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Arbeitnehmer-Trend Downshifting: Weniger Arbeiten - Besser Leben?

Arbeitnehmer-Trend Downshifting: Weniger Arbeiten - Besser Leben?
© Yuganov Konstantin / shutterstock.com
Inhalt:
  1. Was ist Downshifting 
  2. Zu viel Arbeit? Wann ist es an der Zeit für Downshifting im Job?
  3. Downshifting im Job – Mögliche Konsequenzen? 
  4. Downshifting: Wie erkläre ich es dem Chef?
  5. Der gesetzliche Anspruch auf Teilzeitarbeit
  6. Downshifting - Weg von der Führungsetage 
  7. Die Suche nach einem sinnerfüllten Leben 

Viele Arbeitnehmer möchten Ihrer Karriere weniger Bedeutung beimessen. Der Trend nach einer ausgewogenen Work-Life-Balance ist so populär wie noch nie. Bewussteres Leben, mehr Zeit für die Familie, für Hobbys, soziale Kontakte und vielleicht auch, um sich ehrenamtlich für eine Herzensangelegenheit zu engagieren. So sieht für viele Berufstätige ein erfülltes Leben aus. Kaum zu bewältigen bei einer 40-, manchmal 50-Stunden-Woche. Die Lösung für dieses Problem? Downshifting! Weniger ist manchmal eben doch mehr! Hier erfahren Sie alles über den neusten Arbeitnehmer-Trend aus den USA:

Was ist Downshifting 

Unter Downshifting versteht man einen bewussten Schritt zurück aus der Arbeitswelt. Dies geht in der Regel mit der Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit einher. Die Arbeitnehmer wählen diesen Schritt, um sich aus dem Hamsterrad zu befreien und mehr Zeit für private Dinge zu haben. Man erhofft sich damit ein bewussteres und erfüllteres Leben. Die eigene Arbeitsbelastung wird reduziert, um mehr Zeit für die Familie zu haben, oder einfach für Dinge, die das eigene Leben mit mehr Sinn füllen. Downshifting ist eine Art „Entschleunigen“ und darf auf keinen Fall mit Aussteigen verwechselt werden. Denn Downshifter bleiben immer noch im Job, nur eben keine 40 Stunden mehr pro Woche, sondern eher 25. Sie brechen nicht aus den gesellschaftlichen Strukturen aus, sondern passen diese einfach an ihre Vorstellungen von einem erfüllten Leben an. 

Zu viel Arbeit? Wann ist es an der Zeit für Downshifting im Job?

Woher weiß man eigentlich, wann ein sinnvoller Zeitpunkt gekommen ist, um sich im Job ein wenig zurückzunehmen und dem Privatleben mehr Bedeutung zukommen zu lassen? Warten Sie nicht darauf, bis Sie einen Burn-out erleiden oder gar mit einem Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert werden. Warten Sie auch nicht auf eine Scheidung, weil Sie mehr Zeit auf Geschäftsreisen verbringen als daheim bei Ihrer Familie. Viele nutzen die Geburt eines Kindes, um beruflich ein wenig zurückzutreten. So können Sie immer noch arbeiten, aber trotzdem noch ihr Kind aufwachsen sehen. In eine Vollzeitstelle zurückkehren, können Sie immer noch wenn das Kind bereits groß ist und Sie nicht mehr so viel braucht. 

Sobald Sie erkennen, dass Sie permanent überlastet sind und auch in Ihrer Freizeit mit den Gedanken bei Ihrer Arbeit sind, könnte dies bereits ein Warnsignal sein, dass Sie ein wenig kürzer treten sollten. Auch die klassischen Burn-Out-Symptome sind ein deutliches Indiz dafür, dass Sie Ihr Arbeitspensum überdenken sollten:

  • Erhöhter Blutdruck
  • Erhöhter Cholesterinspiegel
  • Chronische Müdigkeit 
  • Schlafprobleme
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • schwaches Immunsystem
  • sehr häufig Kopfschmerzen

Erkennen Sie einige dieser Symptome bei sich wieder, könnten dies erste Anzeichen von Überarbeitung sein. Den Job, für den Sie so hart gekämpft haben gleich an den Nagel zu hängen, ist hier sicherlich die falsche Herangehensweise. Schließlich soll der Schritt Downshifting nicht Ihr zukünftiges Berufsleben gefährden. Nehmen Sie diese Signale der Überlastung ernst, bevor persönliche oder gesundheitliche Folgen auftreten. Ziehen Sie rechtzeitig die Reißleine und sorgen Sie mit der Reduzierung Ihres Arbeitspensums wieder für mehr Lebensqualität. 

Downshifting im Job – Mögliche Konsequenzen? 

Entscheiden Sie sich dafür, beruflich kürzer zu treten, müssen Sie sich all der Konsequenzen bewusst werden, die mit diesem Entschluss einhergehen. Sind Sie in der Lage, auf einen Teil Ihres Gehaltes zu verzichten? Ist Ihre Familie mit dieser Entscheidung einverstanden? Welche Konsequenzen könnte diese Entscheidung für den Verlauf Ihrer restlichen Karriere bedeuten? Downshifting bedeutet nicht nur Abschied nehmen von Zeitdruck und Stress, sondern auch von dem Einkommen, dass man gewohnt war.

Downshifting: Wie erkläre ich es dem Chef?

Nicht nur für den betreffenden Arbeitnehmer, sondern auch für den Arbeitgeber kann Downshifting 
einige positive Veränderungen bedeuten. Hier einige Beispiele:

  • die verbesserte Work-Life-Balace führt zu mehr Ausgeglichenheit, was zu mehr Motivation und weniger stressbedingten Fehlern im Job führt
  • durch längere Erholungsphasen sind Mitarbeiter produktiver und zeigen mehr Leistungsbereitschaft 
  • kürzere Arbeitstage führen zu einer besseren Lebensqualität, was die Zufriedenheit des Mitarbeiters steigert und damit auch die Mitarbeiterbindung stärkt
  • Arbeitnehmer die nicht überlastet sind fallen seltener aufgrund von physischen und psychischen Erkrankungen aus 
  • Weniger Gehaltsausgaben für eine Teilzeitstelle 
  • Mehr Zeit für Reisen und Erlebnisse, wodurch Mitarbeiter ihren Horizont erweitern und dadurch kreative und neue Ideen ins Unternehmen einbringen 

Überlegen Sie sich weitere Argumente und bereiten Sie sich gut auf das Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber vor. Mit ein wenig Glück steht Ihr Chef Ihren Plänen aufgeschlossen gegenüber und ermöglicht es Ihnen, im Job ein wenig zu entschleunigen.

Der gesetzliche Anspruch auf Teilzeitarbeit

Manche Arbeitgeber mit dem Wunsch, beruflich zu entschleunigen und dem Downshifting-Trend zu folgen, werden auf keinerlei Probleme stoßen, denn: Unter bestimmten Voraussetzungen herrscht ein gesetzlicher Anspruch auf Teilzeitarbeit. Dieser ist dann gegeben, wenn der Arbeitnehmer seit mindestens sechs Monaten im Unternehmen angestellt ist, und das Unternehmen mehr als 15 Mitarbeiter beschäftigt. Die dritte und letzte Voraussetzung, die erfüllt werden muss: Dem Arbeitgeber dürfen durch Ihre Teilzeitarbeit keine unverhältnismäßig großen Nachteile entstehen. Dies wäre nur dann der Fall, wenn durch Ihre Teilzeitstelle Sicherheitsstandards nicht mehr eingehalten werden könnten oder extrem hohe Kosten dadurch verursacht würden. In der Regel ist dies aber nur sehr selten der Fall. Wenn Downshifting für Sie genau richtig klingt, dann machen Sie von Ihrem Anspruch auf Teilzeitarbeit gebrauch! 

Downshifting - Weg von der Führungsetage 

Das Downshifting weg von einer leitenden Position, hin zu einer niedrigeren Position ist leider nicht immer einfach. Der Grund dafür ist, dass im Arbeitsvertrag die Ausführung einer bestimmten Tätigkeit vereinbart wurde, und man diese Vereinbarung nicht ohne Weiteres brechen kann. Gehört die Leitung einer Abteilung zu Ihrer Aufgabe, dann können Sie diese im Zuge von Downshifting-Maßnahmen nicht einfach so abgeben und um einen Posten bitten, in dem Sie weniger Verantwortung übernehmen. Hier ist Verhandlungsgeschick und ein guter Draht zum Chef wichtig. Rechtlich gesehen ist Ihr Vorgesetzter nicht zu verpflichtet, Sie von einem Teil Ihrer Aufgaben zu befreien. 

Die Suche nach einem sinnerfüllten Leben 

Jeder muss für sich selbst klären, was ein erfülltes Leben für ihn ausmacht. Sie haben nur dieses eine Leben. Leben Sie Ihr Leben so, wie Sie es sich vorstellen, und nicht so, wie es die Leistungsgesellschaft von Ihnen erwartet. Sollten Sie eines Tages wieder mehr arbeiten wollen, müssen Sie mit kritischen Fragen seitens neuer Arbeitgeber rechnen. Bleiben Sie authentisch und rechtfertigen Sie Ihre Entscheidung nicht. Begründen Sie Ihren Wunsch nach Downshifting, schließlich gibt es eine Vielzahl guter Argumente dafür, und verdeutlichen Sie Ihrem Arbeitgeber in Spe, wie Sie durch diese Entscheidung zu einem besseren Arbeitnehmer geworden sind! Vergessen Sie nicht: Wer zufrieden ist und aufgrund von genügend Freizeit über eine bessere Lebensqualität verfügt, bringt diese positiven Begleiterscheinungen auch in sein Beschäftigungsverhältnis mit. Denn: Nur ein zufriedener Mitarbeiter ist auch ein guter Mitarbeiter!



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