karrieretipps.de Karriere 5 Tipps wie Sie ihre eigene Leistungsbeurteilung verfassen

5 Tipps wie Sie ihre eigene Leistungsbeurteilung verfassen

5 Tipps wie Sie ihre eigene Leistungsbeurteilung verfassen
© Jacob Lund | shuttersock.com
Tanja Tänzer am 12.02.2018 | 0 Kommentare
Inhalt:
  1. Selbstverfasste Leistungsbeurteilung als Chance
  2. 5 Tipps die es zu beachten gilt
    1. 1. Gute Vorbereitung
    2. 2. „Formalitäten“ einhalten
    3. 3. Highlights, Highlights, Highlights – und Belege
    4. 4. Die eigenen Schwächen oder das Verbesserungspotenzial
    5. 5. Absolute Ehrlichkeit
    6. Achtung!

Geliebt, gehasst und von manchen sogar gefürchtet – in vielen Unternehmen gehören regelmäßige Mitarbeitergespräche zum Arbeitsalltag. Mittelpunkt eines solchen Gesprächs ist meist die sogenannte Leistungsbeurteilung. Für den Betrieb bietet sie die Möglichkeit auf einen Blick zu erkennen, wie ein Angestellter den Anforderungen seines Jobs gerecht geworden ist. Für den Mitarbeiter bedeutet sie direktes Feedback zu seinen Arbeitsleistungen.

Wie eine solche Leistungsbeurteilung zustande kommt, ist von Firma zu Firma unterschiedlich. Mal ist sie reine Chefsache, mal werden die Kollegen mit ins Boot geholt und mal wird der Arbeitnehmer gebeten, seine Beurteilung selbst zu verfassen. Besonders mit Letzterem fühlen sich viele sehr unwohl. Denn sie müssen dabei die Gratwanderung zwischen „sein eigenes Licht unter den Scheffel stellen“ und übertriebenem Eigenlob meistern.

Selbstverfasste Leistungsbeurteilung als Chance

Die Leistungsbeurteilung vom Mitarbeiter selbst schreiben zu lassen sieht auf den ersten Blick nach dem Delegieren unliebsamer Arbeit aus. Bei näherer Betrachtung jedoch ist es eine sinnvolle Sache. Besonders in großen Unternehmen mit großen Einzelabteilungen ist es so das der direkte Vorgesetzte oft nicht alle Arbeitsleistungen und Entwicklungsschritte seiner Belegschaft bis ins Detail überblicken kann. Insofern möchte der Chef mit seiner Bitte um eine Selbstbeurteilung nur sicherstellen, dass er nichts übersieht. Und das dem auch so ist, liegt dann ganz in der Eigenverantwortung jedes Einzelnen.

Wer seine Leistungsbeurteilung selbst verfassen DARF, sollte das als Chance betrachten. Als Chance die eigenen Erfolge, Stärken und Kompetenzen zu präsentieren. Aber auch als Chance auf eine persönliche Weiterentwicklung durch klar benannte Verbesserungspotenziale und die Frage nach Weiterbildungsmöglichkeiten. Die größte Herausforderung besteht darin sich selbst und seine Arbeit bestmöglich, aber dennoch objektiv, darzustellen. Gelingt das kann eine Leistungsbeurteilung der eigenen Karriere überaus förderlich sein. Doch so oder so wird sie ein Teil der Personalakte und sollte schon allein deswegen mit der nötigen Sorgfalt erstellt werden.

5 Tipps die es zu beachten gilt

1. Gute Vorbereitung

Wie in vielen Dingen ist eine gute Vorbereitung das A und O. Wer eine Selbsteinschätzung schreibt, sollte das nicht erst am Abend vor der Abgabefrist machen. Im Idealfall ist man so gut organisiert das man bereits über die Zeit seit der letzten Beurteilung alle ausschlaggebenden Dokumente, Belege und Referenzen gesammelt und vielleicht sogar eine Art „Leistungstagebuch“ geführt hat. Denn kleine Notizen und Arbeitsvermerke – am besten schon nach den geforderten Kategorien sortiert – helfen bei der Fokussierung aufs Wesentliche und verringern die Gefahr etwas Wichtiges zu vergessen. Hilfreich ist auch ein Blick in die vorangegangene Beurteilung. Schließlich sind in ihr die Ziele festgehalten, die es zu erreichen galt. Jetzt kann abgeglichen werden, wie erfolgreich die Arbeitsperiode wirklich war. Wer früh genug anfängt, kann sich das Feedback von Kollegen als Nachweis seiner Leistungen einholen. Obendrein hat er die Gelegenheit sich einige „Testleser“ für seine Einschätzung zu suchen, die zweifelhafte Stellen aufdecken und auf ungünstige Formulierungen hinweisen können.

2. „Formalitäten“ einhalten

Zur guten Vorbereitung sollte es auch gehören, sich über Form und Format der Leistungsbeurteilung kundig zu machen. Die Vorgaben des Unternehmens diesbezüglich sind unbedingt einzuhalten. Alles andere wirkt schludrig und wirft bereits im Vorfeld ein schlechtes Licht auf den Beschäftigten. Ebenso verhält es sich übrigens mit Rechtschreib- und Grammatikfehlern. Die Ausdrucksweise sollte professionell sein und objektiv wirken. Ein positiver, selbstbewusster, aber nicht überheblich klingender Grundton bestimmt die Selbsteinschätzung, die kurz und knackig auf üblicherweise zwei bis fünf Seiten präsentiert wird. Anfang und Ende sollten starke Aussagen beinhalten, Verbesserungspotenziale gehören in die Mitte. Kleiner Extratipp: Konjunktive schwächen eine Aussage – das gilt es zu vermeiden. Im Aktiv geschriebene Ichaussagen hingegen wirken überzeugend.

3. Highlights, Highlights, Highlights – und Belege

Das Gebot der Stunde heißt: Konzentration auf das Wesentliche, auf die Highlights der Arbeit der zurückliegenden Periode. Es ist weder die Einschätzung einer Gesamtleistung gefragt noch sind irgendwelche allgemeinen Aussagen gefordert. Konkrete Projekte, die wichtigsten Erfolge und Leistungen des entsprechenden Mitarbeiters – das ist es, was der Chef lesen will. Die gewählten Beispiele sollten möglichst den Leitlinien und Grundsätzen der Firma entsprechen und konkrete positive Auswirkungen fürs Unternehmen zeigen. Sie sollten sowohl die fachlichen als auch die sozialen Kompetenzen unterstreichen. Doch reden alleine reicht nicht aus. Die eigenen Verdienste müssen belegt werden. Und was nicht belegt und anhand von Zahlen, Fakten und Daten untermauert werden kann, hat in der Leistungsbeurteilung nichts verloren. Nicht vergessen: die erzielten Erfolge zu Beginn der Leistungsperiode erwähnen. Besonders hervorzuheben sind neben den gemeisterten Projektvorgaben aus dem letzten Mitarbeitergespräch auch die verbesserten persönlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten – und natürlich auch hier den Nachweis für die Behauptung erbringen.

4. Die eigenen Schwächen oder das Verbesserungspotenzial

Keiner ist perfekt und als das sollte er sich auch nicht verkaufen. Das macht sämtliche Glaubwürdigkeit zunichte. Hier kommt es allerdings auf die richtige Darstellung der eigenen Schwächen an, nämlich als Verbesserungspotenzial. Daher: Eigene Ziele klar definiert und Vorschläge aufführen, wie die Defizite ausgemerzt werden können. Dazu gehört auch die Frage nach betrieblichen Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen. Nur wer sich nach Unterstützung erkundigt hat eine Chance darauf sie zu erhalten. Konkrete Projektideen, bei denen die neu erworbene Befähigung dienlich ist, zeigen das Engagement des Mitarbeiters.

5. Absolute Ehrlichkeit

Das Wichtigste zum Schluss: Beim Schreiben der eigenen Leistungsbeurteilung ist absolute Ehrlichkeit gefragt. Jeder Chef – und hat er noch so viele Mitarbeiter unter sich – ist über die „Leuchtturmprojekte“ in der Abteilung informiert. Ein mittelmäßig verlaufenes Projekt in den höchsten Tönen zu loben wird nicht den gewünschten Erfolg bringen – im Gegenteil. Außerdem kommt anhand von Belegen und Nachweisen sowieso meist die Wahrheit ans Licht. Und es gibt wohl nichts was das Vertrauen in einen Angestellten mehr erschüttert, als wenn er der Lüge überführt wird. Auch auf „Überraschungen“ sollte tunlichst verzichtet werden. Probleme und alles Wesentliche sollten nicht erst beim Mitarbeitergespräch geklärt, sondern zeitnah angesprochen und bereinigt werden.

Achtung!

Unaufgefordert eine Selbstbeurteilung anfertigen und dem Chef vorlegen kommt gar nicht gut an. Wer diese selbst schreiben möchte, sollte vorsichtig und höflich anfragen. Dabei muss stets im Vordergrund stehen, dass es sich lediglich um eine Arbeitserleichterung für den Vorgesetzten handelt und die eigene selbstverständlich nur als Ergänzung der letztendlichen Leistungsbeurteilung verstanden wird.

Bild: Tanja Tänzer
Tanja Tänzer (52 Artikel)

Tanja Tänzer hat Medien- und Kommunikationsmanagement an der Mediadesign Hochschule in Berlin studiert. Während Ihres Studiums hat sie bei verschiedenen Internetunternehmen im Bereich Content Management und Redaktion gearbeitet. Seit kurzem unterstützt Sie das Team von karrieretipps.de mit täglich knackig frischen News und Artikeln für unsere Leserschaft.

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