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Auto-Leasing: Firmenwagen als Unternehmen leasen

Auto-Leasing: Firmenwagen als Unternehmen leasen
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Anastasia Johlen am 07.12.2021 | 0 Kommentare
Inhalt:
  1. Definition: Was ist Leasing?
  2. Unterschied Leasing und Kauf: Firmenwagen leasen oder kaufen?
    1. Firmenwagen mit Kfz-Leasing-Vertrag
    2. Firmenwagen kaufen
  3. Leasing Fahrzeug und Steuer: Firmenwagen als geldwerter Vorteil?
  4. Betriebliche oder private Nutzung des Firmenwagens?
    1. 1-%-Regelung zur Besteuerung geleaster Firmenfahrzeuge
    2. Fahrtenbuch beim Firmenwagenleasing
      1. Was muss ein Fahrtenbuch enthalten?
    3. Betriebliche Fahrt mit dem Firmenwagen
  5. Checkliste Firmenwagen leasen: Was müssen Unternehmen beachten?
  6. Firmenwagen leasen: Welche Leasing-Art gibt es?
    1. Firmenwagen mit Kilometer-Leasing
    2. Firmenwagen mit Restwert-Leasing
  7. Hat das Firmenwagen leasen Vorteile?

Das Leasing von Fahrzeugen ist eine gute Alternative zum Kauf eines Firmenwagens und gewinnt immer mehr an Beliebtheit. Leasen ist eine Mischform zwischen Kaufen und Miete. Bevor Sie einen Firmenwagen leasen, sollten Sie sich umfangreich mit dem Thema beschäftigen.

Möchten Sie Ihren Mitarbeitern einen Firmenwagen zur Verfügung stellen, wissen aber nicht ob Leasing für Sie als Unternehmen in Frage kommt? Was genau beinhaltet Leasing als Unternehmen? Welche Unterschiede gibt es zwischen einem gekauften Firmenwagen und einem Firmenwagen mit Leasing vertrag?

Definition: Was ist Leasing?

Im Grunde funktioniert das Leasing ähnlich wie ein Mietvertrag und zählt zu den Finanzierungsmöglichkeiten. Mit Leasing finanzieren Sie sich ein Objekt von einem Leasinggeber und können dieses gegen eine monatliche Rate nutzen. Der geleaste Gegenstand, wie etwa ein Auto, gehört dann nicht Ihnen und verbleibt üblicherweise im Eigentum des Leasinggebers.

In Deutschland sind rund 60 Prozent der Firmenfahrzeuge geleast, hierbei gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten einen Kfz-Leasing Vertrag abzuschließen. In dem Vertrag wird exakt geregelt, zu welchen Konditionen der Leasingnehmer ein Fahrzeug leasen kann. In der Regel wird der Leasingvertrag für eine Laufzeit von zwei bis fünf Jahren abgeschlossen.

Unterschied Leasing und Kauf: Firmenwagen leasen oder kaufen?

Grundsätzlich ist der Unterschied deutlich erkennbar: Wenn Sie ein Fahrzeug kaufen, bezahlen Sie den kompletten Betrag und das Fahrzeug gehört Ihnen. Schließen Sie einen Kfz-Leasing-Vertrag ab, bezahlen Sie eine Leasing-Rate. Möchten Sie einen Firmenwagen kaufen oder leasen, sollten Sie noch weitere Unterschiede beachten.

Firmenwagen mit Kfz-Leasing-Vertrag

  • Keine hohe Kaufsumme fällig: Vermögen oder die Liquidität wird nicht geschwächt
  • Keine Belastung der Eigenkapitalquote
  • Nach Ablauf des Leasing-Vertrags: Fahrzeug kann übernommen oder ein neues Fahrzeug geleast werden
  • Rundum-Sorglos-Paket möglich: Versicherungen, Wartung und Reparaturen sind abgedeckt
  • monatliche Fixkosten für das Leasing: können steuerlich als Betriebsausgaben abgesetzt werden
  • Gewisses Risiko: Kündigung vor Ende der Vertragslaufzeit nur in gravierenden Fällen möglich

Firmenwagen kaufen

  • Firmenwagen kann als Betriebsausgabe angegeben werden
  • Reparaturen, Sprit und Kreditzinsen sind abzugsfähig
  • Höhere Belastung der Firmenfinanzen

Leasing Fahrzeug und Steuer: Firmenwagen als geldwerter Vorteil?

Als Arbeitgeber können Sie Ihren Mitarbeitern Sachleistungen zur Verfügung stellen, wie etwa ein Firmennotebook, Förderungen im Rahmen von Sportveranstaltungen, Teamevents oder einen Firmenwagen. Diese Sachleistungen werden als geldwerter Vorteil bezeichnet, da es sich um einen Vorteil für Ihre Angestellten handelt, für den Sie als Unternehmen kostenpflichtig aufkommen. Teilweise können und dürfen diese Sachen auch für den privaten Zweck genutzt werden. Einige dieser geldwerten Vorteile müssen extra versteuert werden, wobei es einen Freibetrag von 44 Euro im Monat gibt. Werden die 44 Euro im Monat überschritten, müssen alle Sachleistungen vom Getränk bis zum Beitrag fürs Fitnessstudio extra versteuert werden.

Nutzen Ihre Mitarbeiter einen Dienstwagen für eine geschäftliche Fahrt, ist dies eindeutig dienstlich bedingt und kein geldwerter Vorteil. Die Fahrt mit dem Dienstfahrzeug nach Hause ist hingegen ein geldwerter Vorteil. Anders sieht das Ganze beim Firmenwagen aus, da ist die Angelegenheit etwas komplexer. Wie können Sie erkenne, ob das Fahrzeug dienstlich oder privat genutzt wird?

Betriebliche oder private Nutzung des Firmenwagens?

Stellen Sie Ihren Mitarbeitern einen geleasten Firmenwagen zur Verfügung, muss Ihnen klar sein, dass dieses Fahrzeug nicht nur für gewerbliche Zwecke genutzt wird. Es stellt sich also die Frage, wie Sie feststellen können, in welchem Verhältnis das Auto gewerblich und privat genutzt wird. Da kommt die 1%-Regelung oder das Fahrtenbuch beim Leasen des Firmenwagens ins Spiel.

1-%-Regelung zur Besteuerung geleaster Firmenfahrzeuge

Bei Firmenwagen, die mindestens 50 Prozent betrieblich genutzt werden, kann als Pauschale 1% des Bruttolistenpreises zusätzlich zur Einkommensteuer abgeführt werden. Weiterhin sind 0,03 Prozent des Bruttolistenpreises für jeden Kilometer zwischen Wohnung und Arbeitsplatz abzuführen.

Also, für wen lohnt sich die 1%-Regelung? Pauschal lässt sich diese Frage wie folgt beantworten: Umso geringer der Anteil der privaten Nutzung, desto sinnvoller ist diese Option der Besteuerung von geleasten Firmenwagen. Deshalb hängt es am Ende von jedem geleasten Fahrzeug und Fahrer im Einzelfall ab. Die 1%-Regelung ist im Vergleich zum Fahrtenbuch weniger aufwändig, aber auch teurer.

Fahrtenbuch beim Firmenwagenleasing

Der Klassiker zur Messung und Dokumentation der Nutzung des Leasingfahrzeuges ist das Fahrtenbuch. Mittlerweile muss es nicht zwingend in Papierform erfasst werden, auch elektronische Fahrtenbücher sind heutzutage eine gängige Methode. Welche Informationen muss das Fahrtenbuch enthalten?

Sie als Arbeitgeber haben nichts mit dem Fahrtenbuch am Hut, zuständig für die Vollständigkeit ist Ihr Arbeitnehmer und Halter des Firmenfahrzeuges.

Was muss ein Fahrtenbuch enthalten?

  • Amtliches Kfz-Kennzeichen, um das Fahrtenbuch dem richtigen Dienstwagen zuzuordnen
  • Jeweiliger Kilometerstand aller betrieblichen und privaten Fahrten
  • Fahrleistung des geleasten Wagens muss lückenlos nachvollziehbar sein
  • Welche Art der Fahrt war es?
  • Arten der Fahrt: betriebliche Fahrt zu Meetings, Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsort (Arbeitsweg) oder Privatfahrten wie Einkauf, Hobbys oder Fahrten bei doppelter Haushaltsführung (Fahrzeughalter hat zwei Wohnungen)
  • Kurze Beschreibung, Zweck der Fahrt und nähere Ausführung zur Art der Fahrt

Betriebliche Fahrt mit dem Firmenwagen

Zur Dokumentation von betrieblichen Fahrten muss der Halter genauer ins Detail gehen. Diese Informationen müssen über die üblichen Dinge wie An-und Abfahrtsort, Datum und Zeit sowie zurückgelegte Kilometer (…) hinausreichen.

  • Datum der Fahrt
  • Kilometerstand zu Beginn und Ende der Fahrt
  • Abfahrtsort und Ziel
  • Reiseroute
  • Zweck der Fahrt
  • Name des Kunden/Geschäftspartners/Ansprechpartners

Checkliste Firmenwagen leasen: Was müssen Unternehmen beachten?

Die Leasingrate für das geleaste Firmenfahrzeug ist ähnliche wie eine monatliche Miete. Es gibt ein großes Angebot an verschiedenen Leasing-Verträgen für Fahrzeuge, doch aufgepasst: es gibt auch Lockangebote, von denen Sie besser die Finger lassen sollten. Kurze Laufzeiten, geringe Fahrleistung oder hohe Schlussraten sind hier Fallstricke.

Also, was sollten Sie vor Abschluss eines Kfz-Leasingvertrags für einen Firmenwagen beachten?

  • Wie lange ist die Laufzeit des Leasingvertrags?
  • Unter welchen Umständen greift das Sonderkündigungsrecht?
  • Wie hoch ist die Anzahlung bzw. Sonderzahlung?
  • Achtung: Eine fehlende Anzahlung kann auf eine höhere Monatsrate hinweisen
  • Soll es ein Neuwagen oder ein Gebrauchtwagen sein?
  • Wie hoch sind die Raten? (Einfluss darauf nimmt Kaufpreis, Ausstattung, Modell, Vertragslaufzeit u.a.)
  • Was passiert nach Ablauf des Vertrags?
  • Kilometer-Leasing oder Restwert-Leasing?
  • Inspektion und Wartung beim Händler abgedeckt?
  • Welche Versicherungen müssen abgeschlossen werden?

Firmenwagen leasen: Welche Leasing-Art gibt es?

Für das Leasen eines Firmenwagens gibt es zwei Arten: Kilometer-Leasing oder Restwertleasing. Welche Art zu Ihrem Unternehmen oder Mitarbeiter passt, können Sie entscheiden. Was unterscheidet die beiden Arten von einander?

Firmenwagen mit Kilometer-Leasing

Wenn Sie sich für einen Firmenwagen mit Kilometer-Leasing entscheiden, vereinbaren Sie mit dem Leasingeber eine bestimmte Anzahl an Kilometern, die gefahren werden dürfen. Umso höher die vereinbarten Kilometer, desto höher fällt auch die Leasingrate aus.

Der Leasingvertrag mit Kilometerklausel ist eine gängige Variante und sehr beliebt. Viele Leasinggesellschaften gewähren aus Kulanz eine gewisse Anzahl an kostenfreien Mehrkilometern, die zwischen 2.500 und 3.000 Kilometern liegen. Werden diese überschritten, müssen Sie draufzahlen. Bei einem Mittelklassewagen liegen die Mehrkosten zwischen 10 und 15 Cent pro gefahrenen Kilometer. Ist die vereinbarte Kilometer-Höchstgrenze noch nicht überschritten, gibt es gegebenenfalls eine Rückzahlung.

Firmenwagen mit Restwert-Leasing

Bei dieser Variante des Leasings haben Sie oft eine niedrigere monatliche Rate, aber auch ein höheres Risiko. Nach Ablauf des Leasingvertrags wird der Restwert des Fahrzeuges von einem Gutachter festgestellt. Hat das Fahrzeug mehr als „übliche Gebrauchsspuren“ müssen Sie entsprechende Nachzahlungen leisten. Ist das Fahrzeug besonders gut gepflegt, können Sie sogar eine Rückzahlung erhalten. Hinzukommt, dass Inspektion und Wartung fachgerecht und lückenlos dokumentiert und durchgeführt werden müssen.

Hat das Firmenwagen leasen Vorteile?

Stellen Sie einigen Mitarbeitern einen Firmenwagen zur Verfügung, kann sich das positiv auf die Mitarbeiterbindung auswirken. Loyalität und Motivation des Angestellten werden dadurch verstärkt. Neben diesem positiven Effekt auf das Arbeitsklima der Mitarbeiter gibt es auch klare Vorteile beim Leasing gegenüber dem Kauf eines Firmenwagens.

Für Sie als Unternehmen sollte im Vordergrund stehen, dass beim Leasing eines Firmenwagens geringere Kosten als bei einer Finanzierung oder einem Sofortkauf anfallen. Steuerlich sind Sie mit einem Leasing-Fahrzeug auch im Vorteil, dass Sie die monatliche Rate als Betriebsausgaben absetzen können, die vorsteuerabzugsfähig sind. Überlegen Sie sich dennoch gut, welchen Vertrag Sie wählen und welche Art des Leasings sie nutzen möchten.

Bild: Anastasia Johlen
Anastasia Johlen (80 Artikel)

Anastasia Johlen hat Germanistische Sprachwissenschaften und Literaturwissenschaften in Paderborn studiert. Während ihres Studiums hat sie bereits in journalistischen Redaktionen als freie Mitarbeiterin gearbeitet. Moderationen, Nachrichten und Artikel: alles kein Problem. Texten war schon immer ihre Leidenschaft. Auf karrieretipps.de ist sie für den Bereich rund um Berufseinstieg, Büroalltag und Work-Life-Balance zuständig.

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