karrieretipps.de Karriere Bewerbungsformen: So bewerben Sie sich für Ihren Traumjob

Bewerbungsformen: So bewerben Sie sich für Ihren Traumjob

Bewerbungsformen: So bewerben Sie sich für Ihren Traumjob
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Christiane Peters am 14.06.2021 | 0 Kommentare
Inhalt:
  1. Welche Bewerbungsformen gibt es?
    1. Klassische Bewerbung
    2. Initiativbewerbung
    3. Kurzbewerbung
    4. Interne Bewerbung
    5. Bewerbungsflyer
    6. Online-Bewerbung
    7. Bewerbung per Mail
    8. Bewerbung per Telefon
    9. Anonyme Bewerbung
    10. Guerilla-Bewerbung
    11. Passive Bewerbung

Wer früher einen neuen Job suchte, der schaute in die Stellenangebote der einschlägigen Zeitungen. Die Bewerbung wurde in Papierform und auf dem Postweg an den potenziellen Arbeitgeber versandt. Das ist heute zwar auch noch möglich. Es gibt mittlerweile eine Vielzahl an Möglichkeiten, um sich über angebotene Stellen zu informieren. Gleiches gilt für die Bewerbung. Um sich für seinen Traumjob zu bewerben, können Bewerber auf verschiedene Formen zurückgreifen. Welche Formen der Bewerbung gibt es? Welche Vor- und Nachteile bieten sie? Worauf ist zu achten? Und was sollte man lieber lassen? Der nachfolgende Überblick soll für mehr Klarheit sorgen.

Welche Bewerbungsformen gibt es?

Jeder, der sich auf eine Stelle bewirbt, muss bei der Erstellung der Unterlagen bestimmte Richtlinien und Formalien beachten. Dennoch gibt es auch einige Freiheiten: Bei der Wahl der Bewerbungsart ist jeder in der Regel frei. Je nach Stellenangebot kann es sogar von Vorteil sein, sich vom Standard abzuheben. Richtig oder falsch gibt es nicht! Diese Bewerbungsarten werden am häufigsten genutzt:

Klassische Bewerbung

Die klassische Bewerbung ist papierbasiert und enthält das Anschreiben, den Lebenslauf mit Bewerbungsfoto und in der Anlage Zeugnisse, Zertifikate und Arbeitsproben. Alle Unterlagen werden in einer Mappe präsentiert.

Im Gegensatz zu digitalen Bewerbungsformen punktet die klassische Bewerbung mit ihren Gestaltungsmöglichkeiten. Sie können selbst entscheiden, wie kreativ Sie Ihre Unterlagen erstellen.

Nachteilig ist der höhere Zeit- und Kostenfaktor. Wenn Sie Ihre Bewerbung per Post wegschicken, müssen Sie den Versandzeitraum einkalkulieren. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn es Fristen einzuhalten gilt. Auf der Kostenseite fallen Ausgaben für das Papier, den Druck und die Mappe sowie das Porto an.

Initiativbewerbung

Wie der Name bereits verrät, basiert die Initiativbewerbung auf Ihrem persönlichen Engagement. Sie bewerben sich auf eine nicht ausgeschriebene Position in einem Unternehmen und wissen deshalb nicht, ob überhaupt eine vakante Stelle existiert. Es gibt also auch kein konkretes Anforderungsprofil und damit auch eine große Portion Unsicherheit.

Da es keine offizielle Stellenausschreibung gibt, müssen Sie für Ihre Bewerbung fundierte Informationen über Ihr Wunschunternehmen recherchieren. Die intensive Vorbereitung kostet jedoch Zeit. Und Sie haben keine Garantie, dass Ihre Bewerbung überhaupt auf Interesse stößt, weil aktuell niemand eingestellt wird. 

Das sollten Sie im Vorfeld recherchieren

  1. Informationen über das Berufsfeld, in dem Sie tätig werden möchten.
  2. Fakten zum Anforderungsprofil für Ihren Wunschjob
  3. Daten über das Unternehmen: Auf der unternehmenseigenen Webseite werden Sie wichtigsten Fakten und Informationen über die Philosophie und aktuelle Geschäftsentwicklung finden. Aufschlussreich kann auch der Blick in die Bereiche Karriere sein.    

Vorteile einer Initiativbewerbung

  • Vorteil 1: Eine Initiativbewerbung zeugt von Eigeninitiative, Engagement und Motivation.
  • Vorteil 2: Sie bewerben sich ohne eine Vielzahl von Mitbewerbern.
  • Vorteil 3: Diese Bewerbungsform gibt Ihnen einige Freiheiten, weil Sie hier Ihre besonderen Fähigkeiten und Qualifikationen beschreiben können, ohne auf die in der Stellenbeschreibung geforderten Anforderungen einzugehen.
  • Vorteil 4: Falls Sie sich zu einem Zeitpunkt bewerben, wo kein Personal eingestellt wird, haben Sie vielleicht die Chance, später zum Zuge zu kommen. Viele Personalabteilungen behalten die Bewerbungsunterlagen.

Nachteile einer Initiativbewerbung

  • Nachteil 1: Da keine bestimmte Stelle mit Anforderungsprofil ausgeschrieben ist, müssen Sie sich sehr gut über das Unternehmen informieren, um Interesse zu wecken.  
  • Nachteil 2: Wenn Sie Ihre Fähigkeiten und Qualifikationen vorstellen, können Sie nicht davon ausgehen, dass Sie mit diesen auch ins Schwarze treffen. Sie wissen nicht, welche Kompetenzen für das Unternehmen wichtig sind.
  • Nachteil 3: Da offiziell keine Stelle ausgeschrieben ist, müssen Sie befürchten, dass aktuell kein Bedarf vorhanden ist. Ihre Mühen waren damit umsonst.  

Kurzbewerbung

Der Begriff verrät bereits etwas über den Umfang der Bewerbung. Die Kurzbewerbung ist deutlich kürzer als die klassische Bewerbung. Ein kurzes Anschreiben und ein tabellarischer Lebenslauf sind in der Regel ausreichend. Ein Bewerbungsfoto ist nicht erforderlich. Kurzbewerbungen kommen oftmals dann zur Anwendung, wenn es noch kein konkretes Stellenprofil für eine Tätigkeit gibt. Im Anschreiben steht deshalb das eigene Bewerberprofil im Fokus.

Diese sehr reduzierte Bewerberform, die nicht auf den Arbeitgeber und eine Tätigkeit zugeschnitten ist, wird von Unternehmen eher negativ gesehen und meist mit einer Absage beschieden.

Wenn überhaupt, dann kann eine Kurzbewerbung auf Karrieremessen sinnvoll sein, um die Aufmerksamkeit auf die eigene Person zu lenken. In einem zweiten Schritt, wenn das Interesse auch beim Unternehmen geweckt wurde, folgt dann in der Regel noch eine vollständige Bewerbung.

Interne Bewerbung

Bei der internen Bewerbung wirft der Bewerber bei seinem aktuellen Arbeitgeber seinen Hut in den Ring. Einzureichen sind die Unterlagen, die auch bei der klassischen Bewerbung notwendig sind. Vorteil für Sie ist, dass Sie das Unternehmen bereits kennen. Das heißt jedoch nicht, dass die Personalabteilung all Ihre Fähigkeiten auch kennt. Doch bedenken Sie: Hier stehen Sie auch mit externen Bewerbern in Konkurrenz. Sie müssen sich ebenso gut präsentieren, als ob Sie sich in einem fremden Unternehmen vorstellen würden.  

Bewerbungsflyer

Wenn Sie mit außergewöhnlichen Präsentationsformen auf sich aufmerksam machen möchten, dann ist ein Bewerbungsflyer eine Möglichkeit. Mit diesem eher ungewöhnlichen Format präsentieren Sie Anschreiben und Lebenslauf ähnlich wie bei einer Kurzbewerbung auf einer doppelt bedruckten DIN-A-4-Seite im Querformat. Das Besondere ist die Gestaltung und die anschließende Faltung. Der Flyer ist zum Beispiel für den Besuch auf Job- und Karrieremessen ein gutes Instrument, um Interesse an der eigenen Person zu erzeugen.    

Online-Bewerbung

Die Zunahme digitaler Medien spiegelt sich auch bei der Stellensuche und Bewerbung wider. Unternehmen bieten Bewerbern deshalb seit Langem die Möglichkeit der Online-Bewerbung, indem sie ihnen einen Zugang zum Onlineportal verschaffen, wo sie die digitale Bewerbungsmappe hochladen können. In einigen Unternehmen ist auch die Zusendung der Unterlagen per Mail möglich. Die digitale Bewerbungsmappe enthält die gleichen Unterlagen wie die in Papierform.

So sieht die Online-Bewerbung aus

Neben dem Bewerbungsanschreiben, Deckblatt mit Foto und Lebenslauf gehören ein Motivationsschreiben oder die Aufführung durchgeführter Projekte sowie Zeugnisse und Zertifikate zur digitalen Bewerbungsmappe.
Bei der Erstellung des Lebenslaufs für die Online-Bewerbung müssen Sie anders als bei der Printbewerbung auf einige Besonderheiten achten. Da hier das maschinelle Auslesen, das sogenannte CV-Parsing zum Einsatz kommt.

3 Punkte, die Sie bei Ihrem Lebenslauf in der Online-Bewerbung berücksichtigen sollten

Punkt 1: Stellen Sie Ihre Kompetenzen nicht grafisch dar!

Es gibt Bewerbungsvorlagen, in denen Sprach- oder EDV-Kenntnisse grafisch dargestellt werden. Problematisch ist, dass CV-Parser diese nicht erkennen. Nachteil für Sie: Das System erfasst diese Fähigkeiten nicht und Sie verlieren damit wichtige Pluspunkte.

Punkt 2: Verwenden Sie keine Abkürzungen!

Häufig werden Sprachkenntnisse auf verschiedene Niveaus mit den Bezeichnungen wie A1 oder C2 angegeben. Auch hier hat die Praxis gezeigt, dass dieses nicht immer korrekt erfasst wird. Empfehlenswert ist, Ihre Fähigkeiten in Worten zu formulieren und auf diese Abkürzungen zu verzichten.

Punkt 3: Prüfen Sie Ihre Rechtschreibung!

Auf die Rechtschreibung sollten Sie bei allen Bewerbungen achten. Bei der Online-Bewerbung ist es jedoch besonders problematisch. CV-Parser erkennen dann möglicherweise bestimmte Informationen nicht oder „interpretieren“ sie nicht korrekt. Bei Online-Bewerbungen ist eine fehlerfreie Rechtschreibung absolut unerlässlich.  

Bewerbung per Mail

Die Bewerbungsunterlagen digital zu versenden, ist eine eher unkomplizierte und schnelle Möglichkeit. Wie bei der klassischen Bewerbung auch, werden hier die gleichen Unterlagen übermittelt. Dennoch müssen Sie einiges beachten, damit der Datentransfer problemlos erfolgen kann.

Diese 5 Tipps helfen Ihnen, Ihre Unterlagen erfolgreich zu versenden

Tipp 1: Nutzen Sie eine seriöse E-Mail-Adresse!

Eine professionelle E-Mail-Adresse besteht aus dem Vornamen, Namen und Provider. Spitznamen oder andere Formulieren wirken unseriös.  

Tipp 2: Wählen Sie eindeutige Dateinamen!

Ein Abspeichern der Dateien mit Bezeichnungen, die eine Zuordnung möglich machen, garantiert Ihnen, dass alle Ihre Unterlagen auch Ihrer Person zugeordnet werden können.

Tipp 3: Beachten Sie das Datenvolumen“

Die Dateigröße ist entscheidend. Zu hohe Datenvolumen können dazu führen, dass die Bewerbung im Spam landet. Üblich ist ein Umfang von maximal 2 bis 5 Megabyte. Um auf Nummer sicherzugehen, kann eine Nachfrage im Unternehmen sinnvoll sein.

Tipp 4: Sprechen Sie den richtigen Adressaten an!

Richten Sie Ihr Bewerbungsschreiben an den in der Stellenausschreibung genannten Ansprechpartner und verwenden Sie auch seine E-Mail-Adresse. Achten Sie darauf, dass Sie den Namen richtig schreiben.

Tipp 5: Wählen Sie einen aussagekräftigen Betreff!

In der Betreffzeile sollten Sie eine aussagekräftige Information platzieren. Empfehlenswert ist, die ausgeschriebene Stelle plus Ihren Namen zu nennen. Sind Kennziffern in der Stellenausschreibung erwähnt, sollten Sie diese ebenfalls verwenden.

Tipp 6: Fassen Sie sich kurz!

In der Mail sollten Sie sich auf das Wesentliche konzentrieren und schnell zur Sache kommen. Alles Weitere findet der Personaler im Anhang der Mail.

Bewerbung per Telefon

Sich per Telefon bei einem Unternehmen vorzustellen und erst danach seine Bewerbungsunterlagen zu schicken, ist eine Möglichkeit der ersten Kontaktaufnahme, die jedoch eine intensive Vorbereitung verlangt. Wichtig ist, dass Sie Ihre Fähigkeiten und Qualifikationen präsent und sich zudem mit dem Stellenprofil beschäftigt haben. Wenn Sie unsicher sind, üben Sie die Situation, indem Sie sich vorstellen, was Sie sagen und welche sinnvollen Fragen Sie stellen.

Anonyme Bewerbung

Während in den USA und Großbritannien anonyme Bewerbungen bereits etabliert sind, finden diese in Deutschland eher selten Anwendung.

Im Fokus der Bewerbung stehen ausschließlich die fachlichen Fähigkeiten eines Bewerbers. Auf den Namen, das Alter, den Familienstand, das Geschlecht und die Herkunft wird verzichtet. Die Unterlagen werden nach einem standardisierten Verfahren bearbeitet. Erst nach der Einladung zum Vorstellungsgespräch erhält die Personalabteilung weitere Informationen zum Bewerber.

Experten raten jedoch davon ab, diese Form der Bewerbung zu wählen. Es sei denn, dass dieses ausdrücklich gewünscht wird.  

Guerilla-Bewerbung

Eine weitere kreative Möglichkeit, sich gegenüber anderen Bewerbern abzuheben, stellt die sogenannte Guerilla-Bewerbung dar. Der Bewerber wählt hier eine außergewöhnliche Form der Präsentation aus. Das kann zum Beispiel ein Bewerbungsvideo oder auch eine eigens programmierte Webseite sein. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Dennoch eignen sich diese Bewerbungen nicht für jede Branche. Punkten könnten Bewerber zum Beispiel im Agentur- und Kreativbereich.

Passive Bewerbung

Dieses digitale Format eignet sich besonders für Jobbörsen, wo Sie Ihren Lebenslauf hochladen können. Das funktioniert auch über soziale Netzwerke wie Xing. Als Kombination zu anderen Bewerbungen kann man diese Form der Stellensuche gut praktizieren. Auch wenn Sie aktuell gar nicht auf der Suche sind und einfach nur den Markt testen möchten, kann die passive Bewerbung eine Chance darstellen.

Es gibt viele Wege, sich auf ein Stellenangebot zu bewerben. Zwar ist die klassische Bewerbungsform heute immer noch üblich, es haben sich jedoch eine Vielzahl zusätzlicher Bewerbungsmöglichkeiten etabliert. Was die verschiedenen Bewerbungsarten ausmacht und was jeweils zu beachten ist, haben wir oben beschrieben.
Für welche Form man sich entscheidet, hängt zum Teil auch vom angebotenen Job ab. In kreativen Branchen kann man durchaus mit außergewöhnlichen Bewerbungsunterlagen überzeugen und mit seinen gestalterischen Fähigkeiten punkten.

Bild: Christiane Peters
Christiane Peters (15 Artikel)

Christiane Peters hat Germanistik, Literaturwissenschaft und Geschichte studiert. Aktuell arbeitet sie als Journalistin für ein Wirtschaftsmagazin. Schwerpunkte ihrer redaktionellen Tätigkeit sind Themen aus den Bereichen New Work, Personalmanagement, Führung und Karriere. Auf karrieretipps.de kann sie ihre langjährigen Erfahrungen und ihren Blick für aktuelle Themen und Trends in der Personal- und Karriereentwicklung zur Anwendung bringen.

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