- Ein neues Kapitel
- Die offizielle Kündigung
- Das Verhalten gegenüber Ihrer/Ihres Vorgesetzten
- Der Abschied von Kolleginnen und Kollegen
- Die No-Gos der letzten Arbeitstage
- Die Übergabe an die Nachfolgerin/ den Nachfolger
- Die Abrechnung mit der/dem Vorgesetzten
- „Über Geld spricht man nicht“
- Vorsicht mit dem Humor!
- Das letzte „Feierabendbier“
- Unangebrachter Smalltalk
Selbst zu kündigen ist in den meisten Fällen keine schöne Angelegenheit und basiert auf einem langen Entscheidungsprozess. Noch unangenehmer ist es natürlich, wenn Sie gekündigt werden. Es gibt jedoch eine Fülle an Gründen, die Sie selbst oder Ihre Chefin/Ihren Chef zu einer Kündigung verleiten können. Es muss keineswegs sein, dass Sie Ihre Arbeit nicht ordnungsgemäß erfüllen, Ihre Chefin/Ihr Chef Sie respektlos behandelt oder es anderweitige Meinungsverschiedenheiten gibt. Es ist durchaus möglich, im Guten auseinander zu gehen und zu akzeptieren, dass die jeweiligen Parteien in Zukunft neue Wege einschlagen. In diesem Artikel erfahren Sie, was Sie bei Ihrer offiziellen Kündigung beachten sollten und wie Sie sich mit Stil von Ihrem alten Job sowie von Ihren Kolleginnen und Kollegen verabschieden.
Ein neues Kapitel
Nicht selten werden Jobs gekündigt, weil sich Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter nach neuen beruflichen Perspektiven sehnen. Es ist also nicht ungewöhnlich, wenn Sie sich - nachdem Sie eine Zusage zu Ihrem neuen Traumjob bekommen haben - bereits in Gedanken von Ihrem bisherigen Job verabschiedet haben. Jedoch sollten Sie nicht vergessen, dass Sie einschließlich bis zu Ihrem letzten Arbeitstag Angestellte/ Angestellter Ihres Unternehmens sind. Gerade, wenn Sie sich an Ihrem Arbeitsplatz wohlgefühlt haben, sollten Sie sich einen zukünftigen Wiedereinstieg in das Unternehmen sowie Ihre Aussichten auf ein positives Arbeitszeugnis nicht verbauen!
Die offizielle Kündigung
Damit Sie nicht doch noch länger als erwartet in Ihrem alten Job verharren müssen, sollten Sie zuvor die formellen Vereinbarungen Ihres Vertrages unter die Lupe nehmen. Für eine offizielle Kündigung gilt es einige Regeln einzuhalten. Zu unterscheiden ist hier zwischen der Eigenkündigung und der Fremdkündigung. Für jede Kündigungsform gibt es verschiedene arbeitsrechtliche Regelung und ratsame Verhaltensweisen. Warten Sie zudem auf eine verbindliche Zusage Ihrer/Ihres neuen Vorgesetzten, bevor Sie Ihre aktuelle Stelle kündigen. Mündliche Zusagen lassen sich teilweise nur schwer nachweisen - obwohl sie an sich gültig sind. Wenn Sie sich über die rechtlichen Aspekte Ihres Vertrages wie beispielsweise Ihre Kündigungsfrist oder mögliche Abfindungen informiert haben, sollten Ihnen keine unerwarteten Überraschungen bevorstehen. Für den Notfall sollten Sie jedoch einen Zustellungsbeleg sowie eine Kopie Ihrer Kündigung aufheben.
Das Verhalten gegenüber Ihrer/Ihres Vorgesetzten
Selbst, wenn Sie gekündigt wurden, ist es ratsam, die letzten Tage am alten Arbeitsplatz mit Stil anzutreten. Das gilt natürlich auch, wenn Sie selbst gekündigt haben und sich bereits auf Ihren neuen Job freuen. Arbeitsverhältnisse sollten stets sauber beendet werden. Wenn Sie in einem großen Unternehmen arbeiten, ist möglicherweise eine Personalabteilung für Kündigungen zuständig. Nichtsdestotrotz, sollten Sie zunächst das Gespräch mit Ihrer / Ihrem direkten Vorgesetzten suchen. Nutzen Sie das Gespräch, um Ihre Gründe zu erläutern – holen Sie jedoch nicht allzu tief aus. Eine Kündigung sollte nicht als Abrechnung mit Ihrer jetzigen Chefin oder Ihrem jetzigen Chef dienen. Eröffnen Sie Ihrem Gegenüber stattdessen, welche Entwicklungschancen Sie in Ihrem neuen Beruf sehen.
Der Abschied von Kolleginnen und Kollegen
Da der Mensch in der Regel einen Großteil der Woche bei der Arbeit verbringt, bilden sich viele Freundschaften am Arbeitsplatz. Aber auch, wenn in Ihrem Fall keine Freundschaften entstanden sind, sollten Sie sich in angemessener Weise von Ihren Kolleginnen und Kollegen verabschieden, wenn Sie das Unternehmen verlassen. Vorab sollten Sie sich mit Ihrer/Ihrem Vorgesetzten darüber austauschen, wie Ihr Weggang kommuniziert wird. Besonders, wenn Sie eine höhere berufliche Position innehaben, können sowohl intern als auch extern Gerüchte bezüglich Ihrer Kündigung aufkommen. Eine abgestimmte Vorgehensweise kann hier beiden Parteien hilfreich sein. Im Falle einer Eigenkündigung wissen die Personen, zu denen Sie Freundschaften oder engere Bekanntschaften aufgebaut haben, meist schon vor der offiziellen Kündigung von Ihrer Absicht, den Job zu wechseln. Mit diesem Kreis von Kolleginnen und Kollegen führen Sie persönliche Gespräche und tauschen sich in der Regel im direkten Kontakt aus.
Früher oder später werden die Kolleginnen und Kollegen, mit denen Sie engeren Kontakt pflegen, gewiss von Ihrer Kündigung erfahren. Ganz zu schweigen von jenen Personen aus dem Büro, welche Ihnen nicht symphytisch sind und zu denen Sie keine Vertrauensbasis aufgebaut haben. Wenn Ihnen im persönlichen Kontakt die richtigen Worte fehlen, können Sie auf die folgenden E-Mail Vorlagen zurückgreifen.
Für engere Kontakte aus Ihrem beruflichen Umfeld, mit denen Sie auch mal die Mittagspause verbringen oder sogar private Momente teilen, eignet sich jedoch ein anderer Text als für die Kolleginnen und Kollegen, mit denen Sie lediglich der gleiche Arbeitsplatz verbindet. Hier eine Variante, die sich für Ihre engeren Kontakte eignet:
Liebe/ Lieber (Name),
wie du bereits weißt, werde ich meine Position als (Job-Titel) hier bei (Namen des Unternehmens) aufgeben. Mein letzter Tag ist der (Datum).
Während ich meinen neuen Herausforderungen mit Vorfreude entgegenblicke, gibt es dennoch einen großen Teil von mir, der es sehr bedauert, sich von diesem grandiosen Team verabschieden zu müssen. Ich habe die Zeit in unserem Team sehr genossen und weiß unsere Freundschaft zu schätzen. Diese Freundschaft ist ein Grund dafür, dass ich mich jeden Tag auf die Arbeit gefreut habe. Ich werde nie vergessen, wie (witziger „Insider-Moment“). Das ist vielleicht das Ende meiner Zeit in diesem Unternehmen, jedoch definitiv nicht das Ende unseres Kontaktes.
Du hast meine Nummer und ich freue mich jederzeit auf eine Nachricht von dir. Es war eine tolle Erfahrung, mit dir zusammenzuarbeiten!
Alles Gute!
Dein/Deine (Name)
Für die Personen, mit denen Sie keine private Verbindung haben, können Sie auf eine schlichtere E-Mail Vorlage zurückgreifen:
Liebe/ Lieber (Name),
wie du vielleicht bereits gehört hast, werde ich meine Position als (Job-Titel) bei (Name des Unternehmens) aufgeben. Mein letzter Arbeitstag ist der (Datum). Ich wollte mir einen Moment Zeit nehmen und dich wissen lassen, dass ich die Zeit in diesem Unternehmen und die Zusammenarbeit in unserem Team sehr genossen habe. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben einen großen Anteil an der positiven Arbeitsatmosphäre bei (Name des Unternehmens). Ich versuche, auch in Zukunft in Kontakt mit unserem Team zu bleiben. Meine aktuelle E-Mailadresse lautet wie folgt (Mail-Adresse).
Ich wünsche dir alles Gute!
Dein/ Deine (Name)
Die No-Gos der letzten Arbeitstage
In den letzten Kapiteln dieses Artikels haben Sie erfahren, wie Sie den Abschied aus Ihrem bisherigen Unternehmen sowie von Ihren Kolleginnen und Kollegen mit Stil über die Bühne bringen. Es gibt jedoch einige Verhaltensweisen, vor denen wie Sie im Folgenden warnen möchten. Versuchen Sie hilfsbereit und kooperativ zu sein – selbst, wenn Sie das Unternehmen nicht im Guten verlassen. Trotzige Reaktionen sind in den letzten Tagen an ihrem alten Arbeitsplatz nicht angebracht, da Ihre Kolleginnen und Kollegen ebenfalls davon beeinträchtigt werden. Wir haben die „No-Gos“ zusammengefasst, die sie in ihren letzten Arbeitstagen vermeiden sollten, um bei Ihrem Team in guter Erinnerung zu bleiben.
Die Übergabe an die Nachfolgerin/ den Nachfolger
Mit der Kündigung und der Informierung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist es in einigen Fällen noch nicht getan. Für Ihre Chefin oder Ihren Chef ist es in der Regel essentiell, dass Sie Ihre Nachfolgerin oder Ihren Nachfolger einarbeiten, bevor Sie Ihren letzten Arbeitstag antreten. Versuchen Sie hilfsbereit und kooperativ zu sein – selbst, wenn Sie das Unternehmen nicht im Guten verlassen. Dokumentieren Sie Ihre Arbeitsvorgänge und übergeben Sie Ihrer Nachfolgerin oder Ihrem Nachfolger einen geordneten Arbeitsplatz. Versetzen Sie sich in die Lage Ihres Teams sowie in die Situation der neuen Mitarbeiterin oder des neuen Mitarbeiters. Sie erwartet schließlich bald auch ein neuer Arbeitsplatz, in den Sie sorgfältig eingearbeitet werden möchten.
Die Abrechnung mit der/dem Vorgesetzten
Zwar sind Konflikte nicht immer der Grund für eine Eigen- oder Fremdkündigung, jedoch sind sie auch keine Seltenheit. Sie kommen in irgendeiner Form in jedem Arbeitsverhältnis vor. Konflikte, die nicht lösbar sind, hängen häufig noch lange in der Luft und verschlechtern die Arbeitsatmosphäre. Angestellte, die ihren Frust über einen längeren Zeitraum mit sich herumschleppen, tendieren teilweise dazu, Ihren Aggressionen freien Lauf zu lassen, sobald die Kündigung in trockenen Tüchern ist. Das ist jedoch - wie bereits zuvor in diesem Artikel angedeutet- nicht sonderlich empfehlenswert. Versuchen Sie sich besser auf Ihre zukünftigen Ziele zu fokussieren, anstatt vergangenen Konflikten nachzuhängen. Konstruktive Kritik ist eine gute Alternative zu einem unprofessionellen Rundumschlag mit der/dem Vorgesetzten. Zudem besteht immer die Möglichkeit, dass sich Führungskräfte aus verschiedenen Unternehmen kennen und bei beruflichen Veranstaltungen auf Sie zusprechen kommen.
„Über Geld spricht man nicht“
„Über Geld spricht man nicht“ - das ist eine Regel, die Sie sich auch in diesem Fall zu Herzen nehmen sollten. Auch wenn Sie in Ihrem neuen Job deutlich besser verdienen als in Ihrem jetzigen, ist das kein Grund, die finanziellen Aspekte mit Ihren Kolleginnen und Kollegen zu besprechen – beziehungsweise dem jetzigen Team Ihre Aussichten auf eine bessere Finanzlage unter die Nase zu reiben. Freuen Sie sich lieber im Stillen oder in Ihrem privaten Umfeld über die guten Konditionen Ihres neuen Jobs.
Vorsicht mit dem Humor!
Wie bereits zuvor erläutert, ist es wichtig, dass Sie sich von Ihren Kolleginnen und Kollegen verabschieden. Eine freundliche E-Mail ist eine gute Möglichkeit, ausführlichen Rechtfertigungen bezüglich Ihrer Kündigung zu entgehen. Gerade, wenn Sie selbst gekündigt haben, müssen Sie jedoch vorsichtig sein, dass Ihre Kolleginnen und Kollegen Ihre zynischen Kommentare nicht in den falschen Hals bekommen. Negative Äußerungen können schnell als herablassend oder arrogant empfunden werden - auch oder gerade wenn Sie diese ironisch verpacken. Sie müssen immer davon ausgehen, dass einzelne Personen aus Ihrem Büro negativ über Ihre Kündigung denken oder selbst nicht glücklich mit Ihren beruflichen Bedingungen sind, jedoch noch keine neue Stelle gefunden haben. Orientieren Sie sich mit Ihren Äußerungen also lieber an den schönen Zeiten in Ihrem Team oder an den Herausforderungen Ihrer neuen Stelle.
Das letzte „Feierabendbier“
Ein Bier muss es nicht zwingend sein - aber lösen Sie sich nach Ihrem letzten Arbeitstag nicht einfach in Luft auf! Durch die E-Mail an Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wissen nun alle über Ihren letzten Arbeitstag Bescheid. Anstatt einfach zu verschwinden, ist es höflich, dem Team ein paar kleine Snacks oder Getränke zur Verfügung zu stellen. Gerade wenn Sie das Unternehmen im Guten verlassen, ist dieses kleine „Get-Together“ ein netter Abschluss dieses Kapitels Ihrer beruflichen Laufbahn. Sollte die Atmosphäre eher angespannt sein, können Sie die Snacks auch einfach in die Küche stellen, sodass sich jede/r selbst bedienen kann. Die Aufmerksamkeit zeigt in jedem Fall, dass Sie das Unternehmen erhobenen Kopfes verlassen und wissen, was sich gehört.
Unangebrachter Smalltalk
Auch wenn Sie sich nicht vorstellen können, mit den Kolleginnen und Kollegen Ihres alten Jobs in Kontakt zu bleiben, nachdem Sie das Unternehmen verlassen haben, ist das kein Grund für unangebrachten Smalltalk. Selbst an Ihrem letzten Abend im Büro sollten Sie versuchen, sich mit privaten Details gegenüber Kolleginnen und Kollegen, mit denen Sie keine Freundschaft verbindet, zurückzuhalten. Themen wie vergangene Partynächte oder Probleme in der Ehe sind für die letzten Arbeitstage eher ungeeignet. Sie wissen nie, in welchen beruflichen Situationen Sie Ihren ehemaligen Kolleginnen und Kollegen in Zukunft begegnen werden.
Diese Ratschläge erleichtern Ihnen hoffentlich die letzten Arbeitstage an Ihrem alten Arbeitsplatz, sodass Sie voller Zuversicht und ohne jegliche Altlasten in Ihre neue Aufgabe starten können!