- Rechtliche Grundlagen für das Arbeitszeugnis
- Das Arbeitszeugnis: Wichtige Fakten im Überblick
- Das einfache Arbeitszeugnis
- Das qualifizierende Arbeitszeugnis
Die gängigsten Formulierungen im Arbeitszeugnis und was sie bedeuten
Eine Beurteilung der Leistung kann wie folgt aussehen:Die Kompetenz eines Arbeitnehmers kann so beurteilt werden:Das Sozialverhalten wird auf diese Weise beurteilt:FazitJeder hat Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Darin werden unter anderem Angaben zu Art und Dauer des Beschäftigungsverhältnisses gemacht. Doch der eigentliche Kern des Arbeitszeugnisses ist die Dokumentation über die Leistungen und Qualifikationen des Arbeitnehmers. Ferner wird das Sozialverhalten beurteilt, mit dem Resultat, dass ein Arbeitszeugnis eines der wichtigsten Unterlagen Ihrer schriftlichen Bewerbung darstellt. In den Personalabteilungen werden gerne die Arbeitszeugnisse als wichtiges Kriterium für oder gegen eine Jobzusage zu Rate gezogen. Aus diesem Grund ist eines ganz wichtig: Sind Sie mit dem Ihnen ausgestellten Arbeitszeugnis nicht einverstanden, dann fordern Sie eine Überarbeitung an! Dieses ist nämlich ein wichtiger Eignungsnachweis und sollte daher auch Ihren Vorstellungen entsprechen. Zudem ist jeder Arbeitgeber dazu verpflichtet, das Arbeitszeugnis wahrheitsgemäß und wohlwollend zu formulieren und gegebenenfalls zu korrigieren.
Rechtliche Grundlagen für das Arbeitszeugnis
Gesetzliche Regelungen sorgen für den Schutz von Arbeitnehmerrechten. So ist es zum Beispiel nicht gestattet, Geheimcodes in Arbeitszeugnissen zu verwenden. Wussten Sie zum Beispiel, dass mal die Phrase: „Der Mitarbeiter bewies für die Belange der Belegschaft ein umfassendes Einfühlungsvermögen“ ein Geheimcode war? Dieser Satz bedeutete für zukünftige Arbeitgeber: Achtung, der Mitarbeiter ist homosexuell. Um solche Diskriminierungen zu vermeiden und die Rechte der Arbeitnehmer zu wahren, ist es heute absolut verboten, irgendwelche Äußerungen in Geheimcodes auszudrücken. Weitere rechtliche Grundlagen für das Arbeitszeugnis, die jeder Arbeitnehmer kennen sollte:
- Alle Leistungen müssen wahrheitsgetreu und wohlwollend angegeben werden
- Das Arbeitszeugnis sollte alle Tätigkeiten und Aufgabenbereiche des Arbeitnehmers beinhalten
- Durch das Arbeitszeugnis sollen für den Arbeitnehmer keine Nachteile entstehen
- Es dürfen keine Angaben zu Krankheitszeiten gemacht werden
- Es dürfen keine Angaben zu Gewerkschaftszugehörigkeit gemacht werden
- Der Kündigungsgrund darf nur unter Einverständnis des Arbeitnehmers angegeben werden
Übrigens: Der Arbeitgeber ist verpflichtet, Ihnen auf Wunsch ein Arbeitszeugnis auszustellen. Wenn sich dieser weigert, können Sie einen Anwalt zu Rate ziehen. Halten Sie die Angaben auf dem Arbeitszeugnis für fehlerhaft, so besteht ebenfalls die Möglichkeit, dieses ändern zu lassen. Jeder Arbeitnehmer hat ein Recht auf die Berichtigung seines Arbeitszeugnisses. Kommt Ihr Arbeitgeber einer Berichtigung nicht nach, können Sie gerichtliche Schritte einleiten. Dazu müssen Sie aber wissen: Es ist Ihre Aufgabe als Arbeitnehmer zu beweisen, dass die gemachte Beurteilung nicht wahrheitsgetreu ist. Oft können Sie beide Parteien aber auf eine Beurteilung einigen, mit der beide zufrieden sind.
Das Arbeitszeugnis: Wichtige Fakten im Überblick
Ihr Anspruch auf ein Arbeitszeugnis verfällt drei Jahre nach der Kündigung. Kümmern Sie sich am besten frühzeitig, also bereits während Ihres Bewerbungsprozesses für einen anderen Job, um Ihr Arbeitszeugnis. Möchten Sie eine Überarbeitung des Arbeitszeugnisses, dann muss dies spätestens 5 bis 15 Monate nach Erhalt des Arbeitszeugnisses verlangt werden, da sonst der Rechtsanspruch verfällt.
Bei Erhalt des Zeugnisses sollten Sie dieses nicht nur inhaltlich prüfen, sondern auch auf die Formalitäten. Angaben zu Ihren Personalien müssen korrekt sein. Ausgestellt und unterschrieben werden muss es von einer ihnen höher gestellten Person, nicht von einem Kollegen.
Ein Arbeitszeugnis sollte mindestens die Note 3 aufweisen, alles was schlechter ist muss begründet werden. Versteckte Hinweise sind nicht zulässig. So klingt es beispielsweise sehr verdächtig, wenn ein Arbeitgeber ein sehr gutes Arbeitszeugnis ausstellt, darin aber schreibt, dass er für Rückfragen über die Leistung des Arbeitnehmers telefonisch zur Verfügung steht. Dies erweckt den Eindruck, dass die tatsächliche Leistung nicht den Lobeshymnen auf dem Arbeitszeugnis entspricht.
Das einfache Arbeitszeugnis
Im einfachen Arbeitszeugnis stehen sachliche Angaben zu Ihrem Beschäftigungsverhältnis. Darin werden Eckdaten festgehalten, sowie weitere überprüfbare Informationen angegeben. Zu der Leistung wird nichts geschrieben, lediglich über die Aufgabenbereiche und ob diese erfüllt wurden. Dieses Arbeitszeugnis fällt sehr kurz aus und wird häufig im Querformat einer DIN A4 Seite ausgestellt. In der Regel gibt es einfache Arbeitszeugnisse bei Berufsgruppen mit geringerer Qualifizierung.
Das qualifizierende Arbeitszeugnis
Das qualifizierende Arbeitszeugnis enthält alle Daten wie auch das einfache Arbeitszeugnis, mit dem Unterschied: Es enthält die Beurteilung Ihrer Leistung und Qualifikationen. Auch Angaben zu Ihrem Sozialverhalten sind darin enthalten. Diese Form des Arbeitszeugnisses ist die gängigere und sollte auch von Ihnen verlangt werden, da das einfache Arbeitszeugnis nicht besonders aussagekräftig ist.
Die gängigsten Formulierungen im Arbeitszeugnis und was sie bedeuten
Über den Erfolg oder Misserfolg von Bewerbungen entscheidet nicht selten das Arbeitszeugnis. Aus diesem Grund sollten Sie unbedingt darauf achten, wie dieses formuliert ist. Es gibt gängige Phrasen, die eine ganz konkrete Benotung innehaben. Hier die bekanntesten Aussagen und welche Beurteilung damit widergespiegelt wird:
Eine Beurteilung der Leistung kann wie folgt aussehen:
Ihre/Seine Leistungen fanden stets unsere vollste Zufriedenheit (Note 1)
Ihre/Seine Leistung fanden stets unsere volle Zufriedenheit (Note 2)
Ihre/Seine Leistung fanden unsere volle Zufriedenheit (Note 3)
Ihre/Seine Leistung fanden unsere Zufriedenheit (Note 4
Aufgaben wurden in der Regel zu unserer Zufriedenheit erfüllt (Note 5)
Die Kompetenz eines Arbeitnehmers kann so beurteilt werden:
Sie/Er verfügt über ein sehr gutes analytisch-konzeptionelles und zugleich pragmatisches Urteils- und Denkvermögen (Note 1)
Sie/Er verfügt über ein gutes analytisch-konzeptionelles und zugleich pragmatisches Urteils- und Denkvermögen (Note 2)
Sie/Er bewies Belastbarkeit und Flexibilität (Note 3)
Sie/Er verfügte über eine ausreichende Arbeitsbefähigung (Note 4)
Das Sozialverhalten wird auf diese Weise beurteilt:
Sie/Er wurde wegen ihres/seines freundlichen Wesens und ihrer/seiner kollegialen Haltung bei Vorgesetzten und Mitarbeitern sehr geschätzt (Note 1)
Ihr/Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern war einwandfrei und hilfsbereit (Note 2)
Ihre/Seine Zusammenarbeit mit Vorgesetzten und Mitarbeitern war gut (Note 3)
Die Zusammenarbeit mit Vorgesetzten und Mitarbeitern verlief meist reibungslos (Note 4)
Fazit
Nehmen Sie von Ihrem Recht auf ein qualifizierendes Arbeitszeugnis gebrauch. Denn es kann Ihre zukünftige Stellensuche erleichtern. Personalchefs legen viel Wert auf ein gutes Arbeitszeugnis, so dass dieses der Schlüssel zu Ihrer Traumkarriere bedeuten kann. Aus diesem Grund sollten Sie Formulierungen, mit denen Sie nicht einverstanden sind, auch nicht akzeptieren. Setzen Sie sich für Ihr Recht auf ein wahrheitsgetreues und wohlwollendes Arbeitszeugnis ein.