürzerer Zeit erreichen. Langfristig erhöhen Sie auch die Qualität Ihrer Arbeit.

Genauso wichtig ist es, eine gewisse Routine zu entwickeln, in dem Sie die Durchführung Ihrer Aufgaben möglichst am gleichen Ort, zur gleichen Zeit und innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens erledigen.

Schritt 3: Prioritäten  

Die Organisation Ihrer Arbeit gelingt am besten, wenn Sie diese nach Wichtigkeit sortieren. Sinnvoll kann es sein, die Gewichtung Ihrer Aufgaben in Prozentzahlen festzulegen. Für eher oberflächliche Tätigkeiten wie zum Beispiel das Beantworten von E-Mails, die Sie eher weniger weiterbringen, sollten Sie weniger Zeit freihalten.

Schritt 4: Pausen

Neben Phasen konzentrierten Arbeitens ist es sinnvoll, auch Pausen einzulegen. Diese Zeit können Sie zum Beispiel für eher unproduktive Tätigkeiten wie das Telefonieren oder Beantworten von Mails, nutzen. Die Dauer sollten Sie im Vorfeld festlegen und strikt einhalten.  

Schritt 5: Kein Multitasking

Verabschieden Sie sich von dem Gedanken, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen, um Zeit zu sparen. Das funktioniert vielleicht bei praktischen Tätigkeiten, bei geistigen jedenfalls nicht. Das Gegenteil ist der Fall: Wer einmal seine Arbeit unterbrochen hat, beginnt meist nicht wieder dort, wo er aufgehört hat. Meist muss man sich erst wieder einarbeiten.   

Eine Entschleunigung unserer Arbeitswelt ist auch in Zukunft nicht in Sicht. Und auch die zahlreichen Produktivitätskiller und die im Büro lauernden Ablenkungsgefahren werden nicht verschwinden. Umso wichtiger ist es, dass Sie lernen, wie Sie konzentriert und fokussiert arbeiten können. Wie oben beschrieben, gibt es Möglichkeiten, den Ablenkungen zu widerstehen. Wenn Sie einen genauen Plan mit festgelegten Phasen konzentrierten Arbeitens haben, Prioritäten setzen und bewusste Auszeiten nehmen, um im Anschluss wieder fokussiert zu arbeiten, dann werden Sie nicht nur effektiver, sondern auch qualitativ bessere Ergebnisse erzielen.


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