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Bewerbungskosten absetzen: Wie bekommen Sie die Ausgaben erstattet?

Bewerbungskosten absetzen: Wie bekommen Sie die Ausgaben erstattet?
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Theresa Müller am 02.03.2020 | 0 Kommentare
Inhalt:
  1. Welche Kosten fallen bei der Jobsuche an?
    1. Kosten einplanen für Stellensuche, Recherche und Vorbereitung
    2. Kosten für die Grundausstattung einer Bewerbung
    3. Kosten bei erfolgreicher Bewerbung für das Vorstellungsgespräch
  2. Welche Bewerbungskosten sind steuerlich absetzbar?
  3. Wie machen Sie die Kosten für Bewerbungen steuerlich geltend?
  4. Bewerbungskosten von der Steuer absetzen: Was Sie beachten müssen!
    1. Tipp 1: Belege aufbewahren
    2. Tipp 2: Arbeitsmittel anteilig absetzen
    3. Tipp 3: Bewerbungen nachweisen
    4. Tipp 4: Einzeln einreichen oder Pauschale nutzen
    5. Tipp 5: Die richtige Anlage nutzen
  5. Steuererklärung eingereicht: Abwarten und in Geduld üben

Wer sich auf Jobsuche befindet, der investiert viel Zeit und Geld. Jede Bewerbung muss individuell auf die Stellenausschreibung und das suchende Unternehmen angepasst werden. Hinzu kommen einige Kosten – beispielsweise durch Papierbewerbungen oder Fahrten zu Vorstellungsgesprächen. Aber keine Sorge, Sie können Bewerbungskosten von der Steuer absetzen. Wir erklären Ihnen, wie das geht und worauf Sie achten müssen.

Welche Kosten fallen bei der Jobsuche an?

Mittlerweile können Sie sich immer öfters per E-Mail oder direkt online bewerben. Das ist praktisch, denn Sie müssen Ihre Bewerbung nicht ausdrucken und mit der Post verschicken. Komplett verschwunden ist die Papierbewerbung aber noch nicht. Und auch bei einer digitalen Bewerbung müssen Sie früher oder später mit Kosten rechnen – und zwar spätestens beim Vorstellungsgespräch.

Kosten einplanen für Stellensuche, Recherche und Vorbereitung

  • Kauf von Zeitungen mit Stellenbörsen
  • Nutzung von digitalen, kostenpflichtigen Stellenbörsen
  • ggf. Schaltung von Stellengesuchen
  • ggf. Eigene Webseite
  • ggf. Online-Anzeigen für eigene Internetseiten
  • Kauf von Büchern und Magazinen (Bewerbungsratgeber)
  • Besuch von vorbereitenden Seminaren

Kosten für die Grundausstattung einer Bewerbung

  • Bewerbungsmappe
  • Bewerbungsfoto
  • Papier
  • Stifte
  • Kleber
  • Druckerpatronen
  • Briefumschläge und -marken
  • Software für Anfertigung des Bewerbungslayouts
  • Beglaubigungen von Zeugnissen
  • ggf. Bewerbungsvideo
  • ggf. Übersetzungskosten

Kosten bei erfolgreicher Bewerbung für das Vorstellungsgespräch

  • Fahrten (Auto, Bahn, Taxi …)
  • Verpflegung
  • ggf. Parkgebühren
  • ggf. Übernachtung

Welche Bewerbungskosten sind steuerlich absetzbar?

Kosten, die im Rahmen einer Bewerbung angefallen sind, können sich über die Steuer zurückgeholt werden. Und zwar, weil sie unter die Werbungskosten fallen. Laut Paragraf 9 des Einkommenssteuergesetzes sind Werbungskosten die „Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen“. Oder anders gesagt: Damit sind alle Ausgaben gemeint, die man tätigt, um einen Job auszuüben.

Es spielt dabei übrigens keine Rolle, ob die Bewerbungen erfolgreich waren oder nicht. Entscheidend ist nur, dass die Kosten im Zusammenhang mit der Jobsuche entstanden sind. Denn diese ist nun einmal dafür da, sich Einnahmen zu beschaffen.

Manchmal kommt es auch vor, dass bereits die Unternehmen ihren Bewerbern Kosten erstatten – in den meisten Fällen Reisekosten für die Vorstellungsgespräche. Haben Sie solche Beträge bereits zurückerhalten, können sie diese leider nicht noch zusätzlich von der Steuer absetzen.

Wie machen Sie die Kosten für Bewerbungen steuerlich geltend?

Voraussetzung dafür, dass Sie sich die Bewerbungskosten über die Steuer zurückholen können, ist, dass Sie eine Steuererklärung machen. Ohne diese ist es leider nicht möglich. Durch die Angabe der Bewerbungskosten als Teil der Werbungskosten in der Steuererklärung mindern Sie Ihre Steuerlast.

Wenn Sie Ihre Steuererklärung selber anfertigen, haben Sie übrigens seit 2019 länger Zeit, sie dem Finanzamt zukommen zu lassen. Und zwar bis Ende Juli statt zuvor Ende Mai. Wenn Sie sich von einem Steuerberater beraten lassen, muss die Steuererklärung sogar erst bis Ende Februar des übernächsten Jahres dem Finanzamt vorliegen.

Bewerbungskosten von der Steuer absetzen: Was Sie beachten müssen!

Tipp 1: Belege aufbewahren

Wichtig ist es, dass Sie alle Ihre Ausgaben nachweisen können. Deswegen gilt: Sobald Sie eine Ausgabe für Ihre Jobsuche tätigen, bewahren Sie den Beleg auf. Die Beträge können auch noch so klein sein – zum Beispiel, weil sie zwei Stifte gekauft haben -, wichtig ist Vollständigkeit. Denn nur so kann das Finanzamt prüfen, ob all Ihre Angaben stimmen.

Es ist aber nicht notwendig, dass Sie alle Quittungen mit Ihrer Steuererklärung einreichen. Ausreichend ist, wenn Sie auf Rückfrage des Finanzamts Auskunft geben können oder einzelne Belege nachreichen kann. Machen Sie am besten eine Kopie jeder Quittung und speichern Sie diese nach dem Datum. So finden Sie leicht einzelne Belege wieder ohne in einer großen Schublade wühlen zu müssen.

Tipp 2: Arbeitsmittel anteilig absetzen

Sie können sogar Kosten für Arbeitsmittel absetzen. Allerdings nur anteilig, in der Regel bis maximal 50 Prozent. Denn die Arbeitsmittel nutzen Sie meistens auch privat. Ein höherer Prozentsatz müsste auch nachweislich begründet werden. Zu den Arbeitsmitteln können zählen:

  • Computer/Laptop
  • Drucker
  • Schreibtisch und Stuhl
  • Lampe
  • Telefon/Handy
  • Internet

In den letzten Jahren wurden diese anteiligen Kosten immer öfters nicht anerkannt also nicht erstattet. Wahrscheinlich konnte nicht glaubhaft vermittelt werden, dass die Arbeitsmittel größtenteils für die Jobsuche verwendet wurden. Trotzdem: Es schadet nicht, dies miteinzureichen. Man sollte es also auf jeden Fall probieren.

Tipp 3: Bewerbungen nachweisen

Sie müssen nicht nur Ihre Ausgaben nachweisen können, sondern genauso, wie häufig Sie sich beworben haben. Stellen Sie dazu eine Liste mit allen Bewerbungen zusammen – zum Beispiel alle Anschreiben. Rückantworten der Unternehmen, egal ob positiv oder negativ, ergänzen Sie bestenfalls. So zeigen Sie, dass Ihre Angaben der Wahrheit entsprechen. Diese Liste legen Sie Ihrer Steuererklärung bei.

Tipp 4: Einzeln einreichen oder Pauschale nutzen

Es gibt zwei Möglichkeiten, die Bewerbungskosten von der Steuer abzusetzen:

  • Alle Belege für die Ausgaben einzeln einreichen.
  • Die vom Finanzamt vorgegebenen Pauschalen nutzen.

Wenn Sie sich für die Pauschale entscheiden, erhalten Sie für jede schriftliche Bewerbung zwischen 8,50 Euro und 15 Euro, für eine E-Mail-Bewerbung ungefähr 2,50 Euro. Wie hoch die Pauschale tatsächlich ausfällt, entscheidet der Sachbearbeiter individuell.

Auch für die Fahrtkosten kann man auf Pauschalen zurückgreifen. Dies bietet sich vor allem an, wenn man mit dem privaten Auto zum Vorstellungsgespräch gefahren ist. Die Regelung 30 Cent für jeden gefahrenen Kilometer ist hier gängig. Eine Verpflegungspauschale gibt es ebenfalls. Diese liegt bei 14 Euro, wenn Sie zwischen 8 und 24 Stunden unterwegs sind. Wer länger weg ist, erhält pauschal 28 Euro.

In der Regel akzeptieren Finanzämter Pauschalen für Werbungskosten von bis zu 1000 Euro. Liegen die Kosten höher, müssen Sie die Ausgaben einzeln steuerlich geltend machen. Das heißt: Alle Belege sammeln und die Beträge addieren.

Tipp 5: Die richtige Anlage nutzen

Die Steuererklärung zu machen kann eine ganz schöne Herausforderung sein. Vor allem für Berufseinsteiger, die dabei noch nicht viel Erfahrung haben. Wie erwähnt zählen die Bewerbungskosten zu den Werbungskosten. Die richtige Anlage ist deswegen Anlage N.

Auf der ersten Seite sind Ihre Einkünfte verzeichnet. Auf Seite zwei werden dann die Werbungskosten eingetragen. Platz für Mehraufwendungen gibt es auf Seite drei.

Steuererklärung eingereicht: Abwarten und in Geduld üben

Wenn Sie Ihre Steuererklärung mitsamt allen Angaben zu den Werbungskosten eingereicht haben, heißt es erstmal warten. Denn das Finanzamt prüft Ihre Angaben und rechnet aus, wie viele Steuern Sie zu viel gezahlt haben. Es zieht den Betrag der gesamten Werbungskosten von Ihrem Einkommen, welches bereits versteuert wurde, ab. So wird dieses und gleichzeitig auch Ihre zu tragende Steuerlast geringer. Zu viel bezahlte Steuern bekommen Sie dann vom Finanzamt zurück auf Ihr Konto überwiesen, nachdem Sie den Steuerbescheid erhalten haben. Dies kann allerdings einige Wochen dauern.

Bild: Theresa Müller
Theresa Müller (6 Artikel)

Theresa Müller hat Journalismus im Bachelor und Kommunikationsmanagement im Master in Bielefeld studiert. Bereits während des Studiums war sie für Tageszeitungen, Zeitschriften und in verschiedenen Online-Redaktionen als freie Mitarbeiterin tätig. Auch sammelte sie bereits Erfahrungen im Marketing- und PR-Bereich. Nun arbeitet sie als Online-Redakteurin und verfasst für karrieretipps.de Artikel rund um die Themen Berufsstart, moderne Jobwelt und Büroknigge. Schreibt sie mal gerade nicht, dann ist sie oft im Reitstall anzutreffen - hoch oben im Sattel.

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