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Belastbarkeit im Beruf: Mit Resilienz Krisen meistern

Belastbarkeit im Beruf: Mit Resilienz Krisen meistern
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Charlotte Tappmeier am 07.08.2019 | 0 Kommentare
Inhalt:
  1. Definition: Was ist Resilienz?
  2. Überforderung im Job: Wieso ist psychische Stärke so wichtig?
    1. Belastungssituationen am Arbeitsplatz: Mit Resilienz positiv beurteilen
  3. Starke Psyche im Job: Können Sie als Arbeitnehmer Resilienz erlernen?
    1. Wie können Sie als Arbeitnehmer Ihre Widerstandsfähigkeit fördern?
  4. Belastbarkeit im Beruf: Warum lohnt sich der Prozess für Sie als Arbeitnehmer?

Die Schnelligkeit und die Komplexität eines eigentlich gewöhnlichen Arbeitsalltags sind in den letzten Jahren immens gestiegen. Durch den digitalen Wandel und die globale Vernetzung von Projekt- und Produktionsabläufen eines Unternehmens, kann der einzelne Arbeitnehmer kaum Arbeitsschritte im Voraus planen, sie müssen oft auf der Stelle und im selben Augenblick getätigt werden. Hierbei mitzuhalten und zusätzlich immer mit neuer Energie und Motivation in den Arbeitstag zu starten, kann für den Mitarbeiter eine echte Herausforderung bedeuten. Wenn dann noch etwas Unverhofftes passiert und der Arbeitnehmer sich plötzlich in einer krisenhaften Situation wiederfindet, dann kann das zu starken körperlichen und seelischen Belastungen führen. Um diesen Zustand zu vermeiden, müssen Arbeitnehmer, aber auch Arbeitgeber, Führungskräfte und ganze Unternehmen, flexibel agieren können, widerstandsfähig und belastbar sein. Kurz gesagt: resilient sein! Aber können Sie als Mitarbeiter und Arbeitnehmer die Eigenschaft der Resilienz erlernen? Weshalb ist psychische Widerstandsfähigkeit gerade im Berufsleben so wesentlich? Erfahren Sie hier, wie Sie Ihre Belastbarkeit am Arbeitsplatz stärken können und warum der Begriff Resilienz für Sie als Arbeitnehmer so wichtig sein kann.

Definition: Was ist Resilienz?

Resilienz (lateinisch resilire: zurückspringen, abprallen / englisch resilienz: Elastizität, Spannkraft) umschreibt die Fähigkeit eines Menschen, aus krisenhaften Situationen oder Schicksalsschlägen gefasst und sogar gestärkt hervorzugehen. Eine Fähigkeit, trotz Einwirkung einer belastenden Begebenheit, widerstandsfähig zu sein und aus eigener Kraft diese Einwirkung zu überwinden und nicht in ihr zu verharren, sondern vielmehr aus ihr zu lernen und zu wachsen

  • Ganz gleich in welchen Fachgebieten der Begriff Resilienz auch verwendet wird – Psychologie, Physik, Soziologie, Medizin oder Ingenieurwissenschaften – es geht stets darum, dass Gegenstände, Menschen oder Systeme angegriffen oder verformt werden und dennoch in ihre ursprüngliche Form oder in ihren ursprünglichen Zustand zurück finden können. 
  • Die Eigenschaft der Resilienz ist vergleichbar mit unserem Immunsystem, welches unseren Körper vor ansteckenden und bedrohlichen Krankheiten schützt – die Resilienz schützt unsere Psyche bzw. unsere Seele vor Krisen und Belastungen.

Überforderung im Job: Wieso ist psychische Stärke so wichtig?

Die Arbeitsaufträge im Betrieb nehmen kein Ende und schnell macht sich anhaltende Überforderung breit. Gerade am Arbeitsplatz sind Veränderungen und Herausforderungen täglich Anreiz und Belastung. Diese Ausgangslage kennt jeder: Der Abteilungsleiter legt Ihnen kurz vor Feierabend einen weiteren Auftrag auf den Schreibtisch, der noch heute zu erledigen ist. Der Kollege, welcher Ihnen eigentlich gegenüber sitzt, ist heute früher gegangen, sodass Sie seine Aufgaben übernehmen müssen. Dann klingelt das Telefon und eigentlich haben Sie gleich einen Arzttermin – wie sollen Sie als Arbeitnehmer das schaffen?  

Hier ist Ihre mentale Stärke gefragt. Es liegt ganz bei Ihnen, ob Sie solch eine Belastungssituation direkt als Krise einordnen oder ob es Ihnen gelingt, den plötzlich auftretenden Stress als positive Herausforderung anzunehmen. Sie als Arbeitnehmer können die zu erledigenden Aufgaben verschieben und aufgeben oder Sie gehen diese neue Situation tatkräftig an und holen sich womöglich Unterstützung von außen. Sie beurteilen Ihre eigene Belastungssituation!

Belastungssituationen am Arbeitsplatz: Mit Resilienz positiv beurteilen

Arbeitnehmer, welche über die Eigenschaft der Resilienz verfügen, sind nicht automatisch immun gegen krisenhafte Situationen. Aber Sie sind in der Lage solche Situationen auszuhalten, anzugehen und bestenfalls gestärkt aus ihnen herauszugehen. Denn Sie bleiben bei potenziellen Belastungssituationen stets optimistisch und beurteilen Rückschläge eher positiv, als in ihnen direkt eine Niederlage zu sehen. Resilienz hilft Ihnen als Arbeitnehmer souverän mit Belastungen am Arbeitsplatz umzugehen.Vor allem können Sie Distanz wahren, sodass Ihre mentale Verfassung nicht unentwegt auf krisenhafte Situationen reagieren muss.

Starke Psyche im Job: Können Sie als Arbeitnehmer Resilienz erlernen?

Ja, Sie können Resilienz erlernen. Die Eigenschaft ist nicht angeboren, sondern wird erworben. 

Hier die drei wichtigsten Voraussetzungen, die Sie als Arbeitnehmer zu beachten haben, um Ihre psychische Widerstandsfähigkeit zu stärken:

  1. Resilienz ist kein Schutzschild, sondern eine Form der Aktivität. Resilienz erlöst Sie nicht von Stress und Krisen, sondern hilft Ihnen die Schwierigkeiten anzugehen und nicht an ihnen zu zerbrechen.
  2. Kämpfen Sie nicht blind gegen Krisen an, sondern nehmen Sie die Situationen, wie sie sind. Akzeptieren Sie, wenn Veränderungen nicht mehr möglich sind. Erst dann können die Probleme gelöst werden.
  3. Verdrängen Sie krisenhafte Situationen oder Konflikte nicht, sondern setzen Sie sich damit aktiv auseinander und suchen Sie nach direkten Lösungswegen.

Diese wesentlichen Grundlagen der psychischen Stärke werden bestenfalls bereits in der Kindheit gelegt. Eltern oder andere Bezugspersonen agieren hierbei als Vorbilder und geben ihren Umgang mit krisenhaften Situationen an die Kinder weiter. Aber auch die eigenen Erfahrungen, welche man als Kind sammelt, sind dabei essenziell. Umso mehr ein Kind erfährt, dass Schwierigkeiten überwunden werden können und dass es selbst zu dieser Verbesserung beitragen kann, desto besser wird die spätere Resilienz. Ein Erwachsener kann diese zentralen Elemente der Resilienz aber durchaus nachholen. Die Widerstandsfähigkeit können Sie als Arbeitnehmer trainieren und innerlich stärken – egal in welchem Alter.

Wie können Sie als Arbeitnehmer Ihre Widerstandsfähigkeit fördern?

  • Optimismus: Denken Sie positiv und sehen Sie bei Belastungssituationen nicht gleich Schwarz
  • Einstellung: Fixieren Sie sich weniger auf die Fehler, die Sie machen, sondern erkennen Sie, was Ihnen gut gelingt
  • Entscheidung: Treffen Sie aktiv Entscheidungen und verlassen Sie die Opferrolle
  • Flexibilität: Seien Sie körperlich und geistig beweglich und verharren Sie nicht in gewohnten Mustern
  • Akzeptanz: Akzeptieren Sie Veränderungen und passen Sie sich gegebenenfalls an        
  • Herausforderung: Betrachten Sie Schwierigkeiten als neue Herausforderungen und nicht als  unüberwindbare Belastungen

An einem gewissen Punkt ist Resilienz jedoch eine bewusste Entscheidungssache. Sie findet im Kopf statt. Resilienz passiert nicht einfach, sondern steht für eine Überzeugung, die Dinge des Lebens nicht immer so schwer zu nehmen und sich gegebenen Veränderungen anzupassen. Die menschliche Überzeugung und der menschliche Wille können Berge versetzen – Sie müssen daran glauben! Diese Überzeugung ist ein Prozess, an dem Sie als Arbeitnehmer arbeiten können.

Seien Sie geduldig mit sich, denn dieser Prozess ist keiner, der von jetzt auf gleich abgeschlossen ist. Der Prozess ist vergleichbar mit dem Treiben von Sport. Die körperliche Anstrengung, die vor Ihnen liegt, kann zunächst Ablehnung hervorrufen: Sie sollen sich quälen! Sie können aber lernen, diese Anstrengung positiv zu besetzen, denn nach den Übungen fühlen Sie sich (fast) immer besser als vorher. Also üben Sie Ihre Resilienz.

Belastbarkeit im Beruf: Warum lohnt sich der Prozess für Sie als Arbeitnehmer?

„In Zukunft werden wir nicht mehr nur daran gemessen, wie klug wir sind oder welche fachliche Expertise wir haben, sondern v.a. daran, wie geschickt wir mit uns selbst und anderen umgehen.“

Der amerikanische Psychologe Daniel Goleman ist überzeugt davon, dass vor allem emotionale Intelligenz zu einem harmonischen Zusammenleben und somit auch zu einem harmonischen Arbeitsklima führen kann. Diese Theorie lässt sich mittlerweile zunehmend in Bewerbungsgesprächen wiedererkennen. Der potenzielle Arbeitgeber schaut sich Ihren beruflichen Werdegang genau an; aber vor allem fordert er Anpassungsfähigkeit und Flexibilität von Ihnen. Als potenzieller Arbeitnehmer sollen Sie nicht bloß Ihr erlerntes Wissen anwenden, sondern sich in einem Team einfinden, neue Arbeitsstrukturen kennenlernen und Veränderungen stets motiviert angehen. Seien Sie als Arbeitnehmer offen, ändern Sie bei Bedarf eingefahrene Verhaltensmuster und richten diese neu aus.

Fordern Sie sich! Fördern Sie als Arbeitnehmer Ihre Resilienz. Es lohnt sich!

Sie können unbeschwerter Ihren Arbeitsalltag bestreiten und gehen aufkommenden Schwierigkeiten mit einem kühlen Kopf entgegen. Neue Herausforderungen werden Ihnen als Arbeitnehmer nicht gleich als Bedrohung erscheinen, sondern als willkommener Anreiz Ihre Leistungsfähigkeit erweitern zu können. Stärken Sie als Arbeitnehmer Ihre Resilienz. Ein neuer Erfolg am Arbeitsplatz wird Ihnen Recht geben.

Bild: Charlotte Tappmeier
Charlotte Tappmeier (2 Artikel)

Charlotte Tappmeier studierte Germanistik und Literaturwissenschaften in Frankfurt a.M. und absolvierte ihren Master in Bielefeld. Bereits damals sammelte sie journalistische Erfahrungen als Freie Mitarbeiterin und arbeitete sowohl im Online- als auch im Print-Bereich. Ein Aufenthalt in Berlin führte sie in die Presse-und Öffentlichkeitsarbeit. Dort standen zahlreiche Veranstaltungen im Fokus, doch sie kam zurück zur Sprache: Sie verfasste ein Tagebuch-Roman – Doku-Fiktion über eine integrative Kindertagesstätte. Derzeit ist sie als Online-Redakteurin bei uns tätig.

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