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Coronavirus: Wer zahlt bei Verdienstausfall?

Coronavirus: Wer zahlt bei Verdienstausfall?
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Anastasia Johlen am 16.03.2020 | 0 Kommentare
Inhalt:
  1. Dürfen Sie als Arbeitnehmer aus Angst vor Ansteckung mit Corona zu Hause bleiben?
    1. Arbeitskollege aus Risikogebiet: Leistungsverweigerung möglich
  2. Corona: Darf Ihr Arbeitgeber verbieten, dass Sie arbeiten?
  3. Coronavirus-Erkrankung: Erhalten infizierte Arbeitnehmer Lohn?
  4. Wer bezahlt den Verdienstausfall bei Quarantäne?
    1. Arbeitgeber muss bei Quarantäne zahlen
    2. Was bedeutet Quarantäne?
    3. Wie sehen die Quarantänemaßnahmen bei Corona aus?
    4. Lebensmittelversorgung unter Quarantäne bei Corona
  5. Schule und Kindergarten aufgrund von Corona geschlossen: Wird Kinderbetreuung bezahlt?
    1. Großeltern als Betreuungsmöglichkeit während Corona-Krise
  6. Was muss der Arbeitgeber zum Schutz seiner Mitarbeiter tun?
  7. Corona-Prävention: Wie können Sie sich schützen?

Das Coronavirus hat die Welt im Griff: auch in Deutschland sind die Auswirkung des neuartigen Virus zu spüren. Ein eingeschränktes Sozialleben mit geschlossenen Kinos, Theaters und Konzertverboten, Veranstaltungen werden abgesagt und in vielen Bundesländern werden Kitas und Schulen geschlossen. Nicht nur das Privatleben wird durch das Virus gelähmt, sondern auch das Berufsleben.

Was passiert, wenn Sie wegen Coronavirus-Verdachts in Quarantäne geschickt werden? Wer zahlt Ihren Lohn oder Verdienstausfall? Und wer kommt für Ihren beruflichen Ausfall zu tragen, wenn Sie für die Kinderbetreuung daheimbleiben müssen? Erfahren Sie Ihr die Antworten zu den häufigsten Fragen in Bezug auf das Coronavirus in arbeitsrechtlicher Hinsicht.

Dürfen Sie als Arbeitnehmer aus Angst vor Ansteckung mit Corona zu Hause bleiben?

Laut Gesetz besteht kein Anspruch darauf, dass Sie aufgrund von Ansteckungsgefahr einer Erkrankung zu Hause arbeiten oder gar die Arbeit niederlegen dürfen. Befürchten Sie sich mit dem Coronavirus zu infizieren, versuchen Sie eine Vereinbarung mit Ihrem Arbeitgeber zu treffen. Vielleicht sind Sie in einem Berufsfeld tätig, in welchem die Arbeit von Zuhause möglich ist. Im Grunde sollte eine zeitlange Arbeit im Homeoffice in einigen Berufen umsetzbar sein.

In Zeiten wie diesen sollten Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusammenarbeiten und aufeinander achtgeben. Kompromisse und zeitweilige Veränderungen im Vergleich zum normalen Büroalltag sollten möglich sein. Bitte suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten, sodass sie eine Vereinbarung treffen, die für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gelungen ist.

Arbeitskollege aus Risikogebiet: Leistungsverweigerung möglich

Anders sieht die Situation aus, wenn konkrete Infektionsgefahr besteht. So zum Beispiel, wenn ein Arbeitskollege sich in einem Risikogebiet befand und typische Symptome des Virus zeigt. In diesem Fall haben Sie ein Recht zur Leistungsverweigerung. Hingegen ist ein erkälteter Kollege mit Husten kein ausreichender Grund für die Arbeitsverweigerung vor Ort.

Corona: Darf Ihr Arbeitgeber verbieten, dass Sie arbeiten?

Ihr Chef kann Sie nicht einfach in den Zwangsurlaub schicken, auch wenn Sie etwa in einem Risikogebiet im Skiurlaub waren. Ebenfalls darf er Sie nicht dazu verdonnern, Ihre Überstunden abzufeiern.
Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass Sie Ihr Arbeitgeber aus diesen nachvollziehbaren Gründen für eine gewisse Zeit vom Arbeiten freistellt, da Sie sich in einem Krisengebiet aufhielten. Während der Freistellung ist Ihr Arbeitgeber verpflichtet die Arbeitsentgeltzahlung weiterhin zu leisten.

Coronavirus-Erkrankung: Erhalten infizierte Arbeitnehmer Lohn?

Erkranken Sie als Arbeitnehmer am Coronavirus, haben Sie gemäß § 3 Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) Anspruch auf Entgeltfortzahlung für die Dauer von sechs Wochen. Diese Fristen sind an arbeits- oder tarifvertragliche Vereinbarungen gebunden.

Erhalten Sie als infizierte Person ein berufliches Tätigkeitsverbot nach § 31 Satz 2 IfSG werden Sie vom Staat „bezahlt“, dabei ist Ihr Arbeitgeber für die Auszahlung zuständig und leistet sozusagen eine Vorzahlung. Die geleistete Zahlung kann sich der Arbeitgeber bei den Behörden auf Antrag erstatten lassen.

Wer bezahlt den Verdienstausfall bei Quarantäne?

Als Schutzmaßnahme vor dem Virus schicken die Gesundheitsämter in Deutschland vermeintlich infizierte und infizierte Menschen für etwa 14 Tage in Quarantäne. An Arbeit oder einen normalen Alltag ist unter dieser Bedienung, nicht zu denken. Wer in Quarantäne muss und wer nicht, liegt bei der Entscheidung der kommunalen Gesundheitsämter.

Doch wer kommt für Ihren Verdienstausfall auf? Erhalten Sie trotz nicht geleisteter Arbeit Ihre Vergütung für die ausgefallene Arbeitszeit?

Arbeitgeber muss bei Quarantäne zahlen

Ist die Quarantäne offiziell vom Gesundheitsamt angeordnet, zahlt in der Regel der Arbeitgeber Ihren Lohn für längstens sechs Wochen weiter. Dies ist per Gesetz im Infektionsschutzgesetz (IfSG) § 56, Absatz 5 geregelt. Der Arbeitgeber ist verpflichtet im Auftrag der Behörden das Geld auszuhalten, welches dieser im Anschluss sich erstatten lassen kann. Nach den sechs Wochen erhalten Sie wie beim Krankengeld 70 Prozent des Bruttogehalts. Da die Quarantäne bei einem Corona-Verdacht in der Regel 14 Tage dauert, kommt die Krankengeld-Regelung wohl kaum in Betracht.

Auch Freiberufler und Selbstständige erhalten nach dem Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten Geld für ihren Verdienstausfall. Sie müssen sich als Selbständiger oder Freiberufler direkt an das zuständige Gesundheitsamt wenden, damit Sie eine Entschädigung für Ihren Verdienstausfall erhalten. Wie hoch die Entschädigung ist, hängt von den letzten Jahreseinnahmen ab, welche beim Finanzamt gemeldet wurden.

Bleiben Sie ohne Anordnung des Gesundheitsamts auf Verdacht einfach der Arbeit fern und dies ohne Krankmeldung, riskieren Sie durch das unentschuldigte Fehlen eine Abmahnung. Mit diesem Verhalten verletzen Sie Ihre arbeitsvertraglichen Hauptpflichten.

Was bedeutet Quarantäne?

Unter Quarantäne ist die vorübergehende Isolierung von Personen oder Tieren zu verstehen, die eine ansteckende Krankheit haben oder zumindest bei denen ein verdacht darauf besteht. Es dient als Schutzmaßnahme gegen eine (zu schnelle) Verbreitung.

Wie sehen die Quarantänemaßnahmen bei Corona aus?

Damit die Quarantäne sinnvoll ist, sollten sich Menschen in einem gemeinsamen Haushalt möglichst an einige Regelungen halten.

  • Alle Kontaktpersonen müssen unter Quarantäne gestellt werden.
  • Kontakt zu Familienmitgliedern, wenn möglich, reduzieren.
  • Getrennte Schlafzimmer einrichten.
  • Badezimmer nicht gemeinsam nutzen.
  • Getrennte Mahlzeiten einnehmen.
  • täglich Fieber messen.

Natürlich ist dies nicht immer voll umsetzbar, weshalb oft die ganze Familie unter Quarantäne steht und nicht einzelne Familienmitglieder.

Lebensmittelversorgung unter Quarantäne bei Corona

Die größte Angst vieler Menschen ist es wohl unter Quarantäne zu verhungern. Was natürlich nicht der Fall ist. Familie, Freunde und Nachbarn können Personen in Quarantäne unterstützen und zum Beispiel Lebensmittel einkaufen. Dabei sollte Körperkontakt vermieden werden, sodass keine Übertragung der Infektion möglich ist.

Organisationen und Ehrenamtler helfen Menschen unter Quarantäne, sodass keiner in den zwei Wochen ohne Lebensmittel oder andere Utensilien dasteht. Deshalb ist das Hamstern von Lebensmitteln und etwa von Toilettenpapier nicht notwendig!

Schule und Kindergarten aufgrund von Corona geschlossen: Wird Kinderbetreuung bezahlt?

Sind die Betreuungseinrichtungen, wie Schule oder Kindergarten, aufgrund einer Ansteckungsgefahr geschlossen, müssen Eltern für eine anderweitige Betreuung sorgen. Es ist nicht eindeutig, ob Arbeitnehmer tatsächlich weiterhin Lohn erhalten.

Bleiben Sie zur Betreuung Ihres Kindes oder Ihrer Kinder von der Arbeit fern, stellt sich die Frage, ob Sie weiterhin bezahlt werden. Einen Anspruch auf Lohnfortzahlung haben Sie als Arbeitnehmer nur im Falle der Erkrankung. Gehen Sie das Risiko ein und bleiben Sie zur Betreuung zu Hause und gehen nicht arbeiten, haben Sie keinen Anspruch auf eine Vergütung.

Großeltern als Betreuungsmöglichkeit während Corona-Krise

Im Einzelfall wird geprüft, ob wirklich keine andere Betreuungsmöglichkeit infrage kommt. So kann nicht pauschal gesagt werden, ob Sie für den Verdienstausfall bezahlt werden oder nicht.

Größere Kinder, die gesund sind, sollen wohl ohne Betreuung zu Hause bleiben und auch Großeltern sollen laut Bundesregierung als Betreuungsmöglichkeit in Betracht gezogen werden. Natürlich ist in dem Fall zu kontrollieren, ob ein Infektionsrisiko besteht oder nicht, da ältere Menschen zur Risikogruppe zählen. Weiterhin hat nicht jede Familie noch Großeltern und so stehen einige Eltern(teile) vollkommen allein da.

Vielleicht gibt es in dieser Situation ebenfalls die Möglichkeit, mit Ihrem Arbeitgeber einen Kompromiss zu finden. Homeoffice könnte in dieser Ausnahmesituation für viele Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine gelungene Lösung sein.

Was muss der Arbeitgeber zum Schutz seiner Mitarbeiter tun?

Jeder Arbeitgeber hat die Pflicht, seine Arbeitnehmer gesundheitlich zu schützen. Auch in Bezug auf Corona sollte der Arbeitgeber für einen ausreichenden Schutz vor Infektionen sorgen. An geeigneten Standorten sollten Desinfektionsmittel bereitstehen und eine erhöhte Einhaltung der Hygienestandards. So könnte zum Beispiel der Arbeitgeber darauf hinweisen, dass die tägliche Begrüßung per Handdruck eingeschränkt werden sollte oder ganz entfällt.

Corona-Prävention: Wie können Sie sich schützen?

Wie bei Influenza und anderen Atemwegserkrankungen sollten Sie ausreichend Abstand zu Erkrankten halten und sich an die Regeln bei Husten und Niesen halten. Auf Händeschütteln und unnötigen Gegenstandkontakt in der Öffentlichkeit sollte verzichtet werden.

Wie sooft ist eine sehr gute Hygiene wichtig, ohne regelmäßige Hygienemaßnahmen besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko. Nicht nur in Zeiten von Corona sollte mehrmaliges Händewaschen am Tag zur Normalität gehören. Zusätzlich gehört Händewaschen nach dem Toilettengang oder Mahlzeiten zum guten Umgang mit der eigenen Gesundheit und der von Mitmenschen.

Mehr Informationen zum Coronavirus erhalten Sie hier auf www.infektionsschutz.de/.

Bild: Anastasia Johlen
Anastasia Johlen (59 Artikel)

Anastasia Johlen hat Germanistische Sprachwissenschaften und Literaturwissenschaften in Paderborn studiert. Während ihres Studiums hat sie bereits in journalistischen Redaktionen als freie Mitarbeiterin gearbeitet. Moderationen, Nachrichten und Artikel: alles kein Problem. Texten war schon immer ihre Leidenschaft. Auf karrieretipps.de ist sie für den Bereich rund um Berufseinstieg, Büroalltag und Work-Life-Balance zuständig.

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